Sommerreifen 205/55 R16 im ADAC Test (2021)

Der Kraftstoffverbrauch wird auf dem Ovalkurs mit Steilkurve gemessen
Der Kraftstoffverbrauch wird auf dem Ovalkurs mit Steilkurve gemessen© ADAC/Wolfgang Grube

Diesmal im ADAC Sommerreifentest: 15 aktuelle Modelle der in Deutschland meistverkauften Dimension 205/55 R16 für viele Kompaktfahrzeuge vom Audi A3 bis zum VW Golf. Die Gesamtbilanz ist positiv – und doch erlebten die ADAC Tester einige Überraschungen. 

  • Conti, Semperit und Bridgestone ganz vorne

  • Große Unterschiede beim Verschleiß

  • Schlusslicht: ein runderneuerter Reifen

Bleibt der Frost nachts aus und steigen die Temperaturen endlich in die zweistelligen Plusgrade: Dann wird es Zeit, wieder auf die gripstarken Sommerreifen zu wechseln. Doch welcher Reifen ist der beste? Die Antwort liefert der ADAC Reifentest, aktuell für die sehr häufig verkaufte Größe 205/55 R16 in der Geschwindigkeitsklasse V bis 240 km/h.

Das Ergebnis: Von 15 getesteten Modellen wird die Gesamtleistung von drei Modellen mit "gut", von elf Reifen mit "befriedigend" und von einem Reifen mit "ausreichend" bewertet. Nach der Tabelle mit den Noten und Einzelbeurteilungen finden Sie die Stärken und Schwächen der Modelle im Vergleich – und ein großes Thema ist bei diesem Test auch der Verschleiß.

Testergebnisse

Besonders ausgewogen: Die Gewinner-Modelle

Drei sehr ausgewogene Reifen erreichten die Gesamtnote "gut", sind also besonders empfehlenswert.

Der Continental PremiumContact 6 liefert ein gutes Gesamtpaket und überzeugt vor allem auf nasser Fahrbahn: Im Kriterium Nasshandling erhält er die mit Abstand beste Beurteilung. Allerdings zeigt er im Vergleich zu den Besten einen etwas erhöhten Kraftstoffverbrauch.

Auch der Speed-Life 3 von Semperit, einer Conti-Zweitmarke, präsentiert sich als Alleskönner. Er ist zwar um Nuancen schlechter auf Nässe, schlägt den PremiumContact 6 dafür beim Rollwiderstand, also Spritverbrauch.

Der auf Nässe gute Bridgestone Turanza T005 überzeugt auch auf Trockenheit mit kurzen Bremswegen. Zu seinen weiteren Stärken gehört der geringe Rollwiderstand.

Abwertung auf trockener Fahrbahn

Der Goodyear EfficientGrip Performance 2 verfehlt das Gesamturteil „gut“ nur knapp: Er punktet zwar mit kurzem Bremsweg und guter Beherrschbarkeit auf nasser Fahrbahn, doch beim Fahrverhalten auf trockener Fahrbahn zeigt er leichte Schwächen – und deshalb wird er im Gesamturteil auf „befriedigend“ abgewertet. Zu seinen besonderen Stärken zählt seine hohe Verschleißfestigkeit – doch dazu weiter unten mehr.

Der koreanische Kumho Ecsta HS51 besticht mit seiner soliden Aquaplaningresistenz: Auf wassergefluteter Fahrbahn schwimmt er erst sehr spät auf. In Bewegung schluckt er dagegen wenig Energie: Mit ihm lässt sich so im Vergleich am meisten Kraftstoff sparen. Dafür zeigt er auf trockenem Asphalt Schwächen, vor allem beim Handling wirkt er wenig präzise.

Der Petlas Imperium PT515 aus der Türkei fällt auf trockener Fahrbahn bei der Fahrsicherheit mit wenig Seitensteifigkeit sowie schwachen Haftungseigenschaften negativ auf – und wird deshalb abgewertet. Auch im Nassen kann der Petlas mit relativ langen Bremswegen und Schwächen beim Handling nicht überzeugen. 

Abwertung auf Nässe

Der Alnac 4G der Vredestein-Muttermarke Apollo versucht den guten Spagat zwischen den Hautkriterien "Nass" und "Trocken", verfehlt aber in beiden Disziplinen das Urteil "gut" knapp und wird wegen der Nass-Leistungen auch abgewertet.

Der Hankook Ventus Prime 3 K125 gibt dagegen unverblümt den Trocken-Spezialisten: Er lässt sich besonders präzise steuern und bietet höchste Haftwerte, verspielt aber durch das schwächere Nass-Handling ein besseres Ergebnis. 

