Rund ums Fahrzeug
Verkehr
Reise & Freizeit
Produkte
Mitgliedschaft
Der ADAC

Toyota C-HR im Test: So fährt der SUV mit neuem Hybrid-Motor

der Hybrid SUV Toyota C-HR bei einer Fahrt
Toyota C-HR mit leicht geänderter Front ∙ © Toyota

Der Toyota C-HR wurde leicht überarbeitet. Größte Neuerung: Ein zusätzlich angebotener Power-Hybrid mit 184 PS. Der Crossover im ADAC Test mit Daten und Preisen.

  • Zwei Hybridmotoren mit 122 und 184 PS und ein Turbobenziner mit 116 PS

  • Die Hybridversionen verbrauchen zwischen 4,8 und 5,3 Liter/100 km

  • Die Preise steigen, das Basismodell kostet nun 26.290 Euro

Es gibt sie noch, die Typen mit Ecken und Kanten, die aus dem automobilen Einerlei herausragen. Der Toyota C-HR ist so einer, wie auch der neue Nissan Juke, mit dem er unter anderem konkurriert. Die progressive Form des kantigen C-HR kommt offenbar an: Seit 2016 auf dem Markt, hat er sich zu den meistverkauften Toyota-Modellen hochgearbeitet.

Dass man bei einem Auto, das sich gerade wegen seiner extravaganten Form verkauft, nur wenig am Styling ändert, liegt auf der Hand. Nur wer genau hinsieht, erkennt die etwas weicheren Linien an der Front und die leicht veränderte Leuchtengrafik am Heck samt schlankerem Spoiler.

Edler Innenraum, gute Smartphone-Anbindung

Innen kommen hochwertigere und softe Oberflächen zum Einsatz, die sich gut anfühlen und einen Qualitätseindruck hinterlassen, der auch einem VW T-Cross oder T-Roc gut zu Gesicht stehen würde. Erst wer genauer hinsieht, erkennt Nachlässigkeiten bei den Spaltmaßen. Beim grundsätzlichen Cockpitlayout bleibt es und daher bei der weitgehend einfachen Bedienung.

Der C-HR hat nun das modernisierte Toyota-Navi aus dem Corolla bekommen, das mit festen Tasten an den Bildschirmrändern aufwartet, was die Treffsicherheit erhöht, und sich nach nicht allzu langer Eingewöhnungszeit gut bedienen lässt. Toyota hat auch im Gegensatz zu den meisten anderen Herstellern erkannt, dass eine "zu moderne" Bedienung ausschließlich über berührungsempfindliche Flächen zu sehr ablenkt und sich auch wieder für Drehregler für die Lautstärke und das Surfen durch die Menüs entschieden.

Dass jetzt auch Smartphones via Android Auto und Apple CarPlay angebunden werden können, dürfte alle freuen, die sich lieber auf Google Maps als auf das Navi und die statische Karte im Auto verlassen. Allen anderen stellt Toyota für das fest eingebaute Navi in den ersten drei Jahren alle sechs Monate kostenlose Updates zur Verfügung. Danach sind diese kostenpflichtig.

Beliebt: Der sparsame Hybrid-Antrieb

Die größte Neuerung befindet sich aber unter der Haube. Weil gut 85 Prozent der Kunden bisher schon zum 122 PS starken Hybrid statt zur Einstiegsversion mit normalem Benziner gegriffen haben, wurde das Hybridangebot um eine stärkere Variante erweitert: Die Kombination aus 2,0-Liter-Vierzylinder und einem 80 kW starken Elektromotor kommt auf eine Systemleistung von 184 PS. 

Das klingt nicht nur kräftig für einen kompakten SUV von 4,39 Metern Länge, es fühlt sich auch so an: Anders als frühere Hybridmodelle, die eher durch lautes Aufheulen denn durch überschäumendes Temperament aufgefallen sind, hat dieser Antrieb eine deutlich sportlichere Ausprägung. Gasbefehle werden ohne Zeitversatz angenommen und direkt in Vortrieb umgesetzt – den typischen Gummibandeffekt bei Toyota-Hybridmodellen wie dem Prius etwa hat der neue Antrieb weitgehend abgelegt.

