Menü
Rund ums Fahrzeug
Verkehr
Reise & Freizeit
Produkte
Mitgliedschaft
Der ADAC

Der neue Peugeot 2008: Der erste ADAC Test

Dieses Video wird über YouTube abgespielt. Es gelten die Datenschutzbestimmungen von Google. Bild: © ADAC

Die zweite Generation des Peugeot 2008 bietet mehr Platz – und Elektro, Benzin oder Diesel als Antrieb. Der Kleinwagen-SUV als 1.2 PureTech mit 130-PS-Benziner im ADAC Test.

  • Größere Karosserie mit mehr Platz

  • Als e-2008 fährt der Peugeot auch vollelektrisch

  • Preis: Ab 21.500 Euro für den 100-PS-Dreizylinder

  • Vier Sterne im Crashtest

Als die erste Generation des Peugeot 2008 2013 auf den Markt kam, waren die Franzosen mit ihrem Kleinwagen-SUV früh dran in dieser Klasse. Und als dieses Segment mit Konkurrenten wie dem Renault Captur, Mazda CX-3, Audi Q2 sowie zuletzt dem VW T-Cross zu boomen begann, sah der kleine Franzose schon wieder etwas altbacken aus.

Höchste Zeit also für den Nachfolger. Die Neuauflage basiert auf der neuen CMP-Kleinwagenplattform (Common Modular Platform) und teilt sich die Technik mit dem Citroën C3 AircrossDS 3 Crossback sowie dem Opel Crossland XWie sich der Peugeot 2008 schlägt, hat der ADAC getestet.

Peugeot 2008 mit kantigem Design

Der erste Eindruck: Der 2008 wirkt stämmiger als er eigentlich ist. Das Auto sitzt stark auf bis zu 18-Zoll großen Rädern, die vertiefte Frontscheibe macht die Motorhaube dynamisch, und die Flanke mit der hohen Gürtellinie wird durch unterschiedliche Dreieckslinien aufgelockert, die stimmig an der Heckklappe enden. Dem Trend zum farblich abgesetzten Dach folgt – gegen Aufpreis – natürlich auch der neue 2008. Mit drei kraftvollen Lackierungen: Elixier Red, Vertigo Blue und Fusion Orange. 

An der Front fallen sofort die hellen Tagfahrleuchten im 3-Krallen-Look auf, die schon dem 508 Ausdruck verleihen. Hinten erinnern die schrägen Rückleuchten an den 3008, der hier rechts und links drei Krallen zeigt. Bis auf einen dreidimensionaleren Löwen an der Front ist die Elektro-Version übrigens optisch mit den Verbrennern absolut identisch. Und das ist die PSA-Strategie: Der Elektroantrieb wird als ganz normale Motorenvariante behandelt – eine Art französisches Understatement.

Neu: Futuristisches 3D-Kombiinstrument

Eleganter und farbiger wurde auch der Innenraum gestaltet – ein echter Fortschritt gegenüber dem etwas plüschigen Vorgänger. Die Materialien – Türverkleidungen und Armaturenbrett-Einsätze haben eine Carbon-Optik – fühlen sich jetzt wertiger an und sehen frischer aus, besonders in den GT-Varianten mit Alcantara und Leder. Nachts erstrahlt das Interieur sogar in acht frei wählbaren Lichtstimmungen – ausgewählt über den bis zu 10-Zoll-großen Bildschirm.

Das mittige Touchscreen-Display mit zusätzlichen Kippschaltern ist Teil des "i-Cockpits", mit dem die Franzosen inzwischen jedes neue Modell ausstatten. Das Prinzip: Ein kleines Lenkrad sitzt so tief, dass der Fahrer das Kombiinstrument oberhalb des Lenkrads sieht. Daran muss man sich erst gewöhnen. Zudem ist das tief angeordnete Lenkrad nicht für alle Körpergrößen gleich gut geeignet. Also: Unbedingt ausprobieren vor dem Kauf.

