Das optimale Familienauto: Darauf kommt es an

Drei Kindersitze passen bei den wenigsten Autos auf die Rückbank
Drei Kindersitze passen bei den wenigsten Autos auf die Rückbank© iStock.com/Josh Hodge

Die Wahl des Familienautos will gut überlegt sein. Klar, viel Platz und Stauraum sind wichtig. Und sicher soll es sein. Doch worauf sollte man sonst noch achten, damit ein Auto familienfreundlich ist? Tipps des ADAC.

  • Große Auswahl an familienfreundlichen Modellen

  • Hochdachkombis und Schiebetüren weiterhin beliebt

  • Elektroautos bei Familien sind im Kommen

Bei der Anschaffung einer Familienkutsche stehen meist weniger Ästhetik und Fahrspaß im Vordergrund, sondern Sicherheit, Praktikabilität und Komfort. Daher sollten der Aufbau und die Ausstattung eines Autos vor dem Kauf besonders unter die Lupe genommen werden.

Der Kinderwagen muss mit: Wer hat Platz dafür?

Beim Autokauf drauf achten: Platz für den Kinderwagen ist ein Muss für junge Familien © iStock.com/AleksandarNakic

Fast jede Fahrzeugklasse bietet geeignete Modelle an, in die auch Kinderwagen passen. Da fällt es schwer, sich zu entscheiden. Deshalb hat der ADAC eine Auswahl an Fahrzeugen zusammengestellt, bei denen der Kinderwagentransport mühelos möglich ist, und stellt die besten Modelle pro Fahrzeugklasse vor. Bestseller in der Kategorie Kleinbusse ist beispielsweise der VW Multivan. Als "Lademeister" gilt auch der VW Passat Variant, und im preisgünstigen Familienvan Dacia Jogger hat ein Kinderwagen ebenfalls gut Platz. Hier erfahren Sie, welche Autos sich noch für den Transport eines Kinderwagens eignen.

Herausforderung: Drei Kindersitze auf der Rückbank

Großraumlimousinen und Vans bieten für drei Kindersitze auf der Rückbank genug Platz © ADAC/Edward Beierle

Ob Audi Q7, Dacia Duster, Mercedes-Benz GLE oder Opel Zafira: Viele Hersteller bieten Modelle an, bei denen drei Kindersitze nebeneinander Platz finden. Hier lesen Sie, welche Fahrzeugmodelle für drei Kindersitze auf der Rückbank auch noch unter anderen Aspekten attraktiv sind und zu welchem Testfazit die ADAC Experten kommen

Modelle mit variablem Sitzsystem punkten

Die Anzahl der möglichen Fahrzeugsitze sollte schon beim Autokauf beachtet werden. Denn gerade bei Familien, die irgendwann – geplant oder ungeplant – aus mehr Kindern bestehen, ist es aber darüber hinaus wichtig, ob das Fahrzeug um weitere Sitze erweiterbar ist – bei Vans und großen SUVs beispielsweise.

Wenn Sitze ein- und ausgebaut werden können, sollte dies zudem keinen großen Kraftaufwand erfordern. Bei manchen Modellen gibt es eine verschiebbare Rückbank, die entweder den Kofferraum vergrößert oder die Beinfreiheit für die Kinder.

Platz für Große: Autos mit Rückbank-Raumwunder

Auch Familien mit älteren Kindern, die keinen Kindersitz mehr benötigen, suchen nach einem geeigneten Fahrzeug. Deshalb bietet der ADAC eine Übersicht von 50 Fahrzeugen, die besonders viel Platz auf der Rückbank bieten.

Das Überraschende: Ein großzügiges Raumangebot ist keine Frage des Geldes. Günstige Modelle sind der Ford Focus (ab 26.700 Euro) und der Opel Grandland (29.290 Euro). Aber auch der Porsche Cayenne bietet viel Platz – allerdings zahlt man da schon mal an die 100.000 Euro.

7-Sitzer: Alle Mann an Bord

Im 7-Sitzer finden alle Platz: Verwandte, Freunde, Großeltern © Shutterstock/Juice Flair

Anders als bei den Autos mit Schiebetüren, kann sich das Angebot an Fahrzeugmodellen mit sieben Sitzen sehen lassen. Über 50 verschiedene Automodelle sind in Deutschland serienmäßig oder optional mit sieben Sitzen zu bekommen Darunter Vans, SUVs, Hochdachkombis, Kleinbusse und Geländewagen. In der 7-Sitzer Übersicht des ADAC ist der günstigste Bus beispielsweise der Renault Trafic (36.000 Euro). Er ist sogar mit acht Sitzen (optional mit 9 Sitzen) ausgestattet. In der Klasse der SUVs ist die Preisspanne groß: Den Skoda Kodiaq gibt es bereits ab 34.000 Euro, für einen Bentley Bentayga muss man allerdings deutlich tiefer in die Tasche greifen – er ist ab 170.000 Euro verfügbar. Bei den echten Geländewagen bekommt man erst ab 73.000 Euro aufwärts einen 7-Sitzer. Hier bietet vor allem Land Rover einige Modelle an, wie etwa den Defender, Discovery oder Range Rover.

Umweltbewusst: E-Autos für Familien

Auch auf dem Elektroautomarkt hat sich viel in Sachen familienfreundliche Autos getan. Mittlerweile gibt es einige Modelle, die ausreichend Platz und eine hohe Reichweite bieten, sodass man sogar als Familie problemlos in Urlaub fahren kann.

