Škoda Kamiq im Test: Mini-SUV mit Platz und Fahrspaß

Front und Seitenansicht eines fahrenden Skoda Kamiq
Der Kamiq passt auch als Scoutline optisch perfekt in die SUV-Palette von Škoda© Skoda

Im ADAC Autotest beweist der kleine Škoda Kamiq, dass er ein Großer sein kann. Seine Stärken und Schwächen, technische Besonderheiten und der Crashtest im Film

  • Der Kamiq ist der kleinste SUV von Škoda

  • Trotz Kleinwagen-Karosserie bietet er erstaunlich viel Platz

  • Motoren: Drei Benziner, ein Erdgasmotor

Škoda hat mit dem Kamiq SUV Nummer drei in seiner Produkt-Palette. Während das Flaggschiff Kodiaq 4,70 Meter misst und der Karoq 4,38 Meter, begnügt sich der Kamiq (übersetzt: "zweite Haut") mit 4,24 Meter Länge. Die Breite beträgt 1,79 und die Höhe 1,53 Meter – damit gehört der Kamiq in die Riege der Mini-SUV, in der sich auch Seat Arona, Ford Puma, VW T-Cross und Renault Captur tummeln. Im ADAC Autotest musste sich der Škoda Kamiq 1.5 TSI mit 150 PS starkem Vierzylindermotor in der leicht rustikalen Version Scoutline beweisen.    

360-Grad-Blick: So sieht der Kamiq innen aus  

Schon der Einstieg in den Mini-SUV läuft erfreulich ab: Den Fahrersitz zu erklimmen, gelingt aufgrund der höheren Bodenfreiheit mühelos. Das Cockpit wirkt übersichtlich und aufgeräumt. Das serienmäßige acht Zoll große Touchscreen-Display ist weit oben an der Mittelkonsole angebracht und liegt damit gut im Blickfeld des Fahrers. Das System verfügt zudem über einen Drehregler für die Lautstärke und einen zweiten zum Durchscrollen in den Menüs – ein deutlicher Vorteil gegenüber den Sensorflächen des größeren 9,2-Zoll-Displays (optional), die umständlich angetippt werden wollen. Die Klimaeinheit befindet sich bei beiden Versionen darunter und ist intuitiv mit klassischen Drehreglern und Tasten bedienbar. Das ist vorbildlich gelöst.   

Für ein Fahrzeug der Kleinwagenklasse bietet der Kamiq vorn reichlich Platz, denn selbst knapp zwei Meter große Menschen können sich die Sitze weit genug zurückschieben. Die Kopffreiheit würde sogar für Fahrer bis rund 2,15 Meter Körpergröße reichen. Die Innenbreite ist durchschnittlich, das Raumgefühl aber auch dank des hellen Dachhimmels im Testfahrzeug angenehm.

Vorn wie hinten erstaunlich viel Platz

Während es bei den Konzernbrüdern Seat Arona und VW T-Cross in der zweiten Reihe etwas eng wird, genießt man auch auf der Rückbank des Kamiq eine üppige Bein- und Kniefreiheit. Sind die Vordersitze auf 1,85 Meter große Personen eingestellt, finden hinten nämlich immer noch Zweimeter-Hünen Platz. Verantwortlich dafür ist der Radstand des Škoda, der in Relation zum Arona um 8,5 Zentimeter länger ausfällt.

Auch das Kofferraumvolumen des Kamiq wirkt durchaus größeren Aufgaben gewachsen. Mit variablem Ladeboden in unterer Position beträgt das Volumen bis zur Kofferraumabdeckung 265 Liter. Baut man die Kofferraumabdeckung aus und belädt das Abteil bis zum Dach, passen 390 Liter oder sechs Getränkekisten hinein.

Nach dem Umklappen der Rücksitzlehne stehen bis zur Scheibenunterkante (aus Sicherheitsgründen empfehlenswert) 620 Liter zur Verfügung. Unter Ausnutzung des kompletten Raums hinter den Vordersitzen lassen sich bis zu 1145 Liter verstauen. Nicht schlecht für einen Kleinwagen.