Ohne Umschweife treibt er den C-HR in 8,2 Sekunden auf Tempo 100 (Spitze 180 km/h) und sorgt für genau die Portion Fahrspaß, die dem kleineren 1,8-Liter abgeht. Dieser nimmt sich für den Sprint 11,0 Sekunden Zeit. Besonders laut wird der Antrieb dabei nicht – man merkt, dass Toyota an der Geräuschdämmung gefeilt hat.

Wozu noch den Einstiegsbenziner?

Weil der 2,0-Liter mit verhältnismäßig moderaten 2000 Euro Aufpreis zum 1,8-Liter eingepreist ist, könnte sich Toyotas Einschätzung erfüllen, dass der neue Motor künftig genauso gut ankommt wie der 122-PS-Hybrid (jeweils rund 45 Prozent Anteil). Für den Einstiegsbenziner werden sich dann nur noch rund 10 Prozent der Kunden entscheiden – dass der Antrieb noch in der Preisliste steht, macht eigentlich keinen Sinn mehr.

Ford Puma: Konkurrenz für den Toyota C-HR

Der neue Ford Puma dürfte als Kleinwagen-SUV auf Fiesta-Basis viel Anklang finden. Auch dem Toyota C-HR könnte er Konkurrenz machen: Den Puma gibt es als Mild-Hybrid.

Im Ford Puma auf Testfahrt

Testverbrauch: Genügsame 5,4 Liter/100 km

Beim Verbrauch kann der ohnehin nicht mithalten: Er steht mit knapp sieben Litern im Prospekt, während die Hybridversionen nach WLTP mit rund fünf Litern Verbrauch angegeben werden. Das ist absolut nicht unrealistisch, vorausgesetzt, man hetzt nicht von Termin zu Termin auf der Autobahn, und hat stattdessen ein Fahrprofil, das einem Hybriden entgegenkommt. Beim ADAC Ecotest kam der 2.0 Hybrid auf gute 5,4 Liter Super im Schnitt. In der Stadt spart der C-HR durch seinen Hybridantrieb am meisten: Weil hier der Elektromotor gut unterstützen kann, gab er sich im Ecotest mit 3,9 Litern zufrieden. Auf der Autobahn fällt der Spareffekt mit einem Verbrauch von gemessenen 7,8 Litern auf 100 Kilometer eher gering aus.

Zwar kann der C-HR als Vollhybrid im Gegensatz zu Plug-in-Hybriden nicht lange ohne Zutun des Verbrenners elektrisch fahren, doch weil er jede Situation nutzt, wo dies möglich ist – beim Tempohalten mit 50 oder 80 km/h etwa oder beim sanften Anfahren – hat der Benziner erstaunlich oft Pause. Möglich macht es die im Vergleich zum schwächeren Hybrid größere Hybridbatterie unter dem Kofferraumboden. Auch die Rekuperation (Energierückgewinnung) hat Toyota verbessert und so insgesamt ein effizienteres Antriebssystem geschaffen.

Nachteil: Das Gepäckraumvolumen schrumpft beim 2.0 Hybrid um 30 Liter. Nach ADAC Messung kommt er daher bis zur Laderaumabdeckung auf lediglich 236 Liter Fassungsvermögen. Für die Fahrzeuggröße ist das nicht viel. Umgeklappt schluckt der Japaner zumindest bis zu 976 Liter.

Preis: Der 184-PS-Hybrid kostet 33.690 Euro

Der C-HR verfügt über ein konventionelles Fahrwerk, verstellbare oder adaptive Dämpfer sind nicht erhältlich. Zur Modellpflege hat Toyota die Stoßdämpfer überarbeitet, und immer noch bietet das Fahrwerk einen vernünftigen Komfort. Beim ADAC Ausweichtest schlägt sich der Toyota ebenfalls gut, zieht fahrsicher und gut kontrollierbar seine Bahn. Gut: 33,4 Meter Bremsweg von 100 km/h bis zum Stillstand.

