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Neuer Ford Focus im ADAC Test

Dieses Video wird über YouTube abgespielt. Es gelten die Datenschutzbestimmungen von Google. Bild: © ADAC

Der neue Ford Focus ist als Kompaktwagen, Kombi, Sportversion und SUV-Version Active zu haben. Der ADAC hat den kompakten Fünftürer getestet. Technische Daten, Testergebnisse und Crashtest. Preis: ab 21.000 Euro.

  • Im ADAC Test: 1.5 EcoBoost-Benziner (182 PS) und 1.5 EcoBlue Diesel (120 PS)

  • Direkte Konkurrenten sind VW Golf, Opel Astra und Audi A3

  • Maximale Wertung von fünf Sternen im Euro NCAP-Crashtest

Er fällt auf, der neue Focus – Ford scheint bei der Neuauflage des Kompaktwagens etwas richtig gemacht zu haben. Gründe, beim neuen Modell etwas genauer hinzusehen, gibt es jedenfalls. Plattform, Motoren, Design, Interieur und Assistenzsysteme – alles wurde von Grund auf neu entwickelt.

Schon optisch hat sich eine Menge getan. Die kräftige Statur des Vorgängers ist einer modernen und sportlicheren Linienführung gewichen. Weil das Auto 15 Millimeter flacher und 18 Millimeter länger geworden ist, steht es viel stämmiger auf der Straße. Zwar leidet die Kopffreiheit im Fond durch das abfallende Dach ein wenig und der Einstieg hinten könnte durch den etwas knappen Türausschnitt im Bereich des Fußraumes bequemer ausfallen. Bei der Kniefreiheit hat der Focus aber dank des großen Radstands signifikant zugelegt.

Der Kofferraum fällt nur durchschnittlich groß aus, hier haben einige Konkurrenten mehr zu bieten. Nach ADAC Messung fasst das Gepäckabteil bis zur Kofferraumabdeckung nur 260 Liter, bis zum Dach beladen 390 und umgeklappt bis zu 1220 Liter.

Die Bedienung des Ford Focus ist einfacher geworden

Sehr erfreulich: Ford hat die Kritik an der mäßig guten Bedienbarkeit des Vorgängers mit zu vielen sowie zu kleinen Anzeigen und Tasten ernst genommen. Jetzt sitzt der Fahrer vor einem klar gegliederten Armaturenbrett mit gut ablesbaren Skalen und selbsterklärendem Touchscreen mit großen Druckflächen. Letzterer thront ab der zweiten Ausstattungsstufe "Cool & Connect" über den Lüftungsdüsen, beherbergt das dann serienmäßige Navi, einen WLAN-Hotspot und die praktische Smartphone-Anbindung Apple CarPlay und Android Auto. Das Multimedia-Angebot ist im Focus bemerkenswert gut.

Nur die vielen kleinen Tasten am Lenkrad verwirren immer noch und die Bedieneinheit der Klimaanlage hätten eine Etage höher angebracht werden können.

Eine kabellose Ladestation fürs Handy kostet aber bei allen Versionen 150 € extra, ein Head-up-Display aus einer kleinen Plexiglasscheibe 450 €.

Technisch hat der Focus einen großen Sprung gemacht – vor allem bei Assistenzsystemen. Mit adaptiven LED-Scheinwerfern mit Kamerasteuerung (ab 800 €) sowie Parkautomatik, die in der Automatikversion völlig ohne Zutun des Fahrers in die Lücke manövriert, und ein Abstandsregeltempomat, der auch bei der Spurführung unterstützt und bei einem plötzlichen Ausweichmanöver hilft und am Hindernis vorbeilenkt.

Gut: Eine Falschfahrer-Warnfunktion erkennt via Navi und Kamera, ob der Fahrer ein Einfahrtsverbotsschild übersehen hat – und warnt optisch und akustisch bevor man zum Geisterfahrer wird.

5 Benziner, 4 Diesel, keine alternativen Antriebe

Und wie fährt sich der neue Focus? So sportlich-direkt wie der Vorgänger mit knackigem Getriebe und angenehm verbindlicher Lenkung. Der Focus fährt sich spürbar agiler als etwa ein VW Golf, der allerdings komfortabler federt. Bei der getesteten "ST-Line"-Ausstattung ist ein Sportfahrwerk verbaut, so dass Unebenheiten recht deutlich zu den Insassen durchdringen. Gegen Aufpreis ist aber auch eine adaptive Dämpferregelung zu haben.

