Hochdachkombis – Autos mit viel Luft nach oben

Den Ford Tourneo gibt es als Connect, Custom und wie hier als Courier© Ford

Ein Hochdachkombi ist oft die erste Wahl für Familien und Handwerker. Sie achten beim Kauf eines Autos mehr auf praktischen Nutzwert, Platz und Zuladung.

  • Pionier der Fahrzeugklasse war 1996 der Citroën Berlingo

  • Der VW Caddy ist führend bei Bestand und Neuzulassungen

  • Manche Modelle lassen sich zum Mini-Wohnmobil umbauen

Für Hochdachkombis gilt beim Design das Prinzip "Form follows Function" – die Gestaltung des Fahrzeugs leitet sich von seinem Zweck ab. Mit der Zielgruppe junger Familien vor Augen entwickelten Autohersteller ihre Kleintransporter so weiter, dass sie sich auch gut zur Beförderung von bis zu fünf Personen eignen.

Das ist typisch für einen Hochdachkombi

VW Caddy 2020 stehend von hinten
Ein schöner Rücken: Der VW Caddy ist der beliebteste Hochdachkombi © Volkswagen

Die meisten Modelle orientieren sich in ihrer Grundfläche an der Kompaktklasse. Typisch dafür ist der Marktführer VW Caddy mit 4,50 Metern Länge. In der Höhe von bis zu 1,90 Metern überragen sie allerdings normale Pkw deutlich. So haben auch großgewachsene Passagiere viel Luft nach oben. Mit der Höhe steigt auch das Ladevolumen beträchtlich. Noch mehr Platz bieten zum Beispiel Opel Combo und Caddy durch die Wahl zwischen zwei Längen und Radständen. So verfügt der Caddy der fünften Generation in der Variante "Maxi" über ein Volumen von 4 Kubikmetern.

Charakteristisch für die nützlichen Autos sind außerdem eine vollverglaste Karosserie, Schiebetüren hinten, senkrechte Hecktüren bzw. Klappen und eine niedrige Ladekante. Das macht Hochdachkombis bei jungen Eltern und Handwerkern beliebt. Kein Wunder, dass zum Beispiel drei Viertel der 2019 neu zugelassenen Renault Kangoo einen gewerblichen Halter hatten.

Citroën Berlingo: Pionier und Dauerbrenner

Citroën Berlingo in Fahrt
Seit 2018 wird der Berlingo in der dritten Generation gebaut © Citroën

Als Prototyp für Hochdachkombis gilt der Citroën Berlingo, der 1996 startete und seit 2018 in der dritten Generation gebaut wird. Schon im Folgejahr wurde das Auto gemeinsam mit dem Peugeot Partner von Fachjournalisten zum "Van of the Year" gewählt. Mit vielen verschiedenen Ausführungen, zwei Längenversionen, der Option des Umbaus zum kleinen Wohnmobil, drei einzeln umklappbaren Sitzen in der zweiten Reihe und der Variante Electrique hat er sich immer wieder neu er- und weitere Fans gefunden. Sein Motor leistet je nach Modell 110 bzw. 131 PS. Um Kosten zu sparen, gingen mehrere Hersteller eine Kooperation ein, so dass Citroën Berlingo, Peugeot Partner, Opel Combo und Toyota ProAce City baugleich sind. Auch der neue Ford Tourneo Connect ist ein Kooperationsprodukt mit VW.

Das sind die beliebtesten Hochdachkombis

Heckansicht eines Dacia Jogger
Viel Platz, vernünftiger Preis: Der Dacia Jogger ist der Nachfolger von Dokker und Lodgy © Dacia

Der genaue Bestand an Hochdachkombis in Deutschland ist nicht bekannt, weil das Kraftfahrt-Bundesamt sie in seiner Statistik nicht als eigenes Segment führt. Sie werden stattdessen unter den Utilities gelistet, ebenso wie Kleinbusse und Pick-ups. Am 1.1.2021 waren u.a. 417.223 Exemplare des VW Caddy, 143.434 des Citroën Berlingo, 136.146 des Ford Tourneo und 99.508 des Renault Kangoo gemeldet.

Bei den Neuzulassungen 2020 führte ebenfalls der VW Caddy mit 24.805, gefolgt von Ford Tourneo mit 15.782 und Dacia Dokker mit 10.485 Stück. Letzterer war mit einem Preis von knapp 14.000 Euro der günstigste Hochdachkombi. Sein Nachfolger Dacia Jogger bleibt dem Preissegment treu und wird ebenfalls ab 13.990 Euro angeboten. Gut verkauften sich auch der Citroën Berlingo mit 10.012, der Peugeot Rifter mit 5814 und der Opel Combo mit 5306 Stück.

Wie aus dem Hochdachkombi ein Mini-Wohnmobil wird

Frau sitzt im Kofferraum des Hochdachkombis Ford Tourneo Courier
Kompakt, aber ausreichend: Ein Ford Tourneo Courier als Minicamper © Ford

Manche Urlauber möchten Menschenansammlungen etwa in der Hotellerie aus dem Weg gehen. Ihnen bieten Spezialhersteller zur Hotel-Alternative umgebaute Fahrzeuge an. Mit handwerklichem Geschick gelingt das auch im Do-it-yourself-Verfahren. Geeignet sind zum Beispiel der VW Caddy, der Ford Tourneo und der Renault Kangoo. Dessen Rücksitzbank lässt sich aus- und stattdessen eine Truhe als Stauraum einbauen. Wer sich sein Essen auf dem Kartuschenkocher zubereitet, ist unabhängig von Reservierungen, Maskenpflicht und Abstandsregelungen in Restaurants. Zur Wasserversorgung dienen Kanister und E-Pumpe. Eine Warmluftheizung sorgt für angenehme Temperaturen. Geschlafen wird entweder in einem Dachzelt oder auf Matratzen auf der Ladefläche, die im Kangoo für zwei Personen ausreicht.

Wer viel zu transportieren hat, findet hier Informationen zu Minivans und Pick-ups.

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