Test VW T-Roc: So gut ist der Kompakt-SUV

blauer VW T-Roc fährt auf Landstrasse
Voll im Trend: VW T-Roc in Zweifarb-Lackierung ∙ © Volkswagen

Der VW T-Roc mischt den Markt der Kompakt-SUV auf. Im ADAC Test: Die Modelle 1.5 TSI und 2.0 TDI. Technische Daten, Bilder, Preise und der Euro NCAP-Crashtest.

  • Der VW T-Roc ist unterhalb des Tiguan angesiedelt

  • Im ADAC Test schneidet der 1.5 TSI besser ab als der Diesel

  • Konkurrenten sind Audi Q2, BMW X1, Skoda Karoq und Seat Ateca 

  • Seit Frühjahr 2020 gibt es auch eine Cabrio-Version

 "Volkswagen wird jünger", betont VW-Chef Herbert Diess und zeigt auf den T-Roc, der den Markt der kompakten SUV ordentlich aufgemischt hat. Frische Farben, freche Formen, moderne Technik: Der Wolfsburger präsentiert auf 4,23 Meter Länge eine ordentliche Portion Charme und überrascht mit einem vergleichsweise guten Platzangebot.

Wenn man es platt sagen wollte, könnte man den T-Roc als höhergelegten Golf bezeichnen. Oder als goldene Mitte zwischen dem "normalen" Kompakten und dem deutlich größeren VW Tiguan. Nach unten hin rundet inzwischen der 4,11 Meter lange VW T-Cross, der auf dem VW Polo basiert, die SUV-Palette von Volkswagen ab.

Kofferraumvolumen: Maximal 1015 Liter

Kofferraum eines blauen VW T-Roc
Flexibler Laderaum dank asymetrisch geteilter, umklappbarer Rückbank ∙ © Volkswagen

Der T-Roc steht auf derselben Plattform wie der Golf, bedient sich aus demselben Motorenregal und nutzt auch sonst Technik und Ausstattung des Bestsellers. Allerdings vermitteln das Box-Design und die aufrechtere und höhere Sitzposition das trendige SUV-Gefühl. Die Passagiere vorne können sich über Platzmangel nicht beschweren. Auf der Rückbank wird es allerdings ein wenig eng für die Knie, wenn vorn ausgewachsene Zeitgenossen sitzen. Bis 1,80 Meter große Personen fühlen sich im Fond des T-Roc noch wohl.

Gute Noten fährt der Kofferraum nur auf dem Papier ein: 445 Liter Volumen, also 100 mehr als der Golf zu bieten hat, klingen erst mal gut. Doch die Messwerte des ADAC fallen ernüchternd aus. Bis zur Kofferraumabdeckung passen gerade einmal 245 Liter in den Gepäckraum. Mit ein Grund: Bei einem Testwagen war ein Subwoofer in der Reserveradmulde eingebaut. Er verhindert, dass der Gepäckraumboden abgesenkt werden kann. T-Roc-Käufer müssen sich also zwischen gutem Sound und einem größeren Kofferraum (ohne Subwoofer: 375 Liter) entscheiden. Sind die Sitze umgeklappt, fasst der VW immerhin gemessene 1015 Liter, ohne Subwoofer sind es laut ADAC Messmethode 1145 Liter.

Billig wirkende Materialien im Innenraum 

Cockpit eines blauen VW T-Roc
Farbige Akzente im Cockpit, aber die Hartplastikteile sind wenig wertig ∙ © Volkswagen

Der T-Roc richtet sich an junge und jung gebliebene Käufer, deshalb ist er auch individuell zu gestalten. Es gibt elf zum Teil recht auffällige Außen- und vier Dachfarben, insgesamt sind 24 Kombinationen möglich. Im Innenraum präsentiert sich die Ausstattungsversion Style auf Wunsch ebenfalls recht bunt – Armaturenbrett, Einfassungen und Sitze können in der jeweiligen Außenfarbe geordert werden. Das ist nach VW-Maßstäben fast schon avantgardistisch.
Optional holen die Wolfsburger jetzt auch das digitale Cockpit in die Klasse der kompakten SUV, die Vernetzungs- und Infotainment-Angebote im T-Roc sind auf dem aktuellsten Stand. Die Ausstattung mit Assistenzsystemen ist ein Beweis für die Demokratisierung der Sicherheits-Helfer, ihren Siegeszug aus den großen in immer kleinere Baureihen.

Vom Frontassistenten mit Fußgängererkennung über den Spurverlassens- und den Toter-Winkel-Warner, den Auspark-Helfer oder der automatischen Distanzregelung bis zum Stau- und Notfall-Assistenten – alles ist im Angebot, teils serienmäßig, teils optional. Und auch an Feinheiten wie induktive Handy-Lademöglichkeit oder die Möglichkeit, persönliche Einstellungen per Schlüssel zu programmieren, haben die Techniker gedacht. Nicht wirklich überraschend: Diese netten Zutaten kosten fast durchgehend Aufpreis.

