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Der ADAC

Kaufberatung: Was ein optimales Familienauto haben muss

Mutter lacht mit drei Kindern auf der Rückbank eines Autos
Drei Kindersitze passen bei den wenigsten Autos auf die Rückbank ∙ © iStock.com/Josh Hodge

Die Wahl des Familienautos will gut überlegt sein. Klar, viel Platz und Stauraum sind wichtig. Und sicher soll es sein. Doch worauf sollte man sonst noch achten, damit ein Auto familienfreundlich ist? Tipps des ADAC.

Bei der Anschaffung einer Familienkutsche stehen meist weniger Ästhetik und Fahrspaß im Vordergrund, sondern Sicherheit, Praktikabilität und Komfort. Daher sollten der Aufbau und die Ausstattung eines Autos vor dem Kauf besonders stark unter die Lupe genommen werden.

Im familienfreundlichen Rahmen sollten auch die Autokosten (Anschaffungspreis, Verbrauch, Fixkosten) bleiben. Und schließlich sollten sich junge Eltern ganz besonders gründlich ansehen, ob und wo der bereits vorhandene Kindersitz Platz findet. Nicht jeder Kindersitz lässt sich in allen Fahrzeugen gleich gut unterbringen. Das wichtigste Kriterium bei der Beurteilung der Familientauglichkeit ist die Sicherheitsausstattung:

Das sollte ein Familienauto können

  • Sicherheitssysteme wie Airbags, ABS und ESP (auch ESC genannt) sollten vorhanden sein.

  • Wenn ein Kleinkind entgegen der Fahrtrichtung auf dem Beifahrersitz gesichert werden soll, muss der Beifahrer-Airbag abschaltbar sein.

  • Bei elektrischen Fensterhebern und Schiebedächern ist ein sensibler Einklemmschutz (siehe ADAC Autotest) wichtig.

  • Die Fensterheber für die Sitzbank hinten sollten von der Fahrertür aus deaktivierbar sein.

  • Die Türen hinten müssen über eine Kindersicherung verfügen. In manchen Fahrzeugen ist diese links/rechts getrennt von der Fahrertür aus schaltbar.

  • Hilfreich ist ein zusätzlicher Spiegel zur Beobachtung des Rücksitzraumes.

  • Abklappbare Kopfstützen-Hörnchen zum seitlichen Schutz von Kinderköpfen und zum Anlehnen (z.B. Renault, Volkswagen) sorgen für mehr Sicherheit und Komfort.

  • Parkwarner und Rückfahrkameras können verhindern, dass man beim Rangieren Kinder übersieht.

Weitere wichtige Kriterien bei der Beurteilung der Familientauglichkeit sind:

Komfort und Stauraum in der Fahrgastzelle

Für die Tauglichkeit des Familienvehikels sprechen auch Details, die den Komfort erhöhen wie z.B. Beinfreiheit, Sitztiefe (Sitzen die Sprösslinge trotz Kindersitz sehr tief, müssen sie sich strecken, um überhaupt aus dem Fenster gucken zu können), Halterungen für große Flaschen, viele Ablagen in den Türen, an den Sitzen, in der Mittelkonsole und gegebenenfalls im Fahrzeugboden, oder auch integrierte Sonnenrollos.

Gerade auf langen Urlaubstouren muss im hinteren Teil des Wagens noch ein wenig Raum für Spiele, Bücher oder Plüschtiere vorhanden sein. Was Kindern hilft, sich bei langen Fahrten die Zeit zu vertreiben, sind Multimedia-Unterhaltungssysteme wie DVD-Player oder LCD-Bildschirme. Voraussetzung dafür ist aber eine Bordsteckdose zur Stromversorgung!

Multimedia-Systeme sollten fest mit dem Auto verbunden sein. Nachrüstlösungen können im Fahrgastraum herumfliegen und Verletzungen verursachen. Achtung: Verfügt das Auto über Aktiv-Kopfstützen, die sich im Falle eines Unfalls selbsttätig in optimale Position bringen, dürfen diese nicht mit Zusatzgewichten (etwa angebaute oder übergezogene Monitore) versehen werden, sonst wird die Schutzwirkung beeinträchtigt oder ganz aufgehoben. Unbedingt das Bordbuch des Autos beachten.

Ladekantenhöhe

Die Ladekante sollte möglichst niedrig sein, so dass Kinderwagen, Gepäck und Großeinkäufe bequem ein- und ausgeladen werden können.

