Menü
Rund ums Fahrzeug
Verkehr
Reise & Freizeit
Versicherungen & Finanzen
Mitgliedschaft
Services
Der ADAC

Renault Captur: Zweite Generation des Mini-SUV im ADAC Test

oranger Renault Captur fahrend
Renault Captur: Auch die aktuelle Generation ist optisch sehr gelungen ∙ © Renault

Die aktuelle Generation des Renault Captur ist erwachsen geworden und sieht bulliger aus. Erstmals gibt es den Mini-SUV auch als Plug-in-Hybrid. ADAC Test, Motoren, technische Daten, Preise. 

  • Aktuelle Generation: Elf Zentimeter länger als der erste Captur

  • Motoren: Benziner, Autogas (LPG) und Plug-in-Hybrid

  • Testverbrauch 6,5 l/100 km beim TCe 100 Benziner

Schick sieht er aus, der aktuelle Renault Captur. Klar gezeichnet, wohl proportioniert, irgendwie total sympathisch. Schon die erste Generation des Captur hat sich in Deutschland zu einem Bestseller gemausert. Design können sie bei Renault schon länger. Die zweite Generation ist nun noch einmal deutlich verfeinert worden. Die Technik auch? Das klärt der ADAC Test. 

Der Kleinwagen-SUV wächst auf 4,23 Meter

schwarzer Renault Captur Kofferraum
Variabel: Rücksitze verschieb- und umklappbar, verstellbarer Ladeboden ∙ © Renault

Der Captur tritt weiter im Segment der Mini-SUV an, und zwar gegen Seat AronaHyundai KonaVW T-Cross oder Mazda CX-3. Doch der Franzose ist um stolze elf Zentimeter auf jetzt 4,23 Meter Länge gewachsen. Optisch erkennbar ist Generation zwei an der frischeren Front, der stärker abfallenden Dachlinie, der höheren Gürtellinie und daran, dass die Chromspange an der Hecktür wegfiel. Deutlich geringer als bei der Länge fällt das Plus beim Radstand aus, der nur um zwei Zentimeter zugelegt hat. Dementsprechend bleiben auch die Innenraummaße weitgehend auf dem bisherigen Niveau.

Für einen Kleinwagen bietet der Captur in der ersten Reihe ein großzügiges Platzangebot, bis knapp 1,95 Meter große Menschen können die Sitze weit genug zurückschieben. Die Kopffreiheit würde sogar für zwei Meter Körpergröße reichen.

Im Fond limitiert die Kopffreiheit die Personengröße auf rund 1,85 Meter, hier macht sich die nach hinten abfallende Dachlinie bemerkbar. Sind die vorderen Plätze für Personen mit einer Größe von 1,85 Meter eingestellt, würde die Beinfreiheit für 1,90 Meter große Personen ausreichen.

Praktisch: Die verschiebbare Rückbank des SUV

Zugelegt hat der Kofferraum des Captur. Er schluckt laut Renault jetzt 422 bis 1275 Liter, beim alten Modell waren es 377 bis 1235 Liter. Laut ADAC Messung sind es immerhin "echte" 315 Liter, wenn sich der variable Ladeboden in der unteren Position befindet. Toll, dass sich das Stauvolumen zudem über die um 16 Zentimeter verschiebbare Rückbank variieren lässt. Praktisch ist auch der höhenverstellbare Ladeboden: So muss der Kasten Wasser über keine hohe Ladekante gewuchtet werden. Und unter dem Ladeboden kann man auch noch 120 Liter Gepäck unterbringen.

Dieses Video wird über YouTube abgespielt. Es gelten die Datenschutzbestimmungen von Google. Bild: © ADAC

Innenraum mit schönen Details

Renault Captur Cockpit
Hochwertiger Innenraum mit neuem Touchscreen im Großformat ∙ © Renault

Für ein wohnliches Ambiente sorgt das komplett neue Cockpit. Die Basis startet mit einem 7-Zoll-System ohne Navigationsfunktion, arbeitet dafür aber drahtlos mit Apple- und Android-Smartphones zusammen. Dank des fahrerorientierten „Smart Cockpit” in TFT-Technik sowie des hochformatigen Multimedia-Touchscreen mit Easy Link in der getesteten Version Intens (Aufpreis 1315,96 Euro) ist der Captur in puncto Konnektivität auf dem aktuellen Stand. Das Bediensystem ist weitestgehend logisch aufgebaut. Der große Funktionsumfang und manche nicht auf Anhieb auffindbare Detaileinstellung erschweren den Umgang im Alltag allerdings ebenso wie das Fehlen praktischer Schnellwahltasten für die gängigsten Funktionen und Drehregler für die Lautstärke beziehungsweise zum Scrollen und Zoomen.

