VW Passat Variant 2024: Oberklasse-Flair in der Mittelklasse

Frontansicht eines stehenden VW Passat
Der neue VW Passat: Ein Kombi vom Feinsten© Volkswagen

Fünfzig Jahre Erfolg und kein Ende: Volkswagen bringt Anfang 2024 die neunte Generation des beliebten Familien-Kombis auf den Markt: Alle Infos, Fotos, Daten und Preise zum neuen VW Passat Variant.

  • Acht Motoren: Benziner, Diesel und ein neuer Plug-in-Hybrid 

  • PHEV mit 100 Kilometer elektrischer Reichweite

  • Neues adaptives Fahrwerk, neue Lichttechnik, neues Bediensystem

Bald ist es so weit: Im ersten Quartal 2024 werden erstmals die neuen VW Passat Variant zum Händler gelangen und an Käufer ausgeliefert. Die inzwischen neunte und wohl letzte Auflage des beliebten Familien-Kombis wurde in allen wesentlichen Details verfeinert und verbessert. Die Limousine als alternative Karosserieform gibt es wie schon beim Vorgänger nicht mehr.

Neuer Passat Kombi: 15 Zentimeter länger

Seitenansicht eines stehenden VW Passat
Platz in Hülle und Fülle: Auf 4,92 Meter Länge erstreckt sich der neue Passat© Volkswagen

Ob die geänderte Karosserie besser gefällt als die vom Vorgänger, muss jeder für sich selbst entscheiden. Der Luftwiderstandsbeiwert des Passat ist jedenfalls von 0,31 auf 0,25 reduziert worden. Das heißt: Die Aerodynamik und damit die Kraftstoffeffizienz müsste jetzt wesentlich besser sein.

Mit einer Länge von nun 4,92 Metern hat der VW Passat Variant um satte 15 Zentimeter zugelegt. Das sollte sich sowohl beim Kofferraumvolumen als auch bei der Beinfreiheit für die hinten Sitzenden positiv bemerkbar machen. Die erste Sitzprobe hinterließ tatsächlich den Eindruck äußerst großzügiger Platzverhältnisse. Die Beinfreiheit im Fond soll um 5 Zentimeter angewachsen sein.

Als Kofferraumvolumen gibt VW im Normalfall 690 und bei umgeklappten Rücksitzlehnen 1920 Liter an. Das sind enorme Werte. Natürlich wird der ADAC die Angaben exakt nachmessen, sobald der neue Passat zum Test zur Verfügung steht.

Auch die Wertigkeit der Innenraum-Materialien wirkt beim neuen Passat tadellos. Was sofort auffällt: Der Automatik-Wahlhebel ist von seinem angestammten Platz auf dem Mitteltunnel rechts an die Lenksäule verlegt worden. Mit einem Dreh nach vorn oder hinten werden die Fahrstufen vorwärts und rückwärts eingelegt. Zum Parken wird der Hebel in Richtung Lenksäule gedrückt. Scheibenwischer-Funktionen sind jetzt links über den Blinkerhebel anzuwählen, Schalter für das Licht finden sich unten am Armaturenbrett.

Die Neugestaltung ergibt insofern Sinn, als dass die Mittelkonsole jetzt komplett als praktische Ablage zur Verfügung steht. Mit kleinen und größeren Fächern: fürs Handy, für Getränke, für Schlüssel sowie für alles Mögliche, was Mann/Frau so im Alltag mit sich herum und ins Auto schleppt. Der Platz bleibt für diesen Krimskrams auch immer exklusiv reserviert, weil es einen manuellen Gangwahlhebel nie geben wird. VW bietet für den Passat nämlich keine manuellen Getriebe mehr an: Verbaut werden ausschließlich Automatik-Doppelgetriebe.

VW Passat Variant mit acht Motoren

Heckansicht eines stehenden VW Passat
Keine Spur von Krawall: Bescheiden-elegantes Kleid, kultiviert-sparsame Motoren© Volkswagen

Womit wir schon beim Thema Antrieb wären. Acht verschiedene Motoren stehen für den neuen Passat zur Wahl. Basismotorisierung ist der 1.5 eTSI mit 110 kW/150 PS und 48-Volt-Mildhybridsystem. Der integrierte Riemen-Starter-Generator mit 15 kW Leistung und 25 Nm Drehmoment wirkt wie ein elektrischer Leistungsbooster, der den Antrieb vor allem bei niedriger Drehzahl unterstützt.