Kofferraumvolumen

In den Kofferraum müssen nicht nur Kinderwagen, Großeinkäufe, ggf. die Hundebox für den Familienhund oder andere Alltagsgegenstände verstaut werden. Bei Urlaubsreisen mit der ganzen Familie fällt zudem viel Reisegepäck an, besonders wenn ein Campingplatz oder eine Ferienwohnung angesteuert wird.

Auch der Zuschnitt des Kofferraums ist wichtig. Hat ein Kombi zum Beispiel eine sehr schräge Heckklappe, sieht das zwar schick aus, schränkt aber das maximale Ladevolumen bis unters Dach erheblich ein.

Variables Sitzsystem

Die Anzahl der Sitze ist zunächst einmal entscheidend. Gerade bei Familien mit mehreren Kindern ist überdies wichtig, ob das Fahrzeug um weitere Sitze erweiterbar ist – bei Vans und großen SUVs beispielsweise. Und: Wenn Sitze ein- und ausgebaut werden können, sollte dies keinen großen Kraftaufwand erfordern.

Bei manchen Modellen gibt es eine verschiebbare Rückbank, die entweder den Kofferraum vergrößert oder die Beinfreiheit für die Kinder.

Zugang durch Türen und Klappen

Wichtig sind nicht nur die Anzahl der Türen, sondern auch große, weit öffnende Türausschnitte für den bequemen Ein- und Ausstieg. Ebenfalls sehr praktisch: Schiebetüren!

An den hinteren Türen absolutes Muss: Kindersicherung! In manchen Fahrzeugen ist diese links bzw. rechts getrennt von der Fahrertür aus schaltbar. Die Heckklappe sollte so groß sein, dass bequemes Ein- und Ausladen möglich ist.

Verwendete Materialien

Sind Kinder an Bord, lassen Flecken im Fahrzeuginnenraum nicht lange auf sich warten. Das ist unvermeidlich! Daher sind strapazierfähige Materialien besonders hilfreich. Dazu zählen die im Vergleich zu Stoff leicht zu reinigenden Lederbezüge sowie abwaschbare Fußmatten und Oberflächen.

Empfehlungen für den Autokäufer 

  • Nehmen Sie die Kindersitze zur Fahrzeugauswahl mit. Nicht jeder Sitz lässt sich in allen Fahrzeugen gleich gut unterbringen.

  • Klären Sie mit dem Verkäufer anhand der Fahrzeug-Bedienungsanleitung ab, welche Sitzplätze für die Verwendung von universellen Kindersitzen freigegeben sind. Probieren Sie aus: Reicht die Gurtlänge? Ist das Gurtschloss erreichbar? Wie viele Kindersitze passen auf die Rückbank? Häufig ist der Platz für drei Kindersitze zu knapp.

  • Auf die Bedienungsanleitung des Fahrzeugs achten. Daraus muss klar hervorgehen, ob auch ein vorwärts gerichteter Kindersitz auf dem Beifahrersitz platziert werden darf (Nur bei Platzmangel zu empfehlen; am sichersten aufgehoben sind Kinder auf der Rücksitzbank!) beziehungsweise auf welchen Sitzplätzen universelle Kindersitze verwendet werden dürfen.

  • Bei aktiven Beifahrer-Frontairbags dürfen rückwärts gerichtete Kindersitzsysteme nicht auf dem Beifahrersitz verwendet werden. Wird ein solcher Sitz dort genutzt, muss der Airbag deaktiviert werden. Lassen Sie sich vom Verkäufer zeigen, wie das funktioniert.

  • Bei der Frage, ob ein integrierter Kindersitz genauso sicher ist wie ein hochwertiger aus dem Zubehörhandel, hilft der ADAC Kindersitztest.

Alle Infos zum Neuwagenkauf   

Beliebte Familienkutschen sind Vans, SUVs und Kombis. In welchen Fahrzeugmodellen die Fachleute Raumaufteilung und Sicherheit besonders gut vereint sehen, erfahren Käufer in der ADAC Autodatenbank. Dort können Sie eine Vorauswahl nach Fahrzeugklasse, Zahl der Türen und anderen Kriterien treffen.

Auf den Internetseiten des ADAC gibt es zudem viele Tipps zu Probefahrt und Neuwagenkauf: 

Dieses Video wird über YouTube abgespielt. Es gelten die Datenschutzbestimmungen von Google. Bild: © ADAC