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Der ADAC

Škoda Kamiq im Test: Mini-SUV mit Platz und Fahrspaß

Dieses Video wird über YouTube abgespielt. Es gelten die Datenschutzbestimmungen von Google. Bild: © ADAC

Im ADAC Autotest beweist der kleine Škoda Kamiq, dass er ein Großer sein kann. Seine Stärken und Schwächen, technische Besonderheiten und der Crashtest im Film.

  • Der Kamiq ist der dritte und kleinste SUV von Škoda

  • Trotz Kleinwagen-Karosserie bietet er erstaunlich viel Platz

  • Motoren: Drei Benziner, ein Diesel, ein Erdgasmotor

Škoda gibt weiterhin mächtig Gas und hat mit dem Kamiq SUV Nummer drei auf den Markt gebracht. Während das Flaggschiff Kodiaq 4,70 Meter misst und der Karoq 4,38 Meter, begnügt sich der Kamiq (übersetzt: "zweite Haut") mit 4,24 Meter Länge. Die Breite beträgt 1,79 und die Höhe 1,53 Meter. Škoda nutzt für den Kamiq die Kleinwagen-Architektur des VW-Konzerns, auf der auch der Seat Arona und der VW T-Cross gebaut werden. Im ADAC Autotest muss sich der Škoda Kamiq 1.0 TSI mit Dreizylindermotor beweisen.    

Aufgeräumtes Cockpit, einfache Bedienung 

Schon der Einstieg in den Mini-SUV läuft erfreulich ab: Den Fahrersitz zu erklimmen, gelingt aufgrund der höheren Bodenfreiheit mühelos. Das Cockpit wirkt übersichtlich und aufgeräumt. Das serienmäßige acht Zoll große Touchscreen-Display ist weit oben an der Mittelkonsole angebracht und liegt damit gut im Blickfeld des Fahrers.

Das System verfügt zudem über einen Drehregler für die Lautstärke und einen zweiten zum Durchscrollen in den Menüs – ein deutlicher Vorteil gegenüber den Sensorflächen des größeren 9,2-Zoll-Displays (optional), die umständlich angetippt werden wollen. Die Klimaeinheit befindet sich bei beiden Versionen klassisch mit Drehreglern und Tasten intuitiv bedienbar darunter. Das ist vorbildlich gelöst.   

Für ein Fahrzeug der Kleinwagenklasse bietet der Kamiq vorn reichlich Platz, denn selbst knapp zwei Meter große Menschen können sich die Sitze weit genug zurückschieben. Die Kopffreiheit würde sogar für Fahrer bis rund 2,15 Meter Körpergröße reichen. Die Innenbreite ist durchschnittlich, das Raumgefühl aber auch dank des hellen Dachhimmels im Testfahrzeug angenehm.

Vorn wie hinten erstaunlich viel Platz

Während es bei den Konzernbrüdern Seat Arona und VW T-Cross auf der Rückbank etwas eng wird, genießt man auch auf der Rückbank des Kamiq eine üppige Bein- und Kniefreiheit. Sind die Vordersitze auf 1,85 Meter große Personen eingestellt, finden hinten nämlich immer noch Zweimeter-Hünen Platz. Verantwortlich dafür ist der Radstand des Škoda, der in Relation zum Seat Arona sogar 8,5 Zentimeter länger ist.

Auch das Kofferraumvolumen des Kamiq wirkt durchaus größeren Aufgaben gewachsen. Mit variablem Ladeboden in unterer Position beträgt das Volumen bis zur Kofferraumabdeckung 265 Liter. Baut man die Kofferraumabdeckung aus und belädt das Abteil bis zum Dach, passen 390 Liter oder sechs Getränkekisten hinein.

Nach dem Umklappen der Rücksitzlehne stehen bis zur Scheibenunterkante (aus Sicherheitsgründen empfehlenswert) 620 Liter zur Verfügung. Unter Ausnutzung des kompletten Raums hinter den Vordersitzen lassen sich bis zu 1145 Liter verstauen. Nicht schlecht für einen Kleinwagen.

Emsiger Dreizylinder, präzises Schaltgetriebe

Der 1.0 TSI mit 85 kW Leistung (115 PS) und 6-Gang-Handschaltgetriebe legt sich mit leicht knurrendem Unterton vernehmbar ins Zeug, typisch Dreizylinder eben. Seine 200 Newtonmeter Drehmoment reißen keine Bäume aus, reichen zum Mitschwimmen im Verkehr aber aus. Ab rund 2000 Umdrehungen entfaltet der Motor seine Leistung gleichmäßig und wird auch beim Ausdrehen nicht übermäßig laut. Lediglich das Ansprechverhalten aus dem tiefsten Drehzahlkeller lässt ein wenig zu wünschen übrig.

Das Durchschalten der sechs manuellen Gänge fühlt sich etwas knochig an, die Schaltpräzision gefällt aber gut. Der Rückwärtsgang ist gegen versehentliches Einlegen gesichert, aber nicht synchronisiert. Das heißt: Rollt das Fahrzeug beim Einlegen des Rückwärtsgangs noch langsam nach vorn, kracht es im Getriebe. Darauf sollte man also achten.

Testverbrauch: 5,9 Liter Super

Der Kraftstoffverbrauch des 115-PS-Kamiq beträgt durchschnittlich 5,9 Liter Superbenzin auf 100 Kilometer. Innerorts konsumiert der Testwagen 5,5, außerorts 5,2 und auf der Autobahn vergleichsweise hohe 7,2 l Super pro 100 Kilometer. Das ist alles in allem okay.