Neu im i-Cockpit des 2008 ist das 3D-Kombiinstrument, das Peugeot bereits im 208 verbaut hat. Die Anzeigen sind dynamisch und animiert: Sie rücken je nach Wichtigkeit oder Dringlichkeit näher ans Auge heran und sollen so die Reaktionszeit um etwa eine halbe Sekunde erhöhen. Nachprüfbar ist das nicht, in jedem Fall sieht die futuristische Darstellung schick aus und lässt sich gut ablesen.

Alle Schalter (16 Stück!) sind auf kleiner Fläche unter dem Zentraldisplay zusammengeballt. Das sieht zwar aufgeräumt aus, ist aber nur fummelig und nicht intuitiv zu bedienen, weil die Tasten eng horizontal hintereinander angeordnet sind. Das hätte man besser machen können.

Viel Platz im Innenraum

Fast jedes neue Modell wird heute größer als sein Vorgänger – Garagen- und Tiefgaragenplatzbesitzer müssen dies immer wieder leidvoll feststellen. Auch der neue 2008 entzieht sich diesem Trend nicht: Statt 4,16 ist er jetzt 4,30 Meter lang, und der Radstand konnte um elf Zentimeter auf 2,61 Meter wachsen. Nur elf Zentimeter, doch der Effekt ist enorm. Der Fahrersitz lässt sich nach ADAC Messung für Personen bis zu einer Körpergröße von zwei Metern zurückschieben, was für einen Kleinwagen ein guter Wert ist. Die Kopffreiheit bietet Menschen bis zu einer Körpergröße von knapp 2,10 Meter Platz.

Die Heckpassagiere sitzen jetzt mit wesentlich mehr Kniefreiheit im Beinbereich entspannter. Auch hinten finden selbst große Personen genügend Platz. Sind die Vordersitze für 1,85 Meter große Menschen eingestellt, können dahinter 1,90 Meter große Personen sitzen. Ein üppiges Raumgefühl kommt trotzdem nicht auf: Die Gürtellinie wurde aus Designgründen im Heckbereich so weit nach oben gezogen, dass sie sogar über der Schulter der Fondpassagiere verläuft.

Kofferraum: Groß für einen Kleinwagen-SUV

Auch der Kofferraum hat gewonnen und fasst zwar nicht die angegebenen 434 Liter, sondern nach ADAC Messung bis zur Hutablage nur 270. Für einen Kleinwagen ist das aber durchaus ordentlich, zumal sich das Volumen auf gemessene 1115 Liter erweitern lässt. Und zwar nicht nur bei den Verbrenner-Modellen, sondern auch bei der Elektroversion, weil deren Batterien im Unterboden sitzt.

Die Kofferraumklappe lässt sich leicht öffnen und schließen. Personen mit einer Größe bis circa 1,85 Meter müssen sich um ihren Kopf keine Sorgen machen, da die Klappe in dem Fall weit genug nach oben und vorn schwingt. Größere Personen sollten auf das abstehende Heckklappenschloss achten, um sich nicht den Kopf zu stoßen. Die Ladekante liegt rund 72 Zentimeter über der Straße und damit nicht allzu hoch.

Die Verbrenner: Drei Benziner, ein Diesel

Für den 2008 stehen drei Motortypen zur Verfügung: Benzin, Diesel und Elektro. Die drei konzernbekannten 3-Zylinder-Benzinmotoren mit 1,2-l-Hubraum leisten zwischen 101 und 155 PS und erfüllen heute schon die ab 2021 für die Zulassung von Neufahrzeugen notwendige Euro 6d-Norm. Alle drei Benziner sind prinzipiell eine gute Wahl, weil sie gut am Gas hängen. Aber klar, der 102-PS-Benziner (ab 21.500 €) hat etwas mehr Mühe, den knapp 1300 kg schweren 2008 auf Trab zu bringen.

