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Der ADAC

BMW X2: Der Crossover-SUV im ADAC Test

goldener BMW X2 faehrt an Gebaude vorbei
Schick in Schale: Das SUV-Coupé BMW X2 ∙ © BMW

SUV-Coupés wie der BMW X2 sollen vor allem mit ungewöhnlichem Design begeistern. Wie es um die handfesten Qualitäten steht, klärt der ADAC Autotest. Daten, Preise, Testergebnisse

  • BMW X2 als sportliche Alternative zu X1 und X3

  • Die Preise sind hoch: Der X2 startet ab 34.012 Euro

  • Testverbrauch des 190-PS-Diesel xDrive20d: 5,8 Liter Diesel/100 km

SUVs sind nach wie vor die beliebteste Fahrzeugklasse. Kein Wunder, bieten sie doch meist viel Platz, man sitzt etwas höher und optisch machen die "Sport Utility Vehicle" auch einiges her. Immer mehr im Kommen sind auch sogenannte SUV-Coupés wir der BMW X2.

Weil die Kunden regelmäßig das Design als zweitwichtigsten Kaufgrund angeben, hatte dies bei der Entwicklung des Fahrzeugs ebenfalls hohe Priorität. Und obwohl nicht alles technisch machbar war oder manches im Vergleich zur noch etwas spektakuläreren Designstudie zum X2 aus Kostengründen gestrichen werden musste: Langweilig sieht der X2 auf keinen Fall aus – im Vergleich zum X1 oder dem VW T-Roc wirkt er sogar deutlich dynamischer.

Tolle Fahrleistungen, hoher Preis

Und so fährt er auch: Kraftvoll, agil und jederzeit gut kontrollierbar. Jedenfalls in der Version Xdrive 20d Steptronic, in der zweithöchsten Ausstattung "M Sport X" (mit strafferer Feder-/Dämpfer-Auslegung und 10-Millimeter-Tieferlegung), die für den ADAC Test zur Verfügung stand. Preis: stolze 49.900 Euro. Los geht die Preisliste aktuell bei 34.012 Euro für das Einstiegsmodell sDrive18i mit 136 PS starkem Dreizylinder-Benziner. Auch das ist für ein Auto der unteren Mittelklasse sehr viel Geld.

Dass sich die 190 Diesel-PS des getesteten xDrive20d gut in Szene setzen, verwundert nicht: Die volle Kraft von 400 Newtonmetern Drehmoment liegt zwischen 1750 und 2500 Umdrehungen pro Minute an. In 7,7 Sekunden sprintet der BMW auf 100 km/h, bei 221 km/h ist Schluss. Und in nur fünf Sekunden ist der Spurt von 60 auf 100 km/h nach den ADAC Messungen abgeschlossen – besser geht es kaum.

Dem Motor mangelt es an Laufkultur

Anders als in den größeren Modellen kann der Diesel im X2 bei der Laufkultur nicht so recht überzeugen. Gerade beim Kaltstart ist der Motor rappelig und brummt vor allem sehr laut. Mit warmem Motor wird es besser, dann ist der Selbstzünder durchschnittlich präsent. Die Achtstufenautomatik von Aisin harmoniert prima mit dem Antrieb, besonders wenn der "Fahrerlebnisschalter" auf Sport eingestellt wird.

Der Verbrauch hält sich in Grenzen: Der realitätsnahe ADAC Ecotest weist einen Durchschnittsverbrauch von 5,8 Litern Diesel auf 100 Kilometer aus. Auch die Emissionen hat BMW gut im Griff, was die ADAC Messungen auf der Straße mit einem portablen Messgerät bestätigen. Die aufwändige Abgasreinigung mittels NOx-Speicherkat und Harnstoff- Einspritzung (AdBlue) scheint zu wirken.

BMW X2 nicht mit aktuellster Technik

fahrender BMW X2 bei Sonnenuntergang
Trotz Gelände-Optik und Allradanrieb – wirklich offroad wird man den X2 kaum sehen ∙ © BMW

Dass man einen SUV bewegt, merkt man an den längeren Federwegen und dem höheren Schwerpunkt – als nervig empfanden wir beides nicht. Die Sitzposition im X2 ist zwei Zentimeter niedriger als im X1, aber neun Zentimeter höher als im 1er-Pkw. Der Übersicht nach hinten nützt das aber leider gar nichts, das Heckfenster ist so klein dimensioniert wie eine Schießscharte.

Nicht mehr zeitgemäß sind die Schlaufen an den Rücksitzen, mit denen man die Lehnen umlegt, denn an sie kommt man auf keinen Fall vom Kofferraum aus ran. Und warum gibt es für die Fondpassagiere keinen USB-Anschluss, sondern nur eine Buchse für den Zigaretten-Anzünder?

Zudem merkt man, dass BMW trotz des stolzen Preises nicht die aktuellste Technik verbaut. So basieren alle aktiven Assistenzsysteme auf der Frontkamera – die von schlechten Sichtverhältnissen häufig lahmgelegt wird. Besser wäre ein zusätzlicher Radar.

Der Kofferraum fasst zwischen 300 und 1080 Liter

Die Kniefreiheit im Fond ist ausreichend, am Kopf wird’s für Erwachsene aber eng. Ist der Vordersitz auf eine 1,85 Meter große Person eingestellt, reicht die Beinfreiheit dahinter nur für bis zu 1,80 Meter große Mitfahrer. Die nach hinten steigende Seitenlinie schmälert auch das Raumgefühl mehr als vorn. Der Kofferraum fasst nominell 470 Liter mit einem großen Unterbodenanteil, der mit einem praktischen Einlegebrett abgetrennt ist. Misst man das Volumen darüber nach dem ADAC Standard-Messverfahren, lassen sich nicht sonderlich üppige 300 Liter verstauen, umgeklappt 1080.

