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ADAC Test Opel Astra Facelift: Mit neuen Motoren und neuer Technik

silberner Opel Astra K faehrt auf Strasse
Opel Astra: Das geliftete Modell unterscheidet sich kaum vom Vorgänger ∙ © Opel

Der Opel Astra hat ein Facelift bekommen. Optisch kaum verändert wurde die Motorenpalette komplett erneuert: Es gibt nur noch sparsame Dreizylinder von 105 bis 145 PS. Im ADAC Test: Der Sports Tourer 1.5 Diesel. Und: So fahren sich die neuen Benziner.

  • Opel Astra optisch nahezu unverändert

  • Neues Infotainmentsystem und teildigitale Instrumente

  • Im ADAC Test: Der Kombi Sports Tourer mit dem 1,5-Liter-Diesel

Diesmal war Opel schneller – zumindest, was den öffentlichen Auftritt angeht. Denn während der neue VW Golf erst Ende 2019 auf den Markt gekommen ist, kam der überarbeitete Astra schon im Herbst 2019 zu den Opel-Händlern. Ein ganz neues Fahrzeug ist er allerdings nicht geworden, das verrät bereits die Optik: Äußerlich ist der geliftete Astra kaum von seinem Vorgänger zu unterscheiden. Zwar wirkt sein Design immer noch nicht altbacken – aber im direkten Vergleich mit dem neuen Golf wirkt der Astra schon etwas gestrig.

Der Opel Astra wird digitaler

Das gilt zumindest in Sachen Digitalisierung: Zwar hat Opel dem Astra mit dem Facelift das acht Zoll große Touchscreen-Infotainmentsystem aus dem Insignia spendiert, das sich – wenn mit einem Smartphone als Hotspot verbunden – sogar aktuelle Verkehrsdaten oder Kraftstoffpreise aus dem Internet holt. Auch gibt es nun erstmals teildigitale Instrumente mit großem Infoscreen in der Mitte und analogen Zeigern an den Seiten. Doch beides kann der Digital-Offensive aus Wolfsburg kein Paroli zu bieten. Der Golf 8 trumpft hier unter anderem mit Head-up-Display, komplett virtuellen Instrumenten, High-End-Sprachassistent und zahlreichen Online-Services auf.

Davon abgesehen war im Innenraum nicht viel zu tun: Das Cockpit ist und bleibt übersichtlich, Verarbeitung und Materialauswahl sind klassentypisch und das Platzangebot ist in beiden Reihen ordentlich.

Vorne lassen sich die Sitze auch für Zwei-Meter-Riesen weit genug zurückschieben und die Kopffreiheit würde sogar für 2,20 Meter große Personen reichen. Nicht zuletzt wegen der Bequemsitze, die mit dem "Aktion Gesunder Rücken"-Siegel prämierten wurden, wird der Opel zum gemütlichen Langstrecken-Mobil.

Auch in der zweiten Reihe bietet der neue Astra ein vernünftiges Platzangebot. Sind die Vordersitze auf 1,85 Meter große Personen eingestellt, finden hinten Personen von bis zu 1,90 Meter Größe genügend Beinfreiheit. Die Kopffreiheit reicht auch hier für gut zwei Meter große Personen aus.

Dürftige Basisausstattung für 19.990 Euro

Wie gehabt ist der Astra als klassischer, 4,37 Meter langer Steilheck-Kompakter oder als Kombi Sports Tourer zu haben; die Stufenheck-Limousine ist schon vor dem Facelift aus dem Programm geflogen. Mit 4,70 Meter Länge ragt der Sports Tourer schon in die Mittelklasse. Bis zur Kofferraumabdeckung finden 370 Liter Platz. Baut man die Abdeckung aus und belädt bis zum Dach, passen 685 Liter oder bis zu 13 handelsübliche Getränkekisten rein. Sind die Rücksitzlehnen umgeklappt, liegt das Volumen bis zur Fensterkante bei 745 Litern und bei dachhoher Beladung bei 1.410 Litern (in den Fünftürer passen klassenübliche 370 bis 1210 Liter). Gegen Aufpreis öffnet und schließt die Kombi-Heckklappe elektrisch und reagiert auf einen Fußschwenk unter der Schürze.

Die Sesam-öffne-dich-Funktion steht allerdings, wie das meiste interessante Zubehör, nur in den höheren Ausstattungslinien zur Wahl; das gilt auch für die LED- oder LED-Matrix-Scheinwerfer, das erwähnte Infotainmentsystem, die induktive Ladeschale fürs Handy, das beheizbare Lenkrad, die elektrische Parkbremse und Assistenzsysteme wie Notbremsfunktion, Spurhalter, Abstandstempomat oder die Rückfahrkamera.

