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Die Legende lebt: Der neue Land Rover Defender im Fahrbericht

Dieses Video wird über YouTube abgespielt. Es gelten die Datenschutzbestimmungen von Google. Bild: © Land Rover

Die Neuauflage des Land Rover Defender bleibt seiner kastig-kultigen Optik treu. Und die erste Testfahrt beweist: Der neue "Landy" bleibt mehr denn je eine Klasse für sich. Mit allen Fakten, Daten und Bildern.

  • Wahlweise wieder mit zwei Radständen verfügbar

  • Minimalistisches Design auch im Innenraum

  • Hervorragende Offroad-Eigenschaften bleiben

  • Zum Start als One Ten mit je zwei Benzinern und Dieseln ab 55.600 €

Ja, es gibt sie noch, die Ikonen im Automobilbau! Sogar ganz neu gemacht: Denn ab 20. Juni steht die Neuauflage der Gelände-Ikone Land Rover Defender beim Händler. An den Start geht der neue Defender in verschiedenen Varianten: Während die ersten Modelle des Defender 110 mit fünf, sechs oder 5+2 Sitzen ab Mitte Juni an die Kunden ausgeliefert werden, erfolgt später im Jahr die Markteinführung des kompakten Defender 90 mit kürzerem Radstand. Der Defender Commercial ist voraussichtlich ab Ende 2020 erhältlich.

Ungewöhnlicher Innenraum 

Selbst eingefleischte Defender-Fans werden beruhigt durchatmen, wenn sie den Neuen das erste Mal live sehen. Klar, vorne bekam der neue Landy die typischen Rover-Merkmale mit den schmalen Matrixscheinwerfern und einem glatten Kühlergrill. Und auch die Frontscheibe ist aerodynamisch flacher. Doch die eher eckige Grundform und das ausgeprägt kantige Heck bleiben Stilelement.  Hinzu kommen markante, unverwechselbare Kennzeichen des Originals, wie die Alpine-Fenster im Dach oder die seitlich angeschlagene Hecktür samt außen angebrachtem Reserverad.

Nicht wiederzuerkennen ist der Defender dafür im Innenraum, der so minimalistisch-stylisch gestaltet ist, wie man es eher von einem Volvo erwartet. Das Armaturenbrett steht flach mit einem großen Defender-Schriftzug, grobe Strukturen und Befestigungselemente verstecken sich nicht und die Oberflächen sind entweder dick gummiert oder mit einem Material bespannt, das an das Soft-Shell-Gewebe von Outdoor-Jacken erinnert. Alles wirkt robust – reduziert auf das Wesentliche.

Hinter dem rovertypischen Vierspeichen-Lenkrad ist nun ein gut ablesbares Volldigital-Cockpit zu sehen. Auffällig: Unter dem zentralen Display auf dem Armaturenbrett gibt es einen erhöht angebrachten Automatik-Schalthebel. Auf den stylischen Drehschalter anderer Modelle, der nach dem Start ausfährt, verzichtet Land Rover beim neuen Defender leider.

Als erstes Modell aus dem Haus Land Rover hat er das neu entwickelte Infotainment-System Pivi Pro an Bord, bei dem für häufig vorkommende Aufgaben nur wenige Schritte nötig sind. Tatsächlich funktionierte das System bei der ersten Testfahrt so, dass alle Funktionen auf Anhieb auffindbar waren.

Zwei Radstände: 90 und 110 Zoll

Selbstverständlich gibt es wieder zwei Karosserievarianten: Den kurzen Ninety (90) und den One Ten (110). Die Ziffern stehen für den jeweiligen Radstand in Zoll. Der Defender 110 wird mit fünf, fünf plus zwei oder sechs Sitzen angeboten. Das Ladevolumen im Kofferraum beträgt 1075 Liter laut Hersteller.  Wird noch mehr Platz benötigt, kann durch Umklappen von Reihe 2 ein Lastenabteil mit satten 2380 Liter Volumen geschaffen werden. Der Defender 90 ist ebenfalls mit bis zu sechs Sitzplätzen erhältlich. Sechs? Wie früher beim Fiat Multipla? Exakt: Durch die hohe Platzierung des Schalthebels am Armaturenbrett schufen die Entwickler Platz für den optionalen mittleren Klappsitz in der ersten Reihe, wodurch drei Passagiere nebeneinander mit bester Aussicht reisen können.

Ausprobieren konnten wir den sechsten Sitz oder die zwei Sitze ganz hinten bei den ersten Testwagen leider noch nicht. Wir genossen dafür das fürstliche Platzangebot der Normalbestuhlung im 110er. Vorne macht das zurückgesetzte Armaturenbrett zusätzlich Platz und hinten ist zur Vorderlehne gar so viel Platz, dass auch noch das verlorene Schaf des Bauern dazwischen passen würde.

Der könnte es auch aus dem gröbsten Gelände retten, denn der neue Defender macht aufgrund seiner Technik, der robusten Konstruktion und seinem permanenten Allradantrieb in jedem Gelände eine gute Figur. Hinzu kommen ein zweistufiges Verteilergetriebe, ein sperrbares Mittendifferential sowie eine aktive Hinterachssperre.

