Auf dem Markt für Elektroautos gibt es Stromfresser und Reichweitenkönige. So hoch sind Reichweite und Stromverbrauch im praxisnahen ADAC Test tatsächlich: Die aktuelle Übersicht vom Dacia Spring Electric bis zum Mercedes EQS. Reichweite: Eine große Batterie ist nicht alles 740 Kilometer: Mercedes CLA EQ mit der besten Reichweite im Test Am sparsamsten: Mercedes CLA, Hyundai Ioniq 6, Mini Aceman +++ Update 20.7.2026 +++ Mit neuen Modellen erweitert Was ein Benziner oder Diesel in etwa verbraucht, wissen die meisten Autofahrer aufgrund ihrer eigenen Erfahrungen. Bei einem Elektroauto fehlt vielen aber noch das Gefühl für den Stromverbrauch. Das ist aber entscheidend bei der Frage, ob man mit einem E-Auto günstig fährt und wie weit es bis zum nächsten Ladestopp kommt. Die Reichweite hängt von der Kapazität der Batterie, aber auch vom Stromverbrauch des Antriebs ab. Je geringer der Stromverbrauch, desto größer die Reichweite. Das Thema Effizienz steht bei den Herstellern momentan stark im Fokus. Das ist nachvollziehbar: Wird ein Elektroauto sparsamer, reicht auch eine kleinere Batterie. Das spart Gewicht und Kosten und hilft auch der Umwelt. Der ADAC testet kontinuierlich Elektroautos im Rahmen des ADAC Autotests auf dem Prüfstand und achtet dabei speziell auf Reichweite und Stromverbrauch. Gemessen wird realitätsnah bei einem gemischten Fahrprofil, dem sich alle Fahrzeuge unter standardisierten Bedingungen gleichermaßen unterziehen müssen. Test Elektroautos: Reichweite im Vergleich Da sich das Test-Prozedere Anfang 2026 leicht geändert hat, sind die Werte früherer Tests nicht mehr eins zu eins vergleichbar. Deshalb werden die neu getesteten Fahrzeugmodelle in separaten Tabellen ausgewiesen. Beim Klick auf den Autonamen erhalten Sie den kompletten Autotest als PDF. Dort finden sich auch weitere Werte wie Ladedauer, nachgeladene Reichweite und die Ladekurve beim Schnellladen. ADAC Tests ab 1/26 ADAC Tests bis 12/25 Hinweis: Durch die standardisierten Bedingungen im ADAC Test können alle Fahrzeuge gut miteinander verglichen werden. Unter anderen Bedingungen können die Werte variieren. So schmälern etwa höhere Geschwindigkeiten und niedrige Temperaturen den Aktionsradius. Hier können Sie zu Reichweiten im Winter und Reichweiten im Winter auf der Autobahn nachlesen. Reichweite: Effizienz oder große Batterien? Dass eine große Reichweite nicht immer durch üppige Batterien erreicht werden kann, zeigen kleinere Modelle: Hyundai Kona Elektro, Kia EV3 oder der elektrische BMW iX2 etwa kommen mit ihren vergleichsweise sparsamen Motoren so weit, dass man im Alltag kaum Abstriche machen muss. Selbst ein kleiner Renault R5 mit 52-kWh-Batterie fährt im ADAC Test 345 Kilometer ohne Ladestopp. Nicht zu toppen ist der momentane Spitzenreiter. Der elektrische Mercedes CLA hat eine große, mit 85 kWh aber nicht überdimensionierte Batterie an Bord. Zusammen mit seinem extrem sparsamen Motor schafft er im ADAC Test 740 Kilometer. Dahinter folgen Mercedes EQS 450+, BMW iX und der extravagante Lucid Air mit Testreichweiten zwischen 660 und 610 Kilometern. Die Batterien dieser Fahrzeuge fallen aber um einiges größer aus als die des effizienten Mercedes CLA. Test Elektroautos: Verbrauch