Toyota C-HR Hybrid im Test: Was kann das kleine SUV?

Toyota C-HR mit leicht geänderter Front
Toyota C-HR mit leicht geänderter Front© Toyota

Der expressiv gestylte Toyota C-HR wird nur noch mit zwei Hybrid-Motoren angeboten. Der Crossover im ADAC Test mit Daten, Verbrauch, Preisen und Fotos.

  • Zwei Hybridmotoren mit 122 und 184 PS, Turbobenziner gestrichen

  • Testverbrauch: 5,4 Liter/100 km

  • Selbstbewusste Preise, das Basismodell kostet 31.990 Euro

Es gibt sie noch, die Typen mit Ecken und Kanten, die aus dem automobilen Einerlei herausragen. Der Toyota C-HR ist so einer, wie auch der Nissan Juke, mit dem er unter anderem konkurriert. Die progressive Form des kantigen C-HR kommt offenbar an: Seit 2016 auf dem Markt, hat er es 2021 mit 9220 Neuzulassungen markenintern immerhin auf den vierten Platz hinter Yaris (19.499 Exemplare), Corolla (14.844) und dem inzwischen vom Aygo X abgelösten Aygo (11.225) geschafft.

Dass man bei der Modellpflege für ein Auto, das sich gerade wegen seiner extravaganten Form verkauft, nur wenig am Styling ändert, liegt auf der Hand. Nur wer genau hinsieht, erkennt beim seit 2020 erhältlichen, aktuellen Modell die etwas weicheren Linien an der Front und die leicht veränderte Leuchtengrafik am Heck samt schlankerem Spoiler.

Edler Innenraum, gute Smartphone-Anbindung

Fühlt sich gut an: Toyota C-HR-Armaturenbrett mit soften Flächen © ADAC/Jochen Wieler

Innen kommen hochwertigere und softe Oberflächen zum Einsatz, die sich gut anfühlen und einen Qualitätseindruck hinterlassen, der auch einem VW T-Cross oder T-Roc gut zu Gesicht stehen würde. Erst wer genauer hinsieht, erkennt Nachlässigkeiten bei den Spaltmaßen. Beim grundsätzlichen Cockpitlayout bleibt es und daher bei der weitgehend einfachen Bedienung.

Der C-HR hat das modernisierte Toyota-Navi aus dem Corolla an Bord, das mit festen Tasten an den Bildschirmrändern aufwartet, was die Treffsicherheit erhöht und sich nach nicht allzu langer Eingewöhnungszeit gut bedienen lässt. Toyota hat auch im Gegensatz zu den meisten anderen Herstellern erkannt, dass eine "zu moderne" Bedienung ausschließlich über berührungsempfindliche Flächen zu sehr ablenkt und sich auch wieder für Drehregler für die Lautstärke und das Surfen durch die Menüs entschieden.

Dass auch Smartphones via Android Auto und Apple CarPlay angebunden werden können, dürfte alle freuen, die sich lieber auf Google Maps als auf das Navi und die statische Karte im Auto verlassen. Allen anderen stellt Toyota für das fest eingebaute Navi in den ersten drei Jahren alle sechs Monate kostenlose Updates zur Verfügung. Danach sind diese kostenpflichtig.

Toyota C-HR nur noch mit Hybrid-Antrieb

Weil schon zuvor gut 85 Prozent der Kunden zum 122 PS starken Hybrid statt zur mittlerweile komplett aus dem Programm geworfenen Einstiegsversion mit normalem Benziner gegriffen hatten, wurde mit der Modellpflege das Hybridangebot um eine stärkere Variante erweitert: Die Kombination aus 2,0-Liter-Vierzylinder und 80 kW starkem Elektromotor kommt auf eine Systemleistung von 184 PS. 

Das klingt nicht nur kräftig für einen kompakten SUV von 4,39 Metern Länge, es fühlt sich auch so an: Anders als frühere Hybridmodelle, die eher durch lautes Aufheulen denn durch überschäumendes Temperament aufgefallen sind, hat dieser Antrieb eine deutlich sportlichere Ausprägung. Gasbefehle werden ohne Zeitversatz angenommen und direkt in Vortrieb umgesetzt – den typischen Gummibandeffekt bei Toyota-Hybridmodellen wie dem Prius etwa hat der neue Antrieb weitgehend abgelegt.

