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VW ID.4: Die erste Testfahrt mit dem Elektro-SUV

Dieses Video wird über YouTube abgespielt. Es gelten die Datenschutzbestimmungen von Google. Bild: © Volkswagen

Nach dem ID.3 kommt jetzt der ID.4 als geräumiger Elektro-SUV in der Größe eines Tiguan – und wir konnten ihn schon fahren. Mit allen Infos zu Preisen, Batterien, Motoren und Ausstattungen.

  • Gleiche Größe wie der VW Tiguan, aber mehr Platz

  • Souveräne Fahrleistungen, hochwertige Materialien

  • Zwei Batteriegrößen, Reichweite bis 520 Kilometer

  • Preis: Ab 36.950 Euro, Auslieferung: Erstes Halbjahr 2021

Neben dem Kompaktwagen ID.3, der ja nach einigen Anlaufschwierigkeiten erst jetzt ausgeliefert wird, stellt VW eine ganze Elektrofamilie auf die Räder: Der ID. Buzz soll den legendären Bulli in die Neuzeit führen, der ID. Roomzz als Familien-Van fungieren und der ID. Space Vizzion den Part des elektrischen Kombis übernehmen.

Doch aktuell kommt erstmal ein SUV: Der VW ID.4. Und während der ID.3 in der Größe des VW Golf eher in Europa punkten kann, dürfte der ID.4 für ein weltweiter Erfolg werden, denn das Segment der kompakten SUVs boomt schließlich überall.

Ob er der ID.4 aber auch das Zeug zum Erfolgsmodell hat, musste die erste Testfahrt rund um Wolfsburg beweisen. Gebaut wird der Stromer in der VW-Stadt übrigens nicht, sondern für den europäischen Markt im Werk Zwickau.

Preise ab 36.950 Euro – minus Prämie

VW ID.4 fahrend von hinten
Der ID.4 fährt sich genauso gut wie ein SUV mit Verbrenner ∙ Volkswagen

Das Basismodell des ID.4 Pure gibt es ab 36.950 Euro, dann wieder inkl. 19 Prozent Mehrwertsteuer, aber immer noch abzüglich der aktuellen Förderung für Elektroautos. Für knapp 28.000 Euro bekommt man also einen 4,58 Meter langen Fünfsitzer mit stimmigen Proportionen, der bei identischem Radstand von 2,77 Metern deutlich mehr Platz bietet als der ohnehin schon geräumige ID.3. Sogar der deutlich längere Tiguan Allspace kann sich vor allem von der Beinfreiheit im Fond etwas abschneiden und bei den 543 bis 1575 Litern Kofferraumvolumen des ID.4 auch nicht punkten.

Und wo beim ID.3 die Materialauswahl vor allem im Fond recht knauserig wirkt, hat VW beim ID.4 mit mehr Softtouch-Oberflächen und reichlich Zierrat kräftig nachgelegt. Der Klassenunterschied zum kleinen Elektrobruder ist also stets spürbar. Schwieriger wird wohl die Abgrenzung zum Škoda Enyaq, der auf der gleichen Plattform bereits ab 33.800 Euro zu haben ist.

Das Cockpit sieht dem des ID.3 sehr ähnlich

Doch während der tschechische Elektro-SUV fast schon expressionistisch wirkt, war VW beim ID.4 mit der Optik bewusst sehr vorsichtig. Denn die Niedersachsen müssen Masse machen und deshalb viele Kunden aus der alten Welt in die neue Zeit holen. Und VW-Fahrer sind etwas konservativer als anderswo: Da kann das digitalisierte Interieur mit dem winzigen Bildschirm hinter dem Lenkrad, dem großen Touchscreen daneben und dem Gangknubbel dazwischen für manchen Kunden schon genug an Ungewohntem sein.

