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Renault Captur: So fährt die zweite Generation des Mini-SUV

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Renault Captur: Auch die zweite Generation ist optisch sehr gelungen ∙ © Renault

Die zweite Generation des Renault Captur ist deutlich gewachsen und sieht nun bulliger aus. Erstmals gibt es den Mini-SUV auch als Plug-in-Hybrid. Testfahrt, Motoren, technischen Daten, Preise. 

  • Neue Generation elf Zentimeter länger als der erste Captur

  • Motoren: Diesel, Benziner, Autogas (LPG) und Plug-in-Hybrid

  • Captur als erster Plug-in-Hybrid von Renault für 32.753 Euro

Schick sieht er aus, der neue Renault Captur. Klar gezeichnet, wohl proportioniert, irgendwie total sympathisch. Und so hat sich schon die erste Generation des Captur in Deutschland zu einem Bestseller von Renault gemausert. Design können sie bei Renault schon länger. Die zweite Generation ist nun noch einmal deutlich verfeinert worden. Die Technik auch? Das klärt unsere Testfahrt. 

Der Kleinwagen-SUV wächst auf 4,23 Meter

Zwar bleibt der Captur dem Segment der Mini-SUV treu und tritt weiterhin gegen Seat AronaHyundai KonaVW T-Cross oder Mazda CX-3 an, doch wächst der Franzose um stolze elf Zentimeter auf jetzt 4,23 Meter Länge. Optisch erkennbar ist das neue Modell an der neu gestalteten Front, der stärker abfallenden Dachlinie, der höheren Gürtellinie und daran, dass die Chromspange an der Hecktür wegfiel. Deutlich geringer als bei der Länge fällt das Plus beim Radstand aus, der nur um zwei Zentimeter zulegt. Dementsprechend bleiben auch die Innenraummaße weitgehend auf dem bisherigen Niveau.

Für die hinten Sitzenden bedeutet das, dass die Bewegungfreiheit für die Beine nicht sonderlich groß ist. Außerdem befindet sich der Kopf der Fondpassagiere jeweils recht nah an der Dachsäule. Das wirkt – auf Dauer zumindest – ein wenig beklemmend.  Aber wir sitzen wie gesagt in einem Fahrzeug des Kleinwagen-Segments. Und zaubern konnte bisher noch kein Hersteller.  

Zugelegt hat der Kofferraum des neuen Captur. Er schluckt laut Renault jetzt 422 bis 1275 Liter, bisher waren es 377 bis 1235 Liter. Toll, dass das Stauvolumen sich zudem über die um 16 Zentimeter verschiebbare Rückbank variieren lässt. Praktisch ist auch der höhenverstellbare Ladeboden: So muss der Kasten Wasser über keine hohe Ladekante gewuchtet werden. Und unter dem Ladeboden kann man auch noch eine ganze Menge unterbringen. Was das genau an Volumen bringt, werden allerdings erst demnächst die Messungen der ADAC-Ingenieure im ADAC Autotest zeigen.

Dieses Video wird über YouTube abgespielt. Es gelten die Datenschutzbestimmungen von Google. Bild: © ADAC

Innenraum mit schönen Details

Für ein wohnlicheres Ambiente sorgt das komplett neue Cockpit, das in der Topversion von einem großen, hochkant montierten Touchscreen dominiert wird. Die Basis startet mit einem 7-Zoll-System ohne Navigationsfunktion, arbeitet dafür aber drahtlos mit Apple- und Android-Smartphones zusammen. Das aufpreispflichtige 9,3-Zoll-Display wirkt, als sei es ein kleines Tablet. Und genauso lässt es sich bedienen, per Softtouch mit dem Finger auf die Icons oder per Fingerwisch über die Oberfläche auf eine zweite Seite.

