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Der ADAC

Glossar: Elektromobilität von A – Z

Elektroauto wird geladen
Typ 2, oder über welchen Stecker reden wir hier? ∙ © iStock.com/rclassenlayouts

Viele Begriffe zur Elektromobilität sind Fachvokabular und bedürfen einer Erklärung. Was AC-Laden, Rekuperation, Typ-2-Stecker oder die Abkürzung BEV bedeuten, erfahren Sie hier.

Akku

Ein Akkumulator (Kurzform: Akku) ist ein Speicherelement für elektrische Energie auf chemischer Basis, das wiederaufladbar ist (Sekundärzelle). Durch die Aneinanderreihung von mehreren Akkuzellen entsteht eine Batterie. Umgangssprachlich werden die Begriffe "Akku" und "Batterie" auch gleichbedeutend für einen "Energiespeicher" verwendet.

Batterie

Dieser Aufbau eines E-Autos zeigt die Batterie im Unterboden
Akkus liegen gut geschützt im Unterboden des Pkw ∙ © Volkswagen

Die Batterie als Energiespeicher ist das Herzstück und zugleich das teuerste Bauteil eines Elektrofahrzeugs. Doch die reine Größe allein garantiert keine große Reichweite. Das Fahrzeug muss auch sparsam mit der gespeicherten Energie umgehen. Batterien altern – auch dann, wenn sie nicht genutzt werden. Ihre maximale Speicherkapazität reduziert sich über die Zeit (kalendarische Alterung) sowie in Abhängigkeit von der Anzahl der Ladungen (siehe auch: zyklische Alterung). Um Verwechslungen mit der Starterbatterie (siehe unten) zu vermeiden, redet man auch von der Traktions- oder Hochvoltbatterie.

Batterie: Starterbatterie

Elektrofahrzeuge haben wie jeder Pkw mit Verbrennungsmotor eine 12-Volt-Starterbatterie. Diese ist notwendig, um das Hochvoltsystem des Fahrzeugs vor Fahrtantritt zu aktivieren und Verbraucher wie Steuergeräte, Beleuchtung oder Infotainment mit Energie zu versorgen. Ist die Starterbatterie leer oder defekt, kann – wie bei einem Verbrenner – das Fahrzeug nicht gestartet werden .

Batterieladestand (SoC)

Der Ladezustand der Batterie (engl. State of Charge = SoC) gibt an, wie viel Energie noch in der Batterie nutzbar ist. Der SoC wird üblicherweise in Prozent angegeben. Manche Hersteller orientieren sich aber auch an der klassischen Tankuhr und stellen den SoC grafisch dar (ohne konkreten Prozentwert). Eine Batterie sollte idealerweise im Zustand zwischen 20 und 80 Prozent gehalten werden, das kommt der Lebensdauer zugute.

Batteriegarantie

Um Vertrauen in die neue Technologie zu schaffen, geben die Fahrzeughersteller großzügige Garantien auf die Traktionsbatterie. Dies kann eine Garantie für den Totalausfall oder auch für einen Kapazitätsverlust der Batterie sein. Traktionsbatterien haben je nach Hersteller eine garantierte speicherbare Energiemenge von meistens 70 Prozent innerhalb von acht Jahren oder bis zu 160.000 Kilometern im Betrieb. Sollte innerhalb dieser Zeit eine Batterie über weniger Leistung verfügen, muss aber nicht zwingend die ganze Batterie getauscht werden, oft ist eine modulare Reparatur ausreichend. Da alle Zellen in Reihe geschaltet sind, ist die schwächste Zelle diejenige, die die Kapazität der restlichen Zellen begrenzt.

Batteriemanagementsystem (BMS)

Das Batteriemanagementsystem ist das "Gehirn" der Hochvoltbatterie. Es überwacht die Zustände der Zellen während des Betriebs und beim Laden. Beim Laden gibt das BMS auf Basis verschiedener Umgebungsdaten die mögliche Ladeleistung, insbesondere beim Schnellladen, vor.

