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Der ADAC

Dacia Duster im Test: Wie gut ist der günstige Kompakt-SUV?

Dieses Video wird über YouTube abgespielt. Es gelten die Datenschutzbestimmungen von Google. Bild: © Dacia

Der Dacia Duster ist 2018 deutlich aufgewertet, aber nicht teurer geworden. Kann das sein? Oder werden wir von der Preisliste ausgetrickst? Plus: Test-Ergebnisse und Euro NCAP-Crashtest

  • Die Basisversion des Dacia Duster kostet 11.492,77 Euro

  • Die teureren Turbobenziner werden mit Partikelfilter ausgeliefert

  • Im ADAC Test erreicht der 115-PS-Diesel Note 3,0, der 131-PS-Benziner Note 3,1

Ein Auto zu bauen, das preiswert für den Kunden und von den Ingenieuren trotzdem ordentlich konstruiert ist, scheint recht schwierig zu sein. Volkswagen beißt sich an dieser Aufgabe jedenfalls seit vielen Jahren die Zähne aus: Ein Billigmodell unter dem Konzerndach von VW gibt es bis heute nicht. Begründung: Mangel an Gewinnaussichten.

Ganz anders Renault. Mit ihrer 2005 gestarteten Tochterfirma Dacia eilt die Marke von Erfolg zu Erfolg – und ist dabei erfreulich profitabel, sagen die Franzosen. Das soll beim aktuellen Dacia Duster so bleiben. Der kompakte SUV ist derzeit für konkurrenzlose 11.492,77 Euro erhältlich.

Das Basismodell hat bescheidene Fahrleistungen 

Wer sich für das Basismodell in Grundausstattung "Access" für 11.492,77 Euro entscheidet, bekommt einen Duster mit Dreizylinder-Turbobenziner mit 101 PS, dessen Fahrleistungen bescheiden ausfallen (0-100 km/h in 12,5 Sekunden, 173 km/h Spitze) und der mit wenig Ausstattung kommt. "Essential" kostet mit 12.867,23 Euro gut 1300 Euro mehr und ist immer noch recht mager ausstaffiert. Eine Einparkhilfe oder ein Navigationssystem ist für diese Variante nicht lieferbar. Wer ein bisschen Komfort haben möchte, muss sein Kreuzchen also bei einer besseren Ausstattungsversion ("Comfort" ab 14.036,97 Euro) machen.

Mit dem TCe 100 Eco-G (74 kW/101 PS) bietet Dacia für den Duster auch eine Flüssiggas-Variante an, und zwar ab 12.867,23 Euro.

Dacia Duster Diesel mit 5,9 Litern Testverbrauch

Im ADAC Test musste sich zunächst die 115-PS-Dieselversion beweisen. Sie startet ab "Comfort" für 15.791,60 Euro – und somit immer noch sensationell günstig. Dabei beschränkt sich die Komfortausstattung neben Details wie einem höhenverstellbaren Fahrersitz oder beheiz- und elektrisch verstellbaren Außenspiegeln im Grunde auf die Klimaanlage. Klimaautomatik und Sitzheizung vorn kosten je 194,96 Euro extra. Der Motor sorgt aber für eine positive Überraschung: Denn er bietet nicht nur eine deutlich bessere Laufkultur als der Vorgänger, sondern reduziert dank SCR-Abgasreinigung mit AdBlue seinen Schadstoffausstoß auf ein Minimum.

Saubere Abgase beim Diesel

Saubere Abgase sind also auch im preissensiblen Segment möglich, wie Dacia eindrucksvoll zeigt. Eindrucksvoll deshalb, weil die Grenzwerte bei allen Tests deutlich unterschritten wurden, auch bei den RDE-Straßentests. Ansonsten bietet der Motor gute Leistungswerte und verbraucht nicht übermäßig viel. Mit 5,9 Liter Testverbrauch kann man durchaus leben. Im ADAC Ecotest kommt der Dacia Duster Blue dCi 115 daher auf gute vier von fünf Sternen.

Der Benziner verbraucht deutlich mehr

Der 130-PS-Benziner namens TCe 130 startet bei 15.791,60 Euro als "Comfort", im Test trat er als "Prestige" für 17.107,56 Euro an. Der Motor erweist sich als völlig ausreichend: Er ermöglicht flotte Fahrleistungen und selbst im sechsten Gang zieht der Motor noch spürbar. Akustisch könnte der Ottomotor noch etwas optimiert werden, denn besonders beim Ausdrehen wird er recht laut. Beim Testverbrauch muss er sich mit 7,4 Liter Super auf 100 Kilometer dem Diesel deutlich geschlagen geben. Doch auch seine Schadstoffe sind vorbildlich sauber.

