Klein und gut: Die besten Kleinwagen im ADAC Autotest (2026)
Von Jochen Wieler

Nicht nur große und teure Autos sind zu empfehlen, wie der ADAC Autotest zeigt: Etliche Kleinwagen sind wahre Allrounder und bekommen Top-Noten. Hier sind sie. Daten, Fakten, Preise. Plus: Die persönlichen Empfehlungen der Redaktion.
Kleinwagen: Die besten Modelle im ADAC Test
Moderne Kleinwagen technisch auf hohem Niveau
Elektroautos vorn dabei
Kleinwagen? Das sind doch rollende Verzichtserklärungen, die höchstens für die Fahrt zum Supermarkt taugen. So das Klischee. Doch das stimmt schon lange nicht mehr. Moderne Kleinwagen sind richtige Alleskönner, die locker mit Autos größerer Klassen mithalten. Warum das so ist?
Die Kleinen sind mächtig gewachsen. War ein VW Polo in den 90er-Jahren noch 3,77 Meter lang, misst er heute rund 4 Meter. So bieten moderne Kleinwagen meist erstaunlich gute Platzverhältnisse – zumindest für vier Personen.
Ob Notbremsassistent, Müdigkeits- oder Totwinkelwarner: An Elektronik für mehr Fahrsicherheit fehlt es nicht, und auch die Euro-NCAP-Sicherheitsbewertungen sind oft tadellos.
Komfort ist Trumpf. Gegen kalte Hände im Winter hilft schon mal ein beheizbares Lenkrad. Und Smartphones können meist genauso problemlos gekoppelt werden wie in größeren Modellen. Derartiger Luxus kostet zwar in der Regel Aufpreis – aber man kann ihn zumindest haben. Oft gibt es bereits in der Serienausstattung fünf Türen, Zentralverriegelung, elektrische Fensterheber und eine Klimaanlage.
An Leistung mangelt es Kleinwagen nicht mehr. Mit 40 oder 50 PS wie einst muss sich keiner mehr zufriedengeben. Rund 100 PS sind mittlerweile Standard, bei den Sportversionen ist auch doppelt so viel möglich. Autobahn und lange Strecken sind daher kein Problem.
Ob Hybridtechnik oder Elektroantrieb – auch Kleinwagen bieten moderne und spritsparende Antriebsarten. Nur Dieselmotoren wurden mittlerweile aussortiert.
Kurz: Wer nicht auf den Platz eines Vans oder Kombis angewiesen ist, braucht eigentlich kein größeres Auto und dürfte auch mit einem Kleinwagen glücklich werden. Aber welcher soll es sein?
Kleinwagen: Die besten Modelle im Test 2025/26
Der ADAC hat die Daten des Autotests ausgewertet und alle aktuell als Neuwagen kaufbaren Modelle herausgefiltert, die vom ADAC getestet worden sind und mit "gut" abgeschnitten, also mindestens die Gesamtnote 2,5 bekommen haben.
Unterteilt ist die Auswertung nach Tests, die vor 2026 und danach stattgefunden haben. Grund: 2026 hat der ADAC seinen Autotest überarbeitet, sodass die Testergebnisse nicht mehr eins zu eins mit denen davor vergleichbar sind. Ein Klick auf den Modellnamen führt zum ausführlichen Artikel des jeweiligen Modells mit Detailnoten und Messwerten.