Batteriemiete

Anfangs boten mehrere Hersteller an, die Batterie des Elektroautos zu mieten, inzwischen gibt es diese Möglichkeit nur noch bei Renault. Der Kaufpreis mindert sich durch eine gemietete Antriebsbatterie dabei um mehrere Tausend Euro. Die Kosten der Batteriemiete sind bei einigen Anbietern dabei abhängig von der Fahrleistung, andere verlangen einen Fixpreis pro Monat. Beim Verkauf eines Fahrzeugs mit Mietbatterie ist es wichtig, darauf zu achten, dass der Käufer den Mietvertrag übernimmt.

BEV

Abkürzung aus dem Englischen: Battery Electric Vehicle

Bidirektionales Laden

Windräder und Solaranlage
Volatiler Strom braucht ein intelligentes Netz ∙ © iStock.com/Blue Planet Studio

Beim bidirektionalen Laden kann das Elektrofahrzeug nicht nur Energie vom Netz aufnehmen, sondern auch wieder zurück an das Netz abgeben, auch vehicle-to-grid (v2g) genannt. Als Teil eines intelligenten Netzes ("Smart Grid") könnte die Batterie dann Überkapazitäten etwa aus Solaranlagen speichern und bei Bedarf wieder ans Haus oder Stromnetz abgeben. Es ist auch denkbar, solche Fahrzeuge als Stromspender für liegengebliebene E-Autos einzusetzen. Bisher wurde bidirektionales Laden in Forschungsprojekten demonstriert, kommerzielle Lösungen für den Hausgebrauch sind noch nicht verfügbar.

Bordladegerät

Das Bordladegerät wird im Elektrofahrzeug benötigt, um Wechselstrom aus dem Stromnetz in Gleichstrom für die Batterie umzuwandeln. Ein 11-kW-Bordladegerät kann auf drei Phasen mit je 16 Ampere laden. Ein 3,7-kW-Bordladegerät nutzt nur eine Stromphase mit 16 Ampere. Das einphasige Laden dauert deutlich länger als das dreiphasige Laden.

Brennstoffzellen-Pkw (FCEV)

Seitenansicht des Toyota Mirai der 2. Generation
Exot mit Brennstoffzelle: Toyota Mirai II ∙ © Toyota

Eine Brennstoffzelle an Bord des Fahrzeugs gewinnt Strom aus Wasserstoff. In der Brennstoffzelle erzeugen Wasserstoff aus dem Tank und Luftsauerstoff aus der Umgebungsluft elektrische Energie, als Abfallprodukt entstehen Wärme und Wasser. Auch Brennstoffzellenfahrzeuge (engl. Fuel Cell Electric Vehicle – FCEV) werden von einem Elektromotor angetrieben – daher zählen auch sie zu den Elektroautos. Ebenfalls brauchen sie zwingend eine – wenngleich kleinere – Hochvoltbatterie als Zwischenspeicher.

Chademo-System

Chademo ist ein Schnellladesystem nach japanischem Standard (CHArge de MOve = aus dem Japanischen frei übersetzt: "Eine Tasse Tee gefällig?"). Die Ladeleistungen liegen überwiegend bei 50 kW, auch wenn höhere Ladeleistungen prinzipiell möglich wären. Chademo wird in Deutschland nur noch von Nissan und Mitsubishi angeboten. Neu vorgestellte Elektrofahrzeuge setzen in Europa auf den europäischen CCS-Standard. Immer mehr Schnellladesäulen bieten kein Chademo-Ladekabel mehr an.

CCS-Laden

CCS ist die Abkürzung für Combined Charging System und beschreibt ein (kombiniertes) Schnellladesystem nach europäischem Standard. Die Ladeleistung der Ladesäulen reicht inzwischen bis zu 350 kW. Bei CCS wurde der Typ-2-AC-Stecker um zwei zusätzliche Kontakte für die Gleichstromladung erweitert. Damit lässt sich das Fahrzeug mit CCS-Dose über Gleich- oder über Wechselstrom laden. Bei vielen E-Autos ist die Schnellladefunktion im Serienumfang enthalten. Sollte dieses nicht der Fall sein, empfiehlt der ADAC unbedingt die Schnellladeoption mitzubestellen. Mit Schnellladung wird die Einsatzflexibilität eines E-Autos maßgeblich erhöht, und der Verkauf eines gebrauchten E-Autos ohne Schnellladefunktion dürfte immer schwieriger werden.