Gleichzeitig hilft das Mild-Hybrid-System, den Kraftstoffverbrauch zu minimieren. So ermöglicht der kleine Elektromotor das komplette Ausschalten des 1,5-Liter-Benziners und damit das sogenannte Segeln sowie das elektrische Fahren für kurze Schleichfahrten.

Ein weiter Baustein zum Spritsparen ist die selektive Zylinderabschaltung (ACTplus). In Verkehrssituationen mit wenig Kraftbedarf ist der Vierzylinder dann nur mit zwei Verbrennungstöpfen aktiv. Folge: In den aktiven Zylindern steigt der Wirkungsgrad, während die passiven Zylinder nahezu verlustfrei mitlaufen. Wir kennen das Prinzip ja schon aus anderen Modellen im Konzern – und es funktioniert gut. Das Wiederzuschalten der zwei lahmgelegten Zylinder erfolgt für den Fahrer geräuschlos und quasi unbemerkt.

Des Weiteren kommen zwei herkömmliche Turbobenziner sowie drei Turbodiesel zum Einsatz. Deren Leistungsspektrum reicht von 90 kW/122 PS (2.0 TDI) bis 195 kW/265 PS (2.0 TSI 4Motion). Neues Highlight in der Motorenpalette sind die beiden Plug-in-Hybride mit 150 und 200 kW. Wer am Steuer dieser Modelle sitzt, darf sich an einem Systemdrehmoment von 350 bzw. 400 Nm erfreuen.

Dank einer neuen Batterie mit einem Netto-Energieinhalt von jetzt 19,7 kWh – bisher war im Plug-in-Hybrid-Passat eine Batterie mit 10,4 kWh verbaut – schafft der neue Passat laut Volkswagen rund 100 Kilometer rein elektrisch. Das heißt, die meisten täglichen Strecken sind im Alltag lokal emissionsfrei zu bewältigen.

Weiterer Pluspunkt ist die Tatsache, dass der PHEV Passat nun an der Wallbox mit 11 kW lädt und auch an die DC-Schnellladesäule gehängt werden kann. Dort zieht er sich Strom mit bis zu 50 kW. Eine bis auf 10 Prozent entladene Batterie sei hier binnen 25 Minuten wieder zu 80 Prozent geladen. Das heißt, die Situationen, in denen man aufgrund von Zeitmangel oder schlicht aus Bequemlichkeit mit einer mehr oder weniger leeren Batterie umherfährt, sollten sich stark reduzieren lassen.

Beliebte Mittelklasse-Kombis im ADAC Check

Der VW Passat Variant konkurriert unter anderem mit Modellen wie dem BMW 3er Touring, dem Volvo V60 und dem Mercedes C-Klasse T-Modell. Wir haben die aktuellen Infos für Sie.

Entwicklungsziel mehr Komfort

Größten Wert haben die Entwickler darauf gelegt, ihren Passat-Kunden ein Mehr an Komfort zu liefern. Und genau deshalb ist der Passat so sehr gewachsen, wurde noch besser geräuschgedämmt, das bisher schon gute Fahrwerk des Passat noch einmal fortentwickelt und die verschachtelten Bedienmenüs samt den unbeleuchteten Touch-Slidern endlich überarbeitet.

Das neue adaptive Fahrwerk wartet mit einer nie dagewesenen Spreizung zwischen Komfort und Sportlichkeit auf. Der Fahrer kann nun 15 verschiedene Abstufungen vornehmen. Möglich macht die Feinjustierung die Umstellung von Stoßdämpfern mit einem Ventil auf Stoßdämpfer mit zwei Ventilen.

Folge: Das in den Stoßdämpfern zirkulierende Öl kann nun sowohl bei Aufwärts- als auch bei Abwärtsbewegungen der Karosserie radselektiv geregelt werden. Wie gut das in der Praxis wirklich funktioniert, muss sich noch zeigen. Die Technik dahinter ist schon mal beeindruckend, denn die Öldruckregelung muss ja innerhalb von Millisekunden erfolgen.

