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Der neue Honda Jazz: Mit Hybridantrieb und Magic Seats

Ford Jazz fahrend von schräg vorne
Honda Jazz mit fünf Türen serienmäßig ∙ © Honda

Honda bietet die fünfte Generation des Kleinwagen Jazz nur noch mit Hybridantrieb an – das senkt den Verbrauch, treibt aber den Preis in die Höhe. Der "Crosstar" im SUV-Look ergänzt die Modellreihe. Fahrbericht mit allen Infos, Daten und Preisen.

  • In Europa gibt es den Jazz nur noch als Hybrid

  • Es bleibt beim variablen Innenraum mit Magic Seats

  • Umfangreiche Ausstattung

  • Basispreis ab 22.000 Euro

Honda hat seinen raumtechnisch pfiffigen Kleinwagen Jazz neu aufgelegt. Neben der Standardversion wird es auch ein SUV-artig angehauchtes Schwestermodell mit dem Namenszusatz Crosstar geben. Beide Versionen eint ein vielseitig nutzbarer Innenraum sowie ein Hybridantrieb als einzig verfügbare Motoroption.

Gute Serienausstattung, hoher Preis

Die fünfte Generation des 4,05 Meter langen Jazz zeigt mit etwas glubschäugigen Scheinwerfern ein völlig anderes Gesicht und auch die Karosserie hat deutlich mehr Rundungen bekommen. Die neue Optik und der hohe Preis des Fahrzeugs von mindestens 22.000 Euro könnte Interessenten die Lust am Kauf jedoch verleiden. Zum Vergleich: Ein VW Polo ist rund 7000 Euro günstiger zu haben.

Allerdings beruht der hohe Einstiegspreis des Japaners auf seiner umfangreichen Ausstattung: Schon das Basismodell Comfort bringt serienmäßig unter anderem den Notbremsassistenten, den aktiven Spurhalter, die adaptive Geschwindigkeitsregelung sowie eine Verkehrszeichenerkennung mit. LED-Scheinwerfer mit Fernlichtassistent, Sitzheizung, ein Radiosystem mit 5-Zoll-Display, ein 7-Zoll-Digitalcockpit und die vom Vorgänger bekannten Magic Seats gehören ebenfalls dazu.

Letztere erlauben es, die Sitzflächen der Fondplätze ähnlich wie Kinosessel hoch zu klappen. So entsteht praktischer Stauraum hinter den Vordersitzen. Der Kofferraum ist zwar etwas kleiner als beim Vorgänger und schluckt nur noch zwischen 298 und 1203 Liter (bisher: 354 bis 1314 Liter), doch erlaubt die extrem niedrige Ladekante problemloses Bepacken.

Erstaunlich: Vorne wie hinten können annähernd zwei Meter große Gäste kommod reisen. Auch die Rundumsicht verdient Lob. Anders als bei vielen Mitbewerbern schaut man nämlich nicht durch kleine Schießscharten, sondern durch ordentliche Fenster nach draußen. Auch die schmalen A-Säulen tragen zur guten Sicht bei.

Honda Jazz: Ein Benziner, zwei E-Motoren

Der hohe Preis des Jazz resultiert aber nicht allein aus der umfangreichen Ausstattung, sondern auch aus dem aufwendigen Hybridantrieb. Der japanische Hersteller setzt nämlich auf das aus dem Honda CR-V bekannte Drei-Motoren-System: Neben einem E-Motor, der den Großteil der Arbeit verrichtet, ist auch ein 1,5-Liter-Benziner an Bord. Der wirkt in den meisten Situationen allerdings nicht direkt auf die Räder ein, sondern treibt vornehmlich eine zweite E-Maschine als Generator an, die den Strom für den Elektroantrieb erzeugt.

Der hauptsächlich für den Antrieb verantwortliche Elektromotor leistet 80 kW/109 PS
und 253 Newtonmeter Drehmoment. Das reicht, um den mindestens 1300 Kilogramm schweren Japaner aus dem Stand in 9,4 Sekunden auf Tempo 100 zu beschleunigen, maximal sind 175 km/h möglich. Vor allem im Stadtverkehr fühlt sich der Jazz aber dank der stets zur Verfügung stehenden Kraft des E-Motors deutlich flotter an.

Herrlich leise bis nervig laut

Im Elektrobetrieb schwimmt der Honda Jazz herrlich leise im Verkehr mit und darf sich mit seinem kraftvollen Drehmoment auch durchaus zum Überholen auf die linke Spur wagen. Dank der gefühlvollen Lenkung kann man mit dem Jazz außerdem flott durch Kurven wedeln.  

Allerdings wird der Benziner unter hoher Last nervig laut. Darüber hinweg trösten soll der Verbrauch, den Honda mit 4,5 Litern pro 100 Kilometer (nach WLTP) angibt. Im städtischen Verkehr – mit hohen elektrischen Fahranteilen – dürfte der Jazz tatsächlich recht sparsam sein. Auf unserer ersten Überland-Runde mit viel Landstraßen-Anteil zeigte der Bordcomputer eine sechs vor dem Komma.

Der Arbeitsplatz des Fahrers wirkt aufgeräumt und gut sortiert. Hinter dem Lenkrad informiert ein Display über die relevanten Fahrdaten. Das Display in der Armaturenbrettmitte ist wie üblich für das Infotainment und die Nutzung spezieller Apps zuständig. Hier wird auch das Smartphone mit dem Bediensystem verbunden.

Honda Jazz Crosstar: Die robuste Variante

Der Jazz Crosstar ist fünf Zentimeter länger und drei Zentimeter höher. Wichtigste Unterschiede zu seinem Bruder sind aber die erhöhte Bodenfreiheit, die um einen Zentimeter breitere Spur, eine integrierte Dachreling und wasserabweisende Sitzbezüge. Als Mehrpreis schlagen rund 4000 Euro zu Buche.

Der größere Kühlergrill, Schutzplanken aus Kunststoff an den Radhäusern, stylische Seitenschweller sowie spezifische schwarz-silberne Alufelgen im 16-Zoll-Format verleihen dem Jazz Crosstar optisch eine kraftvollere Präsenz und eine Prise Robustheit. Verwirrend: Trotz der größeren Außenabmessungen nennt Honda geringere Werte für das Kofferraumvolumen.

Direkte Konkurrenten des Jazz sind der Toyota Yaris und der Renault Clio, die beide als Vollhybride angeboten werden.

Technische Daten Honda Jazz

Herstellerangaben Honda Jazz Honda Jazz Crosstar

Motor/Antrieb

Elektromotor und Vierzylinder-Benziner (Atkinson) mit 1498 cm³, max. Leistung 80 kW/109 PS, max. Drehmoment 253 Nm

Elektromotor und Vierzylinder-Benziner (Atkinson) mit 1498 cm³, max. Leistung 80 kW/109 PS, max. Drehmoment 253 Nm

Fahrleistungen

9,4 s auf 100 km/h, 175 km/h Spitze

9,9 s auf 100 km/h, 173 km/h Spitze

Verbrauch (WLTP)

4,5 l Super/100 km, 102 g CO₂/km

4,8 l Super/100 km, 110 g CO₂/km

Maße

L 4,04 / B 1,97 / H 1,53 m

L 4,09 / B 1,97 / H 1,56 m

Kofferraum

304 – 1205 l

298 – 1199 l

Leergewicht / Zuladung

1300 / 410 kg

1325 / 385 kg

Preis

ab 22.000 €

ab 26.250 €

Text: Michael Gebhardt