Elektroauto: Definition per Gesetz

Als Elektroauto im Sinne des Elektromobilitätsgesetzes gelten a) das reine Batterieelektrofahrzeug (Battery Electric Vehicle – BEV), b) das von außen aufladbare Hybridfahrzeug (Plug-in-Hybrid Vehicle – PHEV) und c) das Brennstoffzellenfahrzeug (Fuel Cell Electric Vehicle – FCEV) – so definiert das Bundesministerium für Verkehr und Infrastruktur das Elektroauto.

E-Kennzeichen

Kennzeichen eines Elektroautos
Kennzeichen E: Nummerntafel für Elektroautos ∙ © imago images/Martin Bäuml

Das Kennzeichen für Elektroautos kann seit 2015 beantragt werden und soll ein Elektroauto als solches erkennbar machen. Um ein E-Kennzeichen zu erhalten, muss das Fahrzeug eine elektrische Mindestreichweite von 40 Kilometern (ab dem Jahr 2022: 60 km) erreichen oder höchstens 50 Gramm CO₂ pro Kilometer emittieren. Das E steht immer am Ende der Buchstaben-Nummern-Kombination.

Energiedichte

Die Energiedichte gibt die gespeicherte Energiemenge pro Volumen (Megajoule pro Liter) oder Masse (Megajoule pro Kilogramm) an. Der Wert beschreibt, wie viel Energie zum Beispiel in einem Kilogramm enthalten ist oder gespeichert werden kann. Akkumulatoren haben im Vergleich zu flüssigen Kraftstoffen wie Diesel oder Benzin eine deutlich geringere Energiedichte.

Feststoffbatterie

Fragt man nach einer zukünftigen Batterietechnologie, wird meist die Feststoffbatterie genannt. Diese gilt als extrem temperaturbeständig und sicher, fehlt ihr doch das flüssige Elektrolyt. Vorteil: Es ist keine Kühlung nötig. Weiterhin soll die Feststoffbatterie eine etwa doppelt so große Energiedichte besitzen wie die heute üblichen Lithium-Batterien. Die Folge: deutlich höhere Reichweiten.

Frequenzumrichter

In den Batterien herrscht Gleichspannung. Der Antrieb eines Elektrofahrzeugs arbeitet allerdings oft mit einer Wechselstrommaschine. Um die Energie zwischen beiden Stromarten "umzurichten", ist ein Frequenzumrichter (häufig als Wechselrichter bezeichnet) notwendig, der Spannung und Frequenzen nach benötigter Betriebsart umrichtet.

Gleichstrom (DC)

DC steht für Direct Current, übersetzt Gleichstrom. Hier fließt elektrischer Strom in gleichbleibender Richtung, im Gegensatz zum Wechselstrom, dessen Richtung sich periodisch ändert. Gespeicherte Energie in Batterien steht in Form von Gleichstrom zur Verfügung.

High Power Charger (HPC)

Ionity Ladesäulen an der Autobahn
Die Säulen von Ionity wurden von einem Automobil-Herstellerkonsortium finanziert ∙ © imago images/Jürgen Schwarz

High Power Charger (HPC) oder Ultraschnellladestationen bieten Ladeleistungen von 150 bis 350 kW. HPC-Ladesäulen arbeiten auf Spannungsebenen von bis zu 1000 Volt und bieten bis zu 500 Ampere Ladestrom an. Wie viel von dieser Ladeleistung genutzt werden kann, bestimmt letztlich das Elektrofahrzeug. Beim Schnellladen ist nicht nur die maximale Ladeleistung relevant, sondern auch die durchschnittliche Ladeleistung im Bereich von zehn bis 80 Prozent Batterieladestand. Das HPC-Netz ist seit 2019 entlang den Autobahnen und zunehmend auch in den Städten rapide gewachsen. Inzwischen sind auch zahlreiche Fahrzeuge auf dem Markt, die zwischen 100 und 270 kW Ladeleistung beziehen können.