Der Kofferraum selbst ist praktisch, weil nicht zerklüftet gestaltet. Glattflächige Seiten erleichtern das Packen. Nur bei der Ladekante erlaubt sich BMW eine Schwäche: Man muss sein Gepäck über stattliche 77 Zentimeter in das Ladeabteil heben.

Die Bedienung des X2 gibt keine Rätsel auf. Zwar bietet das Bordmenü vielfältige Einstellmöglichkeiten, durch die gute Menüstrukturierung findet man sich aber immerhin gut zurecht. Ansonsten ist der BMW ein simpel zu bedienendes Auto, was auch an den einwandfrei ablesbaren Bildschirmen und Anzeigen liegt. Auch die Einstellbarkeit von Sitz und Lenkrad sowie die Erreichbarkeit Bedienelementen lassen keine Klagen aufkommen.

Der X2 wird als Sports Activity Coupé angepriesen, damit soll die Sportlichkeit schon im Namen beschworen werden. Tatsächlich ist der Testwagen sportlich-straff, er hatte das beim M Sport X serienmäßige Sportfahrwerk verbaut. Folglich rollt der BMW sehr trocken über Gullideckel und Straßenschäden, man wird vor allem in der Stadt nie über den Straßenzustand im Unklaren gelassen. Auf Landstraße und Autobahn schluckt das kleinste X-Modell Bodenwellen manierlicher.

Neu im Angebot: Plug-in-Hybrid und Editions-Modell

Neu ins Programm gekommen ist der BMW X2 xDrive25e, ein Plug-in-Hybrid mit einer Systemleistung von 162 kW/220 PS und einem Drehmoment von üppigen 385 Newtonmetern. Seine elektrische Reichweite wird mit 57 Kilometer angegeben. Auch hier ist der Preis ein sehr stolzer: ab 47.250 Euro. Seit Herbst 2020 gibt es auch die Variante Edition M Mesh, die für rund 1500 Euro Aufpreis gegenüber dem M Sport X noch ein bisschen extrovertierter auftritt und adaptive Matrix-LED-Scheinwerfer an Bord hat. Und ganz oben in die X2-Hierarchie, über den Plug-in, den zwei Benzinern und den drei Dieseln, thront der M35i mit 225 kW/306 PS zu Preisen ab 55.900 Euro.

Hier können Sie den ausführlichen Testbericht zum BMW X2 xDrive20d M Sport X Steptronic als PDF herunterladen
PDF, 755 KB
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BMW X2: Technische Daten

Technische Daten (Herstellerangaben)BMW X2 xDrive 20d M Sport X Steptronic

Motor

4-Zylinder-Turbodiesel, 1995 cm³, 140 kW/190 PS, 400 Nm bei 1750 U/min

Fahrleistungen

7,7 s von 0 auf 100 km/h, Spitze 221 km/h

Verbrauch

4,8 l Diesel/100 km, CO₂-Ausstoß: 126 g/km

Maße

L 4,36 / B 1,82 / H 1,53 m

Kofferraum

470 – 1355 l

Preis

49.900 € (inkl. "M Sport X"-Ausstattung)

ADAC Messwerte

ADAC Messwerte (Auszug)

Überholvorgang 60-100 km/h

5,0 s

Bremsweg aus 100 km/h

35,4 m

Wendekreis

11,6 m

Verbrauch / CO₂-Ausstoß ADAC EcoTest

5,8 l Diesel/100 km , 182 g CO₂/km (well-to-wheel)

Reichweite

1050 km (mit optionalem 61-l-Tank, Serie sind 51 l)

Innengeräusch bei 130 km/h

67,3 dB(A)

Leergewicht / Zuladung

1685 / 505 kg

Kofferraumvolumen normal / geklappt / dachhoch

300 / 660 / 1080 l

ADAC Testergebnis

ADAC Testergebnis

Karosserie/Kofferraum

2,8

Innenraum

2,4

Komfort

2,6

Motor/Antrieb

1,7

Fahreigenschaften

2,4

Sicherheit

2,2

Umwelt/EcoTest

2,5

Gesamtnote

2,3

Die Kapitel Sicherheit und Umwelt/Ecotest werden doppelt gewertet

Das hat uns gefallen: Kraftvoller Dieselmotor. Spontan schaltende Automatik. Gute Bedienbarkeit. Gute Abgasreinigung.

Das hat uns nicht gefallen: Überzogener Preis. Schlechte Sicht nach hinten. Umständlicher Klappmechanismus der Rücksitze. Fehlende USB-Anschlüsse hinten. Nur kamerabasierte Assistenzsysteme.

Video: BMW X1/X2 im EuroNCAP-Crashtest

Der BMW X1 ab 2015 und damit der auf den selben Baugruppen basierende BMW X2 erreicht ein gutes 5-Sterne-Ergebnis. Er zeigt nur kleine Schwächen beim Frontcrash und beim Fußgängerschutz. Front-, Seiten- und Vorhangairbags sowie Gurtstraffer inkl. Kraftbegrenzer vorne und hinten, Gurtwarner, ESP, ein Notbremssystem mit Fußgängerwarnung und ein automatisches Notrufsystem sind serienmäßig an Bord. Weitere Fahrerassistenzsysteme kosten Aufpreis.

Hier geht es zu den detaillierten Crashtest-Ergebnissen.

Dieses Video wird über YouTube abgespielt. Es gelten die Datenschutzbestimmungen von Google. Bild: © Euro NCAP

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