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Renault Zoe Facelift: Neuer Akku mit mehr Reichweite, neue Preise

blauer Renault Zoe faehrt auf Strasse
Neuer Renault Zoe mit nachgeschärfter Frontpartie ∙ © Renault

Der Renault Zoe wurde modernisiert: Mit neuem Interieur, mehr Sicherheit und vor allem mehr Reichweite wappnet er sich gegen Konkurrenten wie Peugeot e-208, Opel Corsa-e und VW ID. 3. Testfahrt, Bilder, Preise, Reichweite

  • Die Preisliste startet bei 21.900 Euro

  • Normreichweite mit neuer 52 kWh-Batterie: 390 Kilometer

  • Komplett neuer Innenraum mit Recycling-Materialien

  • Neu: Der Zoe kann nun auch via CCS-Stecker mit 50 kW laden

Dass der Renault Zoe mittlerweile sieben Jahre auf dem Buckel hat, sieht man ihm kaum an. Doch weil gerade die Technik bei Elektroautos rasante Fortschritte macht und sich die Konkurrenz mit Peugeot e-208Opel Corsa-eSeat el-Born und VW ID. 3 in Position bringt, sieht Renault bei seinem E-Auto-Bestseller Handlungsbedarf: Ab sofort steht der Kleinwagen in einer überarbeiteten Version bei den Händlern.

Optisch hat sich zumindest außen wenig verändert: Am Heck fallen die neuen, filigraner gezeichneten Rücklichter auf, die Front wurde mit einem neuen Kühlergrill nachgeschärft. 

Aufgewerteter Innenraum – mit Recycling-Material

Innen hat sich mehr getan: Die nicht besonders wohnliche Hartplastiklandschaft des Vorgängers wurde durch ein gefälliges Armaturenbrett mit überwiegend soften Materialien ersetzt. Sehr hübsch und angenehm anzufassen: Einlagen aus Stoff, die ab der mittleren Ausstattungstufe "Experience" sogar aus recyceltem Gewebe bestehen. Und 50 Prozent der Kunststoffe sind aus alten Plastikflaschen gefertigt.
Dazu kommt das zehn Zoll große, digitale Kombiinstrument hinter dem Lenkrad, das etwa Tacho, Akkustand und auch Navianzeigen sehr übersichtlich darstellt. Über der Mittelkonsole thront ein neues Infotainment-System mit 7- oder 9,3-Zoll-Touchscreen aus dem Clio, das sich intuitiver bedienen lässt als das alte System, bei dem kurioserweise ausschließlich Benzintankstellen statt Ladesäulen angezeigt wurden.

Smartphones lassen sich jetzt via Android Auto und Apple Car Play besser verknüpfen und natürlich auch induktiv laden. 

52-kWh-Akku mit 395 km Reichweite

Die größte Neuerung steckt aber im Unterboden. So ist der kleine Akku mit 22 kWh nicht mehr zu haben. Als neues Basismodell dient jetzt die Version mit 41 kWh-Akku, für die Renault 300 Kilometer Reichweite angibt. Darüber rangiert eine Ausbaustufe mit 52 kWh-Batterie. Reichweite: 383 bis 395 Kilometer, je nach Motorleistung von wahlweise 80 bzw. 100 kW. Damit liegt der Zoe nun auf Augenhöhe mit den Hauptkonkurrenten Peugeot e-208 und Opel Corsa-e.

Freilich ist die Reichweitenangabe nach dem Normzyklus immer von theoretischer Natur, weil es bei E-Autos sehr stark auf das Fahrprofil ankommt. Bei ersten Testfahrten über kurvige Landstraßen und durchaus flotter Fahrtweise kamen wir jedenfalls auf gute 370 Kilometer Reichweite – noch vor ein paar Jahren war das für einen elektrischen Kleinwagen utopisch. Auf der Autobahn dürften nach unserer Erfahrung gut 300 Kilometer realistisch sein.

Schon auf den ersten Metern merkt man, dass Renault die Geräuschdämmung verbessert hat: Es fährt sich angenehm ruhig, und die Abrollgeräusche der Reifen sind deutlich weniger zu hören als etwa bei einem Hyundai Kona Elektro.

Dass der Zoe eine Leistungsspritze bekommen hat, registriert man beim Überholen auf der Landstraße wohlwollend: Ein kurzer Druck aufs Pedal genügt und der Franzose sirrt mit Leichtigkeit an langsam fahrenden Lkw vorbei.

Zum Mini-Tesla reicht es zwar nicht ganz, doch macht vor allem die stärkere Version mit 100 kW (135 PS) durch seine spontan abrufbare Kraft eine ganze Menge Spaß: Sie schnellt in flotten 9,5 statt 11,4 Sekunden auf Tempo 100. Bei der Spitze gibt es mit 135 beziehungsweise 140 km/h dagegen nur einen geringen Unterschied zwischen dem Basis- und dem Topmodell.