im Vergleich Auch beim Verbrauch gibt es große Unterschiede. Die Bandbreite der vom ADAC getesteten aktuellen Fahrzeuge liegt zwischen 13,4 und 29,7 kWh auf 100 Kilometern. Am mit 13,4 kWh/100 km überaus effizienten Mercedes CLA 250+ kommt auch in dieser Auswertung keiner vorbei (CLA 350 EQ 14,8 kWh), nicht einmal das aerodynamisch geschliffene Mittelklassefahrzeug Hyundai Ioniq 6. Doch auch sein Verbrauch kann sich mehr als sehen lassen. Gleichauf liegt der Mini Aceman, ein Kleinwagen im kantigen SUV-Look. ADAC Tests ab 1/26 ADAC Tests bis 12/25 Knapp dahinter findet sich der Fiat 500e – allerdings mit seiner reichweitenschwachen 23,8-kWh-Batterie –, gefolgt von dem pfiffigen Kleinwagen Hyundai Inster und dem Peugeot e-208. Der Letztgenannte ist ein gutes Beispiel dafür, wie sich die Effizienz von Elektroautos über die Jahre verbessert hat. So kommt der Peugeot e-208 mit 156-PS-Motor auf 16,0 kWh/100 km im Test, die "alte", immer noch angebotene 136-PS-Variante auf einen Verbrauch von 18,7 kWh. Es bleibt also spannend, wie sich künftige Elektroauto-Generationen bei Reichweite und Verbrauch schlagen werden. Die Richtung stimmt jedenfalls schon jetzt: Die Autos werden sparsamer und reichweitenstärker. Ladeverluste nicht vergessen Wichtig: Beim Stromverbrauch ist nicht nur entscheidend, wie effizient der Elektromotor mit der Energie umgeht und damit die Reichweite bestimmt. Beim "Tanken" fallen auch Ladeverluste an, das heißt, man verbraucht mehr Energie, als letztlich in der Batterie ankommt. Die Hauptursache dafür ist die Umwandlung von Wechselstrom aus dem Stromnetz in Gleichstrom für die Speicherung in der Batterie. Bezahlen muss man den Strom aus der Steckdose dennoch. Deshalb rechnet der ADAC die Ladeverluste mit ein. Die Ladeverluste sind, im Gegensatz zur Verbrauchsangabe des Bordcomputers, in den Stromverbräuchen des ADAC Tests enthalten. Geladen werden alle Testwagen mit Wechselstrom (AC) über das Ladekabel des Fahrzeugs an einer 22-kW-Wallbox unter der gleichen Umgebungsbedingung (23 Grad Celsius), sodass sich die Fahrzeuge die jeweils maximal vom Bordladegerät unterstützte Ladeleistung nehmen. Die Differenzen zwischen der benötigten Energie für eine Vollladung zur Netto-Batteriekapazität fallen zum Teil erheblich aus, wie die oberen Tabellen zeigen. Um die netto 94,8-kWh-Batterie des BMW iX vollzumachen, müssen 109,3 kWh geladen werden. Auch beim Ford Mustang Mach-E (106,3 zu 88 kWh) sieht es nicht besser aus. Selbst wenn Ladeverluste einen Großteil der Differenzen erklären, wirken sich noch weitere Einflussfaktoren wie Toleranzen, Batteriealterung, Vorkonditionierung und Temperaturen aus. Warum sind Reichweiten unterschiedlich? Kosten: Der Stromverbrauch ist nicht alles Die tatsächlichen Kosten über die gesamte Haltedauer lassen sich beim reinen Blick auf den Kaufpreis oder den Stromverbrauch nicht ablesen. Auch für Elektroautos gilt: Kaufpreis, Wartung, Reparaturkosten, Versicherung und Wertverlust müssen in die Gesamtbilanz einbezogen werden. Hier finden Sie Beispielrechnungen und Vergleiche zu Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor und noch mehr zum Thema Autokosten. Fachliche Beratung: Matthias Vogt/ADAC Technik Zentrum