Starker Auftritt: Der agile Opel Mokka – auch als Elektro-SUV

der Opel Mokka in Grün von vorne
Neuer Opel Mokka: Die ausdrucksstarke Front gefällt ∙ © Opel

Blitzsauberer Neustart: Die zweite Generation des Kleinwagen-SUV Opel Mokka fährt vor – mit drei Verbrennungsmotoren, Elektroantrieb und neuem Markengesicht. Beide Versionen im ersten ADAC Test. Infos, Bilder, Daten.

  • Elektrische Reichweite: 324 Kilometer

  • Innovatives Cockpit mit großem Bildschirm

  • Knackiges Fahrwerk, direkte Lenkung

  • Einstiegspreis: 19.990 Euro für den Benziner

"Mit dem neuen Mokka haben wir Opel quasi neu erfunden. Der Mokka zeigt alles, wofür Opel heute und in Zukunft steht: Er macht Spaß, ist effizient und in jeder Hinsicht innovativ. Er verkörpert perfekt die Markenwerte von Opel: deutsch, nahbar, begeisternd." Nein, Bescheidenheit ist für den Opel-Chef Michael Lohscheller bei der Präsentation des Mokka-Nachfolgers nicht angebracht. Doch hat er recht? Der erste Fahrtermin musste es beweisen.

Das Design weckt Emotionen

Close up des Opel Mokkas
Klare Kanten: Der "Vizor" ziert künftig alle Opel-Modelle ∙ © Opel

Wenn die Optik des neuen Mokka für die Gestaltung künftiger Modelle Pate steht, muss man sich um die Zukunft der Rüsselsheimer PSA-Tochter keine Sorgen machen. Denn: langweiliges Opel-Design? Die Zeiten sind mit der Neuauflage des Mokka nun endgültig vorbei! Der Kleinwagen-SUV wirkt frisch und modern und trägt bereits das neue Markengesicht, das künftig alle Opel-Modelle bekommen. Von hinten wirkt der Mokka wie ein geschrumpfter und modernisierter Grandland X – kein Schaden, denn auch der große Bruder gefällt durch gutes Design.

Herzstück des "Vizor"-Frontdesigns ist eine dunkel getönte Plexiglasspange, die sich über die gesamte Fahrzeugbreite zieht. Sie fungiert nicht nur als Wiedererkennungsmerkmal und Hingucker, sondern beherbergt neben Scheinwerfern und Blitz-Logo auch die Sensorik der Assistenzsysteme.

Dass sich der Mokka so stark wandelt, hat auch mit einer grundlegenden Änderung der Architektur zu tun: Statt GM-Technik nutzt der neue Mokka die CMP-Plattform der neuen Konzernmutter PSA, auf der bereits auch der Opel Corsa und das Schwestermodell Peugeot 2008 basieren. Vorteil: Die CMP-Plattform erlaubt sowohl die Verwendung von einem rein batterieelektrischen Antrieb wie von Verbrennungsmotoren.

Kürzer als ein Astra: 4,15 Meter Länge

der Opel Mokka von hinten
Modernes, vom größeren Grandland inspiriertes Heck: Im Bild die GS Line ∙ © Opel

Auch sonst wurde der Mini-SUV komplett neu konstruiert. Gegenüber dem Vorgänger fällt er fast 13 Zentimeter kürzer (4,15 Meter) aus und ist damit deutlich kürzer als ein Astra. Damit passt der Mokka besser als bisher in das Segment von Seat Arona (4,14 Meter), Ford Puma (4,19 Meter) und VW T-Cross (4,11 Meter). Weil der Mokka im Vergleich zum Vorgänger gleichzeitig etwas breiter und flacher geworden ist, ergibt sich eine neue Statur, die dynamischer und kompakter als die etwas pummelige Erstauflage wirkt.

Die verkürzten Abmessungen und das expressive Design haben naturgemäß Nachteile: weniger Platz für Passagiere und Gepäck. Vorn spürt man davon durch ein großzügiges Raumgefühl und viel Kopffreiheit nichts. Auch hinten ist der Platz über dem Scheitel üppig, doch an den Knien und vor allem im Fußbereich fühlen sich die zwei möglichen Fondpassagiere doch etwas eingeengt.

Einen Unterschied zwischen den Verbrenner- und Elektromodellen gibt es bei der Gestaltung und den Platzverhältnissen des Innenraums nicht. Lediglich das ohnehin nur durchschnittliche Kofferraumvolumen von 350 Litern fällt beim E-Modell noch mal um 40 Liter geringer aus, weil das untere Abteil für Batterien genutzt wird.

