Marktübersicht 7-Sitzer: Mit Familie und Freunden unterwegs

Eine Familie sitzt vor ihrem Auto
Platz ist gefragt: Wer als große Familie unterwegs sein möchte, braucht oftmals einen 7-Sitzer ∙ © Shutterstock/Juice Flair

Wer heute nach einem Auto mit mehr als fünf Sitzen sucht, wird überrascht sein: In der unteren Mittelklasse gibt es kein Auto mit mehr als fünf Sitzplätzen! Und dennoch: Das Angebot an 7-Sitzern ist vielfältiger geworden. Die aktuelle ADAC Marktübersicht zeigt, welche Autos zu wem passen.

Gerade Familien können nie genug Sitze im eigenen Auto haben. Denn neben den eigenen Kindern müssen auch schnell mal deren Freunde, Verwandte oder die Teamkollegen der Junior-Fußballmannschaft mitfahren. Ein Fünfsitzer reicht da oft nicht aus.

Bis vor einigen Jahren konnten sich Interessenten für einen Siebensitzer nur bei den Vans oder Kleinbussen umschauen. Mittlerweile gibt es über 80 verschiedene Automodelle, die in Deutschland serienmäßig oder optional mit sieben Sitzen zu bekommen sind: Vans, SUVs, Hochdachkombis, Kleinbusse und Geländewagen. Im günstigsten Fall ist ein neuer Siebensitzer bereits ab etwa 15.000 Euro zu haben. Der ADAC hat eine Übersicht über die verschiedenen Modelle der 7-Sitzer zusammengestellt.

Kleinbusse: Als 7-Sitzer praktisch und bequem

Ein VW Multivan steht vor einer Häuserfront
Nicht nur bei Familien beliebt: Der VW Multivan ∙ © VW

Die idealen Fahrzeuge für den Transport von mehr als fünf Personen bleiben die Kleinbusse. Hier sind selbst in der hintersten Reihe bequeme Sitze vorhanden, auf denen auch drei Erwachsene nebeneinander in der Regel bequem Platz haben. Da steht dem Trip auch mit Freunden nichts im Weg. Dass die optische Erscheinung der meisten Kleinbusse eher an Baustelle als an Luxuslimousine erinnert, ist angesichts der praktischen Tugenden verschmerzbar. Außerdem gibt es mit der Mercedes V-Klasse sogar einen fast schon eleganten Kleinbus. Günstig ist der allerdings nicht, denn preislich spielt er in einer höheren Liga.

Größter Konkurrent ist dort der VW-Bus, der König unter den Kleinbussen: Kein anderer Vertreter dieser Gattung verkauft sich so oft wie der Hannoveraner, weil er für viele Familien zum Statussymbol wurde. Aber: Mit guter Ausstattung ist er alles andere als ein Schnäppchen – und nur mit sehr einfacher Ausstattung bezahlbar.

Die Konkurrenzfahrzeuge sind spürbar preiswerter zu bekommen, bieten aber ähnlichen Nutzwert. So lassen sich die französische Konkurrenz von Peugeot und Citroën sowie deren technische Geschwister von Opel und Toyota deutlich einfacher finanzieren. Bei der Anordnung der Sitze gibt es in der Regel vielfältige Möglichkeiten mit Einzelsitzen, Zweier- und Dreierbänken sowie in drei oder vier Sitzreihen angeordnet.

Vans: 7-Sitz-Angebot nimmt ab

Ein Renault Escape fährt auf einer Straße
Auch den Renault Escape gibt es weiterhin als 5- oder 7-Sitzer ∙ © Renault

Die Modellvielfalt bei den Vans hat in den letzten Jahren abgenommen: Die Großraumlimousinen wurden Stück für Stück von den SUVs verdrängt. Trotzdem gibt es vor allem von europäischen Herstellern noch eine gewisse Auswahl: Einige der Vans sind zumindest optional auch mit sieben Sitzen erhältlich. Der sechste und der siebte Sitz sind in der Regel als dritte Sitzreihe ausgeführt und lassen sich zusammenklappen, wenn sie nicht benötigt werden. Das erweitert den Kofferraum deutlich, denn wenn die dritte Sitzreihe aufgeklappt ist, steht meist nur noch spärlich Stauvolumen zur Verfügung. Im Vergleich zu Hochdachkombis gibt es oft deutlich mehr Komfort – was der Kunde natürlich bezahlen muss.

