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Neuer VW Passat: TDI und Hybrid im ADAC Test

gruener VW Passat Alltrack Kombi faehrt durch Landschaft
Neuer VW Passat: Die Front wurde zum Facelift 2019 markanter. Im Bild der Alltrack. ∙ © Volkswagen

2019 wurde der VW Passat überarbeitet und bekam vor allem neue Assistenzsysteme und saubere Motoren. Auch mit dem Smartphone lässt er sich jetzt öffnen. Im ADAC Test: Der Variant als Plug-in-Hybrid GTE und als TDI

  • Neue Motoren: Leistung zwischen 150 und 272 PS 

  • Hybrid GTE ist für Pendler ideal, der Diesel für Langstreckenfahrer

  • Bessere Assistenten, neue adaptive Dämpfer, neues Online-Infotainment

Seit Jahrzehnten ist der VW Passat ein Kassenschlager, über 30 Millionen Kunden haben sich bereits für die Limousine, den Kombi Variant oder die Abenteuer-Version Alltrack entschieden. Damit das so bleibt, hat VW die 2014 vorgestellte, achte Passat-Generation 2019 aufgefrischt – und damit auch das Ende einer Ära eingeläutet: Seit 43 Jahren wird der Passat in Emden gebaut, doch mit dem Start des Nachfolgers verlagert Volkswagen die Produktion nach Tschechien, wo der VW dann zusammen mit seinem Schwestermodell Skoda Superb gefertigt wird.

Leichte Optik-Retuschen, bessere Ausstattung

In den kommenden Jahren aber dürfen die Werker in Osfriesland erstmal noch eine neue Front und eine modifizierte Heckschürze an die Karosserie montieren: Vorne fallen die neuen LED-Scheinwerfer und LED-Nebelleuchten des gelifteten Modells auf, auf Wunsch strahlt der Passat auch mit dem aus dem Touareg bekannten Matrix-Licht mit 44 einzeln ansteuerbaren LED durch die Nacht. Die erlauben eine möglichst hohe Lichtausbeute, ohne den Gegenverkehr zu blenden. Am Heck gibt es modifizierte Endrohre und ebenfalls Leuchtdioden-Technik, außerdem hält mit dem Facelift die Klick-Klack-Funktion bei den Rückleuchten Einzug: Beim Bremsen ändert das Licht seine Grafik, um mehr Aufmerksamkeit zu erzeugen. 

Auch innen wartet der Passat mit neuen High-Tech-Features auf: Die Infotainment-Systeme wurden aufgerüstet, das Premium-System orientiert sich bei der Anzeige jetzt am VW Touareg. Die Bedienung funktioniert weitgehend problemlos über den großen Touchscreen in der Mittelkonsole – die zusätzliche Gestensteuerung funktioniert allerdings wenig zuverlässig und beschränkt sich auf das Wischen mit der Hand vor dem Bildschirm von links nach rechts. Das braucht kein Mensch.

Bordcomputer und Sprachsteuerung sind sehr langsam

Das überarbeitete Discover Pro Infotainmentsystem ist unfassbar langsam beim Start. War schon der Vorgänger nicht sehr flüssig in seinen Reaktionen, braucht es jetzt nach dem Fahrzeugstart durchaus eine Minute oder mehr, bis Eingaben mit weniger als ein bis zwei Sekunden Verzögerung umgesetzt werden. Mit der Sprachsteuerung ist es ähnlich, auf "Hallo Volkswagen" gibt es die ersten Minuten keine Reaktion. Zudem gibt es bei dem Top-Infotainmentsystem Discover Pro keine Hardwaretasten und Drehregler mehr, was die Bedienung nicht vereinfacht.

Dass der Passat mit der neuen Technik auf Wunsch immer online ist, ist Ehrensache. Über den Internetzugang werden nicht nur Verkehrsdaten oder Web-Radio empfangen, sondern der VW kommuniziert über den Online-Dienst "We Connect" auch mit der Außenwelt (siehe unten).

Beliebte Mittelklasse-Kombis im ADAC Check

Der VW Passat Variant konkurriert unter anderem mit Modellen wie dem BMW 3er Variant, dem Volvo V60 und dem Mercedes C-Klasse T-Modell. Wir haben die aktuellen Infos für Sie.