Bei den "gewöhnlichen" Benzinmodellen setzt Ford ausschließlich auf Dreizylindermotoren – nur die 280 PS starke Sportversion ST hat vier Zylinder unter der Haube. Bei den Brot-und-Butter-Antrieben gibt es die Auswahl zwischen einem 1,0-Liter mit 100 und 125 PS und einem 1,5-Liter-Dreizylinder mit 150 und 182 PS. Von alternativen Antrieben ist leider noch keine Rede, eine Hybridversion aber denkbar. Der wenig geglückte Focus Electric wird als reines Elektroauto keinen Nachfolger bekommen.

Gute Fahrleistungen: Der Dreizylinder überzeugt

Für den ADAC Test stand unter anderem die 182 PS starke Version des 1,5-Liter-Dreizylinders zur Verfügung. Mit dem knapp 1,4 Tonnen schweren Focus hat der Antrieb naturgemäß leichtes Spiel und sorgt für flotte Fahrleistungen. Dank Turbolader ist das maximale Drehmoment von 240 Nm schon bei 1600 Umdrehungen abrufbar. Entsprechend schaltfaul lässt sich der Focus bewegen.

Dass der Dreizylinder in manchen Fahrsituationen einen Brennraum stilllegt, merkt der Fahrer nicht: Selbst im Zweizylinderbetrieb überzeugt die Laufkultur. Damit zählt der 1,5-Liter-Motor zu den besten seiner Art, auch wenn der Effekt der Zylinderabschaltung wenig bewirkt. Der Testverbrauch fällt mit 7,1 Litern Super im ADAC Ecotest nicht sonderlich niedrig aus.

Ford Focus Turnier: Der neue Kombi im ADAC Test

Der neue Kölner punktet mit üppigem Laderaum, viel Platz für die Insassen und hohem Komfort – so soll ein Kombi sein. Der ADAC Autotest mit Daten, Motoren und Preisen

Hier geht's zum Test Ford Focus Turnier

Testverbrauch des 120-PS-Diesels: 5,3 l/100 km

Während die Abgaswerte der getesteten Benziner-Version recht gut sind und keine Auffälligkeiten aufweisen, kann es bei den Dieselmotoren (95, 120, 150 und 190 PS als ST) spannend werden: Nur die stärksten kommen mit SCR-Kat und AdBlue-Einspritzung, die kleinen Diesel haben zwei hintereinander geschaltete NOx-Speicherkats. Zum ADAC Test trat daher auch der 1.5 EcoBlue-Diesel mit 120 PS an. Der Testverbrauch des zufriedenstellend laufruhigen Motors lag bei vernünftigen 5,3 Litern Diesel pro 100 Kilometer.

Die Stickoxide kann Ford aber ohne Harnstoffeinspritzung nur so lange gut bändigen, wie in den Zulassungstests nicht allzu viel Gas gegeben wird. Der ADAC Ecotest schaut genauer hin: Bei starker Beschleunigung hat der Focus das NOx nicht mehr so gut im Griff.

Interessant dürfte auch die neue Achtgang-Wandlerautomatik sein, die die bisherigen Doppelkupplungsgetriebe ersetzt. Aufpreis: 1900 Euro.

Zu haben ist der Focus nicht nur als Fünftürer und Kombivariante Turnier (Aufpreis 1000 Euro), sondern genau wie beim Fiesta gibt es diesmal auch einen Active, der mit etwas mehr Bodenfreiheit, einer leicht erhöhten Sitzposition und ein paar Planken aus Kunststoff die Nähe zum SUV sucht (siehe unten).

Fazit: Alles in allem eine gelungene Vorstellung. Wirkliche Schwächen hat der Focus bei unserem ersten Test nicht offenbart. Für die Konkurrenz könnte es daher enger werden.

Lesen Sie hier den ausführlichen Testbericht zum Ford Focus 1.5 EcoBoost ST-Line (Benziner)

Testbericht zum Ford Focus 1.5 EcoBoost ST-Line
PDF, 633 KB
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Lesen Sie hier den ausführlichen Testbericht zum Ford Focus 1.5 EcoBlue ST-Line (Diesel)

Testbericht zum Ford Focus 1.5 EcoBlue ST-Line
PDF, 842 KB
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Technische Daten (Herstellerangaben)Ford Focus 1.5 EcoBoost ST-LineFord Focus 1.5 EcoBlue ST-Line

Motor

3-Zylinder-Turbobenziner, 1499 cm3, 134 kW/182 PS, 240 Nm bei 1600 U/min

4-Zylinder-Turbodiesel, 1499 cm3, 88 kW/120 PS, 300 Nm bei 1750 U/min

Fahrleistungen

8,3 s auf 100 km/h, 222 km/h Spitze

10,0 s auf 100 km/h, 196 km/h Spitze

Verbrauch (nach WLTP)

