Opel Astra 2026: Was hat das Facelift gebracht?

• Lesezeit: 7 Min.

Von Jochen Wieler

Feedback

Der Opel Astra fahrend frontal zu sehen
Neuer Opel Astra (2026) mit ausdrucksstärkerer Front und während der Fahrt beleuchtetem Logo© Opel Automobile GmbH

Nach vier Jahren Bauzeit wurde die aktuelle Generation des Opel Astra 2026 überarbeitet. Was sich geändert hat und wie sich der aktuelle Astra fährt. Preise, Daten, Motoren.

  • Astra Facelift: Optik und Motoren geändert

  • Benziner, Diesel und Plug‑in-Hybrid im Angebot

  • Preise ab 33.390 Euro

Mit dem Astra L hatte sich Opel 2022 mächtig ins Zeug gelegt: Der Astra war kaum wiederzuerkennen. Lifestyle statt kompakter Massenware, lautet das Motto. So konnte sich der Astra noch deutlicher von der Konkurrenz abheben. 2026 hat Opel Design und Technik noch einmal nachgeschärft.

Facelift Opel Astra 2026: Was sich geändert hat

Aufnahmen des optisch überarbeiteten Opel Astra
Die Front des gelifteten Astra mit beleuchtetem Logo© Opel

Vor allem an der Front haben die Rüsselsheimer Designer Hand angelegt. So wurde das "Gesicht" abermals ausdrucksstärker und selbstbewusster. Die dunkle Front, der "Opel Vizor", sieht schmaler aus, wurde mit markanten Lichtleisten versehen, und der Opel-Blitz in der Mitte ist beleuchtet.

Ferner gibt es noch rückenfreundlichere Vordersitze, neue Felgendesigns, und alle Stoffe sind zu 100 Prozent aus Recyclingmaterial. Auch die "Intelli-Lux"-Pixelscheinwerfer wurden mit 50.000 Einzelelementen weiter verbessert. Sie sollen die Straße voraus noch gezielter ausleuchten und weniger blenden.

Die Elektro-Version des Astra hat eine marginal größere Batterie (jetzt 58 statt 54 kWh), was für rund 34 Kilometer mehr Reichweite nach WLTP sorgen soll. Bei den Verbrennerversionen hat Opel ein bisschen aufgeräumt. Den sportlichen GSE als Plug‑in-Hybrid gibt es nicht mehr. Die aktuellen Astra-Motoren im Überblick:

  • Mildhybrid, 145 PS, ab 33.390 Euro

  • Diesel, 130 PS, ab 35.040 Euro

  • Plug‑in-Hybrid, 196 PS, ab 38.860 Euro

  • Electric, 156 PS, ab 38.390 Euro

Hybrid, Diesel und Plug‑in-Hybrid konnte die ADAC Redaktion nach dem Facelift kurz fahren, wenn auch noch nicht ausführlich testen.

Testfahrt mit Hybrid, Plug‑in-Hybrid und Diesel

Hybrid

Der Opel Astra stehend fahrend von hinten zu sehen
Die schmalen Heckleuchten des Opel Astra sorgen für eine markante Optik© Opel Automobile GmbH

Zunächst zum Einstiegsmotor, dem Hybrid mit 145 PS. Er macht seine Sache schon recht ordentlich, wirkt munter und ermöglicht subjektiv gute Fahrleistungen. Zwar sind 10,4 Sekunden für den Spurt auf 100 km/h kein Spitzenwert, im Grunde braucht es aber nicht mehr Leistung.

Obwohl "nur" ein Mildhybrid, wird der Benziner durch seine kleine Elektrohilfe beim Anfahren unterstützt, was in der Regel rein elektrisch und dadurch recht geschmeidig funktioniert. Schon bald klinkt sich dann der Benziner ein, hält sich bei niedrigen Drehzahlen noch im Hintergrund, wird bei höheren Touren aber präsenter und kerniger, aber nie unangenehm laut. Die Laufkultur des Dreizylinders geht in Ordnung. Eine manuelle Schaltung gibt es im Astra nicht mehr, die Automatik arbeitet sehr ordentlich.

Plug‑in-Hybrid

Noch souveräner wirkt aber der Plug‑in-Hybrid mit 196 PS Systemleistung. Entsprechend kraftvoll zieht der Opel davon – ganz gleich ob im reinen Elektromodus oder im Hybridmodus im Antriebsduett mit dem Benziner. Im E-Modus zudem sehr leise. Das Antriebsduo gibt sich harmonisch und bestens aufeinander abgestimmt. So soll es sein.

Dank der 14-kWh-Batterie an Bord (brutto 17,2 kWh) kann der Plug‑in-Hybrid nach WLTP-Norm rund 80 Kilometer ganz ohne Verbrenner fahren, im Alltag dürften es erfahrungsgemäß rund 60 bis 70 sein. Maßstäbe setzt der Opel hier nicht, ein VW Golf eHybrid kam im ADAC Test auf 119 Kilometer E-Reichweite. Das Aufladen der Batterie des Astra Plug‑in dauert bei den 7,4 kW, die er maximal ziehen kann, gut 2 Stunden. Das ist okay.

