ADAC Stauprognose: Urlaubsheimkehrer müssen mit Wartezeiten rechnen

Stau auf der A8 nahe Stuttgart
Die Hochsaison im Sommerreiseverkehr bringt viele Staus mit sich ∙ © imago images/Arnulf Hettrich

Baustellen, Vollsperrungen und zunehmender Sommerreiseverkehr: Die aktuelle Stauprognose für das Wochenende, und was ADAC Experten für das benachbarte Ausland erwarten.

  • Autobahnsperren wegen Überflutungen

  • Staus erstrecken sich über ganz Deutschland

  • Mehr als 800 Baustellen auf Autobahnen

  • Wartezeiten an den Grenzen

ADAC Stauprognose für 6. bis 8. August

Nervige Blechlawinen: Darauf müssen sich Autofahrer auch an diesem Wochenende, einem der staureichsten der Saison, gefasst machen. In Baden-Württemberg und Bayern beginnt die zweite Ferienwoche. In Berlin und Brandenburg sowie Teilen Nordeuropas enden in Kürze die Ferien. Für viele Deutsche wird es eine lange Heimreise mit vielen Staus. Die Staus in Richtung der Urlaubsregionen sind nur unwesentlich kürzer.

Größere Staugefahr herrscht ebenso auf den Zufahrtsstraßen der Ausflugsgebiete. Darunter vor allem die Berg- und Seenlandschaften in Bayern, aber auch die deutschen Küstenregionen.

Tipps zur Stauvermeidung für Ausflügler: Man sollte sich vor Fahrtantritt über die aktuelle Verkehrslage am Ausflugsort informieren, entweder bereits in den frühen Morgenstunden oder erst ab Nachmittag aufbrechen oder alternative Ziele ansteuern, die weniger stark besucht werden. Autourlauber mit Ziel Ausland sollten auf einen Reisetag unter der Woche ausweichen, zum Beispiel Mittwoch oder Dienstag. Der Samstag als Reisetag ist besonders ungünstig. Glimpflich kommt auch davon, wer die Hauptrouten meidet und weniger frequentierte Nebenstrecken wählt.

Die Spitzenzeiten am Wochenende: Freitagnachmittag, der Vormittag und frühe Nachmittag des Samstags und der Sonntagnachmittag.

Die Staustrecken (in beiden Richtungen)

  • Fernstraßen zur Nord- und Ostsee

  • A1 Bremen – Lübeck

  • A3 Würzburg – Nürnberg – Passau

  • A5 Frankfurt – Karlsruhe – Basel

  • A6 Mannheim – Heilbronn – Nürnberg

  • A7 Flensburg – Hamburg

  • A7 Würzburg – Ulm – Füssen/Reutte

  • A8 Karlsruhe – München – Salzburg

  • A9 München – Nürnberg

  • A10 Berliner Ring

  • A19 Dreieck Wittstock/Dosse – Rostock

  • A24 Hamburg – Berlin

  • A61 Mönchengladbach – Koblenz

  • A81 Stuttgart – Singen

  • A93 Inntaldreieck – Kufstein

  • A95/B2 München – Garmisch-Partenkirchen

  • A99 Umfahrung München

Staubilanz der ersten Sommerferien-Wochenenden 2021

Die ersten drei Ferienwochenenden (jeweils Freitag bis Sonntag) der Sommerferien-Saison 2021 hatten es in sich: In diesem Zeitraum gab es 16.764 Staus auf Deutschlands Autobahnen. Diese summierten sich auf eine Länge von insgesamt 21.060 Kilometern. Im Vergleichszeitraum 2020 waren es 10.114 Staus und eine Staulänge von "nur" 13.748 Kilometern. Im Jahr davor zählten die ADAC Verkehrsexperten 12.886 Staus auf den Autobahnen bzw. 26.471 Staukilometer.

Baustellen und Vollsperrungen

Auch an Autobahnbaustellen müssen sich Autofahrer auf Engpässe einstellen. Die Anzahl der Baustellen bleibt mit 800 sehr hoch.

Bislang sind folgende Wochenendsperren angekündigt:

  • A2 Hannover Richtung Braunschweig zwischen Kreuz Hannover-Ost und Peine von Donnerstag, 5. August, 18 Uhr, bis Montag, 9. August, 18 Uhr

  • A3 Nürnberg Richtung Würzburg zwischen Nürnberg/Behringersdorf und Erlangen-Tennenlohe von Samstag, 7. August, 21 Uhr, bis Sonntag, 8. August, 7 Uhr

  • A7 Würzburg Richtung Fulda zwischen Bad Kissingen/Oberthulba und Bad Brückenau/Wildflecken von Samstag, 7. August, 22 Uhr, bis Sonntag, 8. August, 5 Uhr

  • A39 Wolfsburg Richtung Braunschweig zwischen Flechtorf und Scheppau von Freitag, 6. August, 16 Uhr, bis Montag, 9. August, 5 Uhr

  • A49 Kassel Gießen zwischen Borken (Hessen) und Neuental in beiden Richtungen bis 27. Oktober, 18 Uhr

  • A66 Wiesbaden Frankfurt zwischen Wiesbaden-Biebrich und Wiesbaden-Mainzer Straße in beiden Richtungen bis auf Weiteres

  • A542 Monheim – Langenfeld in beiden Richtungen zwischen Kreuz Monheim-Süd und Reusrath von Freitag, 6. August, 21 Uhr, bis Montag, 9. August, 5 Uhr

Umleitungen sind ausgeschildert. Kurzfristige Änderungen und weitere Sperrtermine können nicht ausgeschlossen werden. Straßenausbesserungsarbeiten wegen Blow-ups können bei hohen Temperaturen ebenfalls nötig werden.

