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Der ADAC

Peugeot 208 im ADAC Test – das kann der kleine Franzose

Dieses Video wird über YouTube abgespielt. Es gelten die Datenschutzbestimmungen von Google. Bild: © ADAC

Der Kleinwagen-Klassiker Peugeot 208 steht in drei Antriebsvarianten bei den Händlern: als Benziner, Diesel und als Elektroauto. Im ADAC Test: Der 100 PS starke Benziner. Plus: So fährt sich die Elektroversion.

  • Auffallend: Das ungewöhnlich sportliche Design

  • Neu: Das digitale Kombiinstrument mit 3D-Effekt

  • Preis: Von 15.490 Euro (Benziner) bis 30.450 Euro (Elektro-208)

Nein, da gibt es ausnahmsweise keine zwei Meinungen: So sympathisch-knuffig und gleichzeitig dynamisch präsentierte sich schon lange kein Kleinwagen mehr. Dass der Peugeot 208 sich seine CMP-Plattform (Common Modular Platform) mit den Konzernbrüdern Citroen DS3 Crossback und Opel Corsa teilt, die wir beide schon testen konnten, sieht man ihm überhaupt nicht an. So eigenständig und originell wie der kleine Franzose seine Rolle interpretiert, so sehr dürften Kritiker der Gleichteilestrategie ins Grübeln kommen.

Motoren: Vier Verbrenner, ein Elektro

Momentan stehen vier Verbrennungsmotoren zur Verfügung. Der Dreizylinder-Turbobenziner mit 1,2-Liter-Hubraum wird in den drei Leistungsstufen 75, 101 und 131 PS angeboten, alle schon mit der künftigen 6d-Abgasnorm. Der 1,5-Liter-Vierzylinder-Diesel mit 136 PS hat immerhin die aktuelle 6d-TEMP-Norm und kann deshalb bedenkenlos zugelassen werden.
Dass Peugeot für den 208 überhaupt wieder einen Diesel anbietet, ist keine Selbstverständlichkeit, denn für den Vorgänger war zuletzt kein Selbstzünder mehr bestellbar. In seiner überarbeiteten Version ist ein überaus laufruhiger, akustisch zurückhaltender Begleiter. Allerdings wurden für bessere Abgaswerte wohl einige Leistungsspitzen gekappt, denn trotz 250 Nm Drehmoment wirkt er etwas zugeschnürt.

Beste Wahl bei den drei Benzinern ist die 101-PS-Variante, die es sowohl mit einer 6-Gang Handschaltung als auch mit der sanft schaltenden 8-Gang-Wandlerautomatik gibt (1600 € Aufpreis). Klar, der Motor mit 131 PS hat noch etwas mehr Power. Doch die Leistung des kultivierten mittleren Benziners ist in allen Fahrsituationen absolut ausreichend. Der Motor läuft kultiviert und überrascht durch seine Durchzugsstärke, die den simulierten Überholvorgang (60 bis 100 km/h) im ADAC Test in 6,4 Sekunden ermöglicht. Turboloch? Fehlanzeige. Aus dem Stand auf 100 km/h sprintet der 208 in unter 10 Sekunden. Nicht schlecht.

Testverbrauch: 5,5 Liter Super/100 km

Der Verbrauch des 100-PS-Motors liegt im ADAC Ecotest bei ordentlichen 5,5 Liter Super auf 100 Kilometer und die gemessenen Schadstoffemissionen fallen beim 1,2 l-Turbobenziner sehr gut aus, wobei die Anzahl der Partikel trotz des verbauten OPF (Otto-Partikel-Filter) leicht erhöht ist – das führt zu einem Punktabzug. Unter dem Strich bekommt der Peugeot 208 1.2 vier von fünf Sternen im ADAC Ecotest. Und auch der kleine, aber recht muntere 75-PS-Antrieb kann für viele, die vor allem in der Stadt unterwegs sind, eine gute Alternative sein.