Diesel

Fast schon eine Besonderheit stellt der Diesel dar. Opel ist die einzige Marke im Stellantis-Konzern, die noch einen Dieselmotor in der Kompaktklasse anbietet. Laut Opel ist der Selbstzünder nach wie vor besonders bei Flottenkunden und damit bei Vielfahrern beliebt. Mit 5,0 Litern verbraucht er im WLTP-Schnitt allerdings genauso viel bzw. wenig wie der Hybrid-Benziner. Ist der Diesel damit eigentlich überflüssig?

Nicht wirklich, hier kommt es auf das Fahrprofil an. Der Hybrid-Benziner hat in der Stadt seine Vorteile. Hier kann der E-Motor gut unterstützen und damit den Verbrauch senken. Auf der Autobahn schmilzt dieser Vorteil aber dahin – und hier kommt die Stunde des Diesels. Als Kilometerfresser auf der Autobahn ist er nach wie vor eine gute Wahl und zeigt sich genügsam. Dass er ziemlich brummig ist und akustisch schon sehr nach alter Verbrennerwelt klingt, muss man dabei in Kauf nehmen. Bei den Fahrleistungen nehmen sich Hybrid-Benziner und Diesel nichts, sie sind fast identisch.

Opel Astra: Hinten Platz bis 1,90 Meter Größe

Der Opel Astra stehend seitlich zu sehen
Der aktuelle Astra hat in etwa die gleichen Maße wie der Vorgänger© Opel Automobile GmbH

An den Platzverhältnissen hat sich nach dem Facelift nichts geändert. So sind die Messwerte des Vor-Facelift-Modells nach wie vor gültig. Bei 4,37 Metern Außenlänge offeriert der Astra ein akzeptables Platzangebot. Die Kopffreiheit vorn fällt geradezu opulent aus (ohne Panoramaglasdach) und schränkt selbst Personen mit 2,10 Metern Körpergröße nicht ein.

Auch in Längsrichtung lassen sich die Sitze weit verstellen. So finden bei ganz zurückgeschobenen Sitzen gut zwei Meter große Personen bequem Platz. Dank der vernünftigen Innenbreite kommen sich Fahrer und Beifahrer nicht ungewollt zu nahe.

Hinten geht es nicht ganz so geräumig zu wie vorn. Dennoch sitzt man zumindest zu zweit ohne Platzprobleme. Ist der Vordersitz auf eine 1,85 Meter große Person eingestellt, reichen die Bein- und Kopffreiheit hinten für 1,90 Meter große Insassen.

Der Kofferraum fasst laut Opel 422 bis 1339 Liter (Hybrid), nach der ADAC Messmethode 305 bis 1125 Liter. Wegen der großen Antriebsbatterie fällt der Gepäckraum der Plug‑in-Hybrid-Version mit laut Hersteller 310 bis 1236 Litern erheblich kleiner aus.

Innenraum Opel Astra: Digitales Cockpit

Das Armaturenbrett kommt in einem modernen, technisch-eleganten Look daher. Das Kombiinstrument hinter dem Lenkrad verschmilzt quasi mit dem Bildschirm in der Mittelkonsole und neigt sich zum Fahrer oder zur Fahrerin. Das sieht gut aus und ist auch nach dem Facelift so geblieben.

Das gesamte Cockpit ist flächig, nicht so kleinteilig und bietet einige Ablagen. Das Cockpit-Styling setzt auf einen abwechslungsreichen Look, allerdings mit vielen unterschiedlichen Materialien. Und die sind nicht alle edel: Besonders bei den Tasten unter dem Bildschirm und dem Bereich um die mittlere Lüftungsdüse wäre noch Luft nach oben. Immerhin hat Opel nach dem Facelift auf den kratz- und fingerabdruckempfindlichen Klavierlack an der Mittelkonsole verzichtet.

Opel Astra: Bedienung mit Direktwahltasten

Obwohl auch beim Astra viele Funktionen über den Touchscreen zu bedienen sind, gibt es noch einige "richtige" Direktwahltasten in der Leiste unterhalb des Bildschirms, die klar und deutlich beschriftet sind. Zudem gibt es noch einen großen Ein-Aus-Knopf, über den sich ganz klassisch die Lautstärke regeln lässt. Ebenso lassen sich die Assistenzsysteme via Knopfdruck direkt anwählen.

Ganz konsequent ist Opel hier aber nicht. Eine Direktwahltaste fürs Radio fehlt, und für den Kartenzoom wäre ein zweiter Drehregler besser als das Auf- und Zuziehen mit den Fingern wie bei einem Tablet.

Klimasteuerung über ganz normale Tasten

Über eine zweite Schalterleiste wird die Klimatisierung bedient – ein Tastendruck, und das Gebläse oder die Temperatur sind verstellt. Dass sich Smartphones via Apple CarPlay und Android Auto kabellos verbinden lassen und die neueste Generation an Assistenzsystemen zum Einsatz kommt, ist auch im Astra selbstverständlich.