Hybridfahrzeug

Blick auf das Display des Toyota Prius
Energieflussanzeige im Toyota Hybrid ∙ © Toyota

Hybridfahrzeuge verfügen über mindestens zwei verschiedene Antriebstechniken und separate Energiespeicher (z. B. Verbrennungs- und Elektromotor). Sie wirken einzeln oder kombiniert für den Antrieb. Diese Kombination ermöglicht es, im optimalen Wirkungsgrad des Antriebs zu arbeiten, und verbessert dadurch Effizienz, Reichweite und Schadstoffausstoß. Dabei besitzen Hybridfahrzeuge auch einen elektrischen Speicher. Je größer, umso weiter können sie rein elektrisch fahren.

Induktives Laden

BMW fährt auf eine Ladeplatte zum induktiven Laden
Ist das die Zukunft? Induktives Laden des E-Autos ∙ © BMW

Induktives Laden bedeutet kontaktloses Laden. Dabei wird Energie mittels hochfrequenter Wechselströme drahtlos übertragen. Damit könnten E-Autos durch Ladeelemente in der Fahrbahn, auf Parkplätzen oder Garagen geladen werden. Bei Mobiltelefonen oder elektrischen Zahnbürsten wird die Technik bereits eingesetzt, beim Kraftfahrzeug ist sie noch nicht standardisiert und serienreif.

Kilowatt (kW)

Die Leistung von Motoren oder auch die Ladeleistung von Ladestationen wird in Kilowatt angegeben.

Kilowattstunde (kWh)

Die elektrische Arbeit wird mit der Einheit Kilowattstunde (kWh) versehen. In der Elektromobilität wird auch der Energieinhalt der Antriebsbatterie in Kilowattstunden angegeben. Folglich wird der Stromverbrauch im Auto in kWh pro 100 Kilometer gemessen. Merke: In der Elektromobilität ist die Kilowattstunde die relevante Maßeinheit, vergleichbar mit dem Liter für den Kraftstoff bei den Verbrennungsmotoren.

Ladeinfrastruktur

Bei der Ladeinfrastruktur wird zwischen öffentlicher und privater Infrastruktur unterschieden. Private Ladeinfrastruktur ist nur für einen geschlossenen Nutzerkreis zugänglich, beispielsweise zu Hause oder in einer Firma. Öffentliche Ladeinfrastruktur steht grundsätzlich der Öffentlichkeit zur Verfügung und muss den Vorgaben der Ladesäulenverordnung entsprechen. Die Bundesregierung plant und fördert den flächendeckenden Aufbau von öffentlicher Ladeinfrastruktur und hat dazu die Nationale Leitstelle Ladeinfrastruktur ins Leben gerufen.

Ladekurve

Als Ladekurve wird der Verlauf der Ladeleistung über dem Ladezustand bezeichnet. Besonders beim Schnellladen auf der Langstrecke ist die Ladekurve interessant, denn mit zunehmendem Ladestand reduziert das BMS die Ladeleistung. Je höher und konstanter die DC-Ladekurve ist, umso langstreckentauglicher ist ein Elektroauto.

Ladeleistung

Unter Ladeleistung versteht man die elektrische Leistung in Kilowatt (kW), mit der eine Antriebsbatterie geladen wird. Multipliziert mit der Ladezeit ergibt sich daraus die in der Batterie gespeicherte Kapazität in Kilowattstunden (kWh). Beim Laden an Wechselstrom (AC) ist die Ladeleistung im Regelfall gleichbleibend und wird erst kurz vor Ende des Ladevorgangs reduziert. Beim Laden an Gleichstrom verändert sich die Ladeleistung in Abhängigkeit vom jeweiligen Lade- und Temperaturzustand der Batterie und weiteren Faktoren.

Ladepunkt/Ladesäule

Ladestation an einer Strasse
Was ist der Unterschied von Ladepunkt und Ladesäule? ∙ © Shutterstock/Rudmer Zwerver

Eine Ladesäule verfügt in der Regel über mehrere Ladepunkte. In Statistiken zum Ausbau der Ladeinfrastruktur wird unterschiedlich gezählt: Mal wird die Anzahl der Ladepunkte angegeben, mal die Anzahl der Ladesäulen oder Ladestationen. Das führt leicht zu Verwirrung.