Munterer Vierzylinder, komfortable Automatik

Seitenansicht eines stehenden Skoda Kamiq
Mit 150 PS recht flott unterwegs: Spitze 215 km/h © Skoda

Getestet wurde der 1.5 TSI mit 110 kW/150 PS, der Spitzenmotor in der Kamiq-Familie. Der Turbobenziner entfaltet seine Leistung gleichmäßig und über einen weiten Drehzahlbereich nachdrücklich. Er spricht zwar bei niedrigen Drehzahlen etwas zögerlich auf Gasbefehle an, beschleunigt aber ab etwa 1500 Touren druckvoll und lässt auch bei hohen Drehzahlen nicht nach. Im Teillastbetrieb läuft der Motor dank Zylinderabschaltung nur auf zwei Zylindern – und das bei gleichmäßiger, aber nicht schleichender Gangart überraschend oft. Akustisch bleibt der Innenraum selbst beim Ausdrehen des Benziners von störendem Dröhnen weitgehend verschont.

Die Fahrleistungen fallen entsprechend der Leistung und der knapp über 1,3 Tonnen Leergewicht gut aus. Den simulierten Überholvorgang und damit den Spurt von 60 auf 100 km/h absolviert der Kamiq 1.5 TSI in 4,8 Sekunden. Von 80 auf 120 km/h geht es bei Bedarf in 5,8 Sekunden. Gut schneidet der Testwagen auch beim Anfahrverhalten ab: Um von 15 auf 30 km/h zu beschleunigen, benötigt er nur etwas über eine Sekunde. Aus dem Stand spurtet er laut Hersteller in 8,3 Sekunden auf 100 km/h, die Beschleunigung endet bei 215 km/h.

Testverbrauch: 6,4 Liter Super

Der Kraftstoffverbrauch des getesteten 150-PS-Kamiq beträgt durchschnittlich 6,4 Liter Superbenzin auf 100 Kilometer, das ist nicht gerade wenig. Innerorts konsumierte der Testwagen 6,5, außerorts 5,5 und auf der Autobahn vergleichsweise hohe 7,7 Liter Super pro 100 Kilometer.

Gut schneidet der Kamiq 1.5 TSI bei der Schadstoffbewertung ab: Mit dem serienmäßigen Partikelfilter reduzieren sich die Partikelemissionen deutlich. Allerdings steigen die CO-Emissionen bei hoher Last im ADAC Autobahnzyklus etwas an. In den Straßenmessungen mittels PEMS-Anlage bestätigt der Škoda die guten Werte. So bekommt der Motor immerhin 48 von 50 möglichen Punkten in diesem Kapitel. Und unterm Strich vier von fünf möglichen Sternen im Ecotest.

Škoda Kamiq mit angenehmem Fahrwerk

Frontansicht eines fahrenden Skoda Kamiq
Schön ausgewogenes Fahrwerk, angenehme Lenkung © Skoda

Der Kamiq Scoutline bietet ein angenehm abgestimmtes Fahrwerk. Es gibt sich große Mühe, Bodenwellen zu absorbieren. Kurze Stöße wie etwa durch Kanaldeckel werden zwar mitunter trocken weitergereicht, der Gesamteindruck ist aber gut. Auf der Autobahn verkneift sich der kleine Tscheche trotz der eher komfortorientierten Abstimmung übertriebenes Nachschwingen. Weder plötzliche Lenkimpulse, noch Spurrinnen bringen den SUV aus der Ruhe, darüber hinaus punktet er auch auf Spurrinnen mit einem guten Geradeauslauf. Im ADAC Ausweichtest liefert er ein insgesamt noch gutes Ergebnis ab. Der Kamiq bietet zwar aufgrund der recht starken Karosseriebewegung und des stark regelnden ESP kein besonders verbindliches Gefühl, lässt sich aber sicher und lenkbar durch den Parcours manövrieren.

Die Lenkung spricht stets gut an und bietet eine gute Rückmeldung, der Lenkkraftverlauf über steigendem Lenkwinkel ist passend. Zudem verfügt sie über eine angenehme Zentrierung und stellt bei jeder Geschwindigkeit gleichmäßig zurück. Der kleine Tscheche lässt sich zielgenau über kurvige Landstraßen dirigieren.

So zeigt der kleine SUV unter dem Strich keine wirklichen Schwächen: Note 2,3 (gut) im ADAC Autotest.

