Toyota ProAce City im Test: Praktisch und vielseitig

Toyota ProAce City fahrend auf einer Straße
Der Toyota ProAce City ist baugleich mit Citroën Berlingo, Opel Combo, Fiat Doblo und Peugeot Rifter© Toyota

Einen kleinen Hochdachkombi à la VW Caddy und Opel Combo gibt es auch von Toyota. Allerdings mit französischer Hilfe. ADAC Test des Toyota ProAce City Verso, Daten, Bilder, Preise

  • Toyota ProAce City wurde von Stellantis entwickelt

  • Mit zwei Radständen als Transporter und Familien-Van

  • Ein Benziner mit 110 PS und ein Diesel mit 130 PS

Toyotas Nutzfahrzeug-Kooperation mit Stellantis (Peugeot/Citroën/DS/Opel/Fiat) trägt Früchte: Mit dem ProAce City konnten die Japaner unterhalb des größeren ProAce eine eigene Variante von Citroën Berlingo, Peugeot Rifter und Opel Combo auflegen. Mittlerweile existiert auch von Fiat ein Ableger, der neue Doblo.

Den Hochdachkombi gibt es als Kastenwagen und als Pkw mit der Zusatzbezeichnung "Verso", außerdem in zwei unterschiedlichen Längen. Die Karosserie ist prinzipiell mit der der Schwestermodelle identisch, nur die Front wurde dem Toyota-eigenen Stil angepasst. Die Preise starten bei 19.925 Euro (netto) für die Transporter-Ausführung mit dem Beinamen Duty, für die ein Diesel in drei Leistungsstufen parat steht. Das Familienauto gibt es ab 26.770 Euro (brutto).

Toyota ProAce City Verso: fünf oder sieben Sitze

Cockpit des Toyota ProAce City
Im Innenraum dominiert hartes Plastik© Toyota

Im Inneren geht es durchaus wohnlich zu, das Cockpit-Design orientiert sich an Pkw-Maßstäben. Lediglich die Materialauswahl, bei der harter Kunststoff dominiert, erinnert daran, dass der ProAce im Kern ein Nutzfahrzeug ist. Die Bedienelemente stammen aus dem Portfolio der Franzosen, sind sinnvoll und ergonomisch angeordnet. Letzteres gilt auch für den hoch platzierten Gangwählhebel, der gut zur Hand liegt.

In Sachen Bestuhlung haben Käufer außer bei der Basisversion "Combi" die Wahl zwischen einer fünf- und einer siebensitzigen Ausführung (Aufpreis 930 Euro). Die beiden vollwertigen, längs verschiebbaren Zusatzsitze sind inzwischen nur noch für das Langmodell mit 4,77 Metern zu haben. Nutzfahrzeugkäufer können ebenfalls zwischen den beiden Längen wählen.

Kastenwagen mit einer Tonne Nutzlast

Sicht auf den Toyota ProAce City mit Ladung vor dem Kofferraum
Für Handwerker: Die Kastenwagenversion des Toyota ProAce City© Toyota

Darüber hinaus gibt es den Toyota als Kastenwagen oder verglast mit zwei oder drei Sitzen in der ersten Reihe. Die Langversion ist zusätzlich als Doppelkabinenmodell mit Fondbank zu haben und bietet dann fünf Insassen Platz. Das Ladevolumen fasst laut Hersteller je nach Ausführung zwischen 3300 und 4300 Liter, die maximale Nutzlast beträgt bis zu einer Tonne. Im ADAC Test des kurzen Toyota ProAce City Verso wurden zwischen 620 und 2135 Liter gemessen, das sind ausgezeichnete Werte.

Die Ladelänge gibt der Hersteller mit 3,10 Meter bis 3,40 Meter an, die Anhängelast mit bis zu 1,5 Tonnen. Der Zugang zum Laderaum erfolgt – abhängig vom Ausstattungslevel – über eine oder zwei seitliche Schiebetüren. Große Güter lassen sich am besten durch die asymmetrischen Hecktüren laden. Optional ist auch eine Klappe zu haben, beim Pkw ist diese Standard. Praktisches Detail: Die Heckscheibe lässt sich separat öffnen, was etwa bei engen Parkplätzen angenehm ist.

