Ganzjahresreifen 185/65 R15 im Test: Die beste Lösung für Kleinwagen?
Von Jochen Wieler

Ganzjahresreifen müssen extreme Gegensätze bewältigen: Sommer mit 50 Grad heißem Asphalt, Winter mit minus 15 Grad sowie nasskalte Übergangszeiten. Welche Reifen in der Größe 185/65 R15 unter allen Umständen gut performen, hat der ADAC getestet.
Test: 16 Reifen für Sommer und Winter
Continental AllSeasonContact 2 bester Reifen im Test
Fünf Reifen auf Schnee und Eis kaum zu gebrauchen
16 Ganzjahresreifen für Kleinwagen im Test
Der Markt für Ganzjahresreifen wächst weiter, auch im Kleinwagensegment. Entsprechend groß ist die Nachfrage nach Allround-Lösungen, die Sommerhitze ebenso meistern sollen wie winterliche Straßenverhältnisse. Der ADAC hat deshalb 16 Ganzjahresreifen in der weitverbreiteten Dimension 185/65 R15 88H bzw. 92V umfassend getestet. Das Ergebnis fällt gemischt aus – mit nur einem klaren Testsieger.
Manche Hersteller bieten "alte Modelle" an

Auffällig ist bereits vor dem Blick auf die Testergebnisse: In dieser vergleichsweise kleinen Dimension bieten nicht alle Premiumhersteller ihre neuesten Modelle an. So ist etwa bei Bridgestone nur der Weather Control A005-Evo verfügbar, während der Nachfolger Turanza All Season 6 längst in größeren Dimensionen angeboten wird. Ein ähnliches Bild bei Michelin: Statt des aktuellen CrossClimate 3 kommt in der Kleinwagengröße noch der CrossClimate 2 zum Einsatz.
Ergibt sich daraus ein konkreter Nachteil? In einem Fall ist es so, im anderen nicht: Der "alte" Bridgestone Weather Control A005-Evo entspricht mit einer Testnote von 5,3 ("mangelhaft") tatsächlich nicht mehr dem Stand der Technik. Sein miserables Abschneiden auf winterlicher Fahrbahn lässt keine bessere Bewertung zu, der ADAC rät vom Kauf ab. Anders der Pneu von Michelin. Hier taugt auch noch der Vorgänger: Der CrossClimate 2 findet sich sogar unter den besten drei Reifen im Test und kommt auf eine Gesamtnote von 2,6.
Testergebnisse Ganzjahresreifen 185/65 R15
Von den 16 geprüften Reifen erreicht lediglich ein Modell die Gesamtnote "gut", sieben Reifen die Note "befriedigend". Dem gegenüber stehen acht Reifen, die maximal mit "ausreichend" oder sogar "mangelhaft" abschneiden und für die es somit keine Kaufempfehlung gibt.
Klicken oder tippen Sie auf das gewünschte Modell in der Tabelle, um die Detailbewertungen zu erhalten.
- 1 · Note führt zur Abwertung des Gesamturteils
- 2 · Preis nicht repräsentativ, weil keine ausreichende Datenlage
- 3 · exklusiv bei A.T.U erhältlich
sehr gut
0,6 - 1,5
gut
1,6 - 2,5
befriedigend
2,6 - 3,5
ausreichend
3,6 - 4,5
mangelhaft
4,6 - 5,5
© ADAC e.V.
Haben Sie dazu Fragen? Die technische Expertenhotline des ADAC ist unter der Telefonnummer 089 558 95 90 90 exklusiv für alle ADAC Mitglieder erreichbar.
Testsieger Continental mit leichten Schwächen

Als einziger Reifen mit einem guten Gesamturteil setzt sich der Continental AllSeasonContact 2 an die Spitze. Er überzeugt vor allem bei der Fahrsicherheit, und das in allen Disziplinen (Teilnote 2,1), funktioniert also gut zu allen Jahreszeiten. Kleine Abstriche bei der Laufleistung (41.300 km prognostiziert) und damit bei der Umweltbilanz verhindern eine noch bessere Bewertung. Dennoch reicht es mit der Gesamtnote 2,3 für eine klare Kaufempfehlung.
Knapp dahinter mit einer Gesamtnote von 2,6 folgen der Pirelli Cinturato All Season SF 3 und der Michelin CrossClimate 2. Dass sie nicht ganz an den Conti herankommen, hat individuelle Gründe: Der Pirelli bietet auf winterlicher Fahrbahn weniger Grip, der Michelin ist auf nasser Fahrbahn schlechter. In puncto Umweltbilanz, in der es unter anderem um Reifenabrieb und Laufleistung geht, können beide hingegen punkten. Der Michelin erzielt hier sogar den Bestwert im Test.
Reifen mit individuellen Vor- und Nachteilen

