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Der ADAC

Plug-in-Hybrid: Modelle, Technik, Kosten, Ökobilanz

Weisser 3er BMW wird aufgeladen
Plug-in-Fahrzeuge (im Bild: BMW 330e) laden den Strom per Kabel ∙ © BMW

Plug-in-Hybride werden immer beliebter. Doch für welche Autofahrer sind Hybride mit externer Lademöglichkeit wirklich sinnvoll? Die wichtigsten Infos zum Antriebskonzept – mit allen Modellen und realistischen ADAC Verbrauchsmessungen

• Keine lokalen Emissionen im rein elektrischen Fahrmodus
• Doch nicht alle Plug-in sind sparsam und emissionsarm

• Staatliche Förderung von Neu- und Gebrauchtwagen

Kompaktwagen, Sportwagen oder SUV: Immer mehr Hersteller elektrifizieren ihre Verbrenner-Modelle, um die neuen Abgasgrenzwerte mit ihren Fahrzeugflotten einhalten zu können. Neben dem steigenden Angebot an rein elektrisch angetriebenen Autos nimmt auch die Zahl so genannter PHEV-Fahrzeuge (Plug-in Hybrid Electric Vehicle) – also Hybridautos, deren Batterien auch extern aufgeladen werden können – stetig zu.

Doch hat ein Plug-In-Hybrid auch Vorteile bei Verbrauch und Emissionen gegenüber einem vergleichbaren konventionellen Verbrenner?

Das Plug-in-Prinzip

Doch wie funktioniert ein Plug-in-Hybrid in der Praxis? Hybridautos werden von einem Benzinmotor (einige Hersteller bieten auch Diesel-Hybrid-Varianten an) und einem oder mehreren Elektromotoren mobilisiert. Bei Hybridfahrzeugen ohne Plug-in-Funktion wird die Batterie für den Betrieb des Elektromotors während der Fahrt mit dem Verbrennungsmotor, durch die Rekuperation beim Bremsen oder die Bewegungsenergie des rollenden Fahrzeugs geladen.

Rein elektrisch kann ein Hybridfahrzeug im niedrigeren Geschwindigkeitsbereich jedoch nur wenige Kilometer weit, fahren. Bei stärkeren Beschleunigungen unterstützt der Elektromotor den Verbrennungsmotor und kann auch bei höheren Geschwindigkeiten das Fahrzeug „segeln“ lassen, während der Verbrennungsmotor abgeschaltet wird.

Ein PHEV, das per Stromkabel geladen wird, bietet darüber hinaus die Möglichkeit, die Batterien des Autos, die deutlich größer als als beim Hybrid ohne Lademöglichkeit sind, zu Hause an einer geeigneten Steckdose oder an einer Ladesäule aufzuladen. So können Pendler morgens zum Beispiel mit vollem Akku rein elektrisch die Fahrt zum Arbeitsplatz antreten.

Relevant für die Anschaffung eines PHEV – und dessen staatliche Förderung – ist also die rein elektrische Reichweite des Plug-in-Hybridautos. Die meisten auf dem deutschen Markt befindlichen Plug-in-Fahrzeuge schaffen zwischen 40 und 60 Kilometer

Diese Plug-in-Hybrid-Modelle gibt es

2019 wurden laut Kraftfahrt-Bundesamt 45.348 Pkw mit Plug-in-Hybrid-Antrieb zugelassen – immerhin 1,3 Prozent aller neu zugelassenen Fahrzeuge. Und diese Modelle sind aktuell bestellbar:

Umweltbonus für Plug-in-Fahrzeuge

Um den Preisnachteil gegenüber vergleichbaren Verbrennern auszugleichen und den Umstieg auf einen PHEV attraktiver zu machen, gilt seit Februar 2020 ein höherer "Umweltbonus" beim Kauf eines solchen Fahrzeugs. Die Käufer können bei einem Nettolistenpreis bis 40.000 Euro insgesamt mit 6750 Euro Förderung (netto) rechnen (4500 € Bundes- und 2250 € Herstelleranteil), bei einem Preis zwischen 40.000 und 65.000 Euro mit 5625 Euro (3750 € Bundes- und 1875 € Herstelleranteil).

Der Bundesanteil von 3750 Euro kann auch beim Kauf eines Gebrauchten beantragt werden, wenn für das Auto (maximal ein Jahr alt und 15.000 Kilometer) noch keine Förderung gezahlt wurde.