Auf der ersten, der Startseite, befinden sich die Menüs für die wichtigsten Funktionen, also die Navigation sowie das Radio bzw. die jeweilige Musikquelle. Auf der zweiten Seite lassen sich Änderungen von Fahrzeugeinstellungen vornehmen. Zum Beispiel die Multisense-Einstellungen mit den Fahrprogrammen Sport, Eco oder Individual. Das Fahrprogramm Sport sorgt dafür, dass der Motor spritziger sowie die Lenkung straffer wird und das Automatikgetriebe die Gänge entsprechend sportlicher wählt. Einfluss auf das Fahrwerk, wie in höherpreisigen Fahrzeugsegmenten, hat die Einstellung aber nicht.          

Ein weiterer Hingucker im Innenraum: Die freischwebende Mittelkonsole, die Platz schafft für zusätzlichen Stauraum. Den futuristischen Ausleger gibt es allerdings nur zusammen mit dem elektronischen Automatikwählhebel für das Doppelkupplungsgetriebe. Wer sich für eine Version mit Handschaltgetriebe entscheidet, dem kommt der Ganghebel vielleicht etwas zu sehr in die Höhe gewachsen vor, doch die Bedienung geht damit prima von der Hand.

Schön anzuschauen und anzufassen sind die Verkleidungen an den Türen, den Dachholmen und dem Armaturenbrett. Der Großteil der Flächen ist dabei weich unterschäumt, und es lassen sich 18 Farbkombinationen aussuchen, sodass der Innenraum genau so ist, wie man sich ihn wünscht. Noch mehr Auswahl hat man bei der Farbwahl außen: Insgesamt 90 Kombinationen mit farblich abgesetztem Dach stehen im Konfigurator laut Renault zur Verfügung.

Ford Puma: Die Konkurrenz

Der neue Ford Puma soll als Kleinwagen-SUV auf Fiesta-Basis dem Renault Captur und VW T-Cross Paroli bieten. Das könnte gelingen.

Infos, technische Daten, Preise zum Ford Puma

Große Auswahl bei den Motoren

Wie sein Technik-Spender Clio, profitiert auch der Captur von der neuen CMF-B-Plattform. Die bietet zwar immer noch keinen Allradantrieb für das SUV, ist dafür aber leichter und erlaubt mit ihrer verbesserten Elektronik-Architektur auch den Einsatz neuer, meistens aufpreispflichtiger Assistenzsysteme: Abstands-Tempomat mit Stauassistent, Tempolimit-Erkennung, Spurhalte-Assistent, Notbremsfunktion, 360-Grad-Kamera, Einpark-Assistent oder Querverkehrswarner sind im Klein-SUV-Segment längst keine Selbstverständlichkeit.

An Motoren bietet Renault drei Turbobenziner (74 kW/100 PS bis 113 kW/155 PS) und ein Dieselaggregat (85 kW/115 PS) an, eine LPG-Version mit 74 kW/100 PS und eine Plug-in-Hybridversion an. Damit ist Renault einer der ersten im kleinen SUV-Segment.

Bei den konventionellen Varianten überzeugte der 96 kW/130 PS starke Benziner als Wahl der Vernunft. Der Motor läuft weitestgehend ruhig, zieht genügend gut durch, und die 6-Gang-Handschaltung macht ebenfalls einen guten Eindruck. Preis: ab 21.055 Euro. 

Der Benziner mit 113/155 PS agiert zwar deutlich kraftvoller, kostet aber mindestens 25.588 Euro. Auch weil es ihn nur mit Doppelkupplungs-Automatik sowie nur in höherwertiger Ausstattung gibt. Den Diesel konnten wir leider noch nicht ausprobieren.

Das Captur-Fahrwerk ist weit entfernt von einer sprichwörtlichen Komfort-Sänfte aus Frankreich und wirkt fast ein wenig übertrieben sportlich abgestimmt. Das gilt besonders für den 155-PS-Benziner. Kurze Stöße federt der Wagen nach unserem Eindruck ungenügend ab.

Plug-in-Hybrid fährt 54 km rein elektrisch

Eine Besonderheit ist der Captur als Plug-in-Hybrid – schließlich ist der Franzose in seiner Klasse Vorreiter mit dieser Technik. Der Plug-in kombiniert einen 68 kW/92 PS starken 1,6-Liter-Benziner mit einem 49-kW-Elektromotor, der für den Antrieb zuständig ist, und einen zweiten, kleineren E-Motor mit 25 kW Leistung. Letzterer ist für den sanften Start des Benziners zuständig und bringt diesen auf die nötige Drehzahl, um einen fließenden Übergang zwischen E-Motor und Verbrenner zu gewährleisten. Die Systemleistung liegt bei 116 kW/158 PS.