Motoren: Zwei Benziner, zwei Diesel

Toyota ProAce City fahrend auf einer Straße
Von hinten ist der Toyota nicht von seinen PSA-Brüdern zu unterscheiden© Toyota

Das Motorenangebot der Pkw-Version besteht aus einem 1,5 Liter-Vierzylinder-Diesel mit 96 kW/130 PS, der verbliebene 1,2-Liter-Benziner leistet 81 kW/110 PS. Beim Transporter bringt es der Selbstzünder auf 75 kW/102 PS, 81 kW/110 PS oder ebenfalls 96 kW/130 PS. Für die Kraftübertragung sorgen manuelle Getriebe mit fünf oder sechs Gängen, der Diesel ist optional mit einer Achtstufenautomatik zu haben. Darüber hinaus gibt es ab 37.800 Euro eine Elektrovariante mit 50-kWh-Akku und einer Leistung von 100 kW/136 PS. Toyota nutzt also die komplette Antriebstechnik aus dem Stellantis-Konzern, eigene Antriebe bieten die Japaner für den Proace nicht an.

Interessant: Die französischen Marken und auch Opel haben mittlerweile ihre Verbrennungsmotoren bei ihren Ablegern komplett gestrichen und bieten sie nur noch elektrisch an. Toyota belässt es beim gesamten Antriebsportfolio.

Testverbrauch: 7,1 l/100 km

Der 110 PS starke Turbobenziner sorgte beim ADAC Test im 1,5 Tonnen schweren ProAce
City Verso für befriedigende Fahrleistungen und im vierten und fünften Gang noch für gute Elastizitätswerte. Den Zwischensprint von 60 auf 100 km/h absolviert der Japaner in 7,3 Sekunden – ein durchschnittlicher Wert. Der Testverbrauch lag bei 7,1 Liter pro 100 Kilometer. Das wiederum ist ziemlich viel. Und nur die Tatsache, dass es im Schadstoff-Kapitel gute Noten gab, ermöglichte drei von fünf möglichen Sternen im ADAC Ecotest.

Auf der Straße kann der Toyota seine Nutzfahrzeug-Herkunft vor allem wegen seiner mäßigen Geräuschdämmung nicht ganz verhehlen. Er fährt sich aber sonst wie ein Pkw, handlich und mit ordentlichem Federungskomfort.

Fahrverhalten: Sicher, aber wenig dynamisch

Fahrdynamik ist nicht die Stärke des Hochdachkombis. Der weich gefederte "Japaner" zeigt in schneller durchfahrenen Kurven viel Karosserieneigung – besonders hohe Kurvengeschwindigkeiten sind ohnehin nicht möglich. Bei nur einem Hauch von kritischem Fahrzustand fängt das ESP bereits zu regeln an und bremst den Toyota stark ein. Im ADAC Ausweichtest zeigt sich der Hochdachkombi zwar sicher, aber wenig dynamisch.

Viel Platz für Passagiere und Gepäck

Seine wahren Stärken liegen beim Platzangebot: Das Raumempfinden fällt vor allem vorn sehr großzügig aus, und auch hinten geht es sehr luftig zu. Die Beinfreiheit auf dem Fahrersitz reicht für Personen bis zu zwei Metern aus, im Fond für Passagiere bis zu einer Größe von rund 1,85 Metern, wenn die Vordersitze auf dasselbe Maß eingestellt sind. Die Kopffreiheit ist opulent und selbst für über zwei Meter große Insassen mehr als ausreichend.

In Kombination mit den zwar nicht übermäßig kräftigen, aber ausreichend starken Motoren dürften auch lange Urlaubstouren mit der Familie entspannt ablaufen. Auch in der Stadt ist der Toyota noch handlich genug, auch wenn die Breite von 2,11 Metern inklusive Spiegeln nach besonderer Vorsicht verlangt.