Tests ab 2026
| Marke | Modell | Leistung (kW/PS) | Antrieb | Gesamtnote |
|---|---|---|---|---|
Kia | 108/147 | Elektro | 2,4 | |
Nissan | 110/150 | Elektro | 2,5 | |
Renault | 116/158 | Hybrid | 2,5 |
Tests bis Ende 2025
| Marke | Modell | Leistung (kW/PS) | Antrieb | Gesamtnote |
|---|---|---|---|---|
Mini | 160/218 | Elektro | 1,9 | |
Mini | 135/184 | Elektro | 2,0 | |
Renault | 110/150 | Elektro | 2,1 | |
Alpine | 160/218 | Elektro | 2,2 | |
Fiat | 115/156 | Elektro | 2,2 | |
Lexus | 100/136 | Benzin-Hybrid | 2,2 | |
Opel | 115/156 | Elektro | 2,2 | |
Renault | 110/150 | Elektro | 2,2 | |
Skoda | 85/115 | Benzin | 2,2 | |
Hyundai | 71/97 | Elektro | 2,3 | |
Jeep | 115/156 | Elektro | 2,3 | |
Mini | 115/156 | Benzin | 2,3 | |
Opel | 100/136 | Elektro | 2,3 | |
Renault | 105/143 | Benzin-Hybrid | 2,3 | |
Peugeot | 115/156 | Elektro | 2,3 | |
Peugeot | 115/156 | Elektro | 2,3 | |
Skoda | 70/95 | Benzin | 2,3 | |
Toyota | 85/116 | Benzin-Hybrid | 2,3 | |
Fiat | 87/118 | Elektro | 2,4 | |
Honda | 90/122 | Benzin-Hybrid | 2,4 | |
Mitsubishi | 116/158 | Benzin | 2,4 | |
Renault | 67/91 | Benzin | 2,4 | |
Seat | 81/110** | Benzin | 2,4 | |
Seat | 110/150 | Benzin | 2,4 | |
Toyota | 85/116 | Benzin-Hybrid | 2,4 | |
VW | 70/95 | Benzin | 2,4 | |
VW | 85/116 | Benzin | 2,4 | |
VW | 81/110** | Benzin | 2,4 | |
VW | 110/150 | Benzin | 2,4 | |
Fiat | 83/113 | Elektro | 2,5 | |
Opel | 74/100 | Benzin | 2,5 | |
Renault | 116/158 | Benzin | 2,5 | |
Fiat | 70/95 | Elektro | 2,5 |
Aufgeführt sind aktuelle Modelle in der getesteten Motorisierung. Hinweis: Als kompletter Marktüberblick sind die Listen nicht zu verstehen, weil aus Kapazitätsgründen nicht jedes Fahrzeug in jeder verfügbaren Motorisierung vom ADAC getestet wird.
Gute Kleinwagen sind nicht billig

Die Liste zeigt: Die Fahrzeugauswahl ist ziemlich variantenreich. So sind einige der sehr beliebten Kleinwagen-SUVs dabei, zahlreiche Elektromodelle, Hybridfahrzeuge und konventionelle Benziner. Günstig sind die mit "gut" bewerteten Fahrzeuge allerdings oft nicht, selbst wenn sich über individuelle Rabatte oder spezielle Leasingangebote der Preis vielleicht noch drücken lässt. Listenpreise zwischen 20.000 und 25.000 Euro sind hier die Regel, auch 30.000 Euro und mehr können es bei den elektrischen Varianten durchaus sein.
Und wie schneiden preiswertere Kleinwagen im Vergleich dazu ab? Der Dacia Sandero (ab 13.590 Euro) als günstigstes Modell in Deutschland kommt auf eine noch ordentliche 2,9 und ist daher ebenfalls empfehlenswert. Ebenso ein Kia Picanto (Note 2,9) oder der aktuelle, vollelektrische Renault Twingo (Note 2,8).
Wenn es eher auf den Preis als auf die beste Bewertung im Test ankommt: Hier gelangen Sie zu den günstigsten Kleinwagen in der ADAC Gesamtkostenberechnung. Wenn ein Kleinwagen in erster Linie zuverlässig sein soll, kann die ADAC Pannenstatistik Auskunft geben.
Und welche der Kleinwagen würden die ADAC Redakteure nehmen? Hier ihre ganz persönlichen Empfehlungen.
Honda Jazz: Das Raumwunder
„Mein Favorit ist der Honda Jazz: Sein ausgeklügeltes Innenraumkonzept überzeugt mich.“
Andreas Huber, Redakteur Auto & Test©ADAC/Jochen Wieler

Keine Angst vor Exoten! Den Honda Jazz sieht man zwar nicht so häufig auf der Straße fahren. Wer einen Kleinwagen mit viel Platz sucht, sollte sich den Japaner aber genauer ansehen. Er überzeugt bereits seit seiner ersten Generation mit einem durchdachten Raumkonzept.
Das Cockpit wirkt aufgeräumt, das Infotainment verfügt über die wichtigsten Funktionen, Smartphones lassen sich einfach via Apple CarPlay oder Android Auto koppeln. Und das Raumgefühl fällt für diese Fahrzeugklasse großzügig aus.
