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Ford Mustang Mach-E: Mit Akku statt V8 zum Tesla-Jäger

Der neue Ford Mustang MACH-E fährt auf einer Strasse
Ford Mustang Mach-E: In Deutschland angekommen ∙ © Ford

Der neueste Ford Mustang ist kein Muscle-Car, sondern ein Elektro-SUV. Aber auch mit bis zu 342 kW starken Motoren und Reichweiten bis 600 Kilometer. Erste Infos, Daten, Bilder.

  • Der elektrische Mustang hat sich zum SUV gewandelt

  • Zwei Akkus mit 75 und 99 kWh; Reichweite: 420 bis 600 km

  • Motorleistung: Zwischen 190 und 342 kW

  • Preis ab 45.718 Euro, mit großem Akku 53.102 Euro

Er ist ein Mythos unter den Muscle Cars und die Ikone der V8-Fraktion: Kaum ein Auto steht bei den "Petrolheads" höher im Kurs als der Ford Mustang. Ausgerechnet unter diesem Namen will Ford seine Kunden nun ins Elektrozeitalter beamen. Denn aus dem Sportwagen ist mit dem Mach-E ein SUV mit einer schweren Batterie im Unterboden geworden.

Mach-E mit typischem Mustang-Fahrgefühl

Immerhin: Die Haube des Mustang Mach-E ist länger als bei den meisten Konkurrenten und stärker konturiert, die hinteren Kotflügel sind weiter ausgestellt, und natürlich glühen am Heck wie schon beim ersten Mustang von 1964 drei fette rote Balken als Rückleuchten. Die Silhouette des Mustang Mach-E sieht dabei verdächtig nach Tesla Model Y aus, mit dem er auch größenmäßig eher zu vergleichen ist als mit dem bulligen Tesla Model X.

Neu und ungewohnt sind der hohe Bug mit dem geschlossenen Kühlergrill und die Türen, denen die konventionellen Griffe fehlen, weil sie mit Sensoren öffnen und den Passagieren entgegen springen. Das sieht cool aus, ist aber nicht wirklich praktisch.

Bis zu 600 Kilometer Reichweite

Hinsichtlich des Antriebs stehen Käufern mehrere Optionen offen: Es gibt den Mach-E mit zwei verschiedenen Akkugrößen sowie mit Heck- oder Allradantrieb. Je nach Version stehen 258 PS, 285 oder 337 PS Leistung in den technischen Datenblättern. Das Drehmoment der Basisversion mit Heckantrieb beträgt 415 Nm, die Topversion zur Markteinführung bringt mit Allrad 581 Nm auf die Straße.

Eine spätere GT-Variante, die Ford Ende 2021 nach Deutschland exportieren möchte, stellt sogar 465 PS zur Verfügung. Sie knackt die Tempo-100-Marke in nur 3,7 Sekunden. Auch beim Drehmoment lässt sich der besonders potente "Elektrohobel" mit 830 Newtonmeter nicht lumpen. Das klingt dann zugegeben schon wieder sehr nach einem Muscle-Car.

Wer ein richtiger Mustang sein will, braucht aber auch Ausdauer. Bei einem Elektroauto ist das die Reichweite. Je nach Batterie-Typ ("Standard- oder Extended Range) sollen zwischen 420 und 600 Kilometer möglich sein - nach dem WLTP-Standard, der in der Praxis allerdings kaum hält, was er auf dem Papier verspricht. Trotzdem: Als Prospekt-Vergleichswert schon mal eine gute Ansage.

Klar, dass das Navigationssystem auch weiß, wo die nächste Stromtankstelle zu finden ist. An Schnell-Ladestationen (HPC) – beispielsweise von Ionity, zu jenem Verbund auch Ford gehört – kann der Mustang Mach-E mit einer Leistung von bis zu 150 Kilowatt (kW) laden. Dadurch sollen bereits innerhalb von zehn Minuten 119 Kilometer Reichweite nachgeladen sein. Sind nur noch zehn Prozent Restenergie in der 99 kWh großen Batterie, wird nach rund 45 Minuten Ladezeit ein Pegelstand von 80 Prozent erreicht.

Mustang Mach-E: Viel Platz, moderner Innenraum

Yippie! Zum ersten Mal bietet der Mustang richtig Platz: Bei 4,71 Metern Länge und knapp drei Metern Radstand ist der Mach-E viel geräumiger und damit der erste Mustang, in dem man auch hinten bequem sitzen kann. Vom großen Kofferraum hinten mit einem Volumen von 402 bis 1420 Litern und den 100 Litern im "Frunk" im Bug ganz zu schweigen.
Dazu gibt es ein Interieur, das einen riesigen Sprung nach vorn macht: Der Mach-E sieht innen modern aus und bringt frischen Wind in die Ford-Welt. Was ein 15-Zoll-Display, das aufrecht vor dem ansonsten gähnend leeren Cockpit thront und nur von einem kleinen Bildschirm hinter dem Lenkrad flankiert wird, so alles ausmacht. Tesla lässt grüßen.

Der Mach-E bekommt als erster Ford die nächste Generation des sprachgesteuerten Kommunikations- und Entertainment-Systems Ford SYNC. Damit lassen sich unter anderem per Smartphone die Klimaanlage, das Unterhaltungssystem oder bevorzugte Fahrmodi aus der Ferne zu personalisieren und voreinstellen. Die Sprachsteuerung ist laut Hersteller lernfähig und stellt sich auf Vorlieben und Routinen des Besitzers ein.

Neu für die Marke Ford ist auch der Einsatz der serienmäßigen „Intelligent Range“-Funktion, die mittels Cloud präzise und realistische Reichweiten-Prognosen ermöglichen soll. Neuer Aufbau, neues Ambiente, neuer Antrieb – so will Ford nicht nur den Mustang, sondern die ganze Motor Company fit für die Zukunft machen und wirft dabei viele Traditionen über Bord.

Nur an einem Wert wollen die Amerikaner auch in der Ära der Akku-Autos festhalten: dem Sound. An dem haben sie beim Mach-E so lange komponiert, dass selbst die E-Motoren verdächtig nach V8 klingen. Den US-Musiker Matthew Dear hat dieser Klang derartig beeindruckt, dass er ihn in ein Lied mit dem Titel "New Breed" * umgewandelt hat. Der Musiktitel ist ab Minute 3:00 zu empfehlen, davor nur Elektro-Gedödel.

Technische Daten

Technische Daten (Herstellerangaben) Ford Mustang Mach-E Standard RangeFord Mustang Mach-E Extended Range AWD

Motor/Antrieb

Elektromotor mit 190 kW/258 PS an der Hinterachse, 415 Nm Drehmoment

Elektromotor an Vorder- und Hinterachse, zusammen 248 kW/337 PS, 581 Drehmoment

Fahrleistungen

< 8 s auf 100 km/h, 180 km/h Spitze

< 7 s auf 100 km/h, 180 km/h Spitze

Batteriekapazität

75 kWh

99 kWh

Reichweite

450 km

540 km

Verbrauch (WLTP)

16,5 kWh/100 km, 0 g CO₂/km

18,1 kWh/100 km, 0 g CO₂/km

Maße

L 4,71 / B 1,88 / H 1,60 m

L 4,71 / B 1,88 / H 1,60 m

Kofferraum

402 - 1420 l

402 - 1420 l

Preis

ab 46.900 €

ab 62.900 €

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Text: Thomas Geiger , Klaus Brieter/mid