Die neue Karosseriearchitektur bietet eine maximale Bodenfreiheit von 291 Millimetern, einen vorderen Böschungswinkel von 38 Grad, den Rampenwinkel mit 28 Grad und einen hinteren Böschungswinkel mit 40 Grad. Hinzu kommt eine maximale Wattiefe von 900 Millimetern.

Selbstverständlich hat auch der neue Defender eine weitere innovative Technologie: ClearSight Ground View. Das von Land Rover entwickelte System macht die Motorhaube praktisch durchsichtig, denn Kameras übertragen Bilder vom Untergrund unmittelbar vor den Vorderrädern auf den Touchscreen im Armaturenbrett.

Der Rivale: Mercedes G-Klasse

Auch, wenn man ihr es nicht gleich ansieht: Die kultige Mercedes G-Klasse ist eine komplette Neuentwicklung. Unsere Testfahrt klärt, wie gut die aktuelle Generation geworden ist.

Fahrbericht, technische Daten, Motor, Preis

Land Rover Defender: Zwei Diesel, zwei Benziner

Zum Marktstart stehen zwei Benzin- und zwei Dieseltriebwerke zur Verfügung. Der Vierzylinder-Turbobenziner leistet 221 kW (300 PS) aus zwei Litern Hubraum. Der Sechszylinder-Turbo schöpft aus drei Litern Hubraum 294 kW (400 PS). Der Vierzylinder-Diesel ist mit 147 kW (200 PS) oder 177 kW (240 PS) erhältlich. Alle Motoren sind jeweils mit einer 8-Gang-Automatik kombiniert. In einigen Monaten wird es auch eine Plug-in-Version geben. 

Für unsere ersten Testfahrten stand der stärkste 240 PS-Diesel zur Verfügung – ein vor allem im unteren Drehzahlbereich sehr kultivierter Vierzylinder, der mit dem satten Drehmoment von 430 Nm mit dem immerhin über zwei Tonnen schweren Defender absolut keine Mühe hat. Und auch wer die enorme Anhängelast von 3500 Kilo ausnutzt, wird nie das Gefühl haben, untermotorisiert zu sein.

Die komfortabel schaltende 8-Gang-Automatik passt gut zum starken Diesel. Allerdings sind die unteren Gänge für bessere Geländegängigkeit relativ kurz übersetzt, wodurch der Selbstzünder bei hohen Drehzahlen etwas lauter wird.

Auf der Straße beeindruckt, wie agil sich das Dickschiff auch auf kurvenreichen Straßen bewegen lässt. Das Fahrwerk (im Test mit Luftfederung) ist straff und trotzdem nicht unkomfortabel abgestimmt, lässt kaum Wankbewegungen zu. Hervorragend passt dazu auch die Lenkung, die mit wenig Kraftaufwand jede Biegung zielgenau in Angriff nimmt.

An Ausstattung stehen insgesamt fünf verschiedene Niveaus und eine First Edition zur Wahl, außerdem werden vier Zubehörpakete (Explorer, Adventure, Country und Urban) mit 170 Detailoptionen angeboten. Und natürlich gibt es zusätzlich eine breite Palette an Optionen, Zubehör- und Ausstattungsdetails – aber das kennen die eingefleischten Landy-Fans ja schon.

Das Einstiegsmodell des Defender 110 wird 55.600 Euro kosten. Der Defender 90 ist ab 49.700 Euro zu haben.

Motoren und technische Daten im Überblick

HerstellerangabenDefender 110 D200 AWDD240 AWDP300 AWDP400 AWD

Motor/Antrieb

4-Zyl.-Turbodiesel, 1999 cm³, 147 kW/200 PS, 430 Nm bei 1400 U/min / 8-Gang-Automatik

4-Zyl.-Turbodiesel, 1999 cm³, 177 kW/240 PS, 430 Nm bei 1400 U/min / 8-Gang-Automatik

4-Zyl.-Turbobenziner, 1997 cm³, 221 kW/300 PS, 400 Nm bei 1500 U/min / 8-Gang-Automatik

6-Zyl.-Turbobenziner, 2996 cm³, 177 kW/400 PS, 550 Nm bei 2000 U/min / 8-Gang-Automatik

Fahrleistungen

10,3 s auf 100 km/h, 175 km/h Spitze

9,1 s auf 100 km/h, 188 km/h Spitze

8,1 s auf 100 km/h, 191 km/h Spitze

6,1 s auf 100 km/h, 191 km/h Spitze

Verbrauch (NEFZ)

7,6-7,8 l Diesel/100 km, 199-205 g CO₂/km

7,6-7,8 l Diesel/100 km, 199-205 g CO₂/km

9,9-10,2 l Super/100 km, 228-234 g CO₂/km

9,6-9,9 l Super/100 km, 220-227 g CO₂/km

Maße

L 5,0 / B 2,10 / H 1,97 m

L 5,0 / B 2,10 / H 1,97 m

L 5,0 / B 2,10 / H 1,97 m

L 5,0 / B 2,10 / H 1,97 m

Kofferraum

857 – 1946 l

857 – 1946 l

857 – 1946 l

857 – 1946 l

Leergewicht

2323 kg

2323 kg

2261 kg

2361 kg

Anhängelast

3500 kg

3500 kg

3500 kg

3500 kg

Tankinhalt

85 l

85 l

90 l

90 l

Preis

ab 55.600 €

ab 59.800 €

ab 59.800 €

ab 68.900 €

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