SUV: Schon gefahren und bewertet

Welche aktuellen SUVs gibt es sonst noch? Der ADAC hat viele unter die Lupe genommen:

Innenraum: Hochwertiger als beim Vorgänger

Im Innenraum fallen die im Vergleich zum Vorgänger höherwertigen Materialien positiv auf: Die weich unterschäumten Kunststoff-Armlehnen in den Türen, Lenkrad und Sitze aus Kunstleder sowie die den Augen und Fingern schmeichelnden Drehregler der Klimaanlage. Überhaupt hat Dacia einiges getan, um so etwas wie eine Wohlfühlatmosphäre im Innenraum herzustellen. Zum Beispiel sind die Sitze jetzt spürbar bequemer und auch die Geräuschdämmung erscheint deutlich besser. Dass bei dem Preis gespart werden muss, merkt man im Detail. Die Türrahmen sind nicht verkleidet und die Matte auf dem Kofferraumboden wirkt billig.

Der Kofferraum des Duster fällt für ein Fahrzeug der unteren Mittelklasse großzügig aus. Gemessen bis zur Gepäckraumabdeckung passen 410 Liter hinein, ist alles umgeklappt bis zu 1475. Nicht schlecht. Leider liegt die Ladekante 77 Zentimeter über der Fahrbahn und damit recht hoch. Wasserkästen müssen also weit nach oben gehievt werden.

Auch das Platzangebot ist passabel: Die Vordersitze lassen sich so weit zurückschieben, dass auch 1,90 Meter große Personen angenehm sitzen. Hinten reicht die Beinfreiheit aber nur für 1,80 Meter große Insassen – wenn vorne ein 1,85-Meter-Mensch Platz nimmt.

Dacia Duster: Allrad light fürs Gelände

Wer sich nicht für die getestete Version mit Frontantrieb entscheidet, kann dem Duster auch leichtes Gelände zumuten. Dank Böschungswinkeln von 30 (Bug) und 33 Grad (Heck) sind ordentliche Steigungen und Gefälle machbar. Seine Bodenfreiheit beträgt 21 Zentimeter, der Rampenwinkel für Schrägfahrten an einem Hang 21 Grad. Je nach Bedingungen kann man die Kraft des Antriebs automatisch zwischen den Achsen verteilen lassen oder durch eine Lock-Taste im Verhältnis 50:50 vorn und hinten sperren. Dazu gibt es eine elektronische Bergab- und Berganfahrhilfe sowie ein Kamerasystem, mit dem sich der Fahrer vorn wie hinten und zur Seite einen Überblick verschaffen kann, ob er Gefahr läuft irgendwo anzuecken oder in einem tiefen Loch zu versinken. Respekt.

Allen Versionen gemein: Sie sind auf Komfort getrimmt. Auf welligen Landstraßen schluckt die Federung einiges weg, was bei flotter Kurvenfahrt aber mit einer starken Karosseriebewegung einhergeht. Beim ADAC Ausweichtest zeigt sich daher eine gewisse Schwammigkeit, was durch die wenig präzise Lenkung noch verstärkt wird.

Wichtiger für das Gros der Interessenten in Deutschland dürfte jedoch die erlaubte Zuglast sein. 1500 Kilogramm sind nicht sonderlich viel, was man bei der Wahl seines Wohnanhängers im Blick haben sollte. Dank der zulässigen Stützlast von 75 Kilogramm können auf der Anhängerkupplung auch Heckträger mit beispielsweise zwei schweren Elektro-Bikes montiert werden.

Testfazit

Für Pragmatiker kann der Duster durchaus eine Empfehlung sein. Allerdings sollte man von der Access- und der Essential-Ausstattung Abstand nehmen, denn hier gibt es nicht einmal optional Einparkhilfen, Klimaautomatik oder beheizbare Außenspiegel. Eine Klimaanlage ist nur für den Essential zu haben, für 584,87 Euro.

Den besten Antriebskomfort bekommen Kunden, die sich für den getesteten Diesel oder einen der Turbobenziner mit 130 oder gar 150 PS entscheiden. Das 100-PS-Basismodell dient dagegen eher als Blickfang für die Preisliste.   

