Die Geschichte des ADAC

Eine Frau schaut in eine ADAC Strassenkarte
Ganz in Gelb: Seit seiner Gründung bietet der ADAC Hilfe, Schutz und Rat ∙ © ADAC Archiv

Der ADAC blickt auf eine lange Geschichte zurück. Ein Überblick von der Gründung als Motorradfahrer-Verein bis zur Gegenwart.

1903-1912: Die Anfänge als Motorradfahrer-Verein
1914-1933: Erster Weltkrieg und Weimarer Republik
1933-1945: Zwangsvereinigung der Automobilclubs im Dritten Reich
1945-1952: Neugründung des ADAC nach dem Zweiten Weltkrieg
1953-1963: Wirtschaftswunder und Ausbau der Straßenwacht
1964-1973: Mehr Service für mehr Mitglieder
1974-1986: Ölkrise und Einsatz für Umwelttechnik
1987-1995: Wendezeit und Mitgliederwachstum
1996-2010: Digitalisierung und Aufbau des Technikzentrums
2011-2021: Neue Zentrale und große Reform

Die Anfänge als Motorradfahrer-Verein

1903 In Stuttgart wird am 24. Mai die Deutsche Motorradfahrer-Vereinigung (DMV) als Interessensvertretung für Motorradfahrer gegründet. Der Mitgliedsbeitrag beträgt sechs Mark pro Jahr.

Historische Aufnahmen eines Mannes, der ein Motorrad fährt, dass aussieht, wie ein Fahrrad
Der Vorgänger-Verein des ADAC wurde als Interessensvertretung für Motorradfahrer gegründet ∙ © ADAC Archiv

1904 Die DMV hat 3300 Mitglieder. Bei einem Treffen in Frankfurt am Main verabschiedet der Verein seine erste Satzung. Emil Schmolz ist erster Vorsitzender. Der motorsportbegeisterte Bruder Kaiser Wilhelms, Prinz Heinrich von Preußen, wird Ehrenmitglied. Diese Personalie verschafft dem Verein Zugang zu Politik und Hochadel.

1905 Die DMV hat 10.000 Mitglieder und damit mehr als alle anderen deutschen Kraftfahrervereinigungen zusammen. Neuer DMV-Vorsitzender wird Dr. Josef Bruckmayer aus München. Der Verein zieht von Stuttgart nach München.

1906 Mit dem Kaiserlichen Automobil-Club (KAC) schließt die DMV einen Kooperationsvertrag. Der DMV wird die Pflege des Motorradwesens und kleiner Motorwagen bis zu einem Preis von 3500 Mark anvertraut. Sportveranstaltungen werden gemeinsam durchgeführt. Der KAC vertritt die DMV bei allen in- und ausländischen Behörden. Mit Prinz Ludwig Ferdinand von Bayern tritt das zweite Mitglied des Hochadels der DMV bei.

1907 Immer mehr Mitglieder der DMV fahren ein Auto. Deshalb benennt sich der Verein in "Deutsche Motorfahrer-Vereinigung" um. Mit den Deutschen Benzin- und Ölwerken beschließt die DMV einen Höchstpreis für Kraftstoff von 43 Pfennig pro Liter.

Erste Prinz-Heinrich-Fahrt von Berlin nach Frankfurt am Main
Die Prinz-Heinrich-Fahrt entwickelt sich zur prestigeträchtigen Rennserie ∙ © ADAC

1908 Mitglieder des DMV erhalten kostenlose "Grenzkarten". Sie ermöglichen den zollfreien Grenzübertritt von Kraftfahrzeugen und erleichtern damit das Reisen in Nachbarländer enorm. Der Service zeigt Wirkung: Die Mitgliederzahl steigt sprunghaft an. 

Die Prinz-Heinrich-Fahrt ist eine der ersten großen Motorsport-Veranstaltungen unter der Ägide von KMC und DMV. Der Tourenwagen-Wettbewerb führt von Berlin nach Frankfurt am Main.

1909 Die Zahl der Autos steigt, und auch Verkehrsunfälle werden häufiger. Als besonders gefährlich erweist sich das Aufeinandertreffen von Pferdefuhrwerken und Pkw. Die Regierung erlässt deshalb ein Automobil-Haftpflichtgesetz, das Kraftfahrenden die Haftung auch dann zuweist, wenn sie den Unfall nicht verschuldet hatten. Die DMV kritisiert das neue Gesetz, allerdings erfolglos.

1910 Der "Motorfahrer", die Vereinszeitschrift der DMV, attackiert die Einführung einer Straßenbenutzungsgebühr durch bayerische Gemeinden. Mit Erfolg: 1913 wird dieser "Pflasterzoll" wieder abgeschafft.  

1911 Unter den 17.000 Mitgliedern sind 12.000 Wagenbesitzer. Die DMV beschließt daher, sich in "Allgemeiner Deutscher Automobilclub" (ADAC) umzubenennen. Der Club will sich künftig um alle Formen der motorisierten Fortbewegung kümmern: Motorrad, Motorwagen, Motorboot, Flugzeug und Luftschiff. 

1912 Immer mehr Verkehr erfordert immer mehr Regeln. Der ADAC stellt die ersten Verkehrsschilder auf. 

Erster Weltkrieg und Weimarer Republik

1914 In der Zeitschrift "Motorfahrer" fordert der ADAC eine gleichberechtigte Rolle unter den deutschen Kraftfahrer-Verbänden. Obwohl er der mit Abstand größte Verband sei, werde er von der Konkurrenz behindert und vom Staat missachtet. Unterstrichen wird dieser Ruf nach Aufmerksamkeit durch einen Protesttag in Eisenach.

1914 – 1918 Mit Beginn des Ersten Weltkriegs ertönen auch beim ADAC kriegerische und nationalistische Töne. Der Club richtet freiwillige "Automobil-Kolonnen" ein, die als mobiler Hilfsdienst zwischen Depots, Lazaretten und Bahnhöfen verkehren. Die Mitglieder werden
aufgerufen, ihre privaten Kraftfahrzeuge für Verwundetentransporte zur Verfügung zu stellen. Privatfahrten mit dem eigenen Fahrzeug sind seit 1915 untersagt. 

1919 Nach dem Krieg machen viele Probleme den Kraftfahrern zu schaffen. Wegen der Kraftstoffknappheit gelten Fahrbeschränkungen, es fehlt an Ersatzteilen. Der ADAC richtet einen Wettbewerb um den besten Vergaser aus. Das Ziel: robuste Technik entwickeln, die mit verschiedenen Kraftstoffmischungen umgehen kann. Sieger wird ein Modell von Lyma.

1920 Wirtschaftskrise in Deutschland. Der ADAC verlangt eine Förderung der deutschen Autoindustrie und fordert die Freigabe des immer noch verbotenen privaten Kraftfahrzeugverkehrs. Tragischer Unfall auf der Olympia-Rennbahn in Berlin: Beim ersten Bahnrennen für Motorräder nach dem Krieg stirbt ein Mensch, sechs werden verletzt.  

1921 Inflation und hohe Steuern machen den Automobilisten das Leben schwer. In den 20er- und 30er-Jahren veranstaltet der ADAC alljährlich eine Langstrecken-Straßenprüfung für Autos und Motorräder, die durch ganz Deutschland führt. Begründet wird diese Tradition 1921 mit der ersten Reichsfahrt von Berlin nach Heidelberg. 

1922 Auf der 1921 eröffneten Avus in Berlin findet das erste ADAC Rennen statt. Für die Strecke sind die Fachleute der Zeitschrift "Motor" voll des Lobes, da sie "sowohl in Bezug auf ihre Anziehungskraft auf das große Publikum als auch hinsichtlich ihres Wertes als Prüfstrecke für Kraftfahrzeuge eine Anlage darstellt, wie sie zweckentsprechender wohl kaum gedacht werden kann".

Die historische Aufnahme eines Autos auf einer Strasse in Italien in den 20ern.
Die erste Touristikfahrt des ADAC: Halt in Terresina auf dem Weg nach Neapel ∙ © ADAC Archiv

1924 Sechs Jahre nach Kriegsende blüht der Motorsport im ADAC wieder auf: Insgesamt werden 1500 Veranstaltungen durchgeführt. Der ADAC Südbayern organisiert die erste Touristikfahrt des Clubs: 62 Wagen und 20 Motorräder fahren von München über Rom und Neapel nach Sizilien. Dort besuchen die Teilnehmer das Autorennen "Targa Florio".

1925 "Der Motorfahrer" erscheint zum letzten Mal. Die Mitglieder des ADAC erhalten fortan zwei verschiedene Zeitschriften: zweimal wöchentlich die Zeitung "ADAC Sport" und monatlich das Magazin "ADAC Motor-Welt". Nach 20-jähriger Präsidentschaft tritt Josef
Bruckmayer überraschend zurück. Interimspräsident wird Fritz Krüger aus Dresden.

1926 Als juristische Beilage zum "ADAC Sport" erscheint erstmals die Zeitschrift "Deutsches Autorecht" (DAR). Sie ist eine Antwort auf die vielen Verfahren rund um das Kraftfahrzeug. Die DAR erscheint bis heute. Carl Fritz aus München wird neuer ADAC Präsident.

1927 Eine Kernforderung des ADAC wird erfüllt: Im Deutschen Reich beginnt man, einheitliche Straßenschilder aufzustellen. 700.000 zugelassene Fahrzeuge und die steigende Unfallzahl machen eindeutige Bestimmungen unumgänglich. 

Die Einweihung des Nürburgrings wird als nationales Großereignis gefeiert: Nach langem Ringen hat Deutschland eine repräsentative Rennstrecke. Die Südschleife führt über 7,7 Kilometer Länge, die Nordschleife ist 22,8 Kilometer lang. Am 2. und 3. Juli wird auf der neuen Rennstrecke zum ersten Mal in Deutschland ein Großer Preis von Europa für Motorräder ausgetragen.

Strassenhilfsdienst repariert ein Auto in den 20ern.
Die ersten ADAC Pannenhelfer treten 1928 ihren Dienst an ∙ © ADAC Archiv

1928 Der ADAC gründet einen Straßenhilfsdienst. Den Anfang bilden 34 Motorrad-Beiwagen-Maschinen. Drei Pioniere der Kraft- und Luftfahrt werden zu Ehrenmitgliedern ernannt: Carl Benz, der Vater des Kraftfahrzeugs, Ludwig Dürr, Erbauer von 129 Luftschiffen, und Hugo Eckener, ein Pionier des Luftschiffbaus.

1929 Der ADAC empfiehlt eine jährliche technische Überprüfung der Kraftfahrzeuge auf freiwilliger Basis. Dies begründet letztlich die Einführung einer technischen Hauptuntersuchung, die heute alle zwei Jahre Pflicht ist. Frauen am Steuer werden alltäglich. Folgerichtig widmet ihnen die "Motorwelt" eine eigene Rubrik "Dame und Motorsport".

1930 Um im Notfall Hilfe leisten zu können, lässt der ADAC für seine Mitglieder in einem Feldversuch entlang der Strecke München – Garmisch 15 Telefonhäuschen errichten. Die Notrufsäule ist geboren. Der Club kritisiert, dass bei Straßenbauarbeiten stets beide Fahrtrichtungen gesperrt werden. In Hannover greift man die Kritik auf und sperrt nur noch eine Richtung – der Verkehr kann weiterfließen.

1931 Der ADAC protestiert gegen Benzinpreiserhöhungen und spricht sich gegen die Beimischung von Spiritus im Kraftstoff aus. Nach Ansicht der Experten schädigt gepanschter Sprit den Motor. Die weltweite Rezession trifft auch die Automobilindustrie. Der ADAC ruft in der "Motorwelt" dazu auf, deutsche Autos zu kaufen, um die Volkswirtschaft anzukurbeln.

1932 Mit einer Strahlenfahrt weiht der ADAC die "Kraftfahrstrecke" von Köln nach Bonn ein. Sie führt über das erste 20 Kilometer lange Teilstück der ersten Autobahn, die das rheinisch-westfälische Industriegebiet mit dem Mittelrhein verbinden soll. In allen Gauen organisiert der ADAC Protestkundgebungen gegen die hohe Abgabenlast, unter der die Autofahrer nach Meinung des Clubs leiden.

1933 Der ADAC gründet einen unabhängigen Gutachterservice. Ziel: ADAC Sachverständige sollen Mitgliedern bei Unfallschäden, Autokauf oder Reparatur mit fachkundigem Rat helfen. Hermann Fulle wird neuer ADAC Präsident.

Mann lehnt an einem DDAC-Auto
Im Dritten Reich werden die deutschen Automobilclubs zwangsvereinigt ∙ © ADAC Archiv

Zwangsvereinigung der Automobilclubs im Dritten Reich

1934 – 1945 Die Zersplitterung in mehrere Automobil- und Motorradclubs (ADAC, AvD, DTC und NDA) ist den Nationalsozialisten seit ihrer Machtübernahme ein Dorn im Auge. Unter Druck unterzeichnen die Vertreter dieser vier größten Clubs am 24. Juli 1933 ein Papier, das als "Pakt von Baden-Baden" in die Kraftfahrtgeschichte eingeht. Darin wird die Führung im deutschen Kraftfahrtwesen dem nationalsozialistischen Kraftfahrerkorps NSKK übertragen. Am 27. September 1933 schließlich wird der Einheitsclub mit dem Namen DDAC (Der Deutsche Automobilclub) aus der Taufe gehoben. Dies unterbricht die Geschichte des selbstständigen ADAC für fast 13 Jahre.

Neugründung nach dem Krieg

Im Jahr 1945 wird die Neugründung des ADAC nach anfänglicher Zustimmung wieder untersagt. Erst ein Jahr später wird der Club unter seinem alten Namen – vorläufig nur in
Bayern, dann in der gesamten amerikanischen Besatzungszone – neu gegründet. ADAC Präsident ist Ludwig Sporer aus München.

1948 Durch die Währungsreform gerät der Club in einen finanziellen Engpass – eine
Kreditaufnahme ist erforderlich. Ein Lichtblick ist die Rückgabe des beschlagnahmten Clubgebäudes an der Münchner Königinstraße. Die "Motorwelt" erscheint wieder. Hans Meyer-Seebohm wird zum neuen ADAC Präsidenten gewählt.

1949 Während der ADAC in den Westzonen wieder existiert, gibt es ihn in der sowjetischen Zone nicht. Weil viele Straßen durch Bombenangriffe beschädigt sind, bringt der Club eine Straßenzustandskarte heraus. Sie soll den Autofahrern dabei helfen, schlechte Streckenabschnitte zu meiden und so Fahrzeug und Reifen zu schonen und Benzin zu sparen.

1950 Der Club verabschiedet seine neue Satzung, die im Wesentlichen bis heute Bestand hat. Oberstes Organ ist die Hauptversammlung, die das Präsidium wählt und den Haushalt genehmigt. Das Präsidium führt die Geschäfte. Neue Straßenkarten für das Inland werden erstellt – erstmals nicht mehr im Schwarz-, sondern im Fünffarbendruck. Der ADAC ernennt Ferdinand Porsche zum Ehrenmitglied.

1951 Der Club beschließt den Aufbau eines Straßenhilfsdienstes und einen kostenlosen
Krankenrückholtransport. Auch ein Rückholdienst für defekte Fahrzeuge aus dem Ausland wird ins Programm aufgenommen. Als der Plan der Bundesregierung publik wird, eine Autobahngebühr einzuführen, reagiert das Präsidium des ADAC mit einem Protesttelegramm an das Bundesfinanzministerium. In der "Motorwelt" wird in Leitartikeln gegen diese Überlegungen gewettert und zum Boykott aufgerufen.

1952 Wer eine Auslandsreise unternehmen will, benötigt auch einen Pass für sein Fahrzeug. Der ADAC richtet am Grenzübergang Bad Reichenhall einen Kiosk ein, an dem Mitglieder nachträglich die Reisedokumente für ihr Fahrzeug bekommen. Mit Erfolg, weitere Grenzkioske werden eröffnet.

Wirtschaftswunderzeit: Ausbau der Straßenwacht

Blick zurück: Die ersten Einsätze der Straßenwacht ∙ Bild: © ADAC, Video: © ADAC e. V.

1954 Für eine halbe Million Mark schafft der Club 60 Motorradgespanne für die neue ADAC
Straßenwacht an. In den Beiwagen befindet sich das Werkzeug für die Pannenhelfer. Hauptaufgaben der Straßenwachtfahrer – allesamt ausgebildete Automechaniker – sind die Unterstützung bei Pannen und Erste Hilfe. Allein in den ersten drei Monaten leistet die Straßenwacht 25.000-mal Beistand. Daraufhin wird der Ausbau auf 100 Fahrzeuge beschlossen. In der Presse taucht erstmals die Bezeichnung "Engel der Straße" auf. 

1955 Für die wachsende Zahl der Camper unter den Mitgliedern richtet der ADAC eine
"Betreuungsgruppe Camping" ein. Der ADAC schreibt seine erste 3000 Kilometer lange Rallye aus.

Dabei sollen "die Fahrer nicht nur Sprintvermögen auf der Rennbahn, sondern auch Ausdauer auf der Langstrecke beweisen", wie die "Motorwelt" schreibt. Von den Startorten
Hamburg, München oder Dijon aus geht es über den Nürburgring weiter nach
Frankreich und wieder zum Nürburgring.

1956 Im September erklärt der Automobil- und Touringclub Saar (ATS) seinen Beitritt zum ADAC. Einen Monat später entscheiden sich die Saarländer für den Beitritt zur Bundesrepublik Deutschland. Der ADAC richtet eine Zentralfundstelle ein. Das Prinzip ist einfach: Auf Autobahnen und Bundesstraßen werden alle Fundstücke, die wahrscheinlich von Kraftfahrern stammen, auf Karteikarten erfasst. Wer etwas vermisst, erfährt beim Club die richtige Fundbehörde.

Eine Strassenwachtsstation mit Autos und Menschen davor in den 50er Jahren
Im Jahr 1957 eröffnet der ADAC seine erste Straßenwachtstation in Berlin-Dreilinden ∙ © ADAC Archiv

1957 Über 150.000 Hilfeleistungen veranlassen den ADAC, feste Straßenwachtstützpunkte einzurichten. Die erste Straßenwachtstation wird am Zonenübergang Berlin-Dreilinden eröffnet. Im Lauf des Jahres werden zusätzliche Stationen in Hannover, Köln, Stuttgart, Frankfurt und München eingeweiht.

1958 Für eine Gebühr von drei Mark pro Jahr können Mitglieder einen Auslandsschutzbrief erwerben. Er hilft im Fall einer Panne oder eines Unfalls. Zudem ist ein Kreditbrief über
500 Mark enthalten, mit dem anfallende Reparaturen bezahlt werden können. Der ADAC Verlag wird gegründet. Das Wissen der Clubexperten soll Mitgliedern und Nichtmitgliedern mit Ratgebern zugänglich gemacht werden.

1959 Der ADAC testet erstmals Kleinwagen. Auf dem Prüfstand sind unter anderem Kupplung, Bremsen und Beschleunigung. Die Ergebnisse werden in der "Motorwelt" veröffentlicht. 

1960 In Deutschland verunglücken im europäischen Vergleich die meisten Kinder im Straßenverkehr. Der ADAC bittet deswegen die Kultusminister der Länder, Verkehrserziehung in den Schulunterricht zu integrieren. Die Schutzbriefleistungen werden erweitert: Jetzt schickt der Club Ersatzteile ins Ausland, und ein Rückholdienst für kaputte Wagen wird auch für das Inland eingeführt.

1961 ADAC Reiseruf: Der Club verständigt in Notfällen Angehörige im Urlaub über das Radio. Um Fahranfängern mehr Praxis zu ermöglichen und somit die Sicherheit auf den
Straßen zu erhöhen, fordert der ADAC den Bau von Übungsplätzen.

1962 Stetig steigende Zulassungszahlen – zehn Millionen Kraftfahrzeuge sind registriert –
veranlassen den Club, den Umstieg der Straßenwacht vom Motorrad aufs Auto voranzutreiben. Der VW-Käfer wird als Straßenwachtfahrzeug ausgewählt. Nach der schwersten Hochwasserkatastrophe in Norddeutschland seit über 100 Jahren unterstützt die Straßenwacht die Rettungsarbeiten und versorgt die Menschen mit Medikamenten, Kleidung und Nahrungsmitteln.

1963 Jeder dritte Verkehrstote ist ein Fußgänger. Der ADAC ruft deshalb den Wettbewerb
"Sicherheit für den Fußgänger" ins Leben. Städte und Gemeinden werden ausgezeichnet, die sich besondere Verdienste um die Fußgängersicherheit erworben haben. Die Verwaltungsarbeit ist ohne elektronische Hilfe nicht mehr zu bewältigen. In der Münchener Clubzentrale wird ein "Elektronengehirn", wie Computer damals genannt werden, installiert.
Der Computer "IBM 1401" soll die Mitarbeiter entlasten.

Mehr Service für mehr Mitglieder

Bild: © ADAC, Video: © ADAC e.V.

1964 Die Straßenwacht nimmt Prüfstände für Brems-, Reifen- und Tachometertests in Betrieb. Unter der Münchner Telefonnummer 22 22 22 richtet der ADAC einen 24-Stunden-Bereitschaftsdienst für dringende Notfälle ein. Sie ist bis heute gültig. Hans Bretz aus Köln wird neuer Präsident des ADAC.

Bundeskanzler Ludwig Erhard mit anderen Männern
Mitglieder des ADAC Präsidiums mit Bundeskanzler Ludwig Erhard (Mitte) ∙ © ADAC Archiv

1965 Der ADAC hat eine Million Mitglieder, täglich treten dem Club fast 1000 neue Mitglieder bei. Als Extraservice beim Auslandsschutzbrief können sie auch eine Rechtschutzversicherung fürs Ausland kaufen. In einem "Manifest der Kraftfahrt" fasst der Club seine Forderungen zum weiteren Ausbau der Straßen, ihrer Finanzierung und der staatlichen Verantwortung gegenüber allen motorisierten Bürgern zusammen.

1966 Die "Motorwelt" befragt die Leser zu ihrer Haltung zum Tempolimit. Das Ergebnis ist eindeutig: Sieben von acht Autofahrern lehnen eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf Autobahnen ab. Der ADAC stiftet einen Sicherheitspreis. Damit sollen technische Innovationen ausgezeichnet werden, die der Sicherheit im Straßenverkehr dienen. Erste Gewinner sind die Firmen Magura und Daimler-Benz für die Entwicklung und Produktion eines innen verstellbaren Außenspiegels.

Ein Strassenwacht-Käfer steht im Stau
Die Straßenwachtwagen des Clubs werben für mehr Rücksicht im Straßenverkehr ∙ © ADAC Archiv

1967 Die vielen Hilfeleistungen der Straßenwacht ermöglichen einen einzigartigen Überblick über die häufigsten Pannenursachen und die anfälligsten Autos: Die Pannenstatistik erscheint zum ersten Mal. ADAC Informationen sind jetzt auch im Fernsehen zu sehen: Die ZDF-Sendung "Drehscheibe" zeigt jeden Freitag die Verkehrsprognose des Clubs.

1968 In der Hauptreisezeit startet der ADAC einen Modellversuch mit einem geliehenen
Hubschrauber, der für Rettungseinsätze auf den Hauptverkehrsrouten eingesetzt
wird. 

1969 Die hohe Zahl der Verkehrstoten – zwischen 1953 und 1968 verlieren 213.000 Menschen ihr Leben – veranlasst den Club, die Aktion "Deutlich fahren" ins Leben zu rufen. Ziel ist es, mit einfachen Regeln den Straßenverkehr sicherer zu machen. Die Zeltstationen der mobilen Prüfzentren werden nach und nach durch Prüfwagen ersetzt. Dort können Mitglieder kostenlos Bremsen, Tacho, Reifen und andere Fahrzeugteile untersuchen lassen.

Zwei Männer stehen an einem Hubschrauber
ADAC Vizepräsident Franz Stadler und Verkehrsminister Georg Leber (r.) mit dem ersten Rettungshubschrauber ∙ © ADAC Archiv

1970 Der erste ADAC Rettungshubschrauber wird in Betrieb genommen. Der gelbe Helikopter namens Christoph hat neben dem Piloten einen Sanitäter und einen Arzt an Bord. 

Unter der Notrufnummer 22 22 22 ist jetzt auch ein Telefonarzt für Mitglieder im Ausland
erreichbar.

Die Anfänge der Luftrettung: Der ehemalige ADAC Hubschrauberarzt Erwin Stolpe erinnert sich

00:00

00:00

1972 Obwohl Bund, Länder, die Versicherungen und die Krankenhäuser den Einsatz von
Rettungshubschraubern für dringend erforderlich halten, verzögert sich der Ausbau der Luftrettungsflotte. Der Grund: Es fehlt an Geld. Spenden ermöglichen den Kauf des Helikopters "Christoph 2". Die ADAC Luftrettung wird im Mai 1982 als unabhängige Stiftung gegründet. Franz Stadler gewinnt die Wahl zum ADAC Präsidenten.

Luftaufnahme von einem vierstöckigen Haus mit Flachdach
Die ADAC Zentrale in München-Sendling ∙ © ADAC Archiv

1973 Der Club empfiehlt den konsequenten Ausbau der "grünen Welle", um den Verkehr
in den Innenstädten flüssiger zu machen. Die "Motorwelt" veröffentlicht einen Test, der die Vorteile des fließenden Verkehrs für Auto und Umwelt belegt. Nach 45 Jahren verlässt der ADAC sein Stammhaus in Schwabing und zieht in eine neue Zentrale im Münchner Westend. Der Inlands-Schutzbrief wird eingeführt.

Ölkrise und Umwelttechnik

1974 Mit großformatigen Anzeigen wirbt der ADAC in der "Motorwelt" für Sicherheitsgurte. Wegen der Ölkrise verhängt die Bundesregierung ein generelles Tempolimit von 100 km/h auf Autobahnen. Der ADAC kritisiert diese Maßnahme scharf, in der "Motorwelt" wird Widerstand gegen das "unrealistische Kriechtempo" angekündigt. Im März läuft die Beschränkung wieder aus. Mit Tempo 100 auf Landstraßen ist der ADAC hingegen einverstanden.

1975 Der ADAC stellt als Reisetipp des Sommers zwei Routen durch die DDR vor. Der Grundlagenvertrag von 1973 hatte eine allmähliche Normalisierung des Verhältnisses zwischen BRD und DDR ermöglicht und Ostdeutschland zum potenziellen Reiseland gemacht. Die ersten Auslands-Notrufstationen werden in Paris, Athen und Rom eröffnet. Allein die italienische Dependance hilft im ersten Jahr über 1300-mal.

1976 Die Verkehrssicherheit ist ein wichtiges Thema geworden. Rund 14.000 Lehrer wurden in Verkehrssicherheit fortgebildet, 100.000 Kinder nehmen jedes Jahr an Fahrradkursen teil, und 30.000 Eltern besuchen Vorträge zur Verkehrserziehung. 

Die Luftrettung hat sich in der Bundesrepublik Deutschland etabliert, bei rund 6900 Einsätzen wurden 5511 Verletzte versorgt. Und: Zwei Erfolge zeigen, dass der Club zum führenden Verbraucherschützer aufgestiegen ist – die ADAC Forderungen nach sicheren Verbundglasscheiben bei Autos und nach der 1-Jahres-Garantie bei Neuwagen werden erfüllt.

1978 Mit einer eigenen Rechtschutzversicherung bietet der ADAC seinen Mitgliedern die
Möglichkeit, ihr Recht in Verkehrssachen durchzusetzen. Der ADAC erweitert seinen Ferienservice um das "Tourenpaket": Mit Leuchtstiften markieren Touristikexperten die günstigste Route auf Straßenkarten und geben Tipps zum Urlaubsort. So entsteht das ADAC Tourset. 

1979 Zweite Ölkrise: Benzin kostet erstmals mehr als eine Mark. Der ADAC unterstützt die
Aktion "Ich bin Energiesparer". Darin werden Autofahrer aufgefordert, auf unnötige Fahrten zu verzichten und den Spritverbrauch zu drosseln.

1980 In München öffnet das erste ADAC Prüfzentrum. Gegen eine Gebühr von 42 Mark bekommen Mitglieder dort auch einen umfassenden Gebrauchtwagencheck.

1981 Zum ersten Mal werden die ADAC Sportler des Jahres gewählt. Es sind der Rallyefahrer Walter Röhrl und sein Beifahrer Christian Geistdörfer, die im Jahr zuvor Rallyeweltmeister geworden waren. 

Zwei Stauberater fahren mit ihren Motorrädern in einem Stau auf der Autobahn
Anfang der 1980er-Jahre setzt der ADAC erstmals Stauberater während der Sommerferien ein ∙ © ADAC Archiv

1982 Der ADAC schickt an den acht verkehrsreichsten Wochenenden erstmals Stauberater auf die Autobahnen. Sie sollen Urlaubern die Wartezeit im Stau verkürzen, kleinere Pannen beheben und Erste Hilfe leisten. Der ADAC unterstützt die Anschnallpflicht. Fortan kostet es 20 Mark, ohne Gurt am Steuer erwischt zu werden.

1983 Ab 1986 dürfen nur noch Benzinautos zugelassen werden, deren Abgase durch
Katalysatoren entgiftet werden. Der ADAC unterstützt diese Vorschrift und fordert die Industrie auf, die neuen Fahrzeuge und das bleifreie Benzin bereits ab 1984 anzubieten.

1984 Der ADAC wirbt für verkehrsberuhigte Wohnstraßen. Ein neuartiger Rettungshubschrauber nimmt den Flugdienst auf. Der vier Millionen Mark teure Helikopter vom Typ BK 117 wurde nach Anregungen des ADAC speziell für Rettungsflüge entwickelt.

1985 Der Club macht sich für bleifreies Benzin stark. Doch viele Autofahrer sind noch verunsichert. Die Entscheidung für Bleifrei soll durch eine neue Mineralölbesteuerung
erleichtert werden. Ein Test des ADAC beweist, dass die neue Abgas-Sonderuntersuchung vom TÜV nachlässig gehandhabt wird. Demnach bekommen auch Autos mit überhöhten Werten die Plakette.

Die ADAC Tests in den späten 80ern: Der ehemalige Testingenieur Hubert Paulus erinnert sich

00:00

00:00

1986 Im 33. Jahr des Bestehens der Straßenwacht tritt erstmals eine Frau ihren Dienst als Gelber Engel an. Der ADAC kämpft gegen Autoabgase: Neuwagen müssen schon mit Katalysatoren ausgestattet sein, nun wirbt der Club für die Nachrüstung älterer Fahrzeuge und fürs Bleifrei-Tanken.

Wendezeit und Mitgliederwachstum

1987 Der ADAC startet die Initiative "Runter mit den Unfallzahlen". Alle Verkehrsteilnehmer, insbesondere Autofahrer, werden zu rücksichtsvollerem Verhalten aufgerufen, um die Zahl der Toten und Verletzten auf bundesdeutschen Straßen zu reduzieren.

Der Straßendienst wird eingeführt: Private Firmen leisten im Auftrag des ADAC zusätzlich zu den Gelben Engeln kostenlose Pannenhilfe. Und: Mit dem Helikopter "Christoph 31", der in Berlin seinen Dienst aufnimmt, ist die Luftrettung jetzt bundesweit flächendeckend gesichert.

1988 Mit der DDR wird ein Abkommen über Pannenhilfe für westdeutsche Fahrzeuge auf den Transitrouten geschlossen. Es erlaubt der ADAC Straßenwacht, in der DDR liegen gebliebene Fahrzeuge direkt am Ort der Panne zu reparieren. Der Club stellt im Gegenzug dem Verkehrskombinat Potsdam zunächst 15 neue VW Passat zur Verfügung. Mit dem neuen Pannenservice wird in den ersten zehn Monaten 50.000 Kraftfahrern geholfen. 

Erstmals chartert der ADAC eine Boeing 737, um eine bei einem Unfall schwerverletzte Familie aus der Türkei zurückzuholen. Die Kosten der Aktion sind durch den Schutzbrief des Familienvaters gedeckt.

1989 Der Eiserne Vorhang hebt sich. Hunderttausende DDR-Bürger fahren mit ihren Trabis und Wartburgs Richtung Westdeutschland. Der ADAC reagiert mit Kreativität und
Sonderschichten: Die Straßenwachtfahrer greifen zu Flick-, Schweiß- und Lötgerät, um havarierten Ostdeutschen zu helfen. Erstmals erscheint der ADAC Auto-Atlas, außerdem ist seit diesem Jahr die ADAC Visa-Karte im Angebot. Otto Flimm wird ADAC Präsident.

Viele Männer sitzen hinter einem langen Tisch bei der Gründung des ADAC in der DDR
Am 31. Januar 1990 wird der "ADAC in der DDR" gegründet ∙ © ADAC Archiv

1990 Gründung des "ADAC in der DDR". Die Straßenwachtfahrzeuge, die der Club zwei Jahre zuvor in den Osten geliefert hat, bilden dabei die Grundlage der ostdeutschen ADAC Straßenwacht. Am 3. Oktober, dem Tag der Deutschen Einheit, vereinigen sich ADAC Ost und ADAC West zu einem Club. Die Zahl der Mitglieder steigt auf über zehn Millionen.

1991 Spektakuläre Hilfe für eingeschlossene Jugoslawien-Urlauber: Als 1200 Urlauber vom
Kriegsausbruch überrascht werden und in der Hafenstadt Pula festsitzen, organisiert der ADAC eine Autofähre, die die Touristen über die Adria ins italienische Triest bringt.

1992 Großer Wassertest an Mittelmeer, Nord- und Ostsee: Über 86.000 Messergebnisse von 266 Urlaubsstränden wertet der ADAC aus, um seinen Mitgliedern einen Überblick über die Wasserqualität an Europas Küsten zu bieten. Auf einer Karte wird jedes Jahr im Sommer in der "Motorwelt" illustriert, wo besondere Belastungen auftreten und wo nicht. 

Anders als in der alten Bundesrepublik sind in den neuen Bundesländern viele Alleen noch intakt. Aus der Aktion "Rettet die Alleen" des ADAC entsteht die Idee einer den Osten und Westen verbindenden "Deutschen Alleenstraße". Sie führt heute vom Nordosten durchgehend nach Südwesten.

1993 In Halle eröffnet der ADAC eine Anlage zur Wiederverwertung von Altautos. Dort sollen wertvolle Rohstoffe nach der Demontage wieder der Industrie zugeführt werden. Der ADAC testet Neuwagen auch auf ihre Umweltverträglichkeit. Der Ökotest soll umweltbewussten Autokäufern die Orientierung erleichtern und gleichzeitig Druck auf die Hersteller ausüben, bereits machbare Verbesserungen voranzutreiben.

1994 Der Informationsservice über Staus und Verkehrsstörungen soll verbessert werden. Zunächst 1300 private Staumelder teilen dem Club Staus und Behinderungen mit. Der Versuch wird ein riesiger Erfolg: Schon zwei Jahre später hat der ADAC über 50.000 Staumelder. Unzufrieden mit der verkehrspolitischen Linie der Bundesregierung, verlangt der ADAC mehr Geld für den Straßenbau, den verstärkten Ausbau städtischer öffentlicher
Verkehrsmittel und einen Stopp weiterer Abgaben für Autofahrer.

1995 Zusammen mit dem Umweltbundesamt führt der ADAC einen Langzeittest mit älteren Fahrzeugen durch. Die zwei Jahre dauernde Feldüberwachung liefert dem Club wertvolle
Erkenntnisse über Schwachstellen beim Schadstoffausstoß. 

Motorsport-Boom in Deutschland: Michael Schumacher und der Förderung durch den ADAC ist es zu verdanken, dass der Nürburgring nach zehn Jahren Pause wieder Austragungsort für ein Formel-1-Rennen ist.

Digitalisierung und Aufbau des ADAC Technikzentrums

1996 Für den Club beginnt das Internetzeitalter. Unter www.adac.de finden Mitglieder die neuesten Nachrichten rund um die Mobilität und Zugang zum umfangreichen Archiv mit
Autokatalog, Rechtstipps, Testberichten und aktuellen Reiseinformationen. Protest gegen Maut in Österreich: Nach Ansicht des ADAC führt das "Pickerl" lediglich zur Überlastung von Nebenstraßen. Österreich hält dennoch an der Einführung fest.

1997 Im oberbayerischen Landsberg am Lech wird das ADAC Technikzentrum eröffnet. Unter idealen Bedingungen können dort jährlich 150 neue Autos getestet werden. Die
ADAC Ingenieure prüfen außerdem Zubehör wie Kindersitze oder Gepäckträger. Zwei
Jahr später entsteht eine Crashtestanlage. Unter dem Eindruck des Untergangs der Fähre "Estonia" untersucht der ADAC die Sicherheit von Passagierschiffen im Mittelmeerraum.

1998 Europäische Zusammenarbeit: Vom Standpunkt Würselen bei Aachen aus fliegt der Helikopter "Christoph Europa 1" auch zu Einsätzen ins benachbarte Belgien und in
die Niederlande. 

1999 Brandkatastrophen im Montblanc- und im Tauerntunnel fordern 51 Menschenleben. Der Club veröffentlicht die Ergebnisse seines ersten großen Tunneltests und trägt so zur
Weiterentwicklung der Sicherheitstechnik im Straßentunnelbau bei. 

Die ADAC Telematikdienste bieten eine neue Dienstleistung an: Mit Navigationsgeräten und
Freisprecheinrichtungen können Autofahrer vom ADAC mithilfe von Satelliten geortet werden, sodass besonders schnelle Hilfe möglich ist.

2001 Der ADAC testet Raststätten, und auch der öffentliche Nahverkehr in 20 europäischen Städten kommt auf den Prüfstand. Mit dem "AutomarxX" bietet der Club einen neuen Service an: Den ersten Vergleich von Automarken. Dieser Bewertungsindex bezieht dabei nicht nur die Qualität, sondern auch das Image einer Marke mit ein. Peter Meyer wird zum ADAC-Präsidenten gewählt.

2002 Der ADAC geht auf SAT.1 mit einem eigenen Fernsehmagazin auf Sendung. Jeden Samstag informiert Moderator Kurt Lotz über aktuelle Motor-, Mobilitäts- und Servicethemen. Am 3. August wird "TV Motorwelt" das letzte Mal ausgestrahlt. Der ADAC bringt eine eigene Kfz-Versicherung auf den Markt: Mitglieder, die sich für die neue Versicherung entscheiden, erhalten Sondertarife.

2003 Der ADAC wird 100 Jahre alt. Die Feierlichkeiten beginnen am 18. Mai in Hamburg, München, Berlin, Dresden, Köln und Saarbrücken. Dort starten Autofahrer mit ihren Oldtimern eine Woche vor dem eigentlichen Geburtsdatum, treffen sich in Weimar und fahren weiter nach Stuttgart. Zwei Tage später werden in der schwäbischen Hauptstadt die Oldtimer-Freunde am Schlossplatz mit einem Empfang für ihren Enthusiasmus belohnt. 