Ohne Umschweife treibt er den C-HR in 8,2 Sekunden auf Tempo 100 (Spitze 180 km/h) und sorgt für genau die Portion Fahrspaß, die dem kleineren 1,8-Liter-Hybrid abgeht. Dieser nimmt sich für den Sprint 11,0 Sekunden Zeit. Besonders laut wird der Antrieb dabei nicht – man merkt, dass Toyota an der Geräuschdämmung gefeilt hat.

Testverbrauch: Genügsame 5,4 Liter/100 km

Das zerklüftete Design des C-HR muss man mögen © Toyota

Die Hybridversionen werden nach dem Standardverfahren WLTP mit rund fünf Litern Verbrauch angegeben. Das ist absolut nicht unrealistisch, vorausgesetzt, man hetzt nicht von Termin zu Termin auf der Autobahn und hat stattdessen ein Fahrprofil, das einem Hybriden entgegenkommt. Beim ADAC Ecotest kam der 2.0 Hybrid im Schnitt auf gute 5,4 Liter Super. Nicht schlecht. In der Stadt spart der C-HR durch seinen Hybridantrieb am meisten: Weil hier der Elektromotor gut unterstützen kann, gab er sich im Ecotest mit 3,9 Litern zufrieden. Auf der Autobahn fällt der Spareffekt mit einem Verbrauch von gemessenen 7,8 Litern auf 100 Kilometer dagegen eher gering aus.

Ford Puma: Konkurrenz für den Toyota C-HR

Der Ford Puma findet als Kleinwagen-SUV auf Fiesta-Basis viel Anklang. Auch dem Toyota C-HR kann er Konkurrenz machen: Den Puma gibt es als Mild-Hybrid.

Der Ford Puma im ADAC Test

Zwar kann der C-HR als Vollhybrid im Gegensatz zu Plug-in-Hybriden nicht lange ohne Zutun des Verbrenners elektrisch fahren, doch weil er jede Situation nutzt, wo dies möglich ist – beim Tempohalten mit 50 oder 80 km/h etwa oder beim sanften Anfahren – hat der Benziner erstaunlich oft Pause. Möglich macht es die im Vergleich zum schwächeren Hybrid größere Hybridbatterie unter dem Kofferraumboden. Auch die Rekuperation (Energierückgewinnung) hat Toyota verbessert und so insgesamt ein effizienteres Antriebssystem geschaffen.

Nachteil: Das Gepäckraumvolumen schrumpft beim 2.0 Hybrid um 30 Liter. Nach ADAC Messung kommt er daher bis zur Laderaumabdeckung auf lediglich 236 Liter Volumen. Für die Fahrzeuggröße ist das nicht viel. Umgeklappt schluckt der Japaner zumindest bis zu 976 Liter.

Stolzer Preis: Der 184-PS-Hybrid kostet 34.190 Euro

Der C-HR verfügt über ein konventionelles Fahrwerk, verstellbare oder adaptive Dämpfer sind nicht erhältlich. Zur Modellpflege hat Toyota die Stoßdämpfer überarbeitet, und immer noch bietet das Fahrwerk einen vernünftigen Komfort. Beim ADAC Ausweichtest schlägt sich der Toyota ebenfalls gut, zieht fahrsicher und gut kontrollierbar seine Bahn. Gut: 33,4 Meter Bremsweg von 100 km/h bis zum Stillstand.

Das kaum verkaufte Basismodell mit Magerausstattung hat Toyota aus der Preisliste genommen, was dazu führt, dass der Einstiegspreis nun bei 31.990 Euro für den kleinen Hybridmotor in der schon ordentlich bestückten Version Flow liegt. Die stärkere Variante gibt es als Business Edition ausschließlich für Geschäftskunden ab 34.990 Euro. Für die Team Deutschland-Version müssen Privatkäufer schon 37.190 Euro ausgeben.