Beste, weil ausgewogenste Wahl ist das 131-PS-Triebwerk (ab 23.950 €), das auch mit einer fein schaltenden 8-Gang-Automatik kombinierbar ist (1700 € Aufpreis). Die hat der 155-PS-Benziner (ab 34.600 €) serienmäßig – der Unterschied zur etwas schwächeren Variante ist gefühlt aber nur marginal. So schlägt sich die 131-PS-Version im ADAC Autotest auch sehr ordentlich. Flotte Fahrleistungen, guter Durchzug und ein zufriedenstellender Testverbrauch von 6,1 Litern Super auf 100 Kilometer stehen einem leicht verzögerten Turbo-Ansprechen und einem unrunden, Dreizylinder-typischen Motorlauf im Leerlauf gegenüber.

Alle Motoren im Überblick

ModellLeistungVerbrauch (nach NEFZ)CO₂-AusstoßPreis

PureTech 100 (Benzin)

75 kW/102 PS

4,6 l/100 km

105 g/km

ab 21.500 € (Active)

PureTech 130 (Benzin)

96 kW/130 PS

4,5 l/100 km

103 g/km

ab 23.950 € (Active)

PureTech 130 EAT8 (Benzin)

96 kW/130 PS

4,8 l/100 km

109 g/km

ab 25.650 € (Active)

PureTech 155 EAT8 (Benzin)

114 kW/155 PS

5,0 l/100 km

113 g/km

ab 34.600 € (GT)

BlueHDi 100 (Diesel)

75 kW/101 PS

3,6 l/100 km

96 g/km

ab 24.900 €

BlueHDi EAT8 (Diesel)

96 kW/130 PS

3,8 l/100 km

100 g/km

ab 30.650 € (Allure)

e-2008 (Elektro)

100 kW/136 PS

bis zu 17,8 kWh/100km

0 g/km

ab 35.250 € (Active)

Alternativ stehen zwei Dieselmotoren zur Verfügung, beide mit 1,5-l-Hubraum sowie 100 und 130 PS. Doch viel Freude macht gerade der stärkere Diesel nicht, weil man immer das Gefühl hat, dass die serienmäßige Automatik, die bei den Benzinern prima funktioniert, dem Diesel die Krallen stutzt.

Überraschend ist, wie sich Peugeot die deutschen Verkaufsanteile im Motoren-Mix vorstellt. Die Prognose: 101-PS-Benziner 11 %, 131-PS-Benziner 50 %, 155-PS-Benziner 12 % und Diesel 8 % – macht 81 %. Und das würde bedeuten: 19 % müssten sich für die Elektrovariante entscheiden. Und die ist tatsächlich sehr interessant.

Der Peugeot 2008 als Elektroauto 

Eine absolute Novität ist der vollelektrische e-2008. Der Elektromotor hat eine Leistung von 100 kW (136 PS) und je nach Drive-Mode (von Eco bis Sport) ein Drehmoment von bis zu 260 Nm. Seine 50-kWh-Batterie bietet eine Reichweite von bis zu 320 km – gemäß dem aktuellen WLTP-Standard. Peugeot gibt auf diesen Akku eine Garantie von 8 Jahren oder 160.000 km. Der Garantiefall tritt ein, wenn der Akku nur noch 70 Prozent seiner Ladekapazität erreicht.

Die Ladezeit ist abhängig von der verfügbaren Leistung. Zwischen 5 und 8 Stunden dauert das dreiphasige Laden an einer Wallbox. An einer Schnellladesäule mit 100 kW ist der 2008 sogar in 30 Minuten wieder zu 80 Prozent geladen.

Wie beim Außendesign unterscheidet sich der e-2008 auch im Innenraum nicht von den Schwestermodellen – und fährt sich genauso problemlos. Obwohl er durch seine große Batterie im Unterboden knapp 350 Kilo mehr wiegt, merkt man ihm das beim Fahren mit dem prinzipiell sehr agilem Fahrwerk kaum an. Lediglich in der Kurve macht sich das höherer Gewicht durch eine leichte Neigung zum Untersteuern bemerkbar.