Es gibt zum Beispiel einen Rückfahrassistenten, der warnt, wenn sich bei eingelegtem Rückwärtsgang ein Fußgänger oder ein Auto nähert. Der automatische Geschwindigkeitsassistent hat eine Stop-and-Go-Funktion. Die Verkehrszeichenerkennung wurde verbessert.

Und als Wegweiser durch die Nacht hat Opel das intelligente LED-Fernlicht aus dem inzwischen längst eingestellten Insignia in die Kompaktklasse geholt. Der Hauptscheinwerfer "schneidet" dabei innerhalb von Millisekunden entgegenkommende Fahrzeuge passgenau aus. Die übrigen Bereiche werden mit vollem Fernlicht ausgeleuchtet. Nach dem Facelift soll das nun noch exakter funktionieren.

Fahrwerk überzeugt nicht durchgehend

Der Opel Astra stehend fahrend von vorne zu sehen
Auch gegen eine ambitionierte Fahrweise wehrt sich der Astra nicht© Opel Automobile GmbH

Und wie fährt macht sich das Fahrwerk? Auf Bodenwellen ist der Opel zunächst komfortabel bis leicht schaukelnd unterwegs, spricht dann auf kurze Anregungen wie Kanaldeckel oder Asphaltflicken aber etwas unwirsch an. Insgesamt ein Fahrwerk, mit dem man im Alltag klarkommt. Ein aktueller Golf mit Mehrlenkerachse hinten und optionalen Adaptivdämpfern bietet einen spürbar besseren Federungskomfort.

Der Wendekreis ist kleiner als beim direkten Vorgänger, und auch der Geräuschkomfort fällt besser aus. Möglich macht es die Plattform, auf der auch der Peugeot 308 und der noblere DS 4, der übrigens wie der Astra auch in Rüsselsheim gefertigt wird, aufbauen.

Beim ADAC Ausweichtest (vor Facelift) zeigte sich die in Sachen Fahrsicherheit gelungene Auslegung des Kompakten. Hier fährt der Opel merklich untersteuernd und von ESP-Eingriffen begleitet sicher durch den Pylonen-Parcours. Spurrinnen beeinflussen die Fahrtrichtung nur leicht, auf eine Gaswegnahme in Kurven reagiert der Astra nicht zickig.

Fazit: Alles in allem ist sich der Astra treu geblieben. Durch das Facelift hat sich nicht arg viel geändert. Nach wie vor ist der Astra eine gute Alternative im Segment der klassischen Kompaktwagen. Lesen Sie hier alles zum Opel Astra Electric.

Opel Astra: Technische Daten, Preise

Technische Daten (Herstellerangaben)

Opel Astra 1.2 DI Turbo Hybrid 48V Edition eDCT (ab 03/26)

Opel Astra 1.6 Turbo Hybrid Edition eDCT (ab 03/26)

Opel Astra 1.5 Diesel Edition Automatik (ab 03/26)

Motorart

Otto (Mild-Hybrid)
PlugIn-Hybrid
Diesel

Hubraum (Verbrennungsmotor)

1.199 ccm
1.598 ccm
1.498 ccm

Leistung maximal in kW (Systemleistung)

107
144
96

Leistung maximal in PS (Systemleistung)

145
196
130

Drehmoment (Systemleistung)

230 Nm
360 Nm
300 Nm

Leistung maximal bei U/min. (Verbrennungsmotor)

5.500 U/min
5.500 U/min
3.750 U/min

Antriebsart

Vorderrad
Vorderrad
Vorderrad

Beschleunigung 0-100km/h

9,0 s
7,6 s
10,6 s

Höchstgeschwindigkeit

210 km/h
225 km/h
209 km/h

Reichweite WLTP (elektrisch)

-
84 km
-

CO2-Wert kombiniert (WLTP)

109 g/km
49 g/km
130 g/km

Verbrauch kombiniert (WLTP)

4,9 l/100 km
2,2 l/100 km
4,9 l/100 km

Verbrauch kombiniert (WLTP)

-
12,6 kWh/100 km
-

Batteriekapazität (Brutto) in kWh

-
17,0
-

Batteriekapazität (Netto) in kWh

-
14,0
-

Ladeleistung (kW)

-
AC:1,8-7,4
-

Kofferraumvolumen normal

422 l
310 l
422 l

Kofferraumvolumen dachhoch mit umgeklappter Rücksitzbank

1.339 l
1.236 l
1.339 l

Leergewicht (EU)

1.454 kg
1.682 kg
1.438 kg

Zuladung

496 kg
438 kg
502 kg

Anhängelast ungebremst

600 kg
600 kg
710 kg

Anhängelast gebremst 12%

1.150 kg
1.380 kg
1.550 kg

Garantie (Fahrzeug)

2 Jahre
2 Jahre
2 Jahre

Länge x Breite x Höhe

4.374 mm x 1.859 mm x 1.470 mm
4.374 mm x 1.859 mm x 1.472 mm
4.374 mm x 1.859 mm x 1.470 mm

Grundpreis

33.390 Euro
38.860 Euro
35.040 Euro

Hier finden Sie viele weitere Neuvorstellungen, Fahrberichte und Autotests.