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Renault Captur: Zweite Generation des schicken Mini-SUV

oranger Renault Captur fahrend
Ab Anfang 2020 ist die neue Generation bei uns im Handel ∙ © Renault

Die zweite Generation des Renault Captur ist deutlich gewachsen und sieht nun bulliger aus. Fahrbericht unserer Testredaktion mit allen Infos, Motoren, technischen Daten und Preisen. 

  • Ab Anfang 2020 in Deutschland beim Händler

  • Motoren: zunächst ein Diesel, drei Benziner sowie eine Autogas-Version (LPG) 

  • Captur als erster Plug-in-Hybrid von Renault für 33.600 Euro

Schick sieht er aus, der neue Renault Captur. Klar gezeichnet, wohl proportioniert, irgendwie total sympathisch. Und so hat sich schon die erste Generation des Captur in Deutschland zu einem Bestseller von Renault gemausert. Design können sie bei Renault schon länger. Die zweite Generation ist nun noch einmal deutlich verfeinert worden. Die Technik auch? Das klärt unser erster Fahrbericht. 

Der Mini-SUV wächst auf 4,23 Meter

Zwar bleibt der Captur dem Segment der Mini-SUV treu und tritt weiterhin gegen Seat AronaHyundai KonaVW T-Cross oder Mazda CX-3 an, doch wächst der Franzose um stolze elf Zentimeter auf jetzt 4,23 Meter Länge. Optisch erkennbar ist das neue Modell an der neu gestalteten Front, der stärker abfallenden Dachlinie, der höheren Gürtellinie und daran, dass die Chromspange an der Hecktür wegfiel. Deutlich geringer als bei der Länge fällt das Plus beim Radstand aus, der nur um zwei Zentimeter zulegt. Dementsprechend bleiben auch die Innenraummaße weitgehend auf dem bisherigen Niveau.

Für die hinten Sitzenden bedeutet das, dass die Bewegungfreiheit für die Beine nicht sonderlich groß ist. Außerdem befindet sich der Kopf der Fondpassagiere jeweils recht nah an der Dachsäule. Das wirkt – auf Dauer zumindest – ein wenig beklemmend.  Aber wir sitzen wie gesagt in einem Fahrzeug des Kleinwagen-Segments. Und zaubern konnte bisher noch kein Hersteller.  

Zugelegt hat der Kofferraum des neuen Captur. Er schluckt laut Renault jetzt 422 bis 1275 Liter, bisher waren es 377 bis 1235 Liter. Toll, dass das Stauvolumen sich zudem über die um 16 Zentimeter verschiebbare Rückbank variieren lässt. Praktisch ist auch der höhenverstellbare Ladeboden: So muss der Kasten Wasser über keine hohe Ladekante gewuchtet werden. Und unter dem Ladeboden kann man auch noch eine ganze Menge unterbringen. Was das genau an Volumen bringt, werden allerdings erst die Messungen der ADAC-Ingenieure im ADAC Autotest zeigen. Darauf müssen wir aber noch ein wenig warten. Der Captur kommt nämlich frühestens Mitte Januar in den Handel nach Deutschland.   

Dieses Video wird über YouTube abgespielt. Es gelten die Datenschutzbestimmungen von Google. ∙ Bild: © ADAC

Innenraum mit schönen Details

Für ein wohnlicheres Ambiente sorgt das komplett neue Cockpit, das in der Topversion von einem großen, hochkant montierten Touchscreen dominiert wird. Die Basis startet mit einem 7-Zoll-System ohne Navigationsfunktion, arbeitet dafür aber drahtlos mit Apple- und Android-Smartphones zusammen. Das aufpreispflichtige 9,3-Zoll-Display wirkt, als sei es ein kleines Tablet. Und genauso lässt es sich bedienen, per Softtouch mit dem Finger auf die Icons oder per Fingerwisch über die Oberfläche auf eine zweite Seite.

Auf der ersten, der Startseite, befinden sich die Menüs für die wichtigsten Funktionen, also die Navigation sowie das Radio bzw. die jeweilige Musikquelle. Auf der zweiten Seite lassen sich Änderungen von Fahrzeugeinstellungen vornehmen. Zum Beispiel die Multisense-Einstellungen mit den Fahrprogrammen Sport, Eco oder Individual. Das Fahrprogramm Sport sorgt dafür, dass der Motor spritziger sowie die Lenkung straffer wird und das Automatikgetriebe die Gänge entsprechend sportlicher wählt. Einfluss auf das Fahrwerk, wie in höherpreisigen Fahrzeugsegmenten, hat die Einstellung aber nicht.          

Ein weiterer Hingucker im Innenraum: Die freischwebende Mittelkonsole, die Platz schafft für zusätzlichen Stauraum. Den futuristischen Ausleger gibt es allerdings nur zusammen mit dem elektronischen Automatikwählhebel für das Doppelkupplungsgetriebe. Wer sich für eine Version mit Handschaltgetriebe entscheidet, dem kommt der Ganghebel vielleicht etwas zu sehr in die Höhe gewachsen vor, doch die Bedienung geht damit prima von der Hand.

Schön anzuschauen und anzufassen sind die Verkleidungen an den Türen, den Dachholmen und dem Armaturenbrett. Der Großteil der Flächen ist dabei weich unterschäumt, und es lassen sich 18 Farbkombinationen aussuchen, sodass der Innenraum genau so ist, wie man sich ihn wünscht. Noch mehr Auswahl hat man bei der Farbwahl außen: Insgesamt 90 Kombinationen mit farblich abgesetztem Dach stehen im Konfigurator zur Verfügung, rechnet Renault vor.     