Ladestecker

Steckertypen für Elektroautos im Überblick
Chademo, CCS und Typ 2: Die drei Steckertypen zum Laden von Elektroautos ∙ © dpa/Ole Spata

Es gibt zwei Arten, ein Auto zu laden – über Wechselstrom (AC) und über Gleichstrom (DC). In Europa ist der Typ-2-Stecker fürs AC-Laden und der CCS-Stecker fürs DC-Laden Standard. Öffentliche Wechselstrom-Ladesäulen sind immer mit einer Typ-2-Ladebuchse ausgestattet. Für ältere Fahrzeuge mit Typ-1-Anschluss am Fahrzeug sind entsprechende Adapterkabel erhältlich. Einige Fahrzeuge haben zum Schnellladen noch den japanischen Standard Chademo. Ein Adapter, um Fahrzeuge mit Chademo-Anschluss an CCS-Stationen zu laden, ist nicht erhältlich. Weitere Infos dazu finden Sie hier: Elektroauto laden.

Ladetarife

ADAC e-Charge Karte
Laden und bezahlen per Karte oder App ∙ © ADAC/Carolin Erbe

Die meisten Ladesäulen im öffentlichen Bereich ermöglichen die Freischaltung mittels Ladekarte oder Smartphone-App. Darüber hinaus muss die Bezahlung auch ohne Ladevertrag – Ad-hoc-Laden genannt – möglich sein. Ladetarife werden mit oder auch ohne Grundgebühr und mit sehr unterschiedlichen Strompreisen und Abrechnungsarten angeboten. Zusätzlich sind Tarifbestandteile wie Startgebühr, Parkgebühr oder auch Blockiergebühren möglich. Deswegen bietet der ADAC mit ADAC e-Charge einen fairen Ladetarif zu einheitlichen Preisen in Deutschland sowie im angrenzenden Ausland an.

Ladeverluste

Beim Laden eines Elektroautos entstehen zwangsläufig Stromverluste. Die Spanne dieser Ladeverluste bewegt sich zwischen zehn und 20 Prozent und ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Ladeverluste schlagen sich mit höheren Kosten in der Kalkulation nieder.

Lastmanagement

Wenn mehrere Elektroautos gleichzeitig laden, darf der Anschluss nicht überlasten. Dafür sorgen Lastmanagementsysteme. Davon gibt es zwei Arten: Beim statischen Lastmanagement wird den Wallboxen eine fixe Ladeleistung zur Verfügung gestellt. Beim dynamischen Lastmanagement wird der aktuelle Stromverbrauch des Gebäudes gemessen und aufgrund dessen errechnet, was als Leistung für das Laden der Elektroautos situativ übrig bleibt. Die momentane "Restleistung" wird nun flexibel verteilt, das Strompotenzial im Gebäude bestmöglich genutzt. Weitere Informationen finden Sie hier: Wallboxen mit Lastmanagement.

Lithium-Ionen-Batterie

Lithium-Ionen-Batterien zeichnen sich durch eine hohe Zyklenfestigkeit (Ladung/Entladung) und eine – im Verhältnis zu anderen chemischen Energiespeichern – hohe Energiedichte sowie geringe Selbstentladung aus.

Memory‐Effekt

Der Memory-Effekt bezeichnet den Kapazitätsverlust einer Batterie, der bei häufiger Teilentladung eintritt. Dieses Problem zeigte sich insbesondere bei alten Nickel-Kadmium-Batterien. Elektrisch zeigt sich der Memory-Effekt in einem frühen Spannungsabfall, obwohl die komplette verfügbare Kapazität noch nicht entnommen wurde. Lithium-Ionen-Batterien sind davon nicht betroffen.