Nur 3 Sterne im Euro NCAP Crashtest

Dieses Video wird über YouTube abgespielt. Es gelten die Datenschutzbestimmungen von Google. Bild: © Euro NCAP

Der Dacia Duster ist mit Gurtkraftbegrenzern und Gurtstraffern, sechs Airbags sowie optischen und akustischen Gurtwarnern in der ersten und zweiten Sitzreihe ausgestattet. Das Verletzungsrisiko ist überwiegend mittel bis gering. Jedoch weist der Insassenschutz beim Frontalaufprall in voller Breite Mängel auf, für den Kopf des Fahrers besteht ein sehr hohes Risiko für Verletzungen. Der Duster hat keinerlei Sicherheitsassistenten an Bord, die Unfälle verhindern oder abmildern könnten. Optional gibt es im Technik-Paket Plus (438,65 Euro) zur Multiview-Kamera einen Toter-Winkel-Warner, aber nur in der der Variante "Prestige". Die wird übrigens nur noch vom Sondermodell "Celebration" getoppt, das ab 16.327,73 Euro angeboten wird und das Warnsystem serienmäßig eingebaut hat.

Hier geht es zu den detaillierten Crashtest-Ergebnissen des Dacia Duster.

Testbericht zum Dacia Duster Blue dCi 115 Comfort 2WD
PDF, 713 KB
PDF ansehen
Testbericht zum Dacia Duster TCe 130 Prestige 2WD
PDF, 704 KB
PDF ansehen

Dacia Duster technische Daten

Technische Daten (Herstellerangaben)Dacia Duster Blue dCi 115 Comfort 2WDDacia Duster TCe 130 Prestige 2WD

Motor

4-Zylinder-Turbodiesel, 1461 cm³, 85 kW/116 PS, 260 Nm bei 2000 U/min

4-Zylinder-Turbobenziner, 1332 cm³, 96 kW/131 PS, 240 Nm bei 1600 U/min

Fahrleistungen

10,3 s von 0 auf 100 km/h, Spitze 183 km/h

10,6 s auf 100 km/h, 193 km/h Spitze

Verbrauch nach WLTP

5,4 l Diesel/100 km, CO₂-Ausstoß: 142 g/km

7,0 l Super/100 km, CO₂-Ausstoß: 159 g/km

Maße

L 4,34 / B 1,80 / H 1,63 m

L 4,34 / B 1,80 / H 1,63 m

Kofferraum

445 – 1478 l

445 – 1478 l

Preis

15.791,60 €

17.107,56 €

ADAC Messwerte

ADAC Messwerte (Auszug)Duster Blue dCi 115 Comfort 2WDDacia Duster TCe 130 Prestige 2WD

Überholvorgang 60-100 km/h

7,0 s

5,6 s

Bremsweg aus 100 km/h

34,7 m

36,8 m

Wendekreis

11,1 m

11,1 m

Verbrauch / CO₂-Ausstoß ADAC Ecotest

5,9 l Diesel/100 km , 187 g CO₂/km (well-to-wheel)

7,4 l Super/100 km , 204 g CO₂/km (well-to-wheel)

ADAC Ecotest-Ergebnis (max. 5 Sterne)

****

***

Reichweite

845 km

675 km

Innengeräusch bei 130 km/h

69,8 dB(A)

68,9 dB(A)

Leergewicht / Zuladung

1350 / 498 kg

1270 / 492 kg

Kofferraumvolumen normal / geklappt / dachhoch

410 / 775 / 1475 l

410 / 775 / 1475 l

ADAC Testergebnis

ADAC TestergebnisDacia Duster dCi 115Dacia Duster TCe 130

Karosserie/Kofferraum

3,1

3,1

Innenraum

2,9

2,9

Komfort

3,4

3,3

Motor/Antrieb

2,6

2,3

Fahreigenschaften

2,7

3,0

Sicherheit

3,7

3,7

Umwelt/EcoTest

2,5

2,8

Gesamtnote

3,0

3,1

Die Kapitel Sicherheit und Umwelt werden doppelt gewertet

Das hat uns gefallen: Großer Kofferraum. Günstiger Preis. Geringe Gesamtkosten. Sauberer Dieselmotor.

Das hat uns nicht gefallen: Magere Sicherheitsausstattung. Schlechte Rundumsicht. Kein Xenon-/LED-Licht zu haben.