Bei den familientauglichen Fahrzeugen findet man das SUV Audi Q4 e-tron, den Cupra Born mit Schrägdach genau so wie den Hochdachkombi Peugeot e-Rifter. Allerdings zahlt man für die Autos alle an die 40.000 Euro. Das günstigste Modell ist der Citröen e-C4 ab 37.000 Euro. Welches Familienauto mit der höchsten Reichweite punkten kann, erfahren Sie bei der Modellübersicht der E-Autos für Familien.

Lieblinge der Kinder: Autos mit Schiebetüren

Autos mit Schiebetüren stehen bei Familien ganz oben im Beliebtheits-Ranking © Shutterstock/2021 Gorlov-KV

Schiebetüren sind für Familienautos praktisch: Sie erleichtern das Ein- und Aussteigen, weil kleinere Kinder bequem ins Auto gesetzt werden können. Dennoch gibt es immer weniger Hersteller, die Fahrzeuge mit Schiebetüren anbieten. Wer aktuell ein neues Fahrzeug mit Schiebetüren sucht, findet nur noch 23 Modelle auf dem Markt. Interessierte bekommen hier preisgünstige Fahrzeuge wie den Toyota Proace City für 24.000 Euro oder aber auch hochpreisige Modelle wie beispielsweise den VW T6.1 Multivan ab 72.000 Euro.

Kommen bei Familien gut an: Hochdachkombis

Pragmatisch veranlagte Familien lieben sie: Hochdachkombis. Sie bieten nicht nur viel Platz für eine große Familie, sondern auch für deren Gepäck. Mit einem Hochdachkombi lässt sich also nicht nur der Alltag einfach managen, sondern macht auch das Verreisen Spaß.

Das sollte ein Familienauto können

Das wichtigste Kriterium bei der Beurteilung der Familientauglichkeit ist die Sicherheitsausstattung. Deshalb sollten Sie darauf besonders achten:

  • Sicherheitssysteme wie Airbags, ABS und ESP (auch ESC genannt) sollten vorhanden sein.

  • Bei elektrischen Fensterhebern und Schiebedächern ist ein sensibler Einklemmschutz wichtig.

  • Die Fensterheber für die Sitzbank hinten sollten von der Fahrertür aus deaktivierbar sein.

  • Die Türen hinten müssen über eine Kindersicherung verfügen.

  • Hilfreich ist ein zusätzlicher Spiegel zur Beobachtung des Rücksitzraumes.

  • Abklappbare Kopfstützen-Hörnchen zum seitlichen Schutz von Kinderköpfen und zum Anlehnen (z.B. Renault, Volkswagen) sorgen für mehr Sicherheit und Komfort.

Besonders beliebte Modelle sind der Citroën Berlingo, VW Caddy, der Ford Tourneo oder auch der Renault Kangoo.

Gebrauchte: 20 Familien-Vans unter 10.000 Euro

Im familienfreundlichen Rahmen sollten auch die Autokosten (Anschaffungspreis, Verbrauch, Fixkosten) bleiben. Die ADAC Auto-Experten haben 20 Familien-Vans ausgewählt, die auf dem Gebrauchtwagenmarkt zwischen 7000 und 10.000 Euro zu haben sind.

Einen Ford B-Max (Baujahr 2017) gibt es zum Beispiel gebraucht ab 9500 Euro, einen Renault Scénic (Baujahr 2015 ) je nach Kilometerleistung und Ausführung ab 7200 Euro. Allerdings sollten auch die monatlichen Gesamtkosten der Gebrauchten im Blick behalten werden. Ein Toyota Verso kostet beispielsweise 316 Euro im Monat, ein SsangYong Rodius belastet dagegen die Familienkasse jeden Monat mit 492 Euro.

Kofferraum zu schnell voll? Nicht bei jedem!

Wer schon mal als Familie verreist ist, der weiß: Der Kofferraum ist oftmals viel zu schnell voll. Deshalb sollte man beim Kauf eines Fahrzeuges unbedingt darauf achten, ob der Kofferraum für die individuellen Ansprüche ausreicht.

Viel Platz bietet da beispielsweise der Ford S-Max, der Honda CR-V oder der Seat Leon Sportstourer. Aber nicht immer stimmen die Angaben der Hersteller. Der ADAC hat das Kofferraumvolumen im Autotest von 274 aktuellen Modellen überprüft – mit überraschenden Ergebnissen.

Bestplätze für den Familienhund

Für den Familienhund braucht das Auto vor allem einen großen Kofferraum © Geber86

Wenn die Familie noch durch einen Vierbeiner ergänzt wird, muss das Auto weitere Ansprüche erfüllen. Der Kofferraum muss eine ausreichende Größe für die benötigte Transportbox haben und darf nicht vom Passagierraum getrennt sein. Ob Fiat Doblo, Peugeot Rifter, Dacia Dokker, Mercedes E-Klasse oder Škoda Fabia Combi – auch hier ist die Auswahl groß und für jeden Geschmack etwas dabei. Wir haben Modelle, die sich für den Hundetransport besonders gut eignen, für Sie zusammengestellt.

Weitere wichtige Kriterien bei der Beurteilung der Familientauglichkeit sind:

Regina Ammel
Regina Ammel
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