Auch wenn der T-Roc gut verarbeitet ist, überrascht VW-Kenner die Wahl der Materialien im Innenraum. Hier sieht es sehr nach Sparprogramm aus: Alles ist aus hartem Kunststoff, die sonst so typische Liebe zum Detail sucht man vergebens. Nur ein Beispiel: Die Dekorleisten an den hinteren Türen sind nur angedeutet und passen weder in Farbe noch in Struktur zu den vorderen Türleisten. Hier sollte VW dringend nachbessern – oder den recht ambitionierten Preis senken.

  VW T-Roc: Diese Motoren werden angeboten 

Motorisierung

Leistung

Normverbrauch

Preis (inkl. 19 % MwSt.)

1.0 TSI

85 kW/115 PS

5,2 – 5,4 l Super/100 km

ab 21.870 €

1.5 TSI  ACT

110 kW/150 PS

5,3 – 5,5 l Super/100 km

ab 27.235 € (Style)

2.0 TSI 4Motion

140 kW/190 PS

66 – 6,8 l Super/100 km

ab 33.800 € (Sport)

1.6 TDI

85 kW/115 PS

4,2 – 4,4 l Diesel/100 km

ab 25.125 €

2.0 TDI

110 kW/150 PS

4,5 – 4,7 l Diesel/100 km

ab 32.540 € (Style)

2.0 TDI 4Motion

110 kW/150 PS

4,9 – 5,1 l Diesel/100 km

ab 34.865 € (Style)

2.0 TDI 4Motion

140 kW/190 PS

5,0 – 5,2 l Diesel/100 km

ab 36.955 € (Sport)

T-Roc R

221 kW/300 PS

7,5 – 7,7 l Super/100 km

ab 45.375 €

VW T-Roc mit guten Fahrleistungen

blauer VW T-Roc steht am Hafen
Weißes Dach, blaue Karosserie: Beim T-Roc setzt VW voll auf Farbe ∙ © Volkswagen

Die wichtigste Frage: Wie fährt es sich? Zum ADAC Test traten der Diesel 2.0 TDI mit 150 PS und der 1.5 TSI-Benziner an. Beide erreichen recht gute Fahrleistungen beim Spurt auf 100 km/h (je 8,4 Sekunden) und kurzen Zwischenspurts. Die Beschleunigung von 60 auf 100 km/h ist beim Diesel in 5,7 Sekunden erledigt, beim Benziner in 4,9 Sekunden. Gute Werte hier sind wichtig, wenn etwa ein Lkw auf der Landstraße überholt werden muss. Allerdings geht es im Innenraum alles andere als leise zu. Der Motor brummt stets unüberhörbar und wird beim Beschleunigen recht dominant. Offenbar wurde auch an der Geräuschdämmung gespart. Ein Golf ist merklich leiser.

Beim Verbrauch erwies sich der TDI nicht als Sparwunder. 6,0 Liter Diesel im ADAC Ecotest gehen angesichts der leicht erhöhten Karosserie noch in Ordnung, zumal der Testwagen mit Automatikgetriebe und Allradantrieb ausgestattet war. Bei den Schadstoffen gibt es keine Auffälligkeiten. Dank SCR-Kat bleiben die NOx-Emissionen gering. Auch die Partikel werden wirksam gefiltert. Der TSI schluckt nur unwesentlich mehr: 6,5 Liter Super benötigt er im realitätsnahen Ecotest. 

Auffallend ist, wie deutlich sich die Versionen Style und Sport unterscheiden. Erstere gibt den flinken Komfort-Flitzer, das Fahrwerk steckt auch üble Unebenheiten beeindruckend geschmeidig weg, das Komfortlevel ist in Relation zur überschaubaren Länge und dem Radstand von 2,59 Metern beeindruckend hoch. Der Sport kommt dagegen deutlich straffer daher, liefert die Rückmeldungen von der Straße wesentlich weniger gedämpft.

Dass er sich noch einen Tick knackiger ums Eck jagen lässt als sein Style-Bruder, ist die andere Seite der Medaille. Für welche der beiden Ausführungen man sich entscheidet, oder ob man einfach die auch schon ordentlich ausgestattete Basis namens T-Roc wählt, bleibt also letztlich eine Frage des Geldbeutels und des Geschmacks.

Die Preise beginnen bei 21.870 Euro

blauer VW T-Roc steht in einer Stadt
T-Roc-Heck: Optisch auch von hinten ganz klar als Volkswagen erkennbar ∙ © Volkswagen

VW bietet den Kompakt-SUV mit drei 115, 150 und 190 PS starken Benzinern und mit drei Dieseln mit 115, 150 und 190 PS an. Während die kleinen Motoren jeweils an Frontantrieb gekoppelt sind, ist der 4Motion-Allrad für die stärksten zusammen mit dem DSG-Getriebe serienmäßig. Zwar klingt der Basis-T-Roc mit 115 PS-TSI und Sechsganggetriebe ab 21.870 Euro preislich attraktiv, doch wer Wert auf eine gute Ausstattung, etwas mehr Leistung und Allradantrieb legt, kommt damit bei weitem nicht hin. Die getestete Ausführung liegt bei über 32.000 Euro, was angesichts der sehr schlichten Materialqualität im Innenraum sehr selbstbewusst ist.