Um förderfähig zu sein, müssen Plug-in-Hybride derzeit eine rein elektrische Mindestreichweite von 40 Kilometern (ab 2022: 60 Kilometer) vorweisen oder höchstens 50 Gramm CO₂ pro Kilometer emittieren. Unter diesen Voraussetzungen kann ein Plug-in auch das E-Kennzeichen erhalten, das weitere Vorteile beim Parken oder Nutzung der Busspur ermöglichen kann.

Auch für Dienstwagenfahrer kann ein Plug-in interessant sein: Denn der Fiskus schlägt bei pauschaler Versteuerung nur ein halbes Prozent des Bruttolistenpreises aufs Monatsgehalt auf - statt einem Prozent bei Autos mit Verbrennungsmotor. Die Folge: Die Steuerlast sinkt. Hier finden Sie weitere wichtige Informationen zur Förderung von Elektroautos und Plug-in-Hybrid-Fahrzeugen.

ADAC Ecotest: Wie hoch ist der Verbrauch?

Doch sind Plug-In-Hybridfahrzeuge überhaupt umweltfreundlicher als reine Verbrenner? Der ADAC hat dafür auf Basis seiner Ecotest-Messungen einige aktuelle PHEV-Modelle exemplarisch auf ihre CO₂-Emissionen untersucht und sie vergleichbaren Modellen mit Verbrennungsmotor gegenübergestellt.

Der Motor ist entscheidend für den CO₂-Ausstoß

Die Messergebnisse zeigen: Einige Plug-in-Hybride wie der Volvo oder der Peugeot sind stets sparsamer und emissionsärmer unterwegs als vergleichbare Verbrenner-Modelle. Dies ist in der Regel immer dann der Fall, wenn ein PHEV mit einem Verbrenner der gleichen Kraftstoffsorte und ähnlicher Leistungsklasse verglichen wird.
Warum? Der PHEV fährt dann eben als "normaler" Hybrid mit Rekuperation und spart durch die Energierückgewinnung mittels Rekuperation wertvollen Sprit.

Bei anderen Plug-in-Fahrzeugen wie den getesteten Kia, VW Passat oder 7er-BMW und wohl den meisten angebotenen Benzin-Plug-in-Hybriden hängt es vom elektrischen Fahranteil ab, ob sie mehr oder weniger CO₂-Emissionen erzeugen als die vergleichbaren Dieselvarianten. Es gilt: Je häufiger diese PHEV elektrisch aufgeladen werden, desto eher können sie einen Vorteil beim Ausstoß von CO₂ erreichen.

Ab wann sich PHEV einen Emissionsvorteil erarbeiten können, hängt von der jeweiligen Effizienz des PEHV-Antriebs bzw. des Verbrennungsmotors ab. Bestes, also schlechtestes Beispiel im Test ist der BMW X5-Plug-in, der wegen der hohen Verbräuche bei Kraftstoff und Strom erst sehr spät einen Vorteil gegenüber einem Dieselmotor hat. Der X5 45e verbraucht im Ecotest elektrisch über 40 kWh/100 km, ein vergleichbares Elektro-SUV liegt bei etwa 25 kWh/100 km und sparsame reine Elektroautos sogar nur bei etwa 15 bis 20 kWh/100 km.

ADAC Tipps zum Plug-in-Hybrid

  • Ein PHEV sollte so oft wie möglich auf geladen werden, um einen möglichst hohen elektrischen Fahranteil zu erreichen. Lademöglichkeiten zuhause und/oder an der Arbeitsstätte sind dazu unabdingbar.

  • Was grundsätzlich gilt, trifft auch für Plug-in-Hybride zu: Das Auto sollte so klein wie möglich und nur so groß wie nötig sein.

  • Bei häufigen Langstrecken ist ein Dieselmotor in der Regel immer noch der effizientere und emissionsärmere Antrieb. Achten Sie daher genau auf Ihr Fahrprofil.

  • Auf der Autobahn ist es auf längeren Strecken sinnvoller, im Hybridmodus zu fahren und die vorausschauend aufgesparte elektrische Energie dann auf Landstraßen und innerorts zu nutzen. Dies ist auch vor dem Hintergrund einer Reduzierung der Emissionsbelastung in Städten empfehlenswert.

  • Nutzen Sie die intelligente automatische Wahl des Fahrmodus durch gezielten Einsatz des bordeigenen Navigationsgeräts.

  • Privatkäufer und Flottenbetreiber sollten darauf achten, mit der Anschaffung eines PHEV auch zeitgleich die Lademöglichkeiten durch eine Ladekarte für öffentliches Laden und/oder eigene Ladeinfrastruktur sicherzustellen. Mit der Nutzung von regenerativ erzeugtem Strom reduzieren sich die CO₂-Emissionen.

