Mini-SUV-Modelle: Das müssen Sie wissen
Von Jochen Wieler

Mini-SUVs liegen voll im Trend. Kein Wunder, denn sie sind praktisch und von überschaubarer Größe. Was sind die Vor- und Nachteile kleiner SUVs? Und welche Modelle gibt es? Preise, Daten, Infos.
Praktische kleine SUVs mit höherer Sitzposition
Mini‑SUV‑Karosserien in unterschiedlichen Preisklassen
Übersicht: Alle Mini-SUVs von Alfa Romeo bis VW
Es muss nicht immer größer, teurer und prestigeträchtiger sein – viele Autokäufer haben heutzutage ein bedeutend pragmatischeres Verständnis von einem idealen Fahrzeug. Es muss zu ihrem Alltag passen und in erster Linie praktisch sein. Es darf aber oft gern etwas höher ausfallen, damit der Einstieg ohne Verrenkungen klappt und man eine gute Übersicht über den Verkehr genießt. Wenn das Fahrzeug auch preislich im Rahmen bleiben soll, kommt man schnell auf ein Mini-SUV.
Was ist ein Mini-SUV?

Ganz gleich, ob man sie Mini-SUV (Sport Utility Vehicle), Kleinwagen-SUV oder City-SUV nennt – gemeint ist immer die gleiche Fahrzeuggattung. Als technische Basis dient stets ein Kleinwagen, die Karosserie ist aber eine andere. So ist zum Beispiel ein Seat Arona eng mit einem Seat Ibiza verwandt. Oft kommen in den Fahrzeugen ähnliche Komponenten zum Einsatz – etwa Motoren oder ganze Elemente wie das Armaturenbrett.

Unterschied: Die Karosserie fällt höher und länger aus als bei einem Kleinwagen, meist aber kaum breiter. Drei Personen im Fond dürfen also keine Raumwunder erwarten. Der Vergleich der Länge zeigt: Ein VW T-Cross liegt mit knapp 4,13 Metern Länge genau zwischen seiner Basis VW Polo (4,07 Meter) und dem Kompaktwagen VW Golf (4,28 Meter), ist also kein Riese und hat immer noch sehr parkfreundliche Maße. Als gern genommene Zielscheibe für SUV-Gegner können die kleinen SUVs daher absolut nicht herhalten.
SUV (sprich: essjuhwie) ist die Abkürzung für "Sports Utility Vehicle". Es handelt sich also im Wortsinn um ein sportliches Fahrzeug mit Nutzwert. Vom Geländewagen unterscheidet sich das SUV dadurch, dass es nur eingeschränkt geländegängig ist. So fehlt etwa ein Untersetzungsgetriebe, und die Bodenfreiheit ist oft nicht besonders gut. Von einer brauchbaren Achsverschränkung ganz abgesehen.
Hier können Sie die exakten Unterscheidungskriterien zwischen SUV und Geländewagen nachlesen.
Unterschied Mini-SUV und Crossover
So weit, so einfach, Mini-SUVs sind also vor allem etwas höher und etwas länger als ihre Kleinwagen-Pendants. Aber nicht jeder Wagen mit solchen Dimensionen ist zwangsläufig auch ein Mini-SUV. Oft gehen die Kategorien ineinander über, und Modelle wie Fiat Panda, Citroën C3, DS 3 oder Dacia Spring sind nicht eindeutig zuzuordnen.
Sie werden als Crossover bezeichnet und sind eben die Fahrzeuge, die sich fließend aus Kleinwagen und Mini-SUVs zusammensetzen. Oft haben sie Elemente aus verschiedenen Karosserieformen: etwa ein bisschen mehr Bodenfreiheit als ein Kleinwagen, eine Dachreling oder eine markante Motorhaube wie bei vielen klassischen SUVs.
Das Label ist letztlich nicht ausschlaggebend und hat oft mehr mit der Marketing-Strategie des Herstellers zu tun als mit wirklichen Modellgattungen.
Welche Vorteile haben kleine SUVs?

Ganz klar: Die höhere Sitzposition ist ein Vorteil, den die meisten Käufer besonders schätzen. Man muss sich aber darüber im Klaren sein, dass es sich meist nur um wenige Zentimeter handelt, die man im Mini-SUV höher sitzt als im Kleinwagen. Eine Aussicht wie in einem VW-Bus darf man nicht erwarten. Aber es reicht, um viel bequemer einsteigen zu können und das Verkehrsgeschehen besser im Blick zu haben. In Zahlen: Laut ADAC Messungen sitzt man im Seat Ibiza 42 Zentimeter über der Fahrbahn, im SUV-Pendant Seat Arona dagegen 47 Zentimeter.
Zwar bietet die etwas üppigere Karosserie meist auch etwas mehr Platz als ein Kleinwagen, dennoch sprechen wir hier nicht von Raumriesen. Ein Kleinwagen-SUV ist in etwa eine halbe Nummer größer als sein Pendant und liegt damit genau zwischen Kleinwagen- und Golf-Klasse. Für viele ist das die optimale Größe. Um beim Beispiel Ibiza/Arona zu bleiben: Der Kofferraum des Kleinwagens fasst laut ADAC Messungen 290 bis 1070 Liter, der des SUV 310 bis 1140 Liter.
Manche Kleinwagen-SUVs bieten auch pfiffige Detaillösungen, wie etwa der Ford Puma mit seinem abwaschbaren Zusatzstaufach unter dem Ladeboden oder der VW T-Cross mit seiner verschiebbaren Rückbank – sie macht das Auto fast so flexibel wie einen Van.
Welche Nachteile haben Mini-SUVs?

