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Fiat 500: Das Kultauto wird elektrisch

Fiat 500e beim Laden an der Ladesäule
Das erste Elektroauto von Fiat ist natürlich ein Cinquecento ∙ © Fiat

Der knuffige Fiat 500 surrt bald auch elektrisch durch die Stadt. Und nicht nur dort: Mit 320 Kilometer Reichweite und Schnellladesystem taugt das Elektroauto auch für längere Strecken. Erste Infos, technische Daten, Bilder.

  • Komplette Neuentwicklung als Elektroauto

  • Mit 42-kWh-Batterie 320 Kilometer Reichweite

  • Fiat 500 Elektro startet als Cabrio für 37.900 Euro

Dass das erste Elektroauto von Fiat ein Ableger des erfolgreichen 500 sein würde, war zu erwarten. Doch alle, die mit einem halb garen Umbau des bestehenden Modells gerechnet hatten, belehrt Fiat eines Besseren: Der elektrische Fiat 500 wurde komplett neu entwickelt, steht auf einer eigenen Plattform und hat im Prinzip nur die knuffige Optik mit seinem mittlerweile 13 Jahre alten Namensvetter gemein.

Fiat spricht daher von der "dritten Generation" des Fiat 500 und will damit sogar "neue Maßstäbe" im Segment der emissionsfreien Fahrzeuge setzen. Und das, obwohl Fiat bisher nur wenig für Elektroautos übrig hatte.

Fiat 500 Elektro mit 320 km Reichweite

Der elektrische Fiat 500 könnte tatsächlich zum Knaller im Segment von Renault Zoe, Peugeot e-208, Opel Corsa-e, Mini SE und Honda-e werden. Nicht nur, weil er die Optik des benzingetriebenen 500ers übernimmt und sie in modernisierter Form in die Jetztzeit transportiert – auch sein Elektroantrieb ist konkurrenzfähig.

Fiat hat eine Batterie mit 42 kWh Kapazität eingebaut. Das ist überraschend viel und war wohl auch nur deshalb möglich, weil der Elektro-500 länger und breiter geworden ist als sein Verbrenner-Pendant. Die genauen Maße hat Fiat allerdings noch nicht verraten.

Nach dem realitätsnahen WLTP-Zyklus soll der Fiat 500 gut 320 Kilometer weit fahren können und damit auf dem Niveau der Konkurrenz liegen. Opel Corsa und Peugeot 208 kommen 330 beziehungsweise 340 Kilometer weit, der Renault Zoe 300 (41 kWh) und 390 (52 kWh). Dem (günstigen) Kleinstwagen-Trio VW e-up, Seat Mii electric und Skoda Citigo iV geht nach 260 Kilometern der Saft aus.

Fiat spendiert Schnellladefunktion und Wallbox

Serienmäßig wird der Fiat 500e (offiziell heißt er nur Fiat 500) mit Schnellladefunktion via CCS-Stecker ausgeliefert, was bei der Konkurrenz meist Aufpreis kostet. Damit soll der Akku mit bis zu 85 kW aufgeladen werden können und sich an Schnellladesäulen in 35 Minuten auf 80 Prozent füllen lassen. An gewöhnlichen Wechselstromsäulen nimmt sich der Fiat bis zu 11 kW. Eine Wallbox für zu Hause liefert Fiat gleich aufpreisfrei mit.

Drei Fahrstufen lassen sich wählen: Normal, Range und Sherpa. "Range" gilt als One-Pedal-Modus, das heißt, dass der Antrieb stärker als bei "Normal" rekuperiert und dadurch abbremst, sobald der Fahrer vom Gas geht. "Sherpa" ist das Mittel der Wahl, wenn es um maximales Stromsparen und nur noch ums Ankommen geht. Dann schleicht der 500er mit maximal 80 km/h zum Ziel, Klimaanlage und Sitzheizung werden deaktiviert.

Abgesehen davon gehört der Elektro 500 mit 150 km/h Höchstgeschwindigkeit und einer Beschleunigung von flotten 9,0 Sekunden auf Tempo 100 nicht zu den langsamen Fahrzeugen. Sein Elektromotor dürfte den Kleinwagen mit 87 kW/118 PS entsprechend temperamentvoll in Schwung bringen.

Plastik aus dem Meer für Sitzbezüge

Stolz ist Fiat auch auf die Vielzahl an Assistenzsystemen wie Müdigkeitswarner und Tempolimiterkennung sowie auf die Konnektivität: Via Smartphone lässt sich der Ladezustand abfragen und ein Ziel ans Navi schicken. Das "UConnect"-System mit 10,25-Zoll-Touchscreen dient als Internet-Hotspot für bis zu acht Endgeräte, und wenn das Fahrzeug gestohlen wird, wird der Besitzer sofort informiert. Das Cockpit wirkt modern und hat nur noch eine Handvoll Knöpfe, manches lässt sich auch per Sprache bedienen.

Nachhaltigkeit demonstriert Fiat bei den Sitzbezügen, die aus Recycling-Materialien bestehen, teilweise auch aus Kunststoff, der aus dem Meer gefischt wurde. Nettes Detail: Anders als die meist sphärisch-technisch klingende Konkurrenz macht der Fiat 500 unterhalb von 20 km/h Musik! Fußgänger werden von der Titelmelodie aus Federico Fellinis Film "Amarcord" vor dem Stromer gewarnt.

Fiat 500e ab sofort für 37.500 Euro zu kaufen

Bestellbar ist der elektrische Fiat 500 ab sofort, ausgeliefert wird voraussichtlich im Oktober 2020. Zunächst ist die für jedes Land auf 500 Exemplare limitierte Version "la Prima" zu haben – und zwar ausschließlich als Cabriolet für stolze 37.500 Euro abzüglich der Elektroauto-Prämie. Weitere Varianten folgen, vermutlich wird die Basisversion später für rund 32.000 Euro angeboten werden.

Daten, Fahrleistungen, Preis

Technische Daten (Herstellerangaben)Fiat 500 Elektro

Antrieb

Elektromotor mit 87 kW/118 PS

Fahrleistungen

3,1 s auf 50 km/h, 9,0 s auf 100 km/h, Spitze 150 km/h

Reichweite nach WLTP

320 km

Ladeleistung

bis zu 11 kW (AC), bis zu 85 kW (DC)

Preis Version "La Prima"

37.500 Euro