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Der ADAC

Kia Stonic: Mini-SUV im ADAC Test

Gelber Kia Stonic faehrt auf einer Strasse
Klein, flott, stylisch: Mini-SUV Kia Stonic ∙ © Kia

Der Kia Stonic soll mit schicken Farben und flottem Design all jene überzeugen, die eine Alternative zum Kleinwagen suchen. Der Mini-SUV ist zu Preisen ab 15.586,89 Euro zu haben. ADAC Test, Daten, Verbrauch, Euro NCAP-Crashtest

  • Der Mini-SUV Kia Stonic basiert auf dem Kia Rio

  • Konkurrenten sind Renault Captur, Peugeot 2008 und Opel Crossland X

  • Note 2,8 im ADAC Test, nur drei Sterne im Crashtest

"B-SUV-Segment" – so nennen die Autobauer die Kategorie, in die der Stonic einsortiert wird. Wer mit der sperrigen Bezeichnung nichts anfangen kann: Gemeint ist nichts anderes als ein Kleinwagen mit einem Hauch von Offroad-Flair. Die Betonung liegt beim Stonic aber eher auf Kleinwagen. Er basiert auf dem Kia Rio und bietet daher trotz der etwas üppigeren Karosserie kaum mehr Platz. Pluspunkte sammelt der Koreaner bei seiner guten Serienausstattung und den optischen Individualisierungs-Möglichkeiten.

Im Herbst 2020 spendiert Kia seinem Crossover eine technische (z. B. 120-PS-Benziner dann als Mildhybrid) und optische Auffrischung.

Gefälliges Design, viele Farben

Kein Wunder, dass Mini-SUVs aller Marken den Markt überschwemmen: Diese Fahrzeugklasse verspricht momentan die größten Zuwachsraten. Los ging es 2013 bei Renault mit dem Captur. Darauf folgten unter anderem der Peugeot 2008, der Mazda CX-3 oder der Opel Crossland X. Und Kia möchte natürlich möglichst viele Kunden von anderen Herstellern abziehen. "In diesem Segment gibt es keine Markenloyalität", sagt Produktmanager Ivan Batard. Die Käufer würden zu 21 Prozent vom Kleinwagen kommen und hauptsächlich nach Optik kaufen.

Die fällt durchaus ansehnlich aus. Der Stonic ist deutlich gefälliger und weniger extrovertiert gestaltet als sein kastiges Schwestermodell Soul, der nach wie vor angeboten wird. Wem das Design zu zurückhaltend ist, der kann teils starke Farben wie ein strahlendes Gelb oder ein kräftiges Rot wählen. Ganz neu im Angebot: Perennialgrau und Bathysblau.

Die verschiedenen Außenvarianten lassen sich zudem mit fünf Dachfarben kombinieren. "Die Kunden legen heute viel Wert auf Individualisierung“, sagt Ivan Batard. Gut: Die Kontrastlackierung am Dach, neuerdings auch in Floridagelb Metallic, ist je nach Art und Ausstattungsvariante zwischen 292,44 und 828,57 Euro zu haben und damit nicht unerschwinglich.

Auch das eher schlichte Interieur kann etwas Farbe gut vertragen: Vier verschiedene Töne stehen zur Wahl und die Sitzbezüge können jetzt in der Version Spirit mit grauen, blauen oder gelben Farbakzenten geordert werden. Nicht ganz übertünchen lässt sich dadurch aber, dass ausschließlich hartes und kratzempfindliches Plastik verwendet wurde, das keinen sonderlich hochwertigen Eindruck macht. Aber das wäre in der Preisklasse unter 16.000 Euro vielleicht auch etwas viel verlangt. Toll: Ein gut bedienbarer Touchscreen im 8-Zoll-Format ist immer an Bord und die zeitgemäße Smartphone-Integration mit Android Auto und Apple CarPlay ebenfalls.

Navigieren läuft so zum Beispiel via Smartphone problemlos über den bordeigenen Bildschirm, so dass es im Grunde die teureren Ausstattungsvarianten, für die es ein fest eingebautes Navi gibt, gar nicht braucht. Die Basisversion Edition 7 bringt sogar schon Alufelgen, Bluetooth-Freisprecheinrichtung und Klimaanlage mit, vier Türen sind ohnehin Standard. Assistenzsysteme wie eine Müdigkeitserkennung oder eine Spurverlassenswarnung kosten aber extra.

