VW I.D. Buzz – die erste Testfahrt im elektrischen VW-Bus

Dieses Video wird über YouTube abgespielt. Es gelten die Datenschutzbestimmungen von Google. Bild: © Volkswagen

Der VW Bus wird elektrisch. Bei unserer ersten Probefahrt überzeugt der neue Bulli auf ganzer Linie. Zu welchem Preis er auf den Markt kommt, werden wir allerdings erst zum Serienstart 2022 wissen.

Abgasskandal, Kartellverdacht und Vertrauensverlust – bislang hat Volkswagen angesichts des riesigen Imageschadens nur gute Miene zum bösen Spiel gemacht. Doch jetzt nehmen die Niedersachsen ihr Schicksal wieder selbst in die Hand und blasen zur großen Charme-Offensive. Dabei setzen sie auf einen Sympathieträger, wie es ihn im ganzen Konzern nur einmal gibt: den VW Bus. Genauer gesagt auf den legendären Bulli, mit dem die Geschichte des Transporters vor bald 70 Jahren begonnen hat. Ganz nach dem Vorbild der Designstudie I.D. Buzz soll er als elektrische Inkarnation der Ikone tatsächlich in Serie gehen, haben die Niedersachsen beim Concours d’Elegance im mondänen Pebble Beach verkündet.

VW I.D. Buzz: Die Kunden können es kaum erwarten

Dass es überhaupt noch einmal zu einer Neuauflage der Ikone kommt, hatten Fans des Bulli kaum mehr zu hoffen gewagt. Zu oft hat es VW in den letzten Jahren mit Retro-Bussen probiert, nur um die Prototypen kurz darauf wieder einzustampfen. Denn irgendwie wollten Design, Technik oder Kosten nie so richtig passen. "Doch mit dem I.D. Buzz haben wir die Lösung, wie wir den Bulli in die Zukunft bringen können", sagt VW Vorstandsvorsitzender Diess: "Mit einem Elektroantrieb."

Vielleicht ist diesmal also wirklich Grund für ein wenig Vorfreude. Erst recht, wenn man gebeten wird, mit einer fast magischen Geste die elektrischen Türen aufschwingen zu lassen, wenn man eingeladen wird, sich hinter das eigenwillige Lenkrad in dem ungewöhnlich cleanen Cockpit zu setzen, und wenn man dann mit dem Showcar auch noch eine Runde drehen darf.

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Ein Auto, das schon immer begeistert hat

Was den I.D. Buzz so vielversprechend macht, ist nicht nur sein elektrischer Antrieb und eine Flachboden-Batterie von bis zu 111 kWh. Es ist nicht die Beschleunigung von 0 auf 100 in weniger als fünf Sekunden und auch nicht das Design, das außen schnörkelloser und innen schlichter kaum sein könnte. Sondern es ist vor allem der Umstand, dass der futuristische VW Bus dem historischen Mikrobus näher kommt als alle Generationen zuvor. Er hat das gleiche unerreichte Verhältnis von Größe und Raum, er hat denselben freundlichen Charakter.

Fazit: Natürlich ist das handgefertigte Einzelstück weniger sportlich, als es das Datenblatt verspricht. Die ungewöhnlich schlanken und hohen Reifen auf ihren 22-Zoll-Felgen sind etwas laut und nicht sehr komfortabel. Was man noch nicht ausprobieren kann, das ist der autonome Modus, den Volkswagen ab 2025 anbieten will. Weil alle Sensoren und Kameras noch fehlen, kann man nur im Stillstand versuchen, was bald auch während der Fahrt funktioniert: Man muss nur den Finger für mehr als drei Sekunden auf das VW-Logo legen oder ein bisschen an seinem Sitz ruckeln, und das Lenkrad zieht sich ins Armaturenbrett zurück. Dann kann man seinen Sessel um 180 Grad nach hinten drehen und seine ganze Aufmerksamkeit den bis zu sieben Personen widmen, die in der geräumigen Lounge Platz finden.

Und der I.D. Buzz bietet noch andere Gimmicks: ernsthafte wie die Kameras anstelle der Spiegel, die Gesichtserkennung als Ersatz für den althergebrachten Tür- und Zündschlüssel und alberne wie den kleinen Buddha, der mit einem breiten Grinsen über dem Armaturenbrett schwebt. Ja, es hat ein bisschen länger gedauert, bis Volkswagen einen glaubwürdigen Erben des Bulli gefunden hat, und jetzt müssen wir uns bis zum Serienstart nach fast fünf Jahren noch einmal ein knappes Jahr gedulden. Aber wenn das Serienmodell auch nur halb so gut wird wie die Studie, dann hat sich das Warten zumindest gelohnt.

Daten & Fakten VW I.D. Buzz (Herstellerangaben)

Daten & Fakten (Herstellerangaben)

VW I.D. Buzz

Motor

je ein Elektromotor pro Achse, 275 kw/374 PS

Fahrleistungen

<5,0 s auf 100 km/h; Spitze: 160 km/h; Reichweite: 600 km

Maße

L 4,94/B 1,98/H 1,96 m

Kofferraumvolumen

4600 l

Preis

50.000 Euro (Schätzung)

Text: Thomas Geiger