Spitzenmodell ist der VW T-Roc R. Das Kraftpaket hat einen Vierzylinder-TSI-Motor mit 2,0 Liter Hubraum, 221 kW/300 PS und 400 Nm Drehmoment. Die serienmäßige Kombination mit einem 7-Gang-DSG und dem Allradantrieb 4Motion garantiert souveräne Fahrleistungen: Auf Tempo 100 km/h ist der T-Roc R in 4,9 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit ist elektronisch auf 250 km/h begrenzt.

Fazit

Unter dem Strich ist der T-Roc eine interessante Alternative zum Golf für alle, die etwas höher sitzen wollen und einen trendigen SUV dem Klassiker vorziehen. Das hochwertigere Auto bekommt man aber mit dem Golf.

SUV-Kaufberatung: Worauf man beim Kauf achten sollte

Hier können Sie den ausführlichen Testbericht zum VW T-Roc 2.0 TDI Style 4Motion DSG (150 PS) als PDF herunterladen
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Hier können Sie den ausführlichen Testbericht zum VW T-Roc 1.5 TSI ACT Sport (150 PS) als PDF herunterladen
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VW T-Roc TDI & TSI: Technische Daten

Technische Daten (Herstellerangaben)

VW T-Roc 2.0 TDI Style 4Motion DSG

VW T-Roc 1.5 TSI ACT Sport

Motor

Vierzylinder-Turbodiesel, 1968 cm³, 110 kW/150 PS, 340 Nm bei 1750 U/min

Vierzylinder-Turbobenziner, 1498 cm³, 110 kW/150 PS, 250 Nm bei 1500 U/min

Fahrleistungen

8,4 s von 0 auf 100 km/h, Spitze 200 km/h

8,4 s von 0 auf 100 km/h, Spitze 205 km/h

Verbrauch

5,1 l Diesel/100 km, CO₂ 134 g/km

5,3 l Super/100 km, CO₂ 120 g/km

Maße

L 4,23 / B 1,82 / H 1,57 m

L 4,23 / B 1,82 / H 1,57 m

Kofferraumvolumen

445 - 1237 l

445 - 1237 l

Preis

34.865 Euro, Basis-Diesel ab 25.125 Euro

27.235 Euro, Basis-Benziner ab 21.870 Euro

ADAC Messwerte

ADAC Messwerte (Auszug)

VW T-Roc 2.0 TDI Style 4Motion DSG

VW T-Roc 1.5 TSI ACT Sport

Überholvorgang 60-100 km/h

5,7 s

4,9 s

Bremsweg aus 100 km/h

35,5 m

35,2 m

Wendekreis

10,8 m

10,8 m

Verbrauch / CO₂-Ausstoß ADAC Ecotest

6,0 l Diesel/100 km, 189 g CO₂/km (well-to-wheel)

6,5 l Super/100 km, 180 g CO₂/km (well-to-wheel)

Reichweite

915 km

765 km

Innengeräusch bei 130 km/h

69,9 dB(A)

67,3 dB(A)

Leergewicht / Zuladung

1565 / 475 kg

1335 / 515 kg

Kofferraumvolumen normal / geklappt / dachhoch

245 / 615 / 1015 l

375 / 745 / 1145 l

ADAC Testergebnis

ADAC Testergebnis

2.0 TDI Style 4Motion DSG

1.5 TSI ACT Sport

Karosserie/Kofferraum

2,8

2,6

Innenraum

2,4

2,4

Komfort

2,8

2,5

Motor/Antrieb

2,0

2,1

Fahreigenschaften

2,4

2,2

Sicherheit

1,9

2,0

Umwelt / Ecotest

3,3  

2,5

Gesamtnote

2,5

2,3

Die Kapitel Sicherheit und Umwelt/Ecotest werden doppelt gewertet

Das hat uns gefallen: Bequemer Ein- und Ausstieg. Gutes Platzangebot vorn. Viele Assistenzsysteme lieferbar. Kräftiger Motor. Guter Fußgängerschutz.

Das hat uns nicht gefallen: Viel Hartplastik im Innenraum. Hohe Geräuschkulisse. Erhöhter Verbrauch.

VW T-Roc: Bestnote im Crashtest

Der VW T-Roc erreicht im Euro NCAP-Crashtest volle 5 Sterne. Das Fahrzeug ist mit Gurtkraftbegrenzern, Gurtstraffern, Kopfairbags sowie optischen und akustischen Gurtwarnern in der ersten und zweiten Sitzreihe ausgestattet.

Für die vorderen Plätze sind zusätzlich Seitenairbags verbaut. Der Insassenschutz ist gut, das Verletzungsrisiko ist durchweg gering bis sehr gering. Der T-Roc ist serienmäßig mit einem Assistenzpaket mit automatischem Notbremsassistenten und aktivem Spurhaltesystem ausgestattet. 

Hier geht es zu den detaillierten Crashtest-Ergebnissen des VW T-Roc.

Dieses Video wird über YouTube abgespielt. Es gelten die Datenschutzbestimmungen von Google. Bild: © Euro NCAP

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Text mit Material von SP-X