Neu im Modelljahr 2021 sind diverse Assistenten und in den Versionen mit Navi die Online-Dienste UVO Connect, mit denen sich etwa Verkehrsinformationen in Echtzeit und Wettervorhersagen ins Auto holen lassen oder der Standort des Fahrzeugs ermitteln lässt.

Bietet der Stonic beim Komfort mit seiner etwas steifbeinigen Federung und dem relativ hohen Geräuschniveau nicht mehr als Durchschnitt, glänzt er dafür bei der zielgenauen Lenkung, die spontan anspricht und eine gute Rückmeldung gibt. Und beim ADAC Ausweichtest fährt der Stonic ebenfalls ein recht gutes Resultat ein. Das ESP regelt sicher und zuverlässig, beim simulierten Ausweichmanöver gibt es keine Probleme. Gemessene 37,6 Meter Bremsweg aus 100 km/h sind heute aber nicht mehr das Maß aller Dinge.

Topmotor jetzt mit Mildhybrid

Bei den Motoren bietet Kia solide Hausmannskost in Form eines 1,2-Liter-Saugbenziners mit 62 kW/84 PS (ab 15.586,89 €), der von hohen Drehzahlen lebt, sowie des wesentlich quirligeren, wenn auch nicht vibrationsfrei arbeitenden Dreizylinders mit 1,0 Liter Hubraum und 74 kW/100 PS (17.731,43 €) beziehungsweise 88 kW/120 PS (ab 18.374,79 €).

Im ADAC Test von 2017 musste sich der 120-PS-Benziner (noch nicht als Mildhybrid) beweisen. Weil dessen maximales Drehmoment von 172 Newtonmetern bereits bei 1500 Umdrehungen anliegt, lässt sich der Stonic schaltfaul bewegen, die Fahrleistungen sind flott. Trotz des kleinen Hubraums ist der Mini-SUV aber nicht besonders sparsam: Der realitätsnahe ADAC Ecotest weist einen Durchschnittsverbrauch von 6,2 Litern, auf der Autobahn von 7,4 Litern Super aus.

Für die 2021er-Version mit 48-Volt-Mildhybridsystem und "intelligentem Schaltgetriebe" – die Kupplung arbeitet elektrisch, wodurch sich das Getriebe gänzlich zum "Segeln" vom Motor abkoppeln lässt – , das Ende des dritten Quartals 2020 eingeführt wird, verspricht Kia einen rund zehn Prozent niedrigeren Verbrauch und damit entsprechend geringere CO₂-Emissionen.

Als Dieseltriebwerk bietet Kia den 1.6 CRDi mit 85 kW/115 PS (22.117,98 €) oder 100 kW/136 PS (24.165,04 €). Ob es das Selbstzünder-Angebot allerdings noch lange geben wird, lässt der deutsche Importeur offen. "Lässt die Nachfrage nach Dieselmotoren weiter nach, würden wir den Diesel über kurz oder lang aus dem Programm nehmen", sagt Produktmanager Batard. Reine Elektro- oder Plug-in-Hybrid-Versionen sind für den Stonic nicht vorgesehen, genauso wenig ein Allradantrieb.

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Es gibt noch mehr kleine SUV, die dem Kia Stonic Konkurrenz machen. Der ADAC hat sie getestet.

Wenig Vorteile gegenüber dem Kia Rio

Nach dem Sportage und dem Kia Ceed soll der Stonic die Nummer drei bei den Verkaufszahlen werden – noch vor dem Kleinwagen Rio. Dabei halten sich die Vorteile des Stonic in engen Grenzen. Weil die Karosserie mit 4,14 Metern nur sieben Zentimeter länger ist als die des Rio, herrschen ähnliche, kleinwagentypische Platzverhältnisse, und auch der Kofferraum fasst nur eine Reisetasche mehr: 352 zu 325 Liter beim Rio sind nicht die Welt.