ADAC: Hersteller müssen realen Verbrauch angeben

Als Brückentechnologie hin zur Elektromobilität erhalten die Plug-in-Hybride einen staatlichen Umweltbonus sowie Steuervorteile bei der Nutzung als Dienstwagen. Allerdings sind Plug-In-Hybridfahrzeuge nicht automatisch und generell umweltfreundlicher als reine Verbrenner: Je nach Motorisierung und Fahrverhalten kann ein PHEV sogar einen höheren CO₂-Ausstoß haben bzw. mehr Kraftstoff verbrauchen als sein Verbrenner-Pendant.

Bei den Verbrauchsangaben geben die Hersteller bei den Plug-in-Hybriden im Regelfall nur die kombinierten Verbräuche für Sprit und Strom im WLTP-Verfahren an. Den Privatkäufern bzw. Flottenbetreibern fehlt damit ein Überblick über echte Verbrauchswerte für den jeweiligen Betriebsmodus und damit der realistische Vergleich mit den entsprechenden Verbrennern.

Der ADAC fordert daher die Hersteller auf, auch die Verbrauchswerte für das rein elektrische Fahren sowie den reinen Hybridbetrieb mit leerer Antriebsbatterie anzugeben.

Ein entscheidender Faktor für die Umweltbilanz von Plug-in-Hybriden ist auch die individuelle Nutzung. Wer seinen PHEV privat oder als Dienstwagen hauptsächlich auf der Autobahn bewegt, verbraucht im Zweifel mehr Kraftstoff als mit einem herkömmlichen Verbrenner. Autobesitzer, die ihren Wagen überwiegend auf kurzen Strecken einsetzen und regelmäßig aufladen, können dagegen Sprit sparen und in der Stadt im rein elektrischen Betrieb überwiegend emissionsfrei fahren.

Deshalb sind auch die Unternehmen gefragt: Wer Plug-In Hybride als Dienstwagen zur Verfügung stellt, sollte an betriebseigenen Stellplätzen für ausreichende Ladeinfrastruktur sorgen und möglichst auch Ladepunkte bei den Mitarbeitern zuhause unterstützen.

Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Plug-in-Technik

Was sind die Vorteile von Plug-in-Hybriden?

Ein Plug-in-Hybrid kann rein elektrisch fahren und damit lokal emissionsfrei sowie leise unterwegs sein. Mit dieser Antriebstechnik ist es also möglich, den Benzin- oder Dieselverbrauch durch Stromladen signifikant zu senken. Im Moment stellt das die schnellste Möglichkeit dar, je nach individuellem Fahrprofil Verbrauchsreduzierungen von 30 bis 80 Prozent zu erreichen.

Der verhältnismäßig kräftige E-Motor eines Plug-in-Hybriden ermöglicht es durch Rekuperation, beim Bremsen deutlich mehr Energie einzusammeln als es ein (Mildhybrid-)Verbrenner-Auto könnte – ähnlich wie bei einem reinen Elektroauto. Durch Nutzung des jeweils effizienteren Antriebs kann insgesamt sparsamer gefahren werden. Voraussetzung ist eine ausreichend geladene Batterie.

Nach bisherigen Erfahrungen des ADAC sind Plug-in-Hybride vergleichbar zuverlässig unterwegs wie reine Verbrenner-Autos. Und: Plug-in-Hybride sind durch die aktuelle Förderprämie häufig wettbewerbsfähig, der Aufpreis durch die zusätzliche Technik wird ausgeglichen.

Was sind die Nachteile?

Die komplexe Technik bringt einen höheren Energieaufwand bei der Herstellung und ein höheres Fahrzeuggewicht als bei einem reinen Verbrenner-Pkw mit. Aber: Viele Plug-in-Modelle sind leichter als vergleichbare Elektroautos mit großer Reichweite.

Wird ein Benziner-Plug-in-Hybrid nicht zuverlässig geladen wird, ist in vielen Fällen ein vergleichbares Diesel-Auto sparsamer und CO₂-ärmer unterwegs. Diesel-Plug-in-Hybride sind aber fast immer im Vorteil.

Das regelmäßige und häufige Laden des Plug-in-Fahrzeugs ist für manche Nutzer umständlich, doch dafür hat man Effizienzvorteile.

Gegenüber einem reinen Elektroauto sind die Wartungskosten beim Plug-in-Auto höher, da zusätzliche Wartungsaufwände am Verbrennungsmotor anfallen.

