Opel Combo Electric: Neue Schnauze, neue Batterie, neuer Schwung?
Von Gabriel Kroher

Elektrische Hochdachkombis waren bis jetzt im elektrischen Niemandsland unterwegs. Denn der hohen Praktikabilität steht oft die schwache Reichweite entgegen. Das war bisher auch beim Opel Combo so. Ändert sich das mit dem Facelift? Testfahrt.
Opel Combo-e Life wurde zu Combo Electric
In der Batterie stecken nun 60 Kilometer mehr Reichweite
Hochdachkombi mit bekannten Stärken bei Stauraum und Platz
Hochdachkombis und Elektromobilität, das ist bei Weitem keine Liebe auf den ersten Blick. Denn während bei E-SUVs und Limousinen die Reichweiten Jahr für Jahr klettern – Audi will mit dem A6 e-tron die 750-Kilometer-Marke knacken – wirken die Großraumvans mit Batterie noch wie ungeliebte Notlösungen.
Anschaulich wurde das beim ADAC Test des Opel Combo Electric Life, der Ende 2021 von den Rüsselsheimern erstmals einen Akku verpasst bekam. Beim Kapitel Stauraum und Praktikabilität konnte er noch den meisten SUVs dieser Größe die Grenzen aufzeigen, beim Reichweitentest ging dem Combo allerdings schnell die Puste aus: 215 Kilometer, weiter kam man mit einer Akkufüllung nicht. Im Winter war schon bei etwa 170 Kilometer Schluss, der Familienurlaub rückte buchstäblich in unerreichbare Ferne.
Bei der ersten Überarbeitung haben die Opel-Techniker sich nun – verständlicherweise – vor allem um mehr Reichweite bemüht. Wird der Combo Electric damit zur Langstrecken-Option?
Opel Combo nur noch als Electric

Das Facelift kommt mit einer klaren Botschaft: Opel macht trotz branchenweit mauer E-Auto-Zulassungszahlungen keine Rolle rückwärts. Den Combo gibt es wie den Zafira und anders als die baugleichen Citroën Berlingo, Peugeot Rifter und Toyota ProAce City nur noch als Stromer.
Anders verhält es sich in der Cargo-Version, also dem Nutzfahrzeug ohne Fenster für Passagiere, das meist von Firmenkunden bestellt wird. Dieses gibt es weiterhin mit Diesel- und Benzinmotor. Zwar ist es nicht völlig ausgeschlossen, dass auch im Combo für Privatpersonen einmal wieder ein Diesel- oder Benzinmotor brummt. Planungen in diese Richtung gibt es laut Opel aber erst einmal nicht.
Opel Combo Electric mit neuer Front

Zum 2024er-Facelift hat sich vor allem die Front des Combo merklich verändert, den Begriff "Facelift" nimmt Opel also wörtlich. Die Vorderseite ziert nun das durchgängig schwarze Band, das einst beim Opel Mokka Premiere feierte und in dem Lichter, Blitz-Emblem sowie Kameras und Sensorik eingefasst sind. Der Hochdachkombi ist damit eines der letzten Modelle, das den schwarzen "Visor" erhält. Neu ist auch die Benennung: Der bisherige Namenszusatz "Life" entfällt.
Ansonsten hat sich optisch nichts verändert, nur der Modellname prangt nun mit dem typisch großen Zeichenabstand unter dem Logo am Heck. Die Abmessungen bleiben hingegen identisch: 4,41 Meter ist der Fünfsitzer lang, der Combo XL für maximal sieben Passagiere oder deutlich mehr Gepäck kommt auf 4,76 Meter.
Combo mit wohnlichem Innenraum

Für den Innenraum gilt folglich, was schon vor dem Facelift galt: Trotz sehr einfacher Kunststoffe ist Opel eine wohnliche Pkw-Atmosphäre gelungen. Beim Sitzen und Fahren fühlt man sich durchaus wohl, die Armlehne am Fahrersitz ist komfortabel und die Übersicht auf die Straße dank der erhöhten Sitzposition ideal.
Wer will, kann sich im Combo sogar ein wenig Luxus gönnen. Ein beheizbares Lenkrad etwa, einen automatischen Parkassistenten oder ein Glas-Panoramadach mit einer offenen, optisch ansprechenden Ablagegalerie in der Mitte und LED-Ambientebeleuchtung. Das Smartphone lässt sich induktiv laden und via Apple Carplay und Android Auto integrieren. Und das – man staunt und freut sich – sogar kabellos.