Das kaum verkaufte Basismodell mit Magerausstattung hat Toyota aus der Preisliste genommen, was dazu führt, dass der Einstiegspreis nun bei 26.290 Euro statt bisher 21.990 Euro liegt. Bei vergleichbarer Ausstattungsstufe sind die Preise um 700 Euro gestiegen – der C-HR "Flow" mit konventionellem Benziner kostet nun 26.290 Euro statt 25.590 Euro. Den kleinen Hybridmotor gibt es ab 29.140 Euro, den großen ab 33.690 Euro.

Die Karosserie ist unübersichtlich

Die prinzipiellen Unzulänglichkeiten des C-HR löst das Facelift nicht: Die Karosserie ist unübersichtlich und der Blick nach schräg hinten durch eine massive C-Säule so zugebaut, dass Radfahrer beim Rechtsabbiegen leicht übersehen werden können. Der Türgriff im Fond ist und bleibt unpraktisch.

Und wer in Reihe zwei sitzt, muss nicht nur mit eingeschränkten Platzverhältnissen leben, er fühlt sich auch ziemlich eingemauert: Die Fenster fallen sehr klein aus und die blecherne Gürtellinie zieht sich praktisch hoch bis zum Kinn. Das muss man mögen.

Typen mit Ecken und Kanten sind eben selten perfekt. Aber wie im richtigen Leben kommt es auf den Charakter an – den hat der Toyota C-HR unbestritten.

Hier können Sie den ausführlichen Test zum Toyota C-HR 2.0 als PDF herunterladen
PDF, 856 KB
PDF ansehen
Technische Daten (Herstellerangaben)Toyota C-HR 1.2 TToyota C-HR 1.8 HybridToyota C-HR 2.0 Hybrid (getestete Version)

Motor/Antrieb

Vierzylinder-Turbobenziner, 1197 cm³, 85 kW/116 PS, 185 Nm bei 1500 U/min, 6-Gang-Handschaltgetriebe

Vierzylinder-Benzin-Hybrid, 1798 cm³, 90 kW/122 PS Systemleistung, Planetengetriebe (Automatik)

Vierzylinder-Benzin-Hybrid, 1987 cm³, 135 kW/184 PS Systemleistung, Planetengetriebe (Automatik)

Fahrleistungen

10,9 s auf 100 km/h, 190 km/h Spitze

11,0 s auf 100 km/h, 170 km/h Spitze

8,2 s auf 100 km/h, 180 km/h Spitze

Verbrauch (nach WLTP)

6,8 – 6,9 l Super/100 km, 154 – 155 g CO₂/km

4,8 – 4,9 l Super/100 km, 109 – 111 g CO₂/km

5,2 – 5,3 l Super/100 km, 118 – 120 g CO₂/km

Maße

L 4,39 / B 1,80 / H 1,57 m

L 4,39 / B 1,80 / H 1,57 m

L 4,39 / B 1,80 / H 1,57 m

Kofferraum

377 – 1160 l

377 – 1160 l

358 – 1130 l

Leergewicht

1375 kg

1420 kg

1485 kg

Preis

ab 26.290 €

ab 29.140 €

33.690 €

ADAC Messwerte (Auszug)Toyota C-HR 2.0 Hybrid

Überholvorgang 60-100 km/h

5,2 s

Bremsweg aus 100 km/h

33,4 m

Wendekreis

11,2 m

Verbrauch / CO₂-Ausstoß ADAC Ecotest

5,4 l Super/100 km , 146 g CO₂/km (well-to-wheel)

Bewertung ADAC Ecotest (max. 5 Sterne)

****

Reichweite

795 km

Innengeräusch bei 130 km/h

69,1 dB (A)

Leergewicht / Zuladung

1522 / 408 kg

Kofferraumvolumen normal / geklappt / dachhoch

240 / 650 / 980 l

ADAC TestergebnisToyota C-HR 2.0 Hybrid

Karosserie/Kofferraum

3,1

Innenraum

2,8

Komfort

2,9

Motor/Antrieb

1,9

Fahreigenschaften

2,3

Sicherheit

1,8

Umwelt/Ecotest

2,5

Gesamtnote

2,4

Die Kapitel Sicherheit und Umwelt werden doppel gewertet