Wann ist ein Plug-in-Hybrid sinnvoll?

Wer mindestes ein Drittel seiner Strecken rein elektrisch fahren kann und eine Steckdose zur Verfügung hat, für den wird ein Plug-in-Hybrid interessant. Um Plug-in-Hybride regelmäßig aufzuladen, sollte die Möglichkeit bestehen, zumindest nachts immer zu laden – idealerweise zusätzlich beim Arbeitgeber, wenn die einfache Pendelstrecke mehr als die Hälfte der reinen E-Reichweite beträgt.

Sinnvoll ist auch bei Plug-in-Hybriden eine Schnellladefähigkeit – momentan bieten CCS-Laden nur Mercedes und Polestar, den CHAdeMO-Standard nur Mitsubishi an. Da mit dieser Technik eine (weitgehende) Vollladung in einer halben Stunde möglich ist, kann man beispielweise beim Einkaufen oder auch auf einer längeren Strecke während einer Pause aufladen.

Zum Stromtanken unterwegs ist ein einheitlicher Ladetarif sinnvoll, was meist günstiger kommt als direkt zu bezahlen. Eine herstellerunabhängige Ladekarte mit hoher Akzeptanz in ganz Europa bietet beispielsweise der ADAC mit seinem e-Charge-Angebot an.

Für das Laden unterwegs empfiehlt sich die Wahl eines Ladeanbieters mit einem für jede nutzbare Ladesäule einheitlichen Tarif. So bleiben die Kosten transparent. Meist ist das auch günstiger, als direkt ("spontan") an der Ladesäule zu bezahlen. Eine herstellerunabhängige Ladekarte mit hoher Akzeptanz in ganz Europa bietet beispielsweise der ADAC mit seinem e-Charge-Angebot – das lässt sich natürlich auch mit Plug-in-Hybriden nutzen.

Wie fährt man Plug-in-Hybriden sparsam?

Wie mit jedem Auto sollte man vorausschauend und defensiv fahren. Der Plug-in-Antrieb kann moderates Bremsen weitgehend mit dem E-Motor umsetzen (Rekuperation) – so geht möglichst wenig Energie an den Radbremsen in Wärme verloren. Vorteile hat man auch bei Bremsenverschleiß sowie Bremsenabrieb, was auch die Feinstaubbelastung verbessert.

Die Nutzung des Navigationssystems kann den Verbrauch weiter senken, weil das Auto dann „weiß“, wie es sich seinen Stromvorrat am effizientesten einteilen sollte. Es werden Straßenverläufe, Steigungen und Gefälle optimal berücksichtigt. Außerdem kann der benötigte Stromvorrat für die Strecke in der Stadt „aufgehoben“ werden.

Auch vor einer längeren Fahrt lohnt es sich, die Batterie zu laden und dann mit aktivierter Navigation zu fahren. Der elektrische Fahranteil mag auf der langen Strecke gering sein, eine gewisse Verbrauchsabsenkung ist aber dennoch möglich – je kürzer die Strecke ist, desto mehr.

Wie kommt es zu den niedrigen Verbrauchswerten im Prospekt?

Meist wird offensiv mit dem niedrigen Kraftstoffverbrauch geworben, während der dazugehörige Stromverbrauch eher im Hintergrund steht. Zur Hersteller-Verbrauchsangabe gehören aber die Kraftstoff-Liter pro 100 Kilometer genauso wie die gleichzeitig benötigten Kilowattstunden pro 100 km.

Die niedrigen Benzinverbräuche im Prospekt lassen sich mit regelmäßigem Laden an der Steckdose erzielen – und sie sind aller Kritik zum Trotz durchaus möglich, wenn zwischen den Ladevorgängen nicht viel mehr als die rein elektrische Reichweite gefahren wird. Diesem Nutzungsprofil entspricht auch das WLTP-Verfahren.

Der Zulassungszyklus ist nicht weniger praxisfremd als für Verbrenner oder reine Elektroautos. Wichtig wäre jedoch, dass die Hersteller möglichst transparent die im Zyklus ermittelten Verbrauchswerte angeben. Dann können sich die Nutzer ein klareres Bild machen, mit welchen Verbräuchen sie persönlich rechnen müssen.

Warum sind die Verbräuche im ADAC Ecotest höher?

