Hyundai Ioniq 6: Warum das Elektroauto so sparsam wird

Ein bisschen erinnert der Hyundai Ioniq 6 an den ersten Mercedes CLS
Ein bisschen erinnert der Hyundai Ioniq 6 an den ersten Mercedes CLS© Hyundai

Unter dem Namen "Ioniq" plant Hyundai eine ganze Modellfamilie. Nach dem Ioniq 5 ist nun der Hyundai Ioniq 6 am Start. Und der sieht nicht nur ziemlich durchgestylt aus, er soll auch sehr sparsam fahren. Erste Infos zu Reichweite, Batterie und Ladetechnik.

  • Ioniq 6: Hyundai bringt 4,86 Meter lange Elektro-Limousine

  • Aerodynamische Karosserie für geringen Energieverbrauch

  • Markteinführung Ende 2022

Dass eine gute Aeordynamik besonders bei Elektroautos ihre Wirkung entfacht und den Verbrauch bei höherem Tempo senkt, hat nicht nur Mercedes erkannt und den extrem aerodynamischen EQXX auf die Räder gestellt. Auch Newcomer wie der Lightyear Zero setzen auf glatt geschliffene Karosserieformen. Und nun auch Hyundai, wie der neue Ioniq 6 beweist.

Hyundai Ioniq 6 mit aerodynamischer Karosserie

Auffällig: Zwei Spoiler am Heck des Hyundai Ioniq 6 © Hyundai

Optisch wirkt das zweite Modell der Ioniq-Baureihe erheblich windschlüpfiger als der noch ziemlich kastenförmig gestaltete Ioniq 5. Das zweite Modell der elektrischen Submarke Ioniq ist im Gegensatz zum Ioniq 5 mit Heckklappe ein Stufenheckmodell mit 4,86 Metern Länge. Der Ioniq 6 basiert auf der "Electric Global Modular Platform" (E-GMP) von Hyundai, die ein großzügiges Raumangebot erwarten lässt. Erste Eindrücke von der virtuellen Pressekonferenz im Juli 2022 zeigen, wie die Fondinsassen locker die Beine übereinander schlagen können.

Wie es mit dem Platz über dem Kopf aussieht, wissen wir indes noch nicht. Zu vermuten ist aber, dass die nach hinten abfallende Karosserie nicht den Raum lässt, den ein Ioniq 5 bietet. Auf ein Solardach hat Hyundai nach eigener Aussage verzichtet, weil es die Kopffreiheit im Fond zu sehr einschränken würde.

Der Luftwiderstandsbeiwert von 0,21 des Ioniq 6 ist der bisher niedrigste bei Hyundai. Ermöglicht wird er unter anderem durch die sehr flache Frontpartie, im Stoßfänger integrierte aktive Luftklappen und die optionalen digitalen Außenspiegel in schlanker Ausführung. Zu den aerodynamischen Eigenschaften des Hyundai Ioniq 6 tragen auch der elliptische Heckspoiler mit Winglets, die sanft gerundete Bootsheckstruktur und die vertikalen Einfassungen der Leuchten auf beiden Seiten des hinteren Stoßfängers bei. Weil die Aerodynamik beim 6er im Fokus stand, spricht der Hersteller auch von einem "Streamliner".

Ioniq 6: Elektroauto mit 800-V-Technik

Das Design des Hyundai Ioniq 6 dürfte polarisieren © Hyundai

Bei all den Aerodynamikmaßnahmen dürfte es spannend werden, wie sparsam der glatt geschliffene Ioniq 6 mit der Energie umgeht. Schließlich haben die Koreaner schon mit dem mittlerweile eingestellten Ioniq und dem Kona Elektro bewiesen, dass sie sehr sparsame E-Autos bauen können. Konkrete Zahlen zum Stromverbrauch hat Hyundai noch nicht genannt. Der Ioniq 6 soll aber "das effizienteste Elektroauto auf dem Markt sein", wie der Hersteller verlauten ließ.

Mit der bereits bekannten 77-kWh-Batterie soll der Ioniq 6 daher bis zu 610 Kilometer weit bis zum nächsten Ladestopp fahren können. Und der dürfte kurz ausfallen: Wie schon Ioniq 5 und Kia EV6 verfügt auch der Ioniq 6 über 800-Volt-Technik, die kurze Ladezeiten ermöglicht. Im ADAC Test des Ioniq 5 waren Ladeleistungen bis 220 kW möglich. In 18 Minuten konnte so Strom für knapp 300 Kilometer Fahrt nachgeladen werden.

Welche Antriebsversionen genau zu haben sein werden, ist noch nicht bekannt. Neben den Versionen mit Frontantrieb sind aber auch Allradvarianten mit zwei Elektromotoren und höheren Leistungen vorgesehen. Das 325 PS starke Topmodell soll laut Hyundai in 5,1 Sekunden auf Tempo 100 sprinten.

Innenraum: Ökologisch und modern

Cleane Flächen, großes Display: Innen präsentiert sich der Ioniq 6 modern © Hyundai

Bei den Materialien setzt Hyundai auf eine nachhaltige und hochwertige Materialauswahl, beispielsweise auf recycelte Pigmentfarbe aus Altreifen für Verkleidungen und Bambuskohle-Pigmentfarbe für die Karosserie. Im Innenraum verwendet Hyundai je nach Ausstattungsniveau ökologisch behandeltes Leder und recyceltes PET-Gewebe für die Sitze, eine Bio-Kautschuk-Mischung für das Armaturenbrett, Bio-PET-Gewebe für den Dachhimmel, Bio-Lack aus Pflanzenölen für die Türverkleidungen und recycelte Fischernetze für den Teppich.

Innen sieht der Ioniq 6 sehr modern aus. Eine ergonomisch gestaltete und zentral angeordnete Bedieneinheit reduziert Ablenkungen des Fahrers, und es gibt noch "echte" Köpfe etwa für die Bedienung der Klimaanlage. Der modulare Armaturenträger integriert neben dem 12-Zoll-Infotainment-Display ein ebenso großes digitales Cockpit. In der brückenartig gestalteten Mittelkonsole verspricht der Hersteller zahlreiche praktische und großzügige Ablagemöglichkeiten.

Vorn gibt es "Relax-Sitze", die für ein Nickerchen beim Ladestopp auf Knopfdruck in eine Liegeposition surren. Alternativ soll man auch gut arbeiten können im Ioniq 6: Es stehen Steckdosen für den Laptop zur Verfügung, und auch aufklappbare Tischchen waren bei der virtuellen Präsentation zu sehen. Ob die Kamera-Außenspiegel serienmäßig oder optional zur Verfügung stehen, ist noch nicht bekannt: Bildschirme in den Türen zeigen wie beim Schwestermodell Genesis GV60 den rückwärtigen Verkehr.

Preis: rund 45.000 Euro

Die Preise hat Hyundai noch nicht genannt, doch billig dürfte der Ioniq 6 nicht werden. Rund 45.000 Euro (vor Förderung) für die wie auch immer geartete Basisversion sollte man mindestens einkalkulieren.

Text mit Material vom MID.

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