Besonders gut schneidet der Kamiq 1.0 TSI bei der Schadstoffbewertung ab: Mit dem serienmäßigen Partikelfilter reduzieren sich die Partikelemissionen deutlich. Auch die CO-Emissionen bei hoher Last fallen niedrig aus. In den Straßenmessungen mittels PEMS-Anlage bestätigt der Škoda die guten Werte. So bekommt der Motor die vollen 50 Punkte in diesem Kapitel.

Tolles Fahrwerk, indiskutable Reifen

Der Kamiq bietet ein sehr ausgewogen abgestimmtes Fahrwerk. Der Wagen rollt prima ab, federt sehr manierlich und lässt sich durch Straßenunebenheiten nicht aus der Ruhe bringen. Die Lenkung ist leichtgängig genug, ohne es an Präzision vermissen zu lassen. Die Bremse lässt sich feinfühlig dosieren.

Völlig indiskutabel zeigten sich die Bremsleistung sowie das Fahrverhalten beim Ausweichtest. Notgebremst aus Tempo 100 kam der Testwagen erst nach 38,9 Metern zum Stehen. Und bei den gefahrenen Ausweichmanövern geriet der Tscheche wahlweise heftig ins Untersteuern oder das Heck musste vom ESP eingefangen werden. Grund waren die beim Testwagen aufgezogenen Ganzjahresreifen (Hankook Kinergy 4S2). Hier zeigt sich sehr deutlich, dass Ganzjahresreifen gravierende Nachteile gegenüber Sommerreifen haben.

Hier das ausführliche Testprotokoll zum Download
PDF, 880 KB
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Technische Daten Škoda Kamiq 1.0 TSI (85 kW)

Technische Daten (Herstellerangaben)Škoda Kamiq 1.0 TSI (85 kW) Ambition

Motor

Dreizylinder-Turbobenziner, 999 cm³, 85 kW/115 PS, 200 Nm bei 2000 U/min

Fahrleistungen

9,9 s auf 100 km/h, 194 km/h Spitze

Verbrauch

5,9 l Super/100 km, 116 g CO₂/km

Maße

L 4,24 / B 1,79 / H 1,53 m

Kofferraum

400 – 1506 l

Leergewicht

1231 kg

Preis

ab 22.323 €

ADAC Messwerte

ADAC Messwerte (Auszug)Škoda Kamiq 1.0 TSI Ambition

Überholvorgang 60-100 km/h

6,0 s

Bremsweg aus 100 km/h

38,9 m

Wendekreis

11,1 m

Verbrauch / CO₂-Ausstoß ADAC Ecotest

5,9 l Super/100 km, 164 g CO₂/km (well-to-wheel)

Bewertung ADAC Ecotest (max. 5 Sterne)

****

Reichweite

845 km

Innengeräusch bei 130 km/h

67,9 dB (A)

Leergewicht / Zuladung

1205 / 509 kg

Kofferraumvolumen normal / geklappt / dachhoch

265 / 620 / 1145 l

ADAC Testergebnis

ADAC TestergebnisŠkoda Kamiq 1.0 TSI (85 kW)

Karosserie/Kofferraum

2,8

Innenraum

2,1

Komfort

2,9

Motor/Antrieb

2,5

Fahreigenschaften

2,9

Sicherheit

1,6

Umwelt/Ecotest

2,1

Gesamtnote

2,3

Die Kapitel Sicherheit und Umwelt werden doppel gewertet

Motoren bis 150 PS und eine Erdgas-Alternative 

Zur Auswahl bei der Motorisierung stehen insgesamt zwei Dreizylinder (1.0 TSI) und ein Vierzylinder-Benziner (1.5 TSI) mit 110 kW/150 PS und Zylinderabschaltung zur Wahl. Der angebotene Diesel (1.6 TDI) leistet 85 kW/115 PS. Als Alternative gibt es noch eine Version mit Erdgas-Antrieb (CNG).

Alle Motoren im Überblick 

MotorLeistungPreis

1.0 TSI

70 kW/95 PS

ab 18.463 €

1.0 TSI

85 kW/115 PS

ab 19.584 €

1.5 TSI ACT

110 kW/150 PS

ab 24.321 €

1.6 TDI

85 kW/115 PS

ab 22.615 €

1.0 TGI (Erdgas, CNG)

66 kW/90 PS

ab 22.420 €

Crashtest: 5 Sterne für den Škoda Kamiq

Dieses Video wird über YouTube abgespielt. Es gelten die Datenschutzbestimmungen von Google. Bild: © ADAC

Der Škoda Kamiq erreicht volle 5 Sterne und übertrifft die dafür erforderlichen Punktwerte deutlich. Das Fahrzeug ist mit Gurtkraftbegrenzern, Gurtstraffern, Kopfairbags sowie optischen und akustischen Gurtwarnern in der ersten und zweiten Sitzreihe ausgestattet. Für die vorderen Plätze sind zusätzlich Seitenairbags verbaut (für die zweite Sitzreihe optional), der Fahrer wird optional zusätzlich mit einem Knieairbag geschützt.

Der Insassenschutz ist sehr gut, das Verletzungsrisiko ist für Erwachsene und Kinder gering bis sehr gering. Es sind ISOFIX-Halter an den äußeren hinteren Sitzplätzen montiert mit i-Size-Kennzeichnung (für den Beifahrersitz optional erhältlich). Der mittlere Sitz hinten ist für gegurtete Kindersitze geeignet, die gegurtete Montage auf dem Beifahrersitz ist unkritisch. Der Frontairbag auf der Beifahrerseite ist deaktivierbar.

Der Kamiq ist mit einem umfassenden und guten Assistenzpaket mit automatischem Notbremsassistenten und aktivem Spurhaltesystem serienmäßig ausgestattet.

Hier finden Sie weitere Fahrberichte und Autotests.