Die Karosserie des C-HR ist unübersichtlich

Die prinzipiellen Unzulänglichkeiten des C-HR hat auch das Facelift nicht gelöst: Die Karosserie ist unübersichtlich und der Blick nach schräg hinten durch eine massive C-Säule so zugebaut, dass Radfahrer beim Rechtsabbiegen leicht übersehen werden können. Der Türgriff im Fond ist und bleibt unpraktisch.

Und wer in Reihe zwei sitzt, muss nicht nur mit eingeschränkten Platzverhältnissen leben, er fühlt sich auch ziemlich eingemauert: Die Fenster fallen sehr klein aus und die blecherne Gürtellinie zieht sich praktisch hoch bis zum Kinn. Das muss man mögen.

Typen mit Ecken und Kanten sind eben selten perfekt. Aber wie im richtigen Leben kommt es auf den Charakter an – den hat der Toyota C-HR unbestritten. Ob den auch sein Nachfolger haben wird, dürfte sich 2023 zeigen, wenn das neue Modell zu den Händlern kommt.

Hier können Sie den ausführlichen Test zum Toyota C-HR 2.0 als PDF herunterladen
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Toyota C-HR: Technische Daten, Preis

Technische Daten (Herstellerangaben)

Toyota C-HR 2.0 Hybrid Team Deutschland (ab 12/19)

Motorart

Voll-Hybrid

Hubraum (Verbrennungsmotor)

1.987 ccm

Leistung maximal in kW (Systemleistung)

135

Leistung maximal in PS (Systemleistung)

184

Drehmoment (Systemleistung)

n.b.

Leistung maximal bei U/min. (Verbrennungsmotor)

6.000 U/min

Antriebsart

Vorderrad

Beschleunigung 0-100km/h

8,2 s

Höchstgeschwindigkeit

180 km/h

CO2-Wert kombiniert (WLTP)

118 g/km

Verbrauch kombiniert (WLTP)

5,2 l/100 km

Verbrauch Gesamt (NEFZ)

4,0 l/100 km

Batteriekapazität (Brutto) in kWh

1,3

Kofferraumvolumen normal

358 l

Kofferraumvolumen dachhoch mit umgeklappter Rücksitzbank

1.141 l

Leergewicht (EU)

1.485 kg

Zuladung

445 kg

Anhängelast ungebremst

725 kg

Anhängelast gebremst 12%

725 kg

Garantie (Fahrzeug)

3 Jahre oder 100.000 km

Länge x Breite x Höhe

4.395 mm x 1.795 mm x 1.555 mm

Grundpreis

38.240 Euro

ADAC Messwerte

ADAC Messwerte (Auszug)

Toyota C-HR 2.0 Hybrid Team Deutschland

Überholvorgang 60-100 km/h

5,2 s

Bremsweg aus 100 km/h

33,4 m

Wendekreis

11,2 m

Verbrauch / CO₂-Ausstoß ADAC Ecotest

5,4 l Super/100 km, 146 g CO₂/km (well-to-wheel)

Bewertung ADAC Ecotest (max. 5 Sterne)

****

Reichweite

795 km

Innengeräusch bei 130 km/h

69,1 dB(A)

Leergewicht / Zuladung

1522 / 408 kg

Kofferraumvolumen normal / geklappt / dachhoch

240 / 650 / 980 l

ADAC Testergebnis

ADAC Testergebnis

Toyota C-HR 2.0 Hybrid Team Deutschland (ab 12/19)

Karosserie/Kofferraum

3,1

Innenraum

2,8

Komfort

2,9

Motor/Antrieb

1,9

Fahreigenschaften

2,3

Sicherheit

1,8

Umwelt/EcoTest

2,5

Gesamtnote

2,4
Sicherheit und Umwelt werden doppelt gewertet

sehr gut

0,6 - 1,5

gut

1,6 - 2,5

befriedigend

2,6 - 3,5

ausreichend

3,6 - 4,5

mangelhaft

4,6 - 5,5

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