Besonders in der zweiten Reihe wird es interessant. Hier verbaut Honda "Magic Seats". Sie lassen sich beim Umklappen weit unten und eben im Fahrzeugboden versenken, was dem Jazz enorm viel Stauraum beschert, oder wie ein Kinositz nach oben klappen, um zum Beispiel eine Zimmerpflanze unbeschadet zu transportieren.
Trotzdem bleibt der Japaner handlich. Mit 4,09 Metern Länge und einer Breite von 1,97 Meter (inkl. Außenspiegel) finden sich selbst in der Münchner Innenstadt noch Parkplätze. Die Optik ist gefällig und wenig extrovertiert, etwas mehr aus sich heraus geht der Jazz Crosstar mit Kunststoffbeplankung im Offroad-Look.
Den Jazz gibt es nur mit einem Motor. Der Vollhybrid mit 122 PS und CVT-Getriebe ist besonders in der Stadt sparsam und passt daher ideal zum Anwendungsprofil eines Kleinwagens. Über Land macht diese Kombination nicht ganz so viel Spaß. Hier gerät der Kleine schnell in hohe Drehzahlbereiche und klingt dann angestrengt. Sein Refugium ist also das urbane Gefilde.
Der Federungskomfort ist für die Klasse in Ordnung, die Sitze sind bequem. Die oben erwähnte stufenlose Automatik ist Geschmackssache. Ich bin kein großer Fan dieser Technik, in der Stadt kann ich damit aber leben. Besonders beim Jazz, denn das runde Gesamtpaket lässt mich über das Getriebe hinwegsehen. Der geräumige Exot startet ab 25.900 Euro.
Hier können Sie den ausführlichen Autotest zum Honda Jazz nachlesen
Renault 5: Die Legende lebt
„Ich finde die Optik des R5 grandios. Aber auch die inneren Werte sowie der Kaufpreis sind sehr überzeugend.“
Wolfgang Rudschies, Redakteur Auto & Test©ADAC/Andreas Huber

Der Renault R5 E-Tech Electric, wie das Modell aus Frankreich ein bisschen umständlich heißt, ist eines der interessantesten Elektroautos. Nicht nur dass Renault ein schickes Modell im Retro-Design kreiert hat, auch die inneren Werte des R5 überzeugen.
Angeboten wird der R5 in der Basisversion mit 90 kW/122 PS Motorleistung und einem 40 kWh fassenden Akku. Der Motor würde mir ausreichen, die Reichweite von 307 Kilometer nach WLTP (in der Praxis dürften es deutlich weniger sein) aber nicht. Ich will mich auch mit einem elektrischen Kleinwagen nicht auf die Kurzstrecke beschränken müssen, sondern auch mal eine längere Tour machen können, ohne zwischendurch laden zu müssen.
Insofern würde ich zur R5-Version mit 110 kW/150 PS und 52-kWh-Akku greifen. Die soll nach WLTP immerhin 405 Normkilometer schaffen, im alltagsnahen ADAC Test waren es 345 Kilometer. Und sie lädt dann auch nicht nur mit maximal 80, sondern mit bis zu 100 kW an der Schnellladesäule. Eine serienmäßige Wärmepumpe an Bord dürfte im Winter dafür sorgen, dass die Reichweite nicht zu sehr zusammenschmilzt. Das Plus an Motorleistung – 150 statt 122 PS – macht in einem Kleinwagen einen deutlich spürbaren Unterschied.
Die Außenlänge von 3,92 Meter ist beim Einparken sehr praktisch, der Wendekreis von 10,20 Meter wirklich gut. Als maximale Zuladung sind 460 Kilogramm erlaubt – das reicht für vier Personen und Gepäck. Außerdem gibt es als Option eine Anhängerkupplung. Um einen kleinen Hänger (max. 500 kg) zu ziehen oder einen Fahrradträger anzubringen, lohnt sich die Investition.
Hier geht es zum ausführlichen Test des Renault R5 E-Tech
Škoda Fabia: Einer für alle
„Kaum ein anderer Kleinwagen fährt so erwachsen und bietet so viel Platz wie der Škoda Fabia.“
Maximilian Bauer, ADAC Fahrzeugtechnik©ADAC/Test und Technik

Der aktuelle König der Kleinwagen ist für mich der Škoda Fabia. Warum? Weil er ein gutes Allroundpaket bietet. Das fängt schon bei der Größe an. In der aktuellen Generation ist der Tscheche ziemlich gewachsen und kommt nun auf eine Länge von 4,11 Meter. Damit liegt er eigentlich genau zwischen der Kleinwagen- und der Golfklasse und hat entsprechend mehr Platz als die Konkurrenz.