Sperren wegen Überflutungen nach dem Unwetter

Wegen Überflutungen, Aufräum- und Reparaturarbeiten sind in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz Bundes- und Landstraßen, aber auch Autobahnen bis auf Weiteres gesperrt oder erschwert passierbar. Die Reparaturen auf der A1 und der A61 in Nordrhein-Westfalen könnten laut Behördenangaben Monate dauern.

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Der ADAC Auslandskrankenschutz bietet Kostenerstattung für medizinisch notwendige Heilbehandlungen im Ausland. Dazu Organisation und Kostenübernahme von Hilfeleistungen bis hin zum Krankenrücktransport. Weitere Vorteile: Privatpatientenstatus und freie Wahl unter den Krankenhäusern im Ausland.

Hier gibt es weitere Infos zum ADAC Auslandskrankenschutz.

Erweitertes Lkw-Fahrverbot in der Ferienzeit

Um den Reiseverkehr zu entlasten, gilt an allen Samstagen im August auf den meisten deutschen Autobahnen ein erweitertes Fahrverbot für Lkw über 7,5 Tonnen von 7 bis 20 Uhr*.

Generell tabu sind die Straßen für den Schwerverkehr an allen Sonntagen und bestimmten Feiertagen von 0 bis 22 Uhr. Ausnahmen gibt es für Lkw, die im Zusammenhang mit dem Transport von Corona-Impfstoffen stehen.

Die Stauprognose fürs Ausland

Die Fahrt durchs benachbarte Ausland wird zeitweise auch sehr beschwerlich. Brennpunkte sind unter anderem Tauern-, Fernpass-, Brenner-, Karawanken- und Gotthard-Route sowie die Fernstraßen zu den italienischen, kroatischen und französischen Küsten. Ebenso: die dänischen, belgischen und holländischen Küstenregionen.

Besonderheit Italien: Traditionell beginnt hier am Wochenende vor dem Ferragosto-Feiertag (15. August) der Ansturm auf die Küsten. Die Staugefahr ist hoch!

Was Holland-Urlauber wissen sollten: Das Robert Koch-Institut (RKI) stuft die Niederlande derzeit als Hochrisiko-Gebiet ein. Wer aus einem Hochrisiko-Gebiet nach Deutschland zurückkehrt, muss in Quarantäne. Ein vorzeitiges Beenden der Quarantäne durch einen negativen Test ist frühestens am fünften Tag nach der Einreise möglich. Genesene und vollständig Geimpfte müssen nicht in Quarantäne.

Stop-and-go ist auf den Zufahrtsstraßen der Ausflugsregionen im untergeordneten Straßennetz der Alpenländer programmiert – etwa in Österreich die Kärntner Seen, das Salzkammergut, der Neusiedlersee und die Erholungsgebiete der Schweizer Kantone Tessin und Wallis (Wartezeiten einplanen bei der Autoverladung Lötschberg).

Die Lage an den Grenzen

Bei der Ein- und Ausreise sollten Reisende ein großes Zeitfenster einplanen. Die Aufenthalte an den Grenzen könnten aufgrund hohen Verkehrsaufkommens und intensiver Personenkontrollen mehrere Stunden dauern. Das gilt unter anderem für die Grenzen nach Dänemark und Südosteuropa. Bei der Einreise nach Deutschland wird stichprobenartig kontrolliert, Wartezeiten sind möglich.

Hier erhalten Sie aktuelle Informationen zur Lage an Deutschlands Grenzen.

Hier erfahren Sie, für welche Länder es Reisewarnungen gibt beziehungsweise welche als Corona-Hochrisiko-Gebiete gelten.

Im Stau: Rettungsgasse bilden!

Was viele nicht wissen: Die Rettungsgasse muss bereits dann gebildet werden, wenn der Verkehr stockt, und nicht erst, wenn die Rettungskräfte mit Blaulicht und Martinshorn von hinten kommen.

Und so funktioniert die Rettungsgasse: Wer den linken Fahrstreifen befährt, weicht nach links aus, Autofahrer auf allen anderen Fahrstreifen fahren nach rechts. Ist es in engen Baustellenbereichen aufgrund deutlich schmalerer Fahrspuren nicht möglich, die Rettungsgasse korrekt zu bilden, wird empfohlen, mit genügend Abstand versetzt zu fahren. So können Autofahrer im Ernstfall in die rechte Spur einfädeln und damit den linken Fahrstreifen für Rettungskräfte freimachen.

Rettungsgasse im Ausland: So geht's!

Mit dem ADAC StauScanner Staus melden

Sie möchten mithelfen, dass Autofahrer schneller und genauer über Staus informiert werden? Das geht ganz einfach: mit dem ADAC StauScanner, der als Funktion in der ADAC Maps-App und der ADAC Spritpreise-App zur Verfügung steht. Staus melden kann jeder – völlig anonym. Man muss kein ADAC Mitglied sein.

* Der Link verweist auf eine externe Internetseite, für die der Betreiber verantwortlich ist.

Katharina Dümmer
Redakteurin
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Dr. Norbert Prack
Redakteur
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