Der ADAC Ecotest prüft die Autos unter immer gleichen Rahmenbedingungen – so sind die Ergebnisse reproduzierbar und untereinander vergleichbar. Mit einem Plug-in-Auto wird zunächst rein elektrisch gefahren und dabei Verbrauch und Reichweite ermittelt. Danach wird das Auto im Hybrid-Modus mit leerer Batterie bewegt, um die Verbräuche ohne Nachladen angeben zu können.

Der ADAC beschreibt im Ecotest zusammenfassend die Verbrauchswerte für einen gemischten Betrieb, wobei von einer Aufladung alle 100 km ausgegangen wird. Diese Distanz ist größer als im Zulassungszyklus, dessen Strecke abhängig von der elektrischen Reichweite angesetzt wird. Im Ecotest liegen die Kraftstoffverbräuche deshalb in der Regel höher, die Stromverbräuche jedoch niedriger als bei der Herstellerangabe.

Steigt der Spritverbrauch mit leerer Batterie an?

Ja, im Vergleich zum Benzinverbrauch mit geladener Batterie schon. Trotzdem liegt der Verbrauch meist unter dem eines vergleichbaren reinen Verbrenners, denn viele Plug-in-Hybride – insbesondere solche mit geschickten Effizienzabstimmungen (z. B. Regelung auf Straßenverläufe und andere Verkehrsteilnehmer) ¬ können ihren Gewichtsnachteil überkompensieren. Allerdings sind die Vorteile nur marginal, wenn die Batterie nicht regelmäßig geladen wird. Kann man prinzipiell nicht oder nur wenig laden, sollte man lieber zu einem „normalen“ Vollhybrid greifen. Übrigens können schon ab etwa 30 Prozent elektrischem Fahranteil viele Plug-in-Hybride CO2-ärmer unterwegs sein als ein vergleichbares Diesel-Auto.

Sind die elektrischen Reichweiten erzielbar?

Die rein elektrische Reichweite ist unter optimalen Bedingungen ermittelt – das gibt der Prüfzyklus so vor. Fährt man unter diesen günstigen Bedingungen, also vergleichbar zum Fahrprofil des Zyklus, dann sind die Werksangaben erreichbar.

Wie auch bei den reinen Elektroautos hängt die E-Reichweite aber immer stark von der Nutzung ab. Wenn es kalt ist, die elektrische Heizung läuft oder man höhere Geschwindigkeiten fährt, schmilzt die elektrische Reichweite dahin.

Lohnt der Aufpreis für Plug-in?

Auch wenn man die niedrigen Benzinverbrauchswerte im Prospekt nicht erreicht, bietet sich dennoch ein gutes Sparpotenzial. Beispiel: Mit einer Aufladung von 10 kWh wird der Verbrauch auf 100 km um 3,5 Liter Super gesenkt. Den Stromkosten von 3 Euro steht dann eine Spritkostenersparnis von 4,50 bis 5 Euro gegenüber; steigt der Benzinpreis, wird die Ersparnis noch größer. Es ist also in jedem Fall auch unter Kostenaspekten sinnvoll, regelmäßig Strom aufzuladen.

Welcher Plug-in ist empfehlenswert?

Bei den Plug-in-Hybriden ist es wie mit jedem Auto – man sollte es so klein und so leicht wie möglich und nur so groß wählen, wie es nötig ist. Ein großes SUV wird auch durch einen Plug-in-Antrieb nicht umweltfreundlich. Dagegen haben kompakte Autos und Kombis mit dem Doppelantrieb im ADAC Test gut abgeschnitten, wenn man ein günstiges Einsatzprofil hat.

Wer immer mal wieder längere Strecken unterwegs ist und dennoch die Vorteile eines Plug-in-Antriebs nutzen möchte, kann eine Dieselvariante wählen. Momentan gibt es die nur von Mercedes in C-, E- und GLE-Klasse.

Braucht man spezielle Steckdosen?

Prinzipiell genügt eine Haushaltssteckdose, um die Batterie über Nacht vollzuladen. Dann kann man rund 50 km am Tag weitgehend rein elektrisch zurücklegen. Lädt man häufiger zum Beispiel in der Garage, sollte die Installation von einem Elektriker geprüft werden, damit die Sicherheit gewährleistet ist.

Der Experte kann auch eine Wallbox installieren. Damit gelingt das regelmäßige Laden komfortabler und dauerhaft sicherer. Außerdem reduzieren sich dadurch in der Regel die Ladeverluste. Solche fest verbauten Ladestationen hat der ADAC bereits getestet.

Technische Beratung: Martin Ruhdorfer, Matthias Vogt (ADAC Technik Zentrum Landsberg)