Cockpit des VW Passat
Umgestaltet: neu strukturiertes Touchdisplay, Automatikwahlhebel an der Lenksäule© Volkswagen

Ein großer Fortschritt ist das neu strukturierte Zentraldisplay. Serienmäßig ist ein Bildschirm mit 12,9 Zoll an Bord, gegen Aufpreis gibt es ein 15-Zoll-Display im Format eines ausgewachsenen Tablet-Computers. Bildschirmauflösung und Reaktionstempo sind prima. Größter Gewinn aber sind die beiden Menüleisten oben und unten am Display. In der sogenannten "Bottom-Bar" (unten) befindet sich schnell zugänglich und übersichtlich die Klimabedieneinheit mit Luftverteilung, Gebläse, Einstellung der Sitzheizung und so weiter.

Oben in der "Top Bar" kann man bis zu fünf Menüpunkte festlegen, die man dort als Direkteinstiege haben möchte: beispielsweise Radio/Medien, Telefon, Navigation, Assistenzsysteme oder den Menüpunkt zum automatisierten Einparken. Daneben ist selbstverständlich auch der Hauptbutton hinterlegt, über den man zur Übersicht sämtlicher Menüebenen des Systems gelangt.

Die Slider für die Lautstärke des Infotainments sind jetzt auch im Dunkeln zu finden, weil endlich beleuchtet. Doch noch lieber hätten wir allerdings den guten alten Drehregler wieder zurückgehabt. Über seine baldige Renaissance wird bei Volkswagen angeblich aber auch nachgedacht.

Besonders erwähnenswert für den Alltagskomfort ist nicht zuletzt die angenehm niedrige Ladekante am Heck des Passat. Getränkekisten dürften sich so sehr leicht vom Einkaufswagen in den Kofferraum bugsieren lassen.

Preise starten bei 40.000 Euro

Mit dem 150-PS-Einstiegsbenziner kostet der neue VW Passat Variant ab 39.995 Euro. Weitere Preise, auch für Ausstattungsdetails wurden noch nicht mitgeteilt. Mehr oder weniger zeitgleich geht auch der Škoda Superb in den Verkauf – das Schwestermodell des VW Passat mit weitgehend baugleicher Technik und identischen Abmessungen. Beide Modelle laufen in einer gemeinsamen Fabrik im slowakischen Bratislava vom Band, wohin Škoda aus Mlada Boleslav und VW aus Emden umgezogen ist. Im Werk Emden wird schon seit August der VW ID.7 als "elektrischer Passat" gefertigt.

VW Passat 2024: Details in Bildern

Testberichte zum Vorgänger-Modell

Bis zum Markstart 2024 wird der VW Passat in bisheriger Form verkauft. Möglicherweise sind Händler beim Abverkauf des Auslaufmodells besonders verhandlungsbereit. Wer sich daher mit den Stärken und Schwächen der alten Modellversionen genau auseinandersetzen will, der kann das auf Grundlage folgender Testberichte tun, die der ADAC hier weiterhin kostenlos anbietet.

Hier können Sie den ausführlichen Testbericht zum VW Passat 2.0 TDI als PDF herunterladen
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Hier können Sie den ausführlichen Testbericht zum VW Passat GTE als PDF herunterladen
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Hier können Sie den ausführlichen Testbericht zum VW Passat Variant 2.0 TSI als PDF herunterladen
PDF, 879 KB
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Technische Daten: neuer VW Passat

Technische Daten (Herstellerangaben)

1.5 eTSI

2.0 TSI

2.0 TSI 4Motion

eHybrid

2.0 TDI

2.0 TDI 4Motion

Motorart

Mildhybrid-Benziner

Turbo-Benziner

Turbo-Benziner

Plug-in-Hybrid

Turbo-Diesel

Turbo-Diesel

Leistung kW / PS

110 / 150

150 / 204

195 / 265

150 / 204

oder

200 / 272

90 / 122

oder

110 / 150

142 / 193

Antriebart

Front

Front

Allrad

Front

Front

Allrad

Getriebe

7-Gang-DSG

7-Gang-DSG

7-Gang-DSG

6-Gang-eDSG

7-Gang-DSG

7-Gang-DSG

Kofferraum in Liter dachhoch

690 bis 1920

690 bis 1920

690 bis 1920

690 bis 1920

690 bis 1920

690 bis 1920

Länge / Breite / Höhe in Meter

4,92 / 1,85 / 1,51

4,92 / 1,85 / 1,51

4,92 / 1,85 / 1,51

4,92 / 1,85 / 1,51

4,92 / 1,85 / 1,51

4,92 / 1,85 / 1,51

Preis in Euro

39.995

n. b.

n. b.

n. b.

n. b.

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