Im Mittelfeld des aktuellen Ganzjahresreifentests landen fünf Reifen: Vredestein Quatrac, Hankook Kinergy 4S 2, Goodyear Vector 4Seasons Gen-3, Nokian Tyres Seasonproof 2 und GT Radial ClimateActive. Sie alle zeigen mindestens auf einer Fahrbahnart Schwächen, etwa bei Nässe, auf trockener oder winterlicher Strecke.
Während drei dieser Modelle noch gute Werte bei der Umweltbilanz erreichen, fallen die Reifen von Nokian und GT Radial, vor allem durch geringere Laufleistung, zurück. Für bestimmte Fahrprofile – Wenigfahrer zum Beispiel – können sie dennoch eine akzeptable Alternative sein. Hier lohnt es, sich die Einzelbewertungen in der Tabelle genau anzusehen und nach eigenen Prioritäten auszuwählen.
Schlusslichter mit erheblichen Defiziten

Drei Reifen schneiden mit "ausreichend" so schwach ab, dass der ADAC keine Kaufempfehlung ausspricht: Nexen N'Blue 4Season 2, Dunlop All Season 2 und Milever All Season Versat MC545. Alle drei zeigen deutliche Defizite auf trockener Fahrbahn und erreichen auch bei Nässe keine guten Ergebnisse. Der Dunlop kann zwar auf Schnee überzeugen und würde einen ordentlichen Winterreifen abgeben, doch ein ausgewogenes Gesamtbild fehlt. Und darum geht es schließlich, insbesondere bei Ganzjahresreifen.
Ganz abgeraten wird von den fünf Modellen am Ende des Testfeldes: Note "mangelhaft" für Norauto 4 Seasons 2 (A.T.U-Eigenmarke), Bridgestone Weather Control A005-Evo, Mastersteel All Weather 2, Roadhog RGAS02 und Tomason Allseason. Diese Reifen haben allesamt vor allem erhebliche Schwächen auf winterlichen Straßen. Hier fehlt einfach der Grip, sodass ein dickes Fragezeichen hinter der Wintertauglichkeit gemacht werden muss – auch wenn sie das "Three Peak Mountain Snowflake"-Symbol auf der Flanke tragen und somit offiziell als Winterreifen deklariert sind.

Wie bereits oben erwähnt, zeigt der Bridgestone ein unerwartet schwaches Ergebnis, obwohl sein Nachfolger in anderen Dimensionen deutlich besser abgeschnitten hat. Interessant: Die Schlusslichter Mastersteel All Weather 2 und Roadhog RGAS02 haben ein identisches Profil und stammen aus demselben Werk – identisch sind sie aber offenbar nicht, was die teils unterschiedlichen Resultate zeigen. Möglicherweise sind die Abweichungen im Detail auf Unterschiede bei den verwendeten Materialien und verschiedene Zulieferer zurückzuführen. Kaufen sollte man beide ohnehin nicht.
Laufleistungen: Keine Dauerläufer dabei
Und wie lange lassen sich die getesteten Ganzjahresreifen fahren? Rekordlaufleistungen sind im Testfeld nicht dabei. So sind die Reifen von Milever bereits nach 32.400 Kilometern runter, halten also bei einer durchschnittlichen Fahrleistung nicht ganz drei Jahre. Am längsten fährt es sich mit dem (nicht empfehlenswerten) Reifen von Norauto. Alle prognostizierten Laufleistungen im Vergleich:
185/65 R15 passt auf Kleinwagen und Kompaktwagen

Die getestete Reifengröße 185/65 R15 passt auf eine Vielzahl von Modellen vornehmlich aus der Kleinwagenklasse und der unteren Mittelklasse. Das Spektrum reicht von Audi A1, Dacia Sandero und Fiat 500e über Hyundai i20, Mazda 2 und Opel Corsa bis Peugeot 208, Škoda Fabia und VW Polo.
Welche Größe für Ihr Fahrzeug zugelassen ist, lässt sich aus Ihrer Zulassungsbescheinigung Teil I (ehemals Fahrzeugschein) und dem CoC-Papier ersehen.
Lieber doch einen Sommer- oder Winterreifen, oder Sie benötigen eine andere Größe? Hier können Sie die aktuellen Testergebnisse nachlesen:
ADAC Empfehlungen
Achten Sie auf Ihr Fahrprofil. Fahren Sie häufig und viel auf der Autobahn und/oder bei hohen Temperaturen und hoher Beladung (z.B. Sommerurlaub, Winterurlaub), sind Sie mit klassischen Sommer- und Winterreifen in der Regel besser beraten. Fahren Sie dagegen hauptsächlich auf Bundesstraßen und nur gelegentlich Autobahn und legen nicht allergrößten Wert auf Präzision und Rückmeldung am Lenkrad, finden sich auch geeignete Ganzjahresreifen.
Verwenden Sie immer vier Reifen desselben Modells und Typs.
Überprüfen Sie regelmäßig den Reifendruck.
Erhöhen Sie bei schwerer Ladung den Reifendruck entsprