Menü
Rund ums Fahrzeug
Verkehr
Reise & Freizeit
Versicherungen & Finanzen
Mitgliedschaft
Services
Der ADAC

Nissan Juke im Test: Der kleine Crossover wird erwachsen

Dieses Video wird über YouTube abgespielt. Es gelten die Datenschutzbestimmungen von Google. Bild: © Nissan

Mehr Platz, mehr Komfort und etwas weniger extravagant: Die zweite Juke-Generation hat bei Qualität und Fahrdynamik zugelegt. ADAC Test mit Daten und Preisen

  • Mit 4,21 Metern Länge ist der Juke ein Kleinwagen-SUV

  • Nur ein Dreizylinder mit 117 PS zu haben

  • Mehr Platz als bisher und größerer Kofferraum

  • Fünf Ausstattungen, Preis: ab 18.998,66 Euro

Nach zehn Jahren, in denen Nissan immerhin 10.000 Einheiten des kompakten Crossover-Pioniers in Deutschland verkauft hat, rollt seit Herbst 2019 die zweite Modellgeneration über die Straßen Europas. Das Design ist etwas gefälliger, doch seinen polarisierenden Charakter hat sich der Juke auch in der Neuauflage bewahrt – und setzt sich so klar vom Renault Captur ab, der auf der gleichen Plattform eher konservativere Kunden gewinnen soll.

Das Motto des Nissan Juke: Design ist alles!

Nissan Juke fahrend von schräg hinten
Neuer Juke: Hinten viel Blech und kleine Scheibe ∙ © Nissan

Nach wie vor ist laut Nissan der Hauptgrund, einen Juke zu kaufen, das außergewöhnliche Design. Denn: "Design ist alles". Und deshalb wurde die Formensprache des kompakten Crossover auch nur behutsam neu interpretiert. Wie gewohnt wird die Frontpartie von den modelltypischen runden Scheinwerfern geprägt, sowie dem dreidimensionalen V-Kühlergrill. Die Seitenansicht mit dem scheinbar schwebenden Dach im Coupé-Stil und der auffälligen C-Säule mit integrierten Türgriffen erinnert stark an den kleineren Nissan Micra.

Das heruntergezogene Dach wirkt wie bei einem SUV-Coupé – momentan eine ziemlich angesagte Fahrzeug-Klasse, die zum Beispiel auch Audi mit dem Q3 Sportback oder BMW mit dem X2 in der Kompaktklasse bedienen. Am Heck dominieren scharfkantige LED-Rückleuchten im dreidimensionalen Bumerang-Stil. 

Schlechte Rundumsicht im Juke

Doch wie zu erwarten hat so viel extravagantes Design auch handfeste Nachteile: Die Übersicht vor allem nach hinten ist miserabel. Und deshalb ist hilfreich, dass in der getesteten Ausstattung Tekna 360-Grad-Kameras serienmäßig installiert sind: Sie sind für präzises Rangieren sehr hilfreich. Ebenfalls serienmäßig an Bord sind Parksensoren an Front und Heck; ein Parkassistent ist nicht verfügbar. Ein Voll-LED-System mit guter Straßenausleuchtung, aber ohne Scheinwerferreinigungsanlage und ohne automatische Leuchtweitenregulierung hat schon die Basisversion, Kurven- oder Abbiegelicht gibt es nicht.

Mehr Platz als früher

Trotz schlechter Rundumsicht sitzt man ansonsten im Juke bequem, denn das aktuelle Modell hat beim Platzangebot deutlich zugelegt. Möglich macht das die um sieben Zentimeter auf 4,21 Meter gewachsene Karosserie. Doch es ist vor allem der um zehn Zentimeter gewachsene Radstand, weshalb die Insassen im Fond jetzt 5,8 Zentimeter mehr Knieraum und 1,1 Zentimeter mehr Kopffreiheit genießen. Allerdings wird das Raumgefühl durch die extrem hohe Gürtellinie (Design!) hinten etwas beeinträchtigt.

Der Kofferraum hat um 20 Prozent zugelegt und offeriert laut Herstellerangaben mit 422 Litern nun satte 68 Liter mehr Fassungsvermögen. Laut ADAC Messung sind es immer noch gute 365 Liter. Die Höhe der Ladekante verdient Kritik, denn sie liegt 78 Zentimeter über der Straße, weshalb das Gepäck beim Beladen weit angehoben werden muss. Auch innen ist die Stufe zwischen Ladeboden und Kante mit knapp 23 Zentimeter sehr unpraktisch und erschwert das Ausladen.