Zwar haben Mini-SUVs durch ihren höheren Nutzwert immer noch ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, doch sie sind auch teurer als Kleinwagen. Wegen ihrer höheren Karosserie und des etwas größeren Gewichts verbrauchen sie zudem etwas mehr. Die 115-PS-Version des Renault Clio kommt laut Hersteller auf 5,1, die des Renault Captur auf 5,7 Liter pro 100 Kilometer. Riesig ist der Unterschied also nicht.
Eine nur marginal höher liegende Ladekante am Kofferraum ist im Alltag zu vernachlässigen: Beim Škoda Fabia muss das Gepäck 68 Zentimeter angehoben werden, beim Kamiq 69,5.
Kleinwagen-SUVs 2026: Diese Modelle gibt es
Die derzeit erhältlichen SUV-Modelle der Kleinwagenklasse können Sie der Tabelle entnehmen. Aufgeführt sind alle verfügbaren Motorisierungen in der jeweiligen Basisausstattung, Stand Januar 2026.
Mini-SUVs und alternative Antriebe

Auch bei kleinen SUVs halten alternative Antriebe immer öfter Einzug. So gibt es beispielsweise den Citroën C3 nicht nur mit konventionellen Verbrennungsmotoren, sondern auch als Benzin-Hybrid und als reines Elektroauto. Auch Opel Mokka und Peugeot e-2008, Fiat 600 und Jeep Avenger sind in einer vollelektrischen Version zu haben.
Nicht alle Modelle sind antriebsseitig so breit aufgestellt. Zumindest eine milde Hybridisierung mit 48-Volt-Technik hat etwa der Kia Stonic zu bieten. Dabei kann der Elektromotor nur den Benziner unterstützen, aber nicht allein für den Antrieb sorgen. Der Toyota Yaris Cross ist ausschließlich mit Hybridmotor zu haben, den Dacia Spring gibt es nur elektrisch, und bei Nissan Juke und Suzuki Vitara müssen zwei Motor-Alternativen reichen.
Welcher Antrieb der passende ist, muss jeder anhand von Fahrleistung, Fahrprofil und Geldbeutel entscheiden. Elektro-SUVs sind meist immer noch teurer als ihr Pendant mit Verbrennungsmotor, auch wenn der Abstand zunehmend schrumpft. Wer überwiegend einen Mix aus Stadtfahrten und mittleren Strecken hat, könnte sich stattdessen auch für einen Hybrid oder Plug-in-Hybrid erwärmen.
Gibt es kleine SUVs mit Allradantrieb?
Ein Mini-SUV ist kein Geländewagen. Der überwiegende Teil der kleinen SUVs hat daher Frontantrieb. Vier angetriebene Räder werden meist nicht einmal gegen Aufpreis angeboten. Ausnahmen sind unter anderem Suzuki Vitara, Toyota Yaris Cross und KGM Tivoli.
Alternativen: Kompakt-SUVs und Hochdachkombis

Noch mehr Auswahl gibt es, wenn man die Klasse darüber in die Neuwagensuche mit einbezieht: die der Kompakt-SUVs. Sie sind zwar etwas teurer, aber auch hier gibt es Modelle um 30.000 Euro wie den VW T-Roc (ab 30.845 Euro), den Mazda CX-30 (ab 29.900 Euro) und natürlich den erfolgreichen Preisschlager Dacia Duster (ab 18.990 Euro).
Sehr beliebt, aber nicht mehr zu den günstigen SUVs zählend sind Kia Niro (ab 32.990 Euro), VW Tiguan (ab 38.250 Euro), BMW X1 (ab 44.600 Euro), Mini Countryman (ab 36.800 Euro) und Toyota C-HR (ab 33.990 Euro).
Wenn es nicht zwingend ein SUV sein muss: Auch ein Hochdachkombi wie Citroën Berlingo, Opel Combo oder VW Caddy kann eine Alternative mit mindestens genauso viel oder noch mehr Platz sein. Und natürlich ein klassischer Kombi, etwa ein Opel Astra.
ADAC Neuwagenberater als Kaufhilfe
Hilfreich bei der Autosuche kann der Neuwagenberater des ADAC sein. Hier können persönliche Präferenzen eingegeben und infrage kommende Modelle mit allen technischen Daten angezeigt werden. Alle Varianten finden sich zudem im ADAC Autokatalog.
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