Zwar ist die Karosserie des Stonic sieben Zentimeter höher, doch daran hat die serienmäßige Dachreling einen gehörigen Anteil. So sitzt man im Stonic nur vier Zentimeter höher als im Rio – beim Fahren registriert man das eigentlich nicht. Das dürfte das einzig wahre Manko am Stonic sein, schließlich ist genau das ein wichtiger, wenn nicht sogar der wichtigste Kaufgrund für Vertreter des "B-SUV-Segments".

Lesen Sie hier den ausführlichen Testbericht zum Kia Stonic 1.0 T-GDI Spirit
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Nur drei Sterne im Euro NCAP-Crashtest

Der Kia Stonic erreicht nur 3 Sterne, unter Einbeziehung des optionalen Advanced Driving Assistance Packs aber 5 Sterne. Der Stonic basiert auf dem Kia Rio und ist mit der gleichen Sicherheitsausstattung versehen. Die Ergebnisse wurden am Rio ermittelt.

Das Fahrzeug ist mit Gurtkraftbegrenzern, Gurtstraffern, optischen und akustischen Gurtwarnern sowie Kopfairbags vorn und hinten ausgestattet. Vorne sind zusätzlich Seitenairbags verbaut. Der Insassenschutz ist gut. Sowohl für die Erwachsenen wie auch für Kinder besteht durchweg nur ein geringes bis sehr geringes Verletzungsrisiko.

Lediglich beim Heckaufprall ist die Belastung auf die Nackenwirbel in der zweiten Sitzreihe mittel. Hinten  sind ISOFIX-Halter montiert. Der Frontairbag auf der Beifahrerseite ist deaktivierbar. Der Stonic ist nur optional im Rahmen des Advanced Driving Assistance Packs mit einem automatischen Notbremsassistenten und einem Spurverlassenswarner ausgestattet. Beim Kauf sollten sie unbedingt auf der Ausstattungsliste stehen.

Hier geht es zu den detaillierten Crashtest-Ergebnissen.

Dieses Video wird über YouTube abgespielt. Es gelten die Datenschutzbestimmungen von Google. Bild: © ADAC

Technische Daten Kia Stonic

Technische Daten (Herstellerangaben)Kia Stonic 1.0 T–GDI Spirit

Motor

1-l-Dreizylinder-Turbobenziner, 88 kW/120 PS, 172 Nm bei 1500 U/min

Fahrleistungen

10,3 s auf 100 km/h, Spitze 184 km/h

Verbrauch

5,5 l Super/100 km, CO₂-Ausstoß: 125 g/km

Maße

L 4,14 / B 1,76 / H 1,51 m

Kofferraumvolumen

352 – 1155 l

Preis

21.786,55 €, Baureihe ab 15.586,89 €

ADAC Messwerte

ADAC Messwerte (Auszug)Kia Stonic 1.0 T–GDI Spirit

Überholvorgang 60-100 km/h

6,3 s

Bremsweg aus 100 km/h

37,6 m

Wendekreis

11,2 m

Verbrauch / CO₂-Ausstoß ADAC Ecotest

6,2 l Super/100 km, 169 g CO₂/km (Well-to-Wheel)

Reichweite

725 km

Innengeräusch bei 130 km/h

69,5 dB (A)

Leergewicht / Zuladung

1180 kg / 460 kg

Kofferraumvolumen normal / geklappt / dachhoch

275 / 610 / 1015 l

ADAC Testergebnis

ADAC TestergebnisKia Stonic 1.0 T–GDI Spirit

Karosserie/Kofferraum

3,2

Innenraum

2,9

Komfort

3,2

Motor/Antrieb

2,6

Fahreigenschaften

2,7

Sicherheit

2,4

Umwelt/EcoTest

2,9

Gesamtnote

2,8

Das hat uns gefallen: Gute Serienausstattung. Notbremssystem Serie. Großes Farbspektrum. Spritziger Motor. Einfache Bedienung. Sieben Jahre Garantie.        

Das hat uns nicht gefallen: Kaum mehr Platz als ein Kleinwagen. Keine alternativen Antriebe zu haben. Mäßiges Halogenlicht. Hohes Geräuschniveau. Ungenügender Fenstereinklemmschutz.

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