Gut vernetzt mit WLAN-Hotspot

Das Cockpit vom Nissan Juke
Rundinstrumente und konventionelle Tasten: Das Cockpit des Nissan Juke ∙ © Nissan

Abgesehen von peppigen Farben in den teureren Ausstattungsvarianten wurde der Innenraum ohne übertriebene Modernität gestaltet. Soft-Touch-Materialien auf dem Armaturenbrett, der Türverkleidung und im Fußraum machen einen hochwertigen Eindruck, zu dem auch die sportlichen Sitze mit optionalem Alcantara- oder Lederbezug und die in höheren Ausstattungslinien serienmäßige Ambiente-Beleuchtung beitragen.

Die Steuerelemente sind intuitiv bedienbar: Es bleibt bei großen Rundinstrumenten hinter dem Lenkrad, und die Bedienung der Klimaanlage funktioniert über konventionelle Tasten außerhalb des acht Zoll großen Touchscreens. Die Automatikfunktion entlastet den Fahrer; das Bedienteil ist allerdings etwas tief positioniert, dadurch muss der Blick deutlich von der Fahrbahn abgewendet werden.

Moderne Smartphone-Anbindung

Das Infotainment-System Nissan Connect beherrscht Apple CarPlay und Android Auto für eine gute Smartphone-Integration und fungiert auch als WLAN-Hotspot, so dass die Mitfahrer ihre eigenen Geräte drahtlos verwenden können.

Über eine Smartphone-App lassen sich auch aus der Ferne Ölstand und Reifendruck kontrollieren, und wer zu Hause über den Google-Sprachassistenten ein Ziel ins Smartphone spricht, kann es gleich an das Navi des Juke schicken. Die Sicherheits- und Assistenzausstattung ist in der getesteten Tekna-Version sehr umfangreich - praktisch alles, was verfügbar ist, bringt er sogar serienmäßig mit. Es gibt eine Kollisionswarnung, ein Notbremssystem samt Personenerkennung und einen Spurhalteassistenten mit Warnfunktion oder leichten Bremseingriffen zur Spurkorrektur.

SUV-Kaufberatung: Das ist zu beachten

SUV sind beliebt wie nie zuvor. Was ist beim Kauf zu beachten? Welche Größe ist die richtige? Braucht man überhaupt Allradantrieb? Der ADAC hat alles zum Thema SUV zusammengetragen.

Kaufberatung SUV

Der Spurwechselassistent umfasst auch den Ausparkassistenten, der mit den Radar-Sensoren am Heck den kreuzenden Verkehr überwacht und beim Rückwärtsausparken vor Gefahren warnt. Ein Geschwindigkeitsbegrenzer ist Serie, ebenso die adaptive Geschwindigkeitsregelung (ACC). Einen Stauassistenten gibt es für den Nissan nicht. Die Verkehrszeichenerkennung dagegen ist Serie.

Wer noch 584,87 Euro übrig hat, sollte sich das Bose Personal Plus Soundsystem leisten: Acht leistungsstarke Lautsprecher – darunter je zwei, die in die beiden Kopfstützen der Vordersitze integriert sind – sorgen für einen außergewöhnlich klaren Sound. 

Einziger Motor: Ein Dreizylinder mit 117 PS

Motor vom Nissan Juke
Hier arbeiten die 117, etwas trägen PS ∙ © Nissan

Bei den Motoren gibt es keine Auswahl. Lediglich ein 1,0-Liter-Dreizylinder ist im Angebot, der mit seinen 117 PS und nominell 180 Nm Drehmoment allerdings enttäuscht. Für einen Dreizylinder läuft er zwar speziell bei höheren Drehzahlen recht ruhig und wird dank der guten Dämmung niemals akustisch aufdringlich, ist aber gerade bei niedrigen Drehzahlen träge und zäh und produziert lästige Vibrationen.