Im Alltag merkt der Fahrer von dem Zusammenspiel der Antriebe überraschend wenig. Ist die die 9,8-kWh-Hybridbatterie extern aufgeladen, surrt der Captur sehr geschmeidig und fast lautlos dahin. Sein Beschleunigungsvermögen ist dabei angenehm direkt, auch wenn dem Antrieb die Leichtigkeit eines reinen Elektroautos – wie man es etwa vom Renault Zoe kennt – fehlt. Hier merkt man, dass der Elektromotor mit 49 kW/67 PS einfach nicht der stärkste ist. Ist die elektrische Zusatz-Energie aufgezehrt, übernimmt der Benziner im Wechsel mit dem Elektromotor und geht merklich temperamentvoller zu Werke.

Die rein elektrische Reichweite beziffert Renault auf 54 Kilometer, im City-Betrieb soll der Doppelherz-Captur sogar 65 Kilometer schaffen. Die elektrische Höchstgeschwindigkeit liegt bei 135 km/h. Der Stromspeicher dürfte sich an einer 3,6-kW-Ladestation in weniger als drei Stunden aufladen lassen. Mit 2,4 kW (an der gewöhnlichen Schuko-Steckdose) braucht die Batterie fünf Stunden. Auf dem Papier kommt der Plug-in-Captur dann auf einen CO₂-Wert von 32 bis 37 Gramm je Kilometer und einen Verbrauch von 1,5 Litern Super auf 100 Kilometer. Plus Stromverbrauch. 

Preis: ab 32.753 Euro abzüglich der Prämie für Plug-in-Hybride, so dass der Captur mit Stecker auf einen Preis von rund 25.000 Euro kommt und damit auf einem Niveau mit dem 155-PS-Benziner liegt. Dienstwagenfahrer kommen zudem in den Genuss einer geringeren Besteuerung und müssen nur 0,5 Prozent (statt 1 Prozent) vom Listenpreis versteuern. Auch das könnte ein Grund sein, weshalb rund 20 Prozent künftig zum Plug-in-Hybrid greifen werden.

Technische Daten

Technische Daten (Herstellerangaben)Renault Captur TCe 130 GPF

Motor

Vierzylinder-Turbobenziner, 1333 cm³, 100 kW/136 PS, 240 Nm bei 1600 U/min

Fahrleistungen

10,6 s auf 100 km/h, 195 km/h Spitze

Verbrauch

5,8 l Super/100 km, 132 g CO₂/km

Maße

L 4,23 / B 1,80 / H 1,58 m

Kofferraum

422 - 1275 l

Leergewicht

1309 kg

Preis

ab 21.055 €

Das hat uns gefallen: Sehr sympathisches Äußeres. Fahrzeug handlich und agil. Verschiebbare Rückbank. Hochwertig wirkender Innenraum. Viele attraktive Ausstattungsdetails. Auswahl an Motoren.   

Das hat uns nicht gefallen: Beengtes Raumgefühl, besonders im Fond. Stößige Federung. Weit ausfahrende Lade des Handschuhfachs.

Renault Captur: Motoren im Überblick

Motor und GetriebeLeistungPreis

TCe 100

74 kW/100 PS

ab 17.692 €

TCe 100 LPG

74 kW/100 PS

ab 20.178 €

TCe 130

96 kW/130 PS

ab 21.055 €

TCe 130 EDC

96 kW/130 PS

ab 22.713 €

TCe 155 EDC

113 kW/155 PS

ab 25.588 €

dCi 115 

85 kW/115 PS

ab 25.198 €

dCi 115 EDC

85 kW/115 PS

ab 26.855 €

E-TECH Plug-in 160

117 kW/159 PS

ab 32.753 €*

* abzüglich der aktuellen Umweltprämie für Plug-in-Hybride