Zumindest ID.3-Fahrer hätten keine Umstiegsprobleme: Bildschirme und Bedieneinheiten sind bis auf wenige Details identisch. Ein bis zu 12 Zoll großer Touchscreen auf der Mittelkonsole ersetzt die meisten Knöpfe und Schalter, und hinter dem Lenkrad gibt es nur noch sehr reduzierte Digitalanzeigen.

Eine natürliche Sprachbedienung mit Online-Anbindung ist zwar Standard. Doch den ein oder anderen Drehknopf statt (unbeleuchteter!) Slider hätte man trotzdem gern. Bestimmte Funktionen wie unterschiedliche Klimatisierungsstrategien lassen sich per Display zwar ziel- und passgenauer einstellen, doch wenn man den Gesamtkilometerstand erst im fünften Untermenüpunkt findet, ärgert das nicht nur Fahrtenbuch-Ausfüller.

Auf Wunsch gibt es ein Augmented-Reality-Head-up-Display, das ausgewählte Anzeigen mit der Realität fusioniert. Das neuartige ID. Light – ein Lichtband unter der Windschutzscheibe – soll den Fahrer dabei intuitiv unterstützen. Das funktioniert tatsächlich sehr gut – und sieht auch noch prima aus.

Gutes Fahrverhalten, starker Elektromotor

VW ID.4 stehend von der Seite
Rund 4,60 Meter Länge wie VW Tiguan, Ford Kuga und Co. ∙ Volkswagen

Das Fahrverhalten unterscheidet sich nicht groß von einem konventionellen SUV. Klar ist der ID.4 mit seinen Akkus im Unterboden schwerer als der Tiguan, doch der tiefe Schwerpunkt mit einer fast idealen Gewichtsverteilung auf den Achse von 50:50 lässt ihn einfach und leicht fahren. Bestens passt dazu auch der spontane Antrieb des E-Motors. Und was ihm in Kurven an Elan fehlen mag, machen die Progressivlenkung und das adaptive Fahrwerk locker wett.

Ganz entspannt durch die Stadt oder ein bisschen engagierter auf einer Landpartie: Genau wie der Tiguan kann auch der ID.4 beides. Immer genießt man die sehr effektive Geräuschdämmung, die auch kaum Windgeräusche überträgt. Und mit 21 Zentimetern Bodenfreiheit dürfte auch leichtes Gelände für den ID.4 kein Problem sein.

Einen Allradantrieb gibt es für den Hecktriebler dagegen nicht einmal gegen Aufpreis. Der Vorteil: Der Heckantrieb schafft beste Voraussetzungen für agiles Handling und ermöglicht gleichzeitig einen stadttauglichen kleinen Wendekreis von nur 10,2 Metern.

Umstellen müssen sich dagegen versierte E-Fahrer: Beim Rekuperieren hält sich der ID.4 deutlich zurück und bremst nicht so stark ab wie etwa ein BMW i3, wenn man vom Gas geht.

Basisversion mit 350 Kilometer Reichweite

Zwar gewinnt der ID.4 deshalb nicht ganz so viel Energie zurück, doch die Reichweite passt auch so. Schließlich stecken im Bauch zwei relativ große Batterien. Das Einstiegsmodell fährt mit nutzbaren 52 kWh (brutto 55) und kommt so auf eine WLTP-Reichweite von 348 Kilometern. Wer weiter oben zuschlägt in der Modellhierarchie, der bekommt 77 kWh (brutto 82) und kann im Bestfall mit knapp 520 Kilometern kalkulieren. Das Angebot einer 62-kWh-Batterie wie beim Škoda Enyaq plant VW für den ID.4 nicht.

An der öffentlichen Ladesäule (AC) laden die ID.4 Modelle mit der großen Batterie mit 11 kW Leistung, mit der kleinen mit 7,2 kW. Alle ID.4 Modelle bringen einen CCS-Ladeanschluss für das schnelle Laden mit Gleichstrom (DC) für die Autobahn mit. Die 55-kWh-Modelle laden hier mit 50 kW (optional 100) kW, alle anderen Modelle mit bis zu 125 kW. Sie können in rund 30 Minuten Gleichstrom für die nächsten 320 km (gemäß WLTP) nachladen.