Die Lenkung des 208 ist gut, allerdings um die Mittellage wenig präzise. In Kombination mit den geringen Lenkkräften entsteht ein entkoppeltes und indirektes Lenkgefühl. Auf kurvigen Landstraßen sind daher immer wieder kleinere Lenkkorrekturen erforderlich. Für einen Kleinwagen bietet der neue Peugeot 208 einen recht ansehnlichen Federungskomfort. Auf der Landstraße ist man kommod unterwegs, Schlaglöcher und Frostaufbrüche werden gut absorbiert, schlechte Straßen bringen die Karosserie aber mehr in Bewegung als beispielsweise beim Technikbruder Opel Corsa.

Beim ADAC Ausweichtest zeigt sich der 208 fahrsicher und gut beherrschbar. Da verwundert es umso mehr, dass das ESP teilweise zu rigide regelt und den 208 frühzeitig einbremst.

Mehr Komfort, aber nicht mehr Platz

Weil der Radstand gegenüber dem Vorgänger nicht größer wurde, ändern sich auch die Platzverhältnisse kaum. Der Fahrersitz lässt sich für Personen bis zu einer Körpergröße von 1,95 m zurückschieben, was für einen Kleinwagen ein guter Wert ist. Die Kopffreiheit bietet
Menschen bis zu einer Körpergröße von knapp 2,05 m Platz. Hinten sitzt man durch die geringere Kopffreiheit (nur für Personen bis 1,80 m) beengter. Sind die Vordersitze für 1,85 m große Menschen eingestellt, können dahinter lediglich 1,75 m große Personen sitzen.

Trotz Längenwachstums bietet der Kofferraum nur die klassenübliche Größe von 250 Litern nach ADAC-Messungen (Werksangabe: 265 Liter). Immerhin sind die Rücksitzlehnen serienmäßig geteilt umklappbar, so dass dann 940 Liter (Werksangabe: 1106 l) reinpassen.

Ungewöhnlich gestalteter Innenraum

Vorne sitzt sich's gut, auch weil die Materialanmutung gegenüber dem Vorgänger verbessert wurde. Schwarzer Klavierlack, geschäumte Kunststoffe, sportliche Carbonoptik: Alles hübsch, wenn auch ein paar Nachlässigkeiten (ungleiche Spaltmaße, kratzempfindliche Kunststoffe) nicht zu übersehen sind. Nicht perfekt: Die zwei hintereinander angeordneten Schalterreihen über der Mittelkonsole erfordern Treffsicherheit und sind nicht unbedingt intuitiv zu bedienen.

Oft kritisiert wird auch das peugeot-typische i-Cockpit mit manchen Bedienschwächen (z. B. unübersichtliche Menüs), bei dem das (kleinere) Lenkrad ungewöhnlich tief sitzt, was nicht für alle Körpergrößen wirklich gut passt. Wohl jeden begeistern wird dagegen das digitale Display in 3D-Optik, das in der Allure- und GT-Ausstattung Serie ist. Es sieht nicht nur enorm nach Zukunft aus, sondern hat handfeste Vorteile: Je nach Wunsch kann man wichtige Elemente wie Navigationshinweise, Drehzahl oder Assistenzsysteme eine Ebene nach vorne holen, damit sie näher am Auge liegen. Laut Peugeot steigt die Reaktionsfähigkeit dadurch um eine halbe Sekunde. 

Ausführlicher Test zum Peugeot 208 als PDF
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Technische Daten (Herstellerangaben)Peugeot 208 1.2 PureTech 100 Allure

Motor/Antrieb

Dreizylinder-Turbobenziner, 1199 cm³, 74 kW/100 PS, 205 Nm bei 1750 U/min

Fahrleistungen

9,9 s auf 100 km/h, 188 km/h Spitze

Verbrauch (nach WLTP)

5,3 l Super/100 km, 97 g CO₂/km

Maße

L 4,06 / B 1,75 / H 1,43 m

Kofferraum

265 – 1106 l

Leergewicht / Zuladung

1165 / 430 kg

Anhängelast (ungebremst / gebremst)