2006 Zum ersten Mal wird im ADAC Technikzentrum ein Motorrad-Crashtest durchgeführt. Eine Honda Gold Wing, die mit einem Airbag ausgestattet ist, fährt gegen einen quer auf der Fahrbahn stehenden Van. Der Airbag kann den Dummy vor lebensgefährlichen Verletzungen schützen. 

2007 Die ADAC Stiftung "Gelber Engel" wird gegründet. Sie soll Menschen, die nach einem Verkehrsunfall in wirtschaftliche Not geraten sind, dabei unterstützen, ihre Mobilität wiederzuerlangen. Darüber hinaus fördert die Stiftung Initiativen und Institutionen auf dem Gebiet der Unfallhilfe und Unfallforschung. Der Bau einer neuen ADAC Zentrale in der
Hansastraße in München beginnt. Der Club führt erstmals einen Brückentest durch. 

2009 Die HEMS Academy* in St. Augustin nimmt den Betrieb auf. Die ADAC Luftrettung bildet hier Hubschrauberbesatzungen, Piloten, Notärzte und Rettungsassistenten für den Einsatz aus. ADAC und RWE stellen Ladesäulen für Elektrofahrzeuge auf. Das Technikzentrum initiiert die ADAC Rettungskarte. Sie soll es den Einsatzkräften erleichtern, bei den verschiedenen Automodellen die richtigen Punkte zum Ansatz von Rettungsscheren zu finden. 

2010 Die Stiftung "Gelber Engel" des ADAC verteilt – unterstützt von der Deutschen Post und der "Bild"-Hilfsorganisation "Ein Herz für Kinder" – 750.000 Sicherheitswesten an Erstklässler in 16.000 Grundschulen. 

Die ADAC Zentrale in München beleuchtet in der Dämmerung
Die Architekten SauerbruchHutton entwerfen die markante ADAC Zentrale ∙ © ADAC/Xaver Lockau

Neue Zentrale und große Reform

2011 Der ADAC bezieht seine neue Zentrale in der Hansastraße 19. 2400 Mitarbeiter, die
bis dahin auf sieben Standorte in München verteilt waren, bekommen damit einen gemeinsamen Arbeitsplatz. Entworfen hat das Hochhaus das Architekturbüro SauerbruchHutton. Das erste serienmäßige Elektroauto (Mitsubishi i-MiEV) wird getestet und schneidet sehr gut ab. Mit Sandra Hohner kommt die erste Pilotin zur ADAC Luftrettung.

2012 Die Mitglieder können Pannen jetzt sowohl via Telefon, per Online-Formular oder Pannenhilfe-App melden. Mit einem selbst entwickelten Verfahren deckt der Club Schwächen des herkömmlichen Standard-Crashtests auf und kommt zu realistischeren Ergebnissen. Überprüft wird zum Beispiel, was passiert, wenn ein Kleinwagen mit einem deutlich größeren Auto kollidiert. 

2013 Das ADAC Tourset bekommt ein neues Design und erscheint auch als App für Smartphones.

Das ADAC Clubhaus öffnet seine Pforten. In dem denkmalgeschützten Kontorgebäude von 1910 in unmittelbarer Nähe der Zentrale ist jetzt die ADAC Geschichte zu Hause: die Bibliothek und Sammlungen mit über 50.000 Medien und Kunstschätzen.

2014 Der ADAC gerät in eine Vertrauenskrise. Der Chef der ADAC Kommunikation hatte sowohl Teilnehmerzahlen als auch die Reihenfolge der "Autos des Jahres" bei der Mitgliederabstimmung zum "Gelben Engel" manipuliert. Daraufhin startet der ADAC sein Programm "Reform für Vertrauen" zur Neuausrichtung des Clubs. Eine außerordentliche Hauptversammlung wählt im Dezember den bisherigen Ersten Vizepräsidenten Dr. August Markl zum Nachfolger von Peter Meyer als ADAC Präsident.

2016 Bei der ADAC Hauptversammlung in Lübeck wird eine neue Organisationsstruktur beschlossen. Vereinsaktivitäten und Wirtschaftsunternehmen (z.B. die ADAC Versicherungen) sowie die gemeinnützige Stiftung werden voneinander getrennt. Fortan gibt es drei rechtlich unabhängige "Säulen": Den Idealverein ADAC e.V., die europäische Aktiengesellschaft ADAC S.E. und die gemeinnützige ADAC Stiftung*. 

Ein Pannenhelfer mit seinem Fahrrad, Anhänger und Werkzeug
In mehreren Großstädten testet der ADAC die Pannenhilfe per Rad ∙ © ADAC/ Moritz Hoffmann

Erstmals in der mehr als 40-jährigen Geschichte des Ambulanzflugs versorgt der ADAC einen Patienten mit einer mobilen Herz-Lungen-Maschine bei einem Krankenrücktransport. Im Rahmen eines Pilotprojekts setzt der ADAC zwei E-Bike-Pannenhelfer in den besonders staubelasteten Innenstädten von Berlin und Stuttgart ein.

2020 Relaunch der ADAC Motorwelt: Die Mitgliederzeitung des Clubs erscheint vierteljährlich als Premium-Magazin. Während der Corona-Pandemie sind die ADAC Pannenhelfer ohne Einschränkungen im Einsatz.

2021 Wegen der Corona-Pandemie findet die ADAC Hauptversammlung erstmals virtuell statt. Christian Reinicke wird zum neuen Präsidenten gewählt.

*Durch Anklicken des Links werden Sie auf eine externe Internetseite weitergeleitet, für deren Inhalte der jeweilige Seitenbetreiber verantwortlich ist.

Redaktion
Kontakt

Wie hat Ihnen der Artikel gefallen?