Wer einen Kleinwagen sucht, in dem vier Erwachsene angenehm untergebracht sind und auch noch das Gepäck für einen Kurzurlaub unterkommen soll, kommt am Fabia kaum vorbei. Selbst zwei große Erwachsene können hier hintereinander gut sitzen.
Auch beim Fahren wirkt der Fabia nicht wie ein Kleinwagen. Kaum ein Konkurrent fährt so erwachsen, kaum einer federt so beflissen, und kaum einer vermittelt so sehr den Eindruck eines erwachsenen Autos.
Erfreulich ist zudem die eingängige und einfache Bedienung. Wo andere Hersteller Tasten sparen und die Bedienung in den Touchscreen-Menüs komplizierter machen, ist die separate Klimabedienung des Fabia mit festen Tasten schon fast eine Wohltat. Klar, auch im Fabia gibt es einen Bildschirm. Doch hier sollte sich jeder gleich zurechtfinden.
Ja, es gibt den Fabia auch mit preiswerten 80 und 95 PS. Aber ich würde dennoch zum getesteten Dreizylinder mit 110 PS oder zur aktuellen Variante mit 115 PS tendieren. Der Motor passt gut zum Anspruch des Fabia, ein erwachsenes Auto zu sein, und treibt den Kleinwagen kräftig und laufruhig an, die Fahrleistungen sind souverän. Mehr braucht eigentlich niemand. Und das gilt im Grunde für das gesamte Fahrzeug.
Hier geht es zum ausführlichen Test des Škoda Fabia
Toyota Yaris Hybrid: Spart in der Stadt
„Man merkt, dass Toyota Erfahrung bei Hybridtechnik hat: Der Yaris fährt sehr sparsam.“
Jochen Wieler, Leitender Redakteur Auto & Test©ADAC/Andreas Huber

Meine Wahl würde auf den Toyota Yaris Hybrid fallen, vor allem weil er mit seiner Vollhybrid-Technik richtig sparsam gefahren werden kann – in Zeiten tendenziell hoher Benzinpreise ist ein geringer Verbrauch schließlich wichtiger denn je.
Im ADAC Ecotest verbrauchte der Toyota bei gemischter Fahrweise im Schnitt 4,7 Liter Super. Das ist noch nicht sensationell wenig. Wer den Yaris aber hauptsächlich in der Stadt bewegt, kann mit 3,4 Litern rechnen. Grund: Bei niedrigem Tempo kann der Elektromotor des Yaris den Antrieb oft ganz übernehmen und der Benziner bleibt aus.
Eine Zone 30 rein elektrisch durchfahren? Das geht, auch wenn der Yaris im Vergleich zu einem Plug‑in-Hybrid nur eine vergleichsweise kleine Antriebsbatterie hat und ihm schon nach ein paar Kilometern der Strom ausgeht und dann der Benziner wieder übernimmt. Vorteil: Die Batterie muss nicht extern aufgeladen werden. Der Lohn für seine Sparsamkeit sind volle fünf Sterne im ADAC Ecotest, auch weil die Schadstoffe im Abgas sehr niedrig ausfallen. Man merkt, dass Toyota Erfahrung bei der Hybridtechnik hat.
Optisch polarisiert der Yaris: Seine Pausbacken über den Hinterrädern muss man nicht mögen, mir gefällt das Design aber. Auch die Tatsache, dass der Yaris das Längenwachstum der Konkurrenten nicht mitgemacht hat und bei einer kompakten Länge von 3,94 Metern geblieben ist, finde ich klasse. Der Parkraum in der Stadt wächst schließlich auch nicht.
Seit Frühjahr 2024 ist die optisch und technisch leicht überarbeitete Version des Yaris Hybrid auf dem Markt. Tipp: Schauen Sie sich auch mal beim Mazda-Händler um, dort steht das baugleiche Modell, nur mit Mazda-Logo – der Mazda 2 Hybrid.
Hier geht es zum ausführlichen Test des Toyota Yaris Hybrid
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