Schnell laden kostet 890 Euro extra

Neu ist im Zoe der sogenannte B-Modus, der die Rekuperation verstärkt: Geht man vom Gas, gewinnt der Zoe mehr Energie zurück als im normalen D-Modus und bremst stärker ab. Zwar spricht Renault hier vom Ein-Pedal-Fahren – also Gasgeben und Bremsen alleine mit dem Gaspedal – doch das ist reichlich übertrieben. Anders als beim Nissan Leaf oder BMW i3 kann der Zoe auf diese Weise nicht bis zum Stillstand bremsen und verzögert auch nicht annähernd so stark wie die Konkurrenz.

Der Lade-Anschluss versteckt sich wie gehabt hinter dem Renault-Logo an der Schnauze. Dank des neuen CCS-Steckers (leider 890 Euro Aufpreis bei allen Versionen) kann der Zoe jetzt auch mit bis zu 50-kW-Gleichstrom betankt werden. Bisher war bei den 22 kW Schluss, die auch der neue Zoe an Wechselstromsäulen zieht.

So soll eine Ladung via CCS-Stecker in 30 Minuten Strom für 150 bringen. Meistens wird der Zoe aber wohl am 22-kW-Lader befüllt; dort lässt sich ein komplett leerer Akku in drei Stunden und 40 Minuten auf 100 Prozent bringen. Wer zu Hause eine 7-kW-Wallbox hat, kann den Zoe in neuneinhalb Stunden vollladen.

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Vor- und Nachteile des Renault Zoe

Neue Assistenzsysteme sorgen für Sicherheit

Sehr gewöhnungsbedürftig ist die neu abgestimmte Lenkung, die äußerst leichtgängig ist und den Zoe zwar recht handlich macht, es aber an Rückmeldung doch sehr mangeln lässt. Zudem hätten wir uns zum Facelift auch gewünscht, dass die Ladekante endlich verkleidet wird. Doch sie ist nach wie vor in Wagenfarbe lackiert und bekommt schnell Kratzer.

Lobenswert: Mit dem jüngsten Upgrade erkennt der Renault Verkehrsschilder, schaltet das serienmäßige LED-Licht automatisch zwischen Abblend- und Fernlicht um, warnt vor Autos im toten Winkel, hält die Spur, parkt automatisch ein und tritt im Ernstfall auch von allein auf die Bremse. Gut so, denn bei Assistenzsystemen war der Kleinwagen bisher blank. Einen Notbremsassistenten mit Fußgängererkennung bietet der Zoe leider nur in der teuersten Ausstattungsversion Intens.

Den neuen Zoe gibt es mit zwei Motoren und zwei Akkus

Technische Daten (Herstellerangaben)Zoe R 110 Z.E. 40 LifeZoe R110 Z.E. 50 LifeZoe R135 Z.E. 50 Experience
MotorElektromotor R110, 80 kW/108 PS, 225 Nm ab 500 U/minElektromotor R110, 100 kW/135 PS, 225 Nm ab 500 U/min100 kW/135 PS, 245 Nm  ab 1500 U/min
Batteriekapazität41 kWh52 kWh52 kWh
Fahrleistungen11,4 s auf 100 km/h, 135 km/h Spitze11,4 s auf 100 km/h, 135 km/h Spitze9,5 s auf 100 km/h, 140 km/h Spitze
Reichweite nach WLTP300 km395 km383 km
MaßeL 4,09 / B 1,79 / H 1,56 mL 4,09 / B 1,79 / H 1,56 mL 4,09 / B 1,79 / H 1,56 m
Kofferraum338 – 1225 l338 – 1225 l338 – 1225 l
Preisab 21.900 € + Batteriemiete oder Kauf*ab 23.900 € + Batteriemiete oder Kauf*ab 25.900 € + Batteriemiete oder Kauf*

* Kaufpreis der Batterie: 8090 €. Miete je nach Fahrleistung zwischen 74 und 124 Euro/Monat. Garantie: 160.000 km oder 8 Jahre (mind. 66 % der Akku-Kapazität)

Preis: Zwischen 21.900 und 35.990 Euro

Billig ist der neue Zoe nicht. Zwar beginnt die Preisliste bei 21.900 Euro, doch dann muss entweder die Batterie gemietet (je nach Fahrleistung zwischen 74 und 124 Euro/Monat) oder für 8090 Euro gekauft werden. Das empfehlenswerte Top-Modell mit großem Akku und der besten Ausstattung Intens liegt bei 35.990 Euro.

Unter der Strich hat der Zoe deutlich gewonnen und ist noch einmal wesentlich alltagstauglicher geworden – und damit wieder auf Augenhöhe mit der Konkurrenz.

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