Häufige Gangwechsel mit dem serienmäßigen Sechsgang-Schaltgetriebe helfen auch nicht wirklich weiter, denn der sechste Gang ist eigentlich nur als Schongang für die Autobahn ausgelegt. Das spiegelt sich auch in den Messwerten wider, im vierten und fünften Gang kann der Juke gute bis befriedigende Elastizitätswerte erzielen, von 60 auf 100 km/h beschleunigt er in gut zehn beziehungsweise in 13,7 Sekunden. Im sechsten Gang dauert diese Übung dann schon über 20 Sekunden.

Testverbrauch 6,6 l/100 km

Der durchschnittliche Kraftstoffverbrauch des Juke 1.0 DIG-T 117 liegt im ADAC Ecotest bei 6,6 Liter Super pro 100 Kilometer. Damit verbunden ist eine CO₂-Bilanz von 185 g/km. Und die Schadstoffe? Weder die CO-, noch die Feinstaub-Emissionen geben Anlass zu ernster Kritik, auf dem Prüfstand wie auf der Straße. Selbst im anspruchsvollen Autobahnzyklus des ADAC Autotest, der weit über die gesetzlichen Anforderungen hinausgeht, bleibt der Juke fast überall unter den Grenzwerten. Der Lohn für diese saubere Leistung: 71 Punkte und damit vier von fünf Sternen im ADAC Ecotest.

Als Alternative zum serienmäßigen Sechsgang-Schaltgetriebe steht für den Juke übrigens erstmals ein sportliches Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe (DCT) mit Lenkradschaltwippen zur Wahl. Das Fahrverhalten lässt sich über den optionalen D-Mode Schalter mit den drei Modi Eco, Standard und Sport den individuellen Vorlieben anpassen.

Preis: Deutlich teurer im Vergleich zum Vorgänger

Im Vergleich zum Vorgänger hat Nissan den Preis deutlich erhöht: Mit einem Grundpreis von 18.998,66 Euro liegt der Juke rund 2500 Euro über dem alten Modell. Mit Doppelkupplungs-Automatik ist der Japaner ab 22.605,38 Euro zu haben.

So leicht wie 2010 hat es der aktuelle Juke längst nicht mehr. Denn heute tummeln sich im Segment der Kleinwagen-SUV wesentlich mehr KonkurrentenVW T-CrossFord PumaFiat 500XMazda CX-3 oder Peugeot 2008 – um nur eine Handvoll Fahrzeuge der boomenden Gattung zu nennen.

Lesen Sie hier den ausführlichen Test des Nissan Juke 1.0 DIG-T 117 Tekna als PDF
PDF, 730 KB
PDF ansehen

Technische Daten Nissan Juke

Technische Daten (Herstellerangaben)Nissan Juke DIG-T 117 Tekna 6MT

Motor/Antrieb

3-Zylinder-Turbobenziner, 999 cm³, 86 kW/117 PS, 180 Nm bei 4000 U/min

Fahrleistungen

10,4 s auf 100 km/h, 180 km/h

Verbrauch

5,9-6,2 l Super/100 km, 135-142 g CO₂/100 km

Maße L / B / H

4,21 / 1,80 / 1,56 m

Kofferraum / Leergewicht

422 Liter / 1257 kg

Preis

25.627,23 € (Baureihe ab 18.998,66 €)

ADAC Messwerte

ADAC Messwerte (Auszug)Nissan Juke DIG-T 117 Tekna 6MT

Überholvorgang 60-100 km/h

6,9 s

Bremsweg aus 100 km/h

36,2 m

Wendekreis

11,2 m

Verbrauch / CO₂-Ausstoß ADAC Ecotest

6,6 l Super/100 km, 185 g CO₂/km (well-to-wheel)

Bewertung ADAC Ecotest (max. 5 Sterne)

****

Reichweite

695 km

Innengeräusch bei 130 km/h

69,1 dB (A)

Leergewicht / Zuladung

1235 / 465 kg

Kofferraumvolumen normal / geklappt / dachhoch

365 / 765 / 1130 l

ADAC Noten

ADAC TestergebnisNissan Juke DIG-T 117 Tekna 6MT

Karosserie/Kofferraum

2,9

Innenraum

2,7

Komfort

3,1

Motor/Antrieb

2,8

Fahreigenschaften

2,6

Sicherheit

2,0

Umwelt/Ecotest

2,5

Gesamtnote

2,6

Die Kapitel Sicherheit und Umwelt werden doppel gewertet

Hier finden Sie viele weitere Fahrberichte und Autotests.