580 / 1200 kg

Preis

20.400 €

ADAC Messwerte (Auszug)Peugeot 208 1.2 PureTech 100 Allure

Überholvorgang 60-100 km/h

6,4 s

Bremsweg aus 100 km/h

33,2 m

Wendekreis

10,9 m

Verbrauch / CO₂-Ausstoß ADAC Ecotest

5,5 l Super/100 km , 132 g CO₂/km (well-to-wheel)

Bewertung ADAC Ecotest (max. 5 Sterne)

****

Reichweite

800 km

Innengeräusch bei 130 km/h

69,4 dB (A)

Leergewicht / Zuladung

1130 / 465 kg

Kofferraumvolumen normal / geklappt / dachhoch

250 / 570 / 940 l

ADAC TestergebnisPeugeot 208 1.2 PureTech 100 Allure

Karosserie/Kofferraum

3,2

Innenraum

3,2

Komfort

3,0

Motor/Antrieb

2,7

Fahreigenschaften

2,3

Sicherheit

2,4

Umwelt/Ecotest

2,0

Gesamtnote

2,6

Sicherheit und Umwalt werden doppelt gewertet

Rein elektrisch: Der Peugeot e-208

Zur Wahl steht auch eine rein elektrische Version des 208. Der Elektromotor mit 100 Kilowatt (136 PS) entwickelt vom Stand aus ein maximales Drehmoment von 260 Nm.
Dank der großen Batterie mit 50 kWh Kapazität erreicht der e-208 eine Strecke von 340 Kilometern nach WLTP, was für viele innerstädtische Nutzer bedeutet, dass nur einmal Laden pro Woche wohl ausreicht. Die Garantie für die Batterie beträgt 8 Jahre oder 160.000 Kilometer, bezogen auf 70 Prozent der Ladekapazität.

Drei mögliche Optionen zur Ladung stehen zur Verfügung: Die Batterie kann an einer Haushaltssteckdose oder an einer verstärkten Steckdose des Typs "Green Up Legrand" aufgeladen werden. Bei letzterer beträgt die Ladezeit 16,5 Stunden bis zum vollständigen Nachladen. Mit einer Heimladestation, der sogenannten Wallbox, braucht es fünf Stunden und 15 Minuten beim dreiphasigen Laden (11 kW). Und an einer öffentlichen Ladestation kann die Batterie an einer 100 kW-Ladesäule innerhalb von 30 Minuten auf 80 Prozent aufgeladen werden.

So wie die E-Version sich äußerlich kaum vom Verbrenner unterscheidet, ändert sich auch innen nichts: Weil die Batterie im Fahrzeugboden untergebracht ist, gleichen Raumangebot und Kofferraumvolumen (265 Liter) des e-208 denen der Versionen mit Verbrennungsmotor. Und durch den niedrigen Schwerpunkt liegt er beim Fahren sogar etwas satter auf der Straße.

Na ja, einen wichtigen Unterschied zum Verbrenner gibt es dann aber doch – den Preis. 30.450 Euro kostet der Stromer in der günstigsten Active-Version. Und das sind in der Ausstattung immerhin 10.600 Euro mehr als der Diesel und sogar 13.850 Euro mehr als der günstigste Benziner. Das gute Gewissen muss man sich bei Peugeot also schon etwas kosten lassen.

Die Modelle im Überblick

MotorenVerbrauch (kombiniert)Preis

PureTech 75, 55 kW/75 PS (Benziner)

4,1 l/100 km, CO₂: 94 g/km

ab 15.490 € (Like)

PureTech 100, 74 kW/101 PS (Benziner)

4,2 l/100 km, CO₂: 97 g/km

ab 17.950 € (Active)

PureTech 130, 95 kW/131 PS (Benziner)

4,4 l/100 km, CO₂: 103 g/km

ab 23.500 € (Allure)

BlueHDi 100, 75 kW/102 PS (Diesel)

3,2 l/100 km, CO₂: 85 g/km

ab 19.850 € (Active)

Elektromotor 136

16,9 kWh/100 km, CO₂: 0 g/km

ab 30.450 € (Active)