Die Optionsliste hat Toyota jüngst ein wenig ausgedünnt, das Head-up-Display ist nicht mal mehr gegen Aufpreis zu haben. Die 180-Grad-Kamera ist dagegen mittlerweile ab der Version Team Deutschland und das Panorama-Glasdach ab Executive an Bord. Während bei der Transporter-Ausführung vieles nur gegen Zuzahlung zu haben ist, bietet der Pkw schon in der Basisvariante ein ordentliches Niveau. Serienmäßig an Bord sind unter anderem das Notbremssystem mit Fußgängererkennung, der Spurhalteassistent mit aktiver Lenkunterstützung oder die Verkehrszeichenerkennung.

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Fazit

Mit den Stellantis-Modellen als Basis setzt Toyota bei seinem ersten Hochdachkombi auf das richtige Pferd. Großen Wert auf Eigenständigkeit legt der ProAce nur beim Motoren-Angebot. Denn seine baugleichen Mitbewerber aus dem Stellantis-Konzern gibt es nur noch mit Elektro-Antrieb. Wer sich mit keinem Vertreter des Quartetts anfreunden kann: Der VW Caddy wurde 2020 frisch aufgelegt.

Toyota ProAce City Verso: Daten, Preis

Technische Daten (Herstellerangaben)

Toyota Proace City Verso L1 1.2 Turbo Team Deutschland (ab 10/20)

Motorart

Otto

Hubraum (Verbrennungsmotor)

1.199 ccm

Leistung maximal in kW (Systemleistung)

81

Leistung maximal in PS (Systemleistung)

110

Drehmoment (Systemleistung)

205 Nm

Leistung maximal bei U/min. (Verbrennungsmotor)

5.500 U/min

Antriebsart

Vorderrad

Beschleunigung 0-100km/h

13,0 s

Höchstgeschwindigkeit

174 km/h

CO2-Wert kombiniert (WLTP)

145 g/km

Verbrauch kombiniert (WLTP)

6,4 l/100 km

Kofferraumvolumen normal

641 l

Kofferraumvolumen dachhoch mit umgeklappter Rücksitzbank

2.126 l

Leergewicht (EU)

1.366 kg

Zuladung

684 kg

Anhängelast ungebremst

720 kg

Anhängelast gebremst 12%

1.150 kg

Garantie (Fahrzeug)

3 Jahre oder 100.000 km

Länge x Breite x Höhe

4.403 mm x 1.848 mm x 1.800 mm

Grundpreis

30.640 Euro

ADAC Messwerte

ADAC Messwerte (Auszug)

Toyota ProAce City Verso L1 1.2 Team Deutschland

Überholvorgang 60-100 km/h

7,3 s

Bremsweg aus 100 km/h

36,7 m

Wendekreis

10,6 m

Verbrauch / CO₂-Ausstoß ADAC Ecotest

7,1 l Super/100km, 198 g CO₂/km (well-to-wheel)

Bewertung ADAC Ecotest (max. 5 Sterne)

***

Reichweite

855 km

Innengeräusch bei 130 km/h

68,3 dB(A)

Leergewicht / Zuladung

1510 / 540 kg

Kofferraumvolumen normal / geklappt / dachhoch

620 / 1190 / 2135 l

ADAC Testergebnis

ADAC Testergebnis

Toyota ProAce City Verso L1 1.2 Team Deutschland

Karosserie/Kofferraum

2,3

Innenraum

2,3

Komfort

3,3

Motor/Antrieb

2,8

Fahreigenschaften

3,1

Sicherheit

2,1

Umwelt/Ecotest

2,8

Gesamtnote

2,6

Die Kapitel Sicherheit und Umwelt werden doppelt gewertet; Notengrenzen: 0,6 – 1,5 sehr gut; 1,6 – 2,5 gut; 2,6 – 3,5 befriedigend; 3,6 – 4,5 ausreichend; 4,6 – 5,5 mangelhaft

Text mit Material von SP-X