Peugeot kümmert sich auch um praktische Lösungen für die E-Mobilität: Mit dem Free2Move-Service werden Tank- und Bezahlmöglichkeiten für 85.000 Zapfsäulen bereitgestellt, eine App hilft bei der individuellen Strom-Reiseplanung. Und sollten die Reichweiten mal gar nicht ausreichen, können für die Fahrt in die alte Welt auch Verbrennungsfahrzeuge gemietet werden. 

Hier können Sie den ausführlichen Testbericht zum Peugeot 2008 1.2 PureTech 130 Allure als PDF herunterladen
PDF, 771 KB
PDF ansehen

Technische Daten

Technische Daten (Herstellerangaben) Peugeot 2008 1.2 PureTech 130 Allure

Motor/Antrieb

Dreizylinder-Turbobenziner, 1199 cm³, 96 kW/131 PS, 230 Nm bei 1750 U/min

Fahrleistungen

9,1 s auf 100 km/h, 198 km/h Spitze

Verbrauch (NEFZ)

4,8 l Super/100 km, 109 g CO₂/km

Maße

L 4,30 / B 1,77 / H 1,53 m

Kofferraum

405 – 1467 l

Leergewicht / Zuladung

1267 / 448 kg

Anhängelast (ungebremst / gebremst)

633 / 1200 kg

Garantie

2 Jahre

Preis

ab 26.350 Euro (Modellreihe ab 21.500 Euro)

ADAC Messwerte

ADAC Messwerte (Auszug)Peugeot 2008 1.2 PureTech 130 Allure

Überholvorgang 60-100 km/h

5,7 s

Bremsweg aus 100 km/h

34,0 m

Wendekreis

11,3 m

Verbrauch / CO₂-Ausstoß ADAC Ecotest

6,1 l Super/100 km, 170 g CO₂/km (well-to-wheel)

Bewertung ADAC Ecotest (max. 5 Sterne)

****

Reichweite

720 km

Innengeräusch bei 130 km/h

66,5 dB (A)

Leergewicht / Zuladung

1235 / 480 kg

Kofferraumvolumen normal / geklappt / dachhoch

270 / 680 / 1115 l

ADAC Testzeugnis

ADAC TestergebnisPeugeot 2008 1.2 PureTech 130 Allure

Karosserie/Kofferraum

3,0

Innenraum

2,8

Komfort

2,9

Motor/Antrieb

2,6

Fahreigenschaften

2,5

Sicherheit

2,2

Umwelt/Ecotest

2,2

Gesamtnote

2,5

Die Kapitel Sicherheit und Umwelt werden doppel gewertet

Vier Sterne im Crashtest

Der Peugeot 2008 erreicht 4 Sterne, mit dem optionalen Sicherheitspaket werden 5 Sterne erreicht. Das Fahrzeug ist mit Gurtkraftbegrenzern, Gurtstraffern, Kopfairbags sowie optischen und akustischen Gurtwarnern in der ersten und zweiten Sitzreihe ausgestattet. Für die vorderen Plätze sind zusätzlich Seitenairbags verbaut.

Der Insassenschutz ist gut, das Verletzungsrisiko für Erwachsene und Kinder ist mittel bis sehr gering. Der 2008 ist mit einem umfassenden Assistenzpaket mit automatischem Notbremsassistenten, systemintegriertem Speed-Limiter und aktivem Spurhaltesystem serienmäßig ausgestattet. Mit dem optionalen Sicherheitspaket wird ein besser ausgestatteter Notbremsassistent ausgeliefert, der Radfahrer erkennen und Auffahrunfälle besser vermeiden kann.

Dieses Video wird über YouTube abgespielt. Es gelten die Datenschutzbestimmungen von Google. Bild: © Euro NCAP