Hochwertiges Interieur

Ein weiterer Hingucker im Innenraum: Die freischwebende Mittelkonsole, die Platz schafft für zusätzlichen Stauraum. Den futuristischen Ausleger gibt es allerdings nur zusammen mit dem elektronischen Automatikwählhebel für das Doppelkupplungsgetriebe. Wer sich für eine Version mit Handschaltgetriebe entscheidet, dem kommt der Ganghebel vielleicht etwas zu sehr in die Höhe gewachsen vor, doch die Bedienung geht damit prima von der Hand.

Das Interieur hinterlässt einen durchaus wertigen und modernen Eindruck. Schön anzuschauen und anzufassen sind die Verkleidungen an den Türen, den Dachholmen und dem Armaturenbrett. Der Großteil der Flächen ist dabei weich unterschäumt, und es lassen sich 18 Farbkombinationen aussuchen, sodass der Innenraum genau so ist, wie man sich ihn wünscht. Noch mehr Auswahl hat man bei der Farbwahl außen: Insgesamt 90 Kombinationen mit farblich abgesetztem Dach stehen im Konfigurator laut Renault zur Verfügung.

Ford Puma: Die Konkurrenz

Der neue Ford Puma soll als Kleinwagen-SUV auf Fiesta-Basis dem Renault Captur und VW T-Cross Paroli bieten. Das könnte gelingen.

Infos, technische Daten, Preise zum Ford Puma

Neue Einteilung bei den Motoren

oranger Renault Captur stehend von hinten
Große Räder und Unterfahrschutz machen optisch was her ∙ © Renault

Wie sein Technik-Spender Clio profitiert auch der Captur von der neuen CMF-B-Plattform. Die bietet zwar keinen Allradantrieb für den SUV, ist dafür aber leichter und erlaubt mit ihrer verbesserten Elektronik-Architektur auch den Einsatz neuer, zum Teil aufpreispflichtiger Assistenzsysteme: Abstands-Tempomat mit Stauassistent, Tempolimit-Erkennung, Spurhalte-Assistent, Notbremsfunktion, 360-Grad-Kamera, Einpark-Assistent oder Querverkehrswarner sind im Klein-SUV-Segment längst keine Selbstverständlichkeit.

Das  Motoren-Angebot hat Renault im Herbst 2020, gleich nach dem ADAC Test, gestrafft und modifiziert. Derzeit gibt es zwei Turbobenziner (67 kW/91 PS und 103 kW/140 PS). Dazu eine LPG-Version mit 74 kW/100 PS und einen Plug-in-Hybrid mit 116 kW/158 PS. Das Dieselaggregat wurde gestrichen. Ebenso der vom ADAC getestete 100-PS-Benziner, dessen Aufgabe als Einstiegsmotor jetzt das 91-PS-Aggregat übernehmen muss.

1,0-Liter-Dreizylinder im Test

Der Testkandidat stellt sein maximales Drehmoment von 160 Nm bei 2750 U/min zur Verfügung. Mit dem 1,0-Liter-Dreizylinder absolviert der Fünftürer den Spurt von 0 auf 100 km/h in 13,3 Sekunden und ermöglicht eine Höchstgeschwindigkeit von 173 km/h. Den Zwischenspurt von 60 auf 100 km/h absolviert er in 7,9 Sekunden (zweiter Gang). Verbesserungswürdig ist das Anfahrverhalten – hier macht sich der kleinvolumige Motor negativ bemerkbar. Die Werte für den inzwischen nachgerückten Einstiegs-Motor: 0 bis 100 km/h in 14 Sekunden, Höchstgeschwindigkeit 168 km/h - der Abstand hält sich also in überschaubaren Grenzen.

Wer dynamische Fahrleistungen bevorzugt, sollte aber eine höhere Leistungsstufe wählen. Der Testverbrauch beim 100-PS-Turbo ist mit 6,5 Liter pro 100 Kilometer nicht gerade gering, die Schadstoffemissionen fallen aber niedrig aus. Das reicht unterm Strich für drei von fünf Sternen im ADAC Ecotest. Der neue TCe 90 dürfte ähnlich abschneiden.

Das Captur-Fahrwerk macht seine Sache insgesamt recht gut und bietet einen ordentlichen Federungskomfort. Bei geringen Geschwindigkeiten spricht es recht steifbeinig auf Unebenheiten an. Auf schlechten Landstraßen macht sich die weiche Grundabstimmung durch deutliche Aufbaubewegungen bemerkbar.