VW Passat: Viele neue Assistenzsysteme

Nachgerüstet hat VW auch bei den Assistenzsystemen: Unter dem Namen "Travel Assist" werden jetzt Abstandstempomat und die automatische Spurführung zusammengefasst: Bis 210 km/h hält der Passat nicht nur die Distanz zum Vordermann, sondern berücksichtigt auch Tempolimits und Navi-Daten, so dass er beispielsweise vor Kurven automatisch verzögert. Der überarbeitete Lenkassistent schaut sich zudem das Verhalten des Fahrers ab, und hält den Wagen wahlweise mittig, eher links oder eher rechts in der Spur. Ganz ohne die Fahrerhand am Steuer gestattet das der Gesetzgeber allerdings noch nicht. Um seine Aufmerksamkeit zu demonstrieren, waren bislang immer kleine Lenkbewegungen des Fahrers nötig.

Im neuen Passat setzt VW nun auf ein kapazitives Lenkrad, das die Berührung erkennt. Und: Merkt der Passat, dass der Fahrer auch nach einer aufwendigen Warnkaskade nicht eingreift, bringt der Emergency Assist den Wagen nicht nur sicher zum Stillstand, sondern lenkt ihn wann immer möglich auch an den rechten Fahrbahnrand.

Das "Head-Up-Display" ist aufgrund seiner billigen Konstruktion, der groben Justierbarkeit und der Schleifgeräusche beim Ein- und Ausfahren für den hohen Aufpreis von 551 Euro nicht zu empfehlen.

Der neue Passat ist voll vernetzt

Unter dem Namen We Connect bündelt VW Services, wie die Möglichkeit, einen digitalen Schlüssel an andere Fahrer weiterzugeben oder anderen Firmen den Zugang zum Kofferraum zu ermöglichen.

In einer ersten Phase kann man seine schmutzige Wäsche vom Reinigungsdienst Jonny Fresh abholen und die saubere in den Wagen legen lassen, und MyCleaner übernimmt die Autowäsche am Straßenrand, ohne dass man selbst anwesend sein muss.

Schon bald sollen dann auch Lieferdienste eingebunden werden, die bestellte Pakete einfach im Kofferraum hinterlegen können. Außerdem soll es zukünftig unter anderem möglich sein, Parkscheine direkt im Infotainmentsystem zu lösen. 

Die Preise starten bei gut 30.000 Euro

Gegenüber dem Vorgänger hat VW die Preise etwas angehoben, mit dem 150-PS-Einstiegsbenziner kostet die Limousine gut 30.000 Euro (Variant gut 31.000) und mit dem kleinsten Diesel mit 120 PS kostet die Limousine knapp 33.000 Euro, der Kombi knapp 34.000. Die beiden Versionen, die im ADAC Test angetreten sind, sind dafür nicht zu haben. So kostet der 190-PS-TDI als Variant mit DSG und in Elegance-Ausstattung bereits 47.701 Euro, der Plug-in-Hybrid GTE mit 218-PS-Motor mit 44.704 Euro etwas weniger. Für ein Mittelklasse-Auto ist beides viel Geld.

TDI oder Hybrid? Kommt ganz drauf an

Und welcher Antrieb macht seine Sache besser? Der TDI oder der Plug-in-Hybrid? Es kommt drauf an, wie man das Fahrzeug nutzt. In Sachen Alltagstauglichkeit braucht man sich beim TDI gar keine Gedanken machen. Mit einem Testverbrauch von 5,8 Litern Diesel im Schnitt gibt er sich relativ sparsam und schafft mit 66 Liter Tankinhalt mehr als 1100 Kilometer Reichweite. Fünf Minuten nachtanken, und weiter geht's. Damit seine Abgase sauber werden, ist er auf eine Reinigung via SCR-Kat und AdBlue angewiesen.

Dessen Tank fasst üppige 16 Liter, wodurch er für einige tausend Kilometer nicht nachgefüllt werden muss. Die Technik zahlt sich aus, den nach den ADAC Messungen sind die Schadstoffwerte innerorts und außerorts sehr niedrig. Nur auf der Autobahn steigen die NOx-Emissionen an.

Zwar ist der Passat mit 190-Diesel-PS recht gut motorisiert und kann mit guten Fahrleistungen aufwarten. Doch im unteren Drehzahlbereich wirkt der Motor müde und spricht schlecht an, um ab 2000 Touren umso kräftiger anzuschieben. Harmonisch ist das nicht, und auch das harte Verbrennungsgeräusch wirkt nicht sonderlich charmant.

Der Plug-in-Hybrid kommt weiter als bisher

Ganz anders der Plug-in-Hybrid. Er rollt lautlos an und – ist die Antriebsbatterie aufgeladen – genauso geräuschlos weiter. Balsam für geräuschempfindliche Fahrer. Mit dem Facelift wurde die GTE-Variante weiter optimiert, für bessere Abgaswerte erhielt der 1,4 l-TSI einen Partikelfilter und für mehr elektrische Reichweite der E-Motor eine größere Antriebsbatterie an seine Seite. Die Schadstoffwerte sind jetzt tatsächlich besser und die Reichweite um etwa 30 Prozent auch in der Praxis größer. Im ADAC Ecotest kam der GTE auf eine rein elektrische Reichweite von 48 Kilometern.

Der Einsatzradius des Passat GTE hat sich also gerade für Pendler erweitert, denn ein Plug-in-Hybrid macht vor allem dann Sinn, wenn er möglichst viel elektrisch bewegt werden kann. Fährt man mit leerer Batterie im reinen Hybridmodus weiter, kommt man alleine mit der 50-l- Tankfüllung etwa 720 km weit. Das Aufladen der Batterie (Kapazität 13,0 kWh) dauert über dreieinhalb Stunden bei 3,7 kW – der Passat GTE kann leider nur einphasig geladen werden. Testverbrauch im Ecotest: 3,9 Liter Super und 11,2 kWh Strom auf 100 Kilometer.

Wer also eher kurze bis mittlere Strecken fährt und immer wieder aufladen kann, für den ist der GTE eine gute Wahl. Langstreckenfahrer, die hunderte Kilometer am Stück abspulen, werden eher mit dem TDI glücklich.

Hier können Sie den ausführlichen Testbericht zum VW Passat 2.0 TDI als PDF herunterladen
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Hier können Sie den ausführlichen Testbericht zum VW Passat GTE als PDF herunterladen
PDF, 857 KB
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Daten, Testwerte, Noten

Technische Daten (Herstellerangaben)VW Passat Variant 2.0 TDI Elegance DSGVW Passat Variant GTE DSG

Motor

Vierzylinder-Turbodiesel, 1968 cm³, 140 kW/190 PS, 400 Nm bei 1900 U/min, 7-Gang-DSG

Vierzylinder-Plug-in-Hybrid-Turbobenziner, 1395 cm³, 160 kW/218 PS Systemleistung, 7-Gang-DSG

Fahrleistungen

7,9 s auf 100 km/h, 232 km/h Spitze

7,6 s auf 100 km/h, 222 km/h Spitze

Verbrauch (WLTP)

5,9 l Diesel/100 km, 154 g/km CO₂

1,4 l Super/100 km, 37 g/km CO₂,

Maße, Leergewicht

L 4,77 / B 1,83 / H 1,52 m, 1600 kg

L 4,77 / B 1,83 / H 1,52 m, 1760 kg

Kofferraum

650 – 1780 l

483 – 1613 l

Preis

47.701 €

44.704 €

ADAC Messwerte (Auszug)VW Passat Variant TDIVW Passat Variant GTE

Überholvorgang 60-100 km/h

4,5 s

3,9 s

Bremsweg aus 100 km/h

33,6 m

35,1 m

Wendekreis

11,7 m

11,6 m

Verbrauch / CO₂-Ausstoß ADAC Ecotest

5,8 l Diesel/100 km, 184 g CO₂/km (well-to-wheel)

3,9 l Super + 11,2 kWh/100 km , 169 g CO₂/km (well-to-wheel)

Bewertung ADAC Ecotest (max. 5 Sterne)

***

***

Reichweite

1135 km

770 km

Innengeräusch bei 130 km/h

67,0 dB (A)

67,5 dB (A)

Leergewicht / Zuladung

1640 / 550 kg

1775 / 485 kg

Kofferraumvolumen normal / geklappt / dachhoch

475 / 880 / 1505 l

395 / 800 / 1425 l

ADAC TestergebnisVW Passat Variant TDIVW Passat Variant GTE

Karosserie/Kofferraum

2,2

2,3

Innenraum

1,9

1,9

Komfort

1,9

2,0

Motor/Antrieb

1,8

1,6

Fahreigenschaften

2,1

2,4

Sicherheit

1,7

1,7

Umwelt/Ecotest

3,1

3,5

Gesamtnote

2,2

2,3

Dieses Video wird über YouTube abgespielt. Es gelten die Datenschutzbestimmungen von Google. Bild: © ADAC

Text: Michael Gebhardt