Ford Puma: Die Konkurrenz

Der neue Ford Puma kommt Anfang 2020 auf den Markt und soll als Kleinwagen-SUV auf Fiesta-Basis dem Renault Captur und VW T-Cross Paroli bieten. Das könnte gelingen. Preis: rund 21.000 Euro.

Infos, technische Daten, Preise zum Ford Puma

Qual der Wahl bei den Motoren

Wie sein Technik-Spender Clio, profitiert auch der Captur von der neuen CMF-B-Plattform. Die bietet zwar immer noch keinen Allradantrieb für das SUV, ist dafür aber leichter und erlaubt mit ihrer verbesserten Elektronik-Architektur auch den Einsatz neuer, meistens aufpreispflichtiger Assistenzsysteme: Abstands-Tempomat mit Stauassistent, Tempolimit-Erkennung, Spurhalte-Assistent, Notbremsfunktion, 360-Grad-Kamera, Einpark-Assistent oder Querverkehrswarner sind im Klein-SUV-Segment längst keine Selbstverständlichkeit.

An Motoren bietet Renault zum Marktstart drei Turbobenzinmotoren (74 bis 113 kW) und ein Dieselaggregat (85 kW) an. Freunde eines Gasantriebs können sich eine Version mit Autogas bestellen, die mit dem Basisbenziner (74 kW) verheiratet wird. Renault begründet die Entscheidung gegen Erdgas (CNG) mit einer "besseren Infrastruktur" hinsichtlich LPG-Tankstellen in den Abnehmerländern.

Bei unserer ersten Testfahrt überzeugte der 96 kW bzw. 130 PS starke Benziner als Wahl der Vernunft. Der Motor läuft weitestgehend ruhig, zieht genügend gut durch, und die 6-Gang-Handschaltung macht ebenfalls einen guten Eindruck. Preis: ab 21.100 Euro. 

Der Benziner mit 113 kW bzw. 155 PS agiert zwar deutlich kraftvoller, kostet aber mindestens 25.750 Euro. Auch weil es ihn nur mit Doppelkupplungs-Automatik sowie nur in höherwertiger Ausstattung gibt. Den Diesel konnten wir leider noch nicht ausprobieren.

Das Captur-Fahrwerk ist weit entfernt von einer sprichwörtlichen Komfort-Sänfte aus Frankreich und wirkt fast ein wenig übertrieben sportlich abgestimmt. Das gilt besonders für den 155-PS-Benziner. Kurze Stöße federt der Wagen nach unserem Eindruck ungenügend ab.

Der Plug-in-Hybrid kommt später

Schon jetzt ist der Captur auch als Plug-in-Hybrid bestellbar, ausgeliefert wird diese Version aber erst Mitte 2020. Der Plug-in kombiniert einen 67 kW/90 PS starken 1,6-Liter-Benziner mit einem 53-kW-E-Motor und einem zusätzlichen, integrierten Starter-Generator (ISG), der direkt an der Kurbelwelle angreift.

Die Systemleistung liegt bei 116 kW/158 PS , die rein elektrische Reichweite beziffert Renault im Normmittel auf 45 Kilometer, im City-Betrieb soll der Doppelherz-Captur sogar 65 Kilometer schaffen. Die elektrische Höchstgeschwindigkeit liegt bei 135 km/h. Der Stromspeicher hat eine Kapazität von 9,8 Kilowattstunden, dürfte sich also an einer 3,6-kW-Ladestation in weniger als drei Stunden aufladen lassen.

Auf dem Papier kommt der Plug-in-Captur dann laut Renault auf einen CO2-Wert von "unter 40 Gramm je Kilometer. Preis: ab 33.600 Euro abzüglich der Prämie für Plug-in-Hybride.

Technische Daten

Technische Daten (Herstellerangaben)Renault Captur TCe 130 GPF
MotorVierzylinder-Turbobenziner, 1333 cm³, 100 kW/136 PS, 240 Nm bei 1600 U/min
Fahrleistungen10,6 s auf 100 km/h, 195 km/h Spitze
Verbrauch5,8 l Super/100 km, 132 g CO₂/km
MaßeL 4,23 / B 1,80 / H 1,58 m
Kofferraum422 - 1275 l
Leergewicht1309 kg
Preisab 21.100 €

Das hat uns gefallen: Sehr sympathisches Äußeres. Fahrzeug handlich und agil. Verschiebbare Rückbank. Hochwertig wirkender Innenraum. Viele attraktive Ausstattungsdetails. Auswahl an Motoren.   

Das hat uns nicht gefallen: Beengtes Raumgefühl, besonders im Fond. Stößige Federung. Weit ausfahrende Lade des Handschuhfachs.

Motoren im Überblick

Motor und GetriebeLeistungPreis*
TCe 100 5-Gang74 kW/100 PSab 17.950 €
TCe 100 LPG  5-Gang74 kW/100 PSab 20.500 €
TCe 130  6-Gang96 kW/130 PSab 21.100 €
TCe 130 EDC 7-Gang-DKG96 kW/130 PSab 22.800 €
TCe 155 EDC 7-Gang-DKG113 kW/155 PSab 25.750 €
dCi 115  6-Gang-DKG85 kW/115 PSab 24.000 €
dCi 115 EDC 7-Gang-DKG85 kW/115 PSab 25.700 €

* Preise vorläufig