5,5 l Super/100 km

4,6 l Diesel/100 km

Maße

L 4,39 / B 1,83 / H 1,45 m

L 4,39 / B 1,83 / H 1,45 m

Kofferraum

375 – 1354 l

375 – 1354 l

Leergewicht

1369 kg

1363 kg

Preis

28.600 €, Baureihe ab 21.000 €

28.200 €

ADAC Messwerte (Auszug)1.5 EcoBoost (Benziner)1.5 EcoBlue (Diesel)

Überholvorgang 60-100 km/h

4,9 s

6,1 s

Bremsweg aus 100 km/h

35,8 m

32,8 m

Wendekreis

11,3 m

11,3 m

Verbrauch / CO₂-Ausstoß ADAC EcoTest

7,1 l Super/100 km, 194 g CO₂/km (well-to-wheel)

5,3 l Diesel/100 km,  168 g CO₂/km (well-to-wheel)

Bewertung ADAC EcoTest (max. 5 Sterne)

***

***

Reichweite

730 km

885 km

Innengeräusch bei 130 km/h

67,5 dB(A)

68,7 dB(A)

Leergewicht / Zuladung

1360 / 495 kg

1345 / 550 kg

Kofferraumvolumen normal / geklappt / dachhoch

260 / 645 / 1220 l

260 / 645 / 1220 l

ADAC Testergebnis 1.5 EcoBoost1.5 EcoBlue

Karosserie/Kofferraum

2,9

2,8

Innenraum

2,4

2,4

Komfort

3,0

3,0

Motor/Antrieb

1,8

2,2

Fahreigenschaften

2,3

1,9

Sicherheit

1,9

1,8

Umwelt/EcoTest

2,7

2,6

Gesamtnote

2,4

2,3

Die Kapitel Sicherheit und Umwelt werden doppelt gewertet

Das hat uns gefallen: Agile Fahreigenschaften. Kräftiger und kultivierter Dreizylinder. Navigationssystem Serie. Praktischer Türkantenschutz. Umfangreiche Sicherheitsausstattung.

Das hat uns nicht gefallen: Straffe Federung. Schminkspiegel unbeleuchtet. Beifahrersitz nur optional höhenverstellbar.

Dieses Video wird über YouTube abgespielt. Es gelten die Datenschutzbestimmungen von Google. Bild: © Euro NCAP

Ford Focus: 5 Sterne im Euro NCAP-Crashtest

Der neue Ford Focus ist mit Gurtkraftbegrenzern, Gurtstraffern, Kopfairbags sowie optischen und akustischen Gurtwarnern in der ersten und zweiten Sitzreihe ausgestattet. Für die vorderen Plätze sind zusätzlich Seitenairbags verbaut.

Der Insassenschutz ist gut, das Verletzungsrisiko ist für Erwachsene und Kinder überwiegend gering bis sehr gering. Es sind Isofix-Halter an den äußeren hinteren Sitzplätzen montiert. Der mittlere Sitz hinten ist für einige gegurtete Kindersitze geeignet, die gegurtete Montage auf dem Beifahrersitz ist unkritisch. Der Frontairbag auf der Beifahrerseite ist deaktivierbar.

Der Focus ist mit einem umfassenden Assistenzpaket mit automatischem Notbremsassistenten und aktivem Spurhaltesystem serienmäßig ausgestattet.

Alle Antriebe im Überblick

MotorPreis

Benziner

  • 1.0 EcoBoost, 100 PS
  • 1.0 EcoBoost, 125 PS
  • 1.5 EcoBoost, 150 PS
  • 1.5 EcoBoost, 182 PS
  • 2.3 EcoBoost ST, 280 PS
  • ab 21.000 €
  • ab 22.300 €
  • ab 26.300 €
  • ab 28.600 €
  • ab 33.500 €

Diesel

  • 1.5 EcoBlue, 95 PS
  • 1.5 EcoBlue, 120 PS
  • 2.0 EcoBlue, 150 PS
  • 2.0 EcoBlue ST, 190 PS
  • ab 23.400 €
  • ab 24.700 €
  • ab 28.700 €
  • ab 32.200 €

Ford Focus Active: Ein Hauch von offroad

Ford bietet den Focus auch als Crossover-Modell in Offroad-Optik an. In der Variante "Active" verfügen Fünftürer und Kombi über robuste Karosserie-Beplankungen, drei Zentimeter mehr Bodenfreiheit und spezielle Fahrmodi für rutschigen Untergrund und unbefestigte Straßen. Die Preise starten bei 25.800 Euro.

Hier finden Sie viele weitere Fahrberichte und Autotests des ADAC.