Für familienorientierte Opel-Fans gibt es zumindest einen ernsthaften Konkurrenten: Den gerade facegelifteten Opel Crossland, der für 1000 Euro weniger in gleicher Größe praktischer geschnitten ist und neben dem größeren Gepäckabteil (410 Liter) z.B. mit der verschiebbaren Rückbank auch mehr Variationen bietet.

Moderner Innenraum, große Bildschirme

Blick in das Cockpit des Opel Mokka
Das Cockpit sieht gut aus und ist leicht bedienbar ∙ © Opel

Mit dem Zusammenschluss der PSA-Group mit Fiat/Chrysler zum neuen Konzern Stellantis wird die Rolle wegen der Überschneidungen in den Modellsegmenten nicht leichter. Deshalb will sich Opel von den französischen und italienischen Verwandten sichtbar absetzen – nicht nur außen, sondern auch innen: Dort zieht nun ein puristischer und reduzierter Stil ein, der ebenfalls für künftige Modelle der Marke prägend sein soll.

Wichtigstes Element im Armaturenbrett ist eine aus zwei Widescreen-Displays zusammengesetzte horizontal verlaufende Informationstafel, die volldigital die klassischen Instrumente ersetzt. Opel nennt sie "Pure Panel": Die Displays stellen dem Fahrer alle wichtigen Informationen klar und auf das Wesentliche reduziert dar. Sieht tatsächlich enorm stylisch aus.

Doch es funktioniert auch praktisch bestens: Während andere Hersteller das Cockpit-Display minimieren und alle Infos sowie Bedienelemente auf das mittige Zentraldisplay in Tabletgröße verlagern, ist es beim Mokka umgekehrt. Die wichtigen Dinge werden klar gezeichnet im Fahrer-Display angezeigt und lenken so weniger vom Verkehrsgeschehen ab.

Und auch wenn die Zahl der Schalter und Knöpfe im Cockpit deutlich sinkt: Wichtige Funktionen wie die Bedienung der Heizung und des Radios werden nach wie vor über "richtige" Tasten gesteuert und sind nicht in das Display integriert. Für diese Standardfunktionen muss man sich daher nicht durch Menüs via Touchscreen quälen. Vorbildlich!

Passt gut: Der Elektroantrieb des Mokka-e

Zeichnung der Technik des Opel Mokka
Die Batterien der Elektroversion sind im Unterboden verstaut ∙ © Opel

Während Karosserie und Innenraum demonstrativ eigenständig daherkommen, nutzt Opel unter dem Blech die Konzerntechnik. Die modulare Multi-Energy-Plattform CMP macht es möglich, dass Opel-Kunden wählen können: zwischen dem aus Opel Corsa-e und Peugeot e-208 bekannten Elektroantrieb, zwei Benzinern mit 100 und 130 PS (jeweils 1,2 Liter Hubraum) und einem 1,5-Liter-Diesel mit 110 PS.

Der Elektromotor liefert maximal 100 kW (136 PS) Leistung und 260 Newtonmeter maximales Drehmoment bereits aus dem Stand. Seine Stärken sind sein unmittelbares Ansprechverhalten und der gute Durchzug bei angenehmer Geräuschkulisse. Der Fahrer kann zwischen den drei Fahrstufen Normal, Eco und Sport wählen, die Leistung des Motors beträgt dann 80, 60 und 100 kW.

Mit der 50-kWh-Batterie (216 Zellen in 18 Modulen) lassen sich bis zu 324 Kilometer gemäß WLTP-Zyklus rein elektrisch zurücklegen. Im Alltag sind laut Opel bei normaler Fahrweise und mittleren Temperaturen im Schnitt wohl 250 Kilometer Reichweite üblich – eine Einschätzung, die nach unseren ersten Testfahrten realistisch erscheint. Im Winter sorgt eine Wärmepumpe dafür, dass der Aktionsradius nicht allzu rasant abnimmt.

Der Mokka-e ist serienmäßig mit einer CCS-Lademöglichkeit ausgerüstet, über die er – entsprechende Säule vorausgesetzt – mit bis zu 100 kW laden kann. Auf 80 Prozent soll die 50-kWh-Batterie dann im Bestfall in rund 30 Minuten kommen. An "normalen" Ladesäulen in der Stadt kann der Mokka 11 kW ziehen (Ladezeit fünf Stunden, serienmäßig bei den Ausstattungslinien Elegance, GS Line und Ultimate) und beherrscht sowohl einphasiges als auch dreiphasiges Laden. Auf die Batterie gibt Opel eine 8-Jahres-Garantie (160.000 Kilometer Laufleistung).