Im Basispreis von 19.990 Euro für die Limousine (Sports Tourer ab 20.990 Euro) immer dabei sind zumindest ein Radio mit Sieben-Zoll-Touchscreen, eine Klimaanlage und elektrische Fensterheber rundum.

Motoren: Drei Benziner, zwei Diesel

Wer sich für den günstigsten Astra entscheidet, bekommt einen 81 kW/110 PS starken 1,2-Liter-Dreizylinder-Benziner; darüber rangieren weitere Ausbaustufen des gleichen Aggregats mit 96 kW/130 PS und 107 kW/145 PS. Vierzylinder gibt es im Astra keine mehr, auch die zwei 1,5er-Diesel mit 77/kW/105 PS und 90 kW/122 PS (im ADAC Test) laufen nur noch auf drei Töpfen.

Ab Werk fahren alle Motoren mit einem Sechsgang-Schaltgetriebe vor, für den großen Selbstzünder gibt es eine Neungang-Wandlerautomatik (ab 29.145 Euro). Interessant: Auf der Benziner-Seite bietet Opel die 145-PS-Version auch mit stufenlosem Getriebe an, allerdings kommt die Kraft dann aus einem 1,4-Liter-Dreizylinder.

Alle Motoren sind komplett neu, haben allerdings noch nichts mit den in etwa gleich großen und starken Peugeot-Citroën-Motoren zu tun. Grund: Ihre Entwicklung hat noch zu GM-Zeiten begonnen, und auch die Amerikaner werden die Triebwerke zukünftig einsetzen. 

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Gute Fahrleistungen des 130-PS-Benziners

Der Astra mit dem 130-PS-Benziner (ab 22.195 Euro) ist ein guter Allrounder, der dank Ausgleichswelle ausgesprochen leise und kultiviert läuft und mit 225 Newtonmeter genug Drehmoment für spontane Überholmanöver bereit hält. Schon mit nur knapp über 1000 Umdrehungen gleitet der Astra entspannt-niedertourig dahin und lässt sich schaltfaul fahren. Allerdings macht das knackige, leichtgängige Sechsgang-Getriebe auch Lust, ihn auf Touren zu bringen – und spätestens ab 2000 U/min legt sich der Dreizylinder kräftig ins Zeug. Wer den Schalthebel schnell durch die kurzen Gassen flutschen lässt, kann den 130-PS-Astra in 10,1 Sekunden auf Tempo 100 bringen, maximal läuft er flotte 215 km/h. 

Dass Opel die gesamte Motorenpalette ausgetauscht hat, hat einen Grund: Die neuen Triebwerke sind bis zu 21 Prozent sparsamer als die alten. Dazu trägt auch die verbesserte Aerodynamik ihren Teil bei, die unter anderem aus den verstellbaren Klappen hinter dem nur leicht erneuerten Kühlergrill resultiert. Dieser ist von außen übrigens fast das einzige Erkennungsmerkmal des neuen Astra.

Gestrichen wurde leider auch die saubere Erdgasversion des Astra – sie blieb nicht sehr lang im Programm. Schade, denn so gibt es gar keine alternativen Antriebe für den Rüsselsheimer. Damit ist wohl erst in der nächsten Modellgeneration zu rechnen. Dass dann ein Plug-in-Hybrid kommt, gilt als sicher.

Die Benzinmotoren des Opel Astra

Benziner (Herstellerangaben)Opel Astra 1.2 DIT (81 kW)Opel Astra 1.2 DIT (96 kW)Opel Astra 1.2 DIT (107 kW)
Motor3-Zylinder-Turbobenziner, 1,2 Liter Hubraum, 81 kW/110 PS, 195 Nm bei 2000 U/min3-Zylinder-Turbobenziner, 1,2 Liter Hubraum, 96 kW/130 PS, 225 Nm bei 2000 U/min3-Zylinder-Turbobenziner, 1,2 Liter Hubraum, 107 kW/145 PS, 225 Nm bei 2000 U/min
Fahrleistungen10,4 s von 0 auf 100 km/h, Spitze 200 km/h9,9 s von 0 auf 100 km/h, Spitze 215 km/h9,4 s von 0 auf 100 km/h, Spitze 220 km/h
Verbrauch (nach WLTP)5,2 – 5,5 l Super/100 km, CO₂-Ausstoß: 119 – 126 g/km5,2 – 5,5 l Super/100 km, CO₂-Ausstoß: 119 – 126 g/km5,2 – 5,5 l Super/100 km, CO₂-Ausstoß: 119 – 126 g/km
MaßeL 4,37 / B 1,81 / H 1,49 mL 4,37 / B 1,81 / H 1,49 mL 4,37 / B 1,81 / H 1,49 m
Kofferraum370 – 1210 l370 – 1210 l370 – 1210 l
Preisab 20.990 €ab 23.950 €ab 25.200 €