Bis 306 PS Leistung und 180 km/h Spitze

Zwei VW ID.4 stehend von der Seite
Design-Trick: Das farblich abgesetzte Dach beschert dem ID.4 eine optische Leichtigkeit ∙ Volkswagen

Die E-Maschine, die an der Hinterachse sitzt, ist in drei Stufen lieferbar. Bei den Einstiegsmodellen ID.4 Pure und beim ID.4 City leistet sie 109 kW (148 PS) oder 125 kW (170 PS), bei allen anderen Modellen 150 kW (204 PS). Mit dieser Top-Motorisierung beschleunigt der ID.4 in 8,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h, in allen Varianten erreicht er elektronisch abgeriegelte 160 km/h Spitze.

2021 folgt noch ein Top-Modell mit einer zweiten Maschine mit 75 kW im Bug, der dann wahrscheinlich sogar ein "R"-Logo tragen darf. Dann klettert die Systemleistung auf 225 kW (306 PS), es gibt Allradantrieb und das Spitzentempo wird auf 180 km/h angehoben.

Das Angebot: Acht vorkonfigurierte Modelle

Der ID.4 1ST Edition und der ID.4 1ST Edition Max sind bereits für 48.691 Euro bzw. 58.439 Euro in den Markt gestartet. Jetzt folgen acht vorkonfigurierte ID.4 Modelle: Pure, City (beide nur mit der 52 kWh-Batterie und 148 oder 170 PS), Pro, Life, Business, Family, Tech und Max (alle mit 77-kWh und 204 PS). Diese Strategie macht das Angebot für die Kunden übersichtlich – und für VW natürlich leichter.

Der ID.4 Pure, der in der ersten Jahreshälfte 2021 auf den Markt kommt, kostet in Deutschland ab 36.950 Euro (mit 19 Prozent Mehrwertsteuer). Die Basisausstattung umfasst zwar DAB-Radio, Keyless-Go, Klimaanlage, Notbremsassistenten, Sprachbedienung, Verkehrszeichen- und Müdigkeitserkennung, muss aber mit profanen Stahlfelgen auskommen.

VW ID.4: technische Daten

Technische Daten (Herstellerangaben)

VW ID.4 Pur, City 52 kWh

VW ID.4 Pro, Life, Business, Family, Tech, Max 77 kWh

Motor/Antrieb

1-Stufen-Elektromotor, Heckantrieb, 109 kW/148 PS (220 Nm) oder 125 kW/170 PS (310 Nm)

1-Stufen-Elektromotor, Heckantrieb, 150 kW/204 PS, 310 Nm

Fahrleistungen

10,9/9,0 s auf 100 km/h, 160 km/h Spitze

8,5 s auf 100 km/h, 160 km/h Spitze

Batteriekapazität

52 kWh (netto nutzbar)

77 kWh (netto nutzbar)

Verbrauch (WLTP)

16,7-19,2 kWh/100 km, 0g CO₂/km

17,7-18,9 kWh/100 km, 0g CO₂/km

Reichweite (nach WLTP)

bis zu 348 km

bis zu 522 km

Maße

L 4,58 / B 1,85 / H 1,63 m

L 4,58 / B 1,85 / H 1,63 m

Kofferraum

543 – 1575 l

543 – 1575 l

Leergewicht / Zuladung

2124 / 451 – 611 kg

2124 / 451 – 611 kg

Anhängelast (ungebremst / gebremst)

750 / 1200 kg

750 / 1200 kg

Wendekreis

10,2 m

10,2 m

Preis

ab 36.950 €*

ab 43.329 €*

* abzüglich der aktuellen Elektroauto-Kaufprämie

Text: Thomas Kroher, Thomas Geiger