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Škoda Kamiq 1.5 TSI (110 kW): Technische Daten, Preis

Technische Daten (Herstellerangaben)

Skoda Kamiq 1.5 TSI ACT Scoutline DSG (ab 10/20)

Motorart

Otto

Hubraum (Verbrennungsmotor)

1.498 ccm

Leistung maximal in kW (Systemleistung)

110

Leistung maximal in PS (Systemleistung)

150

Drehmoment (Systemleistung)

250 Nm

Leistung maximal bei U/min. (Verbrennungsmotor)

5.000 U/min

Antriebsart

Front

Beschleunigung 0-100km/h

8,3 s

Höchstgeschwindigkeit

215 km/h

CO2-Wert kombiniert (WLTP)

136 g/km

Verbrauch kombiniert (WLTP)

6,0 l/100 km

Verbrauch Gesamt (NEFZ)

4,9 l/100 km

Kofferraumvolumen normal

400 l

Kofferraumvolumen dachhoch mit umgeklappter Rücksitzbank

1.395 l

Leergewicht (EU)

1.277 kg

Zuladung

497 kg

Anhängelast ungebremst

630 kg

Anhängelast gebremst 12%

1.250 kg

Garantie (Fahrzeug)

2 Jahre

Länge x Breite x Höhe

4.241 mm x 1.793 mm x 1.527 mm

Grundpreis

31.120 Euro

ADAC Messwerte

ADAC Messwerte (Auszug)

Škoda Kamiq 1.5 TSI ACT Scoutline DSG

Überholvorgang 60-100 km/h

4,8 s

Bremsweg aus 100 km/h

35,5 m

Wendekreis

11,1 m

Verbrauch / CO₂-Ausstoß ADAC Ecotest

6,4 l Super/100 km, 176 g CO₂/km (well-to-wheel)

Bewertung ADAC Ecotest (max. 5 Sterne)

****

Reichweite

780 km

Innengeräusch bei 130 km/h

68,1 dB(A)

Leergewicht / Zuladung

1316 / 484 kg

Kofferraumvolumen normal / geklappt / dachhoch

265 / 620 / 1145 l

ADAC Testergebnis

ADAC Testergebnis

Skoda Kamiq 1.5 TSI ACT Scoutline DSG (ab 10/20)

Karosserie/Kofferraum

2,8

Innenraum

2,3

Komfort

2,7

Motor/Antrieb

2,0

Fahreigenschaften

2,3

Sicherheit

1,9

Umwelt/EcoTest

2,4

Gesamtnote

2,3

Sicherheit und Umwelt werden doppelt gewertet; Notengrenzen:

sehr gut

0,6 - 1,5

gut

1,6 - 2,5

befriedigend

2,6 - 3,5

ausreichend

3,6 - 4,5

mangelhaft

4,6 - 5,5

Motoren bis 150 PS und eine Erdgas-Alternative 

Zur Auswahl bei der Motorisierung stehen aktuell zwei Dreizylinder (1.0 TSI) mit 70 kW/95 PS und 81 kW/110 PS und der getestete Vierzylinder-Benziner (1.5 TSI) mit 110 kW/150 PS und Zylinderabschaltung zur Wahl. Als Alternative gibt es noch eine Version mit Erdgas-Antrieb (CNG). Die getestete Version Scoutline haben die Tschechen dem "normalen" Kamiq 2020 zur Seite gestellt, sie ist ab 27.020 Euro zu haben.

Alle Motoren des Kamiq im Überblick 

Motor

Leistung

Preis

1.0 TSI

70 kW/95 PS

ab 20.420 €

1.0 TSI

85 kW/110 PS

ab 21.370 €

1.5 TSI ACT

110 kW/150 PS

ab 26.300 €

1.0 TGI (Erdgas, CNG)

66 kW/90 PS

ab 24.400 €

Crashtest: 5 Sterne für den Škoda Kamiq

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Der Škoda Kamiq erreicht volle 5 Sterne und übertrifft die dafür erforderlichen Punktwerte deutlich. Das Fahrzeug ist mit Gurtkraftbegrenzern, Gurtstraffern, Kopfairbags sowie optischen und akustischen Gurtwarnern in der ersten und zweiten Sitzreihe ausgestattet. Für die vorderen Plätze sind zusätzlich Seitenairbags verbaut (für die zweite Sitzreihe optional), der Fahrer wird optional zusätzlich mit einem Knieairbag geschützt.

Der Insassenschutz ist sehr gut, das Verletzungsrisiko ist für Erwachsene und Kinder gering bis sehr gering. Es sind ISOFIX-Halter an den äußeren hinteren Sitzplätzen montiert mit i-Size-Kennzeichnung (für den Beifahrersitz optional erhältlich). Der mittlere Sitz hinten ist für gegurtete Kindersitze geeignet, die gegurtete Montage auf dem Beifahrersitz ist unkritisch. Der Frontairbag auf der Beifahrerseite ist deaktivierbar.

Der Kamiq ist mit einem umfassenden und guten Assistenzpaket mit automatischem Notbremsassistenten und aktivem Spurhaltesystem serienmäßig ausgestattet.

Hier finden Sie weitere Fahrberichte und Autotests.