Lesen sie hier den ausführlichen Testbericht zum Renault Captur TCe 100 Intens
PDF, 761 KB
PDF ansehen

Renault Captur: Technische Daten

Technische Daten (Herstellerangaben)Renault Captur TCe 100 GPF Intens*

Motor

Dreizylinder-Turbobenziner, 999 cm³, 74 kW/101 PS, 160 Nm bei 2750 U/min

Fahrleistungen

13,3 s auf 100 km/h, 173 km/h Spitze

Verbrauch

k. A., 116 g CO₂/km

Maße

L 4,23 / B 1,80 / H 1,58 m

Kofferraum

422 - 1275 l

Leergewicht

1265 kg

Preis

ab 21.299 €

*Motor wurde durch ein 91-PS-Aggregat ersetzt

ADAC Messwerte

ADAC Messwerte (Auszug)Renault Captur TCe 100 Intens

Überholvorgang 60-100 km/h

7,9 s

Bremsweg aus 100 km/h

34,4 m

Wendekreis

11,4 m

Verbrauch / CO₂-Ausstoß ADAC Ecotest

6,5 l Super/100 km, 180 g CO₂/km (well-to-wheel)

Bewertung ADAC Ecotest (max. 5 Sterne)

***

Reichweite

735 km

Innengeräusch bei 130 km/h

68,4 dB (A)

Leergewicht / Zuladung

1255 / 496 kg

Kofferraumvolumen normal / geklappt / dachhoch

315 / 660 /1080 l

ADAC Testergebnis

ADAC TestergebnisRenault Captur TCe 100 Intens

Karosserie/Kofferraum

2,9

Innenraum

2,6

Komfort

3,1

Motor/Antrieb

3,2

Fahreigenschaften

2,5

Sicherheit

1,9

Umwelt/Ecotest

2,9

Gesamtnote

2,7

Die Kapitel Sicherheit und Umwelt werden doppel gewertet

Plug-in-Hybrid fährt 54 Kilometer rein elektrisch

Renault Captur E-Tech Plug-In Hybrid in Fahrt
Der Plug-in-Hybrid bekommt den Beinamen "E-TECH" ∙ © Renault

Eine Besonderheit ist der Captur als Plug-in-Hybrid – schließlich ist der Franzose in seiner Klasse Vorreiter mit dieser Technik. Der Plug-in kombiniert einen 68 kW/92 PS starken 1,6-Liter-Benziner mit einem 49-kW-Elektromotor, der für den Antrieb zuständig ist, und einem zweiten, kleineren E-Motor mit 25 kW Leistung. Letzterer sorgt für den sanften Start des Benziners und bringt diesen auf die nötige Drehzahl, um einen fließenden Übergang zwischen E-Motor und Verbrenner zu gewährleisten.

Im Alltag merkt der Fahrer von dem Zusammenspiel der Antriebe überraschend wenig. Ist die die 9,8-kWh-Hybridbatterie extern aufgeladen, surrt der Captur sehr geschmeidig und fast lautlos dahin. Sein Beschleunigungsvermögen ist dabei angenehm direkt, auch wenn dem Antrieb die Leichtigkeit eines reinen Elektroautos – wie man es etwa vom Renault Zoe kennt – fehlt. Hier spürt man, dass der Elektromotor mit 49 kW/67 PS einfach nicht der Stärkste ist. Ist die elektrische Zusatz-Energie aufgezehrt, übernimmt der Benziner im Wechsel mit dem Elektromotor und geht merklich temperamentvoller zu Werke.

Tankdeckel des neuen Renault Captur E-Tech Plug-In Hybrid
Bei 3,6 kW Ladeleistung ist die Batterie in drei Stunden geladen ∙ © Renault

Die rein elektrische Reichweite beziffert Renault auf 54 Kilometer, im City-Betrieb soll der Doppelherz-Captur sogar 65 Kilometer schaffen. Die elektrische Höchstgeschwindigkeit liegt bei 135 km/h. Der Stromspeicher dürfte sich an einer 3,6-kW-Ladestation in weniger als drei Stunden aufladen lassen. Mit 2,4 kW (an der gewöhnlichen Schuko-Steckdose) braucht die Batterie fünf Stunden. Auf dem Papier kommt der Plug-in-Captur dann auf einen CO₂-Wert von 32 bis 37 Gramm je Kilometer und einen Verbrauch von 1,5 Litern Super auf 100 Kilometer. Plus Stromverbrauch. 

Sein Preis: Ab 32.753 Euro abzüglich der Prämie für Plug-in-Hybride, so dass der Captur mit Stecker auf einen Preis von rund 25.000 Euro kommt und damit auf einem Niveau mit dem 140-PS-Benziner liegt. Dienstwagenfahrer kommen zudem in den Genuss einer geringeren Besteuerung und müssen nur 0,5 Prozent (statt einem Prozent) vom Listenpreis versteuern. Auch das könnte ein Grund sein, weshalb rund 20 Prozent künftig zum Plug-in-Hybrid greifen werden.

Renault Captur: Motoren im Überblick

Motor und GetriebeLeistungPreis

TCe 90

67 kW/91 PS

ab 18.667 €

TCe 100 LPG

74 kW/100 PS

ab 21.153 €

TCe 140

103 kW/140 PS

ab 22.030 €

TCe 140 EDC

103 kW/140 PS

ab 23.687 €

E-TECH Plug-in 160

116 kW/158 PS

ab 32.753 €*

* abzüglich der aktuellen Umweltprämie für Plug-in-Hybride