Mild-Hybrid-Fahrzeuge

Normale Hybride oder Elektroautos haben Hochspannungskomponenten, die in der Regel mit etwa 400 Volt arbeiten und besonders geschützt sind. Mild-Hybrid-Systeme arbeiten immer häufiger mit 48 Volt und unterstützen den Verbrennungsmotor, halten die Geschwindigkeit und gewinnen beim Bremsen Energie zurück. Dadurch wird der Kraftstoffverbrauch gesenkt.

Notladekabel

Als Notladekabel wird das Ladekabel für die Haushaltssteckdose bezeichnet, das meist einem Elektrofahrzeug beiliegt. Die fachmännische Bezeichnung lautet In-Cable Control and Protection Device (IC-CPD) – früher auch In-Cable-Control-Box (ICCB). Das IC-CPD überwacht den Ladevorgang an einer Haushaltssteckdose. Einige IC-CPD verfügen über Möglichkeiten, den Ladestrom zu reduzieren.

Ökostrom

Ökostrom ist ein Begriff für elektrische Energie, die aus erneuerbaren Quellen gewonnen wird, etwa aus Wasserkraft, Sonne und Windenergie. Lektürehinweis: Die Ökobilanz der Antriebsarten.

One-Pedal-Driving

Es gibt E-Autos, die über ein "One-Pedal-Feeling"-Konzept verfügen, wie beispielsweise der BMW i3 oder der Nissan Leaf der zweiten Generation. Sobald der Fahrer dabei nur den Fuß vom "Fahrpedal" nimmt, setzt eine deutlich spürbare Verzögerung (die Rekuperation) ein. Hat man sich an die Verzögerung gewöhnt, kann man diese E-Autos quasi mit nur einem Pedal (engl. one pedal) fahren. Die mechanische Bremse wird beim vorausschauenden Fahren nur noch für stärkeres Bremsen oder für eine Notbremsung benötigt.

Plug-in-Hybrid

Die Plug-in-Hybrid-Modell Skoda Octavia in rot und weiss am Ladekabel
Plug-in-Hybride werden immer zahlreicher – und beliebter ∙ © Skoda

Die Batterie eines Plug-in-Hybrids kann wie bei reinen Elektrofahrzeugen über einen Stecker aufgeladen werden (engl. to plug in = einstecken). Ist die Batterie nach etwa 30 bis 80 Kilometern elektrisch betriebener Fahrt leer, funktioniert das Fahrzeug wie ein Hybrid und kann weiterhin Bremsenergie zurückgewinnen und wieder nutzen (siehe Begriff: Rekuperation).

Range Extender

Ein Range Extender (auch REX) ist ein kleiner Benzinmotor, der über einen Generator Strom für den Elektromotor erzeugt, wenn die Traktionsbatterie leergefahren ist. Im Notfall ist der Fahrer somit für eine gewisse Reichweite unabhängig von einer Ladestation und fährt trotz leerer Batterie weiter.

Reichweite

Die Reichweite gibt an, wie viele Kilometer das E-Auto mit einer Ladung fahren kann. Grundsätzlich hängt die Reichweite stark von der individuellen Fahrweise ab. Die Prospektwerte der Hersteller entstehen unter idealen klimatischen Bedingungen bei gemäßigter Fahrweise. In den Elektroautos errechnet der Bordcomputer jeweils einen Prognosewert für die Restreichweite, basierend auf der vorhergehenden Fahrweise, ggf. abhängig von der Außentemperatur, dem Routenverlauf und sogar der Topografie der zu fahrenden Strecke.

Rekuperation

Rekuperation (von lat. recuperare = wiedererlangen) bedeutet Energierückgewinnung. Beim Bremsen des Pkw wird die (kinetische) Energie in Wärme umgewandelt und geht verloren. Diese Bewegungsenergie kann man in Elektro- und Hybridfahrzeugen zurückgewinnen. Und zwar so: Beim Bremsen oder Bergabfahren wird der Elektromotor zum Stromgenerator und speist diese Energie in die Traktionsbatterie zurück. Gerade im Stadtverkehr kann die Rekuperation den Verbrauch deutlich senken. Netter Nebeneffekt: ein geringerer Bremsenverschleiß.