ADAC Test: Sports Tourer 1.5 Diesel mit Automatik

Den Sports Tourer mit dem 122 PS starken 1,4-Liter-Dreizylinder-Diesel konnten die ADAC Ingenieure im Technikzentrum in Landsberg genauer unter die Lupe nehmen. Mit seiner Leistung rangiert der Diesel im Vergleich zur Konkurrenz eher im unteren Drittel. Doch schon nach der ersten Beschleunigung merkt man: Das reicht.

Der Kombi fährt locker im Verkehr mit und kann auch auf der Landstraße zügig überholen, wie die Spurtmessung von 60 auf 100 km/h zeigt. Auch im niedrigen Geschwindigkeitsbereich von 15-30 km/h zieht der Astra schon kräftig an – und das erleichtert nach dem Abbiegen das Einfädeln in den Verkehr. Die Vibrationen, die der Diesel dabei in den Innenraum schickt, sind allerdings markig.

Die Getriebesteuerung der optionalen Automatik kann zwischen neun Gängen wählen. Im Alltag bedeutet dies, dass man bei normaler Beschleunigung meist im Bereich zwischen 1.500 und 2.000 Touren bleibt, da genug Drehmoment vorhanden ist, Die Schaltvorgänge sind dabei immer sehr geschmeidig und auch das Kriechverhalten sowie das Anfahren
gefallen.

Ein großes Lob verdient die elektromechanische Servolenkung: Sie punktet mit angenehmen Lenkkräften, guter Präzision und ordentlicher Rückmeldung., Lenkbefehle werden ohne große Verzögerung direkt umgesetzt, so dass sich der Opel sehr leichtfüßig anfühlt.

Die Dieselmotoren des Astra

Diesel (Herstellerangaben)Opel Astra 1.5 Diesel (77 kW)Opel Astra 1.5 Diesel (90 kW)
Motor3-Zylinder-Turbodiesel, 1,5 Liter Hubraum, 77 kW/105 PS, 260 Nm bei 1500 U/min3-Zylinder-Turbodiesel, 1,5 Liter Hubraum, 90 kW/122 PS, 300 Nm bei 1750 U/min
Fahrleistungen10,6 s von 0 auf 100 km/h, Spitze 200 km/h10,2 s von 0 auf 100 km/h, Spitze 210 km/h
Verbrauch (nach WLTP)4,4 – 4,7 l Diesel/100 km, CO₂-Ausstoß: 117 – 125 g/km4,5 – 4,8 l Diesel/100 km, CO₂-Ausstoß: 119 – 126 g/km
MaßeL 4,37 / B 1,81 / H 1,49 mL 4,37 / B 1,81 / H 1,49 m
Kofferraum370 – 1210 l370 – 1210 l
Preisab 24.385 €ab 27.745 €

Ergebnis ADAC Autotest

ADAC Messwerte (Auszug)Ope Astra Sports Tourer 1.5 Diesel Elegance Atomatk
Überholvorgang 60-100 km/h7,1 s
Bremsweg aus 100 km/h36,5 m
Wendekreis11,3 m
Verbrauch / CO₂-Ausstoß ADAC Ecotest5,1 l Diesel/100 km , 161 g CO₂/km (well-to-wheel)
Bewertung ADAC Ecotest (max. 5 Sterne)* * * *
Innengeräusch bei 130 km/h68,3 dB (A)
Leergewicht / Zuladung1432 / 548 kg
Kofferraumvolumen normal / geklappt / dachhoch370 / 745 / 1410 l
ADAC TestergebnisOpel Astra Sports Tourer 1.5 Diesel Elegance Automatik
Karosserie/Kofferraum2,5
Innenraum2,6
Komfort2,5
Motor/Antrieb2,3
Fahreigenschaften2,7
Sicherheit2,5
Umwelt/Ecotest2,1
Gesamtnote2,4
Hier können Sie den ausführlichen Test des Opel Astra Sports Tourer herunterladen
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