Hochdachkombis: Bestes Preis-Leistungs-Verhältnis

Ein Opel Combo Life fährt auf einer Straße
Hochdachkombis wie der Opel Combo Life haben eine gute Preis-Leistung ∙ © Opel

Wenn es um das Verhältnis aus Preis und Leistung geht, kommt an den Hochdachkombis keiner vorbei. Die eher rustikal gestalteten Autos bieten auf geringer Grundfläche sehr viel Platz und eignen sich durch die serienmäßigen Schiebetüren besonders für Familien mit kleinen Kindern. Sie glänzen mit hervorragenden Platzverhältnissen vor allem bei den zumeist verfügbaren Langversionen. Dann bieten sie auch bei voller Bestuhlung einen noch gut nutzbaren Kofferraum. Bei den Kurzversionen hat man hinter der dritten Sitzreihe allerdings fast keinen Stauraum mehr übrig. Die Auswahl bei den Hochdachkombis ist aber überraschend groß.

SUVs mit 7 Sitzen: Große Auswahl, wenig Platz

Ein Mitsubishi Outlander fährt auf einer Straß
SUVs wie der Mitsubishi Outlander sind auch als 7-Sitzer voll im Trend ∙ © Mitsubishi

Bei dieser Fahrzeuggattung besteht derzeit die größte Auswahl an Siebensitzern. Die Hochbeiner sind seit Jahren voll im Trend. Die Modelle, die zumindest optional sieben Sitze bieten, entstammen häufig der oberen Mittelklasse und der Oberklasse – das merkt man spätestens an der Kasse.
Der günstigste siebensitzige SUV ist der Nissan X-Trail, der für knapp unter 30.000 Euro zu haben ist. Die meisten siebensitzigen SUVs sind aber deutlich teurer. Einen der teuersten Grundpreise hat der Tesla Model X, für den mindestens 96.000 Euro ausgegeben werden müssen.

Das Kofferraumvolumen schrumpft bei der Nutzung aller sieben Sitze allerdings erheblich. Viel Gepäck kann dann nicht mehr mitgenommen werden. Da die Platzverhältnisse in der dritten Sitzreihe ohnehin meist eher beengt sind, sollten längere Strecken mit sieben Personen an Bord eher die Ausnahme bleiben.

Große Geländewagen: Günstig und kultig

Ein Toyota Landcruiser fährt auf einem Schotterplatz
Wenn's mal holprig wird: Der Toyota Landcruiser bringt sieben Personen sicher ans Ziel ∙ © Toyota

Wer sieben Personen regelmäßig über Stock und Stein transportieren muss, für den gibt es die klassischen Geländewagen. Überraschend viele gibt es zumindest optional als Siebensitzer. Mit dem SangYong Rexton steht sogar ein relativ günstiges Modell zur Verfügung. Dagegen richtig kultig ist der neue Landrover Defender. Als enorm robust gilt der Toyota Landcruiser.

Ähnlich wie bei den SUVs und Vans bleibt bei voll genutzten Sitzen allerdings kaum Kofferraumvolumen übrig. Außerdem: Klassische Geländewagen sind oft große spritschluckende Fahrzeuge – das sollte man unbedingt vor dem Kauf bedenken.

Fazit: Platz und Komfort haben ihren Preis

Wer sich dafür entscheidet, einen 7-Sitzer zu kaufen, hat durchaus die Qual der Wahl. Deshalb ist es wichtig, sich vorher genau zu überlegen, wozu und wie oft man alle sieben Sitze nutzen wird. Wer also beispielsweise nur gelegentlich zu siebt im Auto sitzt, der findet auch bei einem SUV oder Van den richtigen Weggefährten. Bei der Nutzung als Siebensitzer bleibt in diesen Klassen dann allerdings kaum noch Kofferraumvolumen übrig.

Beim Preis gibt es zwischen neuen Siebensitzern riesige Unterschiede. Das günstigste Modell kommt wie so häufig von Dacia: Der Van Lodgy ist in der einfachsten Ausstattung bereits für etwa 15.000 Euro zu bekommen. Dass es auch deutlich teurer geht, beweist der Alpina XB7, der auf dem BMW X7 basiert: Über 150.000 Euro müssen für diese Wuchtbrumme ausgegeben werden. Das können sich wohl nur die wenigsten Familien leisten.

Tipps zum Kauf eines 7-Sitzers

  • Das Auto sollte nur so groß wie unbedingt nötig sein

  • Kleinbusse kommen in der Regel nur für Käufer in Betracht, die regelmäßig mehr als fünf Personen transportieren

  • Das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bieten die Hochdachkombis

  • Überprüfen Sie bei der Probefahrt, ob alle Familienmitglieder bequem sitzen können

  • Probieren Sie bei der Probefahrt auch aus, wie viele Kindersitze korrekt im Auto verwendet werden können

  • Schwere SUVs und Geländewagen bieten meist weniger Platz als große Vans, sind aber in Einkauf sowie Unterhalt deutlich teurer und belasten die Umwelt wegen höherem Kraftstoffkonsum meist mehr

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Fachliche Beratung: Maximilian Bauer, ADAC Technik Zentrum

Regina Ammel
Redakteurin
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