Alternativen: Zwei Benziner, ein Diesel

der Opel Mokka bei der Fahrt von der Seite
Die Farben von Motorhaube oder Dach sind optional wählbar ∙ © Opel

Wer noch nicht elektrisch fahren will, hat zwei Benzin- und ein Diesel-Triebwerk aus dem PSA-Portfolio mit einem Leistungsspektrum von 74 kW (100 PS) bis 96 kW (130 PS) zur Auswahl. Wir konnten im Mokka den 130-PS-Benziner fahren, ein munterer Dreizylinder, der beherzt und etwas knurrig zur Sache geht, aber dabei mit unter sechs Litern Verbrauch (Werksangabe) recht sparsam ist. Sein Turbolader entwickelt bereits bei sehr niedrigen Drehzahlen ein hohes Drehmoment, was gerade auf kurvigen Landstraßen für Fahrspaß sorgt.

Gut zum Kurvenräubern passt auch die angenehm direkte Lenkung und das sehr straff abgestimmte Fahrwerk, das störende Wankbewegungen gar nicht erst zulässt. Doch kein Spaß ohne Wermutstropfen: Auf kurze Stöße durch Querfugen oder Schlaglöcher reagieren Federung und Dämpfung etwas unwirsch.

Hier wünschst man sich dann doch ein etwas verbindlicheres Abrollverhalten, das der elektrische Mokka-e übrigens zeigt. Er liegt mit seinen im Fahrzeugboden verbauten Batterien mit tiefem Schwerpunkt satt auf der Straße, federt trotz der montierten 18-Zoll-Räder komfortabel und wankt dennoch in Kurven kaum. Aber vielleicht ist die unterschiedliche Abstimmung ja von Opel so beabsichtigt, da mit den Antrieben auch unterschiedliche Zielgruppen bedient werden.

Preis: Ab 19.990 Euro, Mokka-e ab 34.110 Euro

An Technologie ist für den Mokka und Mokka-e alles zu haben, was der Konzern anbietet – vom empfehlenswerten LED-Matrix-Licht, ACC mit Stop-&-Go-Funktion, Notbremsassistenten mit Fußgängererkennung bis zur automatischen Einparkhilfe.

Der Opel Mokka – der Namenszusatz "X“ entfällt mit dem Modellwechsel – kostet ab 19.990 Euro für die Basisversion. Das Elektromodell Mokka-e ist zu Preisen ab 34.110 Euro zu haben, abzüglich der aktuellen Prämie für Elektroautos macht das 24.540 Euro. Und das sind dann auch nur 1000 Euro mehr, als der Diesel kostet.

Opel dementiert übrigens, dass der Mokka-e schon zum Marktstart nicht lieferbar wäre. Das trifft zwar für die schon ausverkaufte Basisausstattung zu, nicht jedoch für die übrigen Ausstattungsvarianten. Jeder Privatkunde, der z.B. im Februar einen Mokka-e bestellt, bekommt das Fahrzeug bis Jahresende geliefert – und diese Lieferzeiten sind bei E-Autos ja nicht unüblich.

Technische Daten Opel Mokka

Technische Daten (Herstellerangaben)

1.2 Turbo

1.2 Turbo

1.5 Diesel

Mokka-e

Motor/Antrieb

3-Zylinder-Turbobenziner, 1199 cm³, 74 kW/100 PS, 205 Nm bei 1750 U/min

3-Zylinder-Turbobenziner, 1199 cm³, 96 kW/130 PS, 230 Nm bei 1750 U/min

4-Zylinder-Turbodiesel, 1499 cm³, 81 kW/110 PS,

250 Nm bei 1750 U/min

Elektromotor, 100 kW/136 PS, 260 Nm ab

1 U/min

Fahrleistungen

10,6 s auf 100 km/h, 188 km/h Spitze

9,1 s auf 100 km/h, 202 km/h Spitze

10,8 s auf 100 km/h, 190 km/h Spitze

9,0 s auf 100 km/h, 150 km/h (abgeregelt)

Batterie-kapazität

50 kWh

Verbrauch (WLTP)

5,5 – 5,7 l Super/100 km, 124 – 129 g CO₂/km

5,5 – 5,7 l Super/100 km, 124 – 128 g CO₂/km

4,4 – 4,5 l Diesel/100 km, 114 – 118 g CO₂/km

17,4 – 18,0 kWh/100 km, 0 g CO₂/km

Maße

L 4,15 / B 1,99 / H 1,53 m

L 4,15 / B 1,99 / H 1,53 m

L 4,15 / B 1,99 / H 1,53 m

L 4,15 / B 1,99 / H 1,53 m

Kofferraum

350 – 1105 l

350 – 1105 l

350 – 1105 l

310 – 1060 l

Leergewicht inkl. Fahrer

1270 kg

1275 kg

1295 kg

1598 kg

Preis

ab 19.990 €

ab 22.815 €

ab 23.000 €

ab 34.110 €

Dieses Video wird über YouTube abgespielt. Es gelten die Datenschutzbestimmungen von Google. Bild: © Opel

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