Schieflast

Der Stromanschluss von Gebäuden in Deutschland besitzt drei Stromleiter, auch Phasen genannt. Werden Elektroautos mit einphasigem Bordladegerät angeschlossen, entsteht unter Umständen eine Phasenschieflast im Netz. Das kann beispielweise im benachbarten Gewerbebetrieb zu Problemen führen. Um dieses Risiko für die Allgemeinheit zu vermeiden, darf ein Fahrzeug einphasig mit maximal 20 Ampere geladen werden, auch wenn das Bordladegerät mehr Ladestrom vertragen würde.

Schnellladen

Als Schnellladen wird per Definition das Laden mit Ladeleistungen über 22 kW bezeichnet. Schnellladen erfolgt quasi immer über Gleichstrom. Einzige Ausnahme ist das Modell Renault Zoe der ersten Generation, das an Wechselstrom mit bis zu 43 kW laden konnte.

Smart Grid

Als Smart Grid werden intelligente Stromnetze bezeichnet. Elektrofahrzeuge können Teil des Smart Grid werden, indem sie zeit- und lastgesteuert geladen werden bzw. sogar Energie in das Netz zurückspeisen (siehe Begriff: Bidirektionales Laden). Das Smart Grid befindet sich noch in der Entwicklungsphase.

Synchronmaschine (PSM versus ASM)

Bei den Motoren von Elektroautos wird zwischen permanenterregten Synchronmaschinen (PSM) und fremderregten Asynchronmaschinen (ASM) unterschieden. Beide haben spezifische Vor- und Nachteile. Vorteile der PSM sind eine höhere Leistungsdichte und ein höherer Wirkungsgrad, Nachteile die höheren Kosten und die Verwendung seltener Erden. Eine ASM ist robuster, preiswerter und hat einen Freilauf bei Abschaltung.

Umweltbonus

Der Umweltbonus ist eine staatliche Kaufprämie, mit der die E-Mobilität in Deutschland gefördert werden soll. Der Umweltbonus kann ausschließlich über die Website des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA*) beantragt werden. Das Fahrzeug muss auf der Liste der förderfähigen Elektrofahrzeuge stehen. Details dazu lesen Sie hier.

Voll-Hybrid

Im Gegensatz zum Mild-Hybrid kann der Elektromotor bei einem Voll-Hybrid das Fahrzeug auch allein antreiben, insbesondere beim Anfahren und bei geringen Geschwindigkeiten.

Wallbox

Wallbox an der Wand montiert
Wallboxen gibt es in sehr einfachen (Foto) bis teuren Ausführungen ∙ © ADAC/Ralph Wagner

Wallboxen ermöglichen eine höhere Ladeleistung als herkömmliche Haushaltssteckdosen: einphasig mit bis zu 4,6 kW und dreiphasig mit bis zu 22 kW. Eine vom Elektrofachbetrieb installierte Wallbox enthält einen FI-Schutzschalter und minimiert die Gefahren des elektrischen Stroms. Wallboxen unterscheiden sich durch Ausstattungsmerkmale wie Energiezähler, Zugangskontrolle oder auch Connectivity. Ladeeinrichtungen mit einer Ladeleistung bis elf kW sind beim Netzbetreiber anzumelden, über elf kW Ladeleistung sind sie genehmigungspflichtig. Das erledigt in der Regel der Elektrofachbetrieb. Hier erfahren Sie welche Wallboxen im ADAC Test gut abschneiden.

Wechselstrom (AC)

Wechselstrom ist elektrischer Strom, dessen Richtung sich periodisch ändert. AC steht dabei für Alternative Current (also "abwechselnder Strom").

Zyklenfestigkeit

Eine Batterie wird geladen und entladen, dies geschieht in Zyklen. Damit eine Batterie eine lange Lebensdauer bekommt, muss sie über eine hohe Zyklenfestigkeit verfügen und eine entsprechend hohe Anzahl an Lade- und Entladezyklen verkraften, ohne dass sich die Eigenschaften der Batterie merklich verschlechtern.

Begriffe und Erklärungen wurden vom ADAC Technik Zentrum, Fachreferat Elektromobilität, zusammengestellt.


*Der Link führt auf eine externe Seite, für deren Inhalt der ADAC nicht verantwortlich ist