Auch den Fulda EcoControl HP 2 aus dem Goodyear-Konzern kostet das Nass-Handling wertvolle Punkte, in den Kriterien Verschleiß und Kraftstoffverbrauch kann er hingegen durchaus überzeugen. Diese eher ökonomischen Kriterien sind auch die Stärken des Modells Advantage der Michelin-Tochter BF Goodrich, der auch auf trockener Fahrbahn mit kurzen Bremswegen überzeugt. Allerdings attestieren ihm die ADAC Tester auf Nässe ein schwaches Grip-Niveau und einen deutlichen Verlust der Seitenführungskräfte beim Beschleunigen und Bremsen. 

Abwertung wegen Verschleiß

Die drei Modelle Maxxis Premitra 5, Nokian Wetproof und Pirelli Cinturato P7 C2 zeigen trocken und nass durchaus gute und ausgewogene Eigenschaften, werden aber wegen ihres relativ hohen Verschleißes abgewertet, was unter ökologischen und ökonomischen Gesichtspunkten vor allem für Vielfahrer ein Mangel ist. Allerdings können diese Reifen für Fahrzeuge mit sehr geringen Jahreskilometerlaufleistungen dennoch eine Empfehlung sein.


Wie groß die Unterschiede im Verschleißtest diesmal ausfielen, zeigt die Grafik: Der Nokian hat seine Verschleißgrenze bei knapp 24.800 Kilometern erreicht, während man mit dem Goodyear Efficient Grip Performance 2 bei identischen Bedingungen mehr als doppelt so viele Kilometer fahren kann, nämlich 55.300 Kilometer. 

Nur ausreichend: Der Runderneuerte

Der King Meiler Sport 1 musste sich als einziger runderneuerter Reifen gegen 14 Neureifen behaupten. Er spart wertvolle Rohstoffe, weil bei der Runderneuerung auf die Karkasse eines abgefahrenen Reifens von Wulst zu Wulst lediglich eine neue Lauffläche aufgetragen wird. Doch wie das Gesamtresultat beweist, kann der Sport 1 mit der hier getesteten Konkurrenz nicht mithalten. 

In der Trocken-Disziplin ist der Bremsweg der zweitlängste im Test. Und auch auf dem Handlings-Kurs verhält sich der Reifen vor allem bei wärmeren Temperaturen unstimmig: Beim Einlenken in die Kurve reagiert er verzögert und unpräzise, die Haftgrenze wird bei allen Fahrmanövern schnell erreicht. Im Nassen lässt der King Meiler mit nur mäßigen Eigenschaften beim Bremsen und Kurvenaquaplaning sowie einem schwammigen und unpräzisen Fahrverhalten ebenfalls deutlich Federn. 

Fahrzeugübersicht der Dimension 205/55 R 16 V

Nachfolgende Fahrzeugmodelle (und zahlreiche weitere) können – je nach Motorisierung und Ausstattung – mit der hier getesteten Reifengröße bestückt werden.

Text: Thomas Kroher. Fotos: ADAC/Wolfgang Grube.

Fachliche Beratung: Ruprecht Müller, Matthias Zimmermann, ADAC Technik Zentrum

Kontakt zur Redaktion: redaktion@adac.de

Benötigen Sie die Testergebnisse einer anderen Reifengröße? Hier kommen Sie zur Übersicht der weiteren getesteten Sommerreifengrößen.

Eine gute Übersicht mit allen aktuellen Testtabellen verschiedener Größen bietet auch die digitale Broschüre ADAC Reifenratgeber

Und beim Reifenkauf hilft der Artikel: Die wichtigsten Tipps zum Reifenkauf.

Methodik und Hintergrund

Hauptkriterium

Unterkriterium

Sommerreifen

Ganzjahres-/Winterreifen

Trocken


20 %

15 %


Fahrverhalten

35 %

40 %


Fahrsicherheit

35 %

40 %


Bremsen

30 %

20 %

Nass


40 %

30 %


Bremsen

30 %

30 %


Aquaplaning - längs

20 %

20 %


Aquaplaning - quer

10 %

10 %


Handling

30 %

30 %


Kreis/Seitenführung

10 %

10 %

Schnee



20 %


Bremsen - ABS


40 %


Anfahren


20 %


Handling


40 %

Eis



10 %


Bremsen - ABS


60 %


Seitenführung


40 %

Geräusch


10 %

5 %


Innengeräusch

50 %

50 %


Außengeräusch

50 %

50 %

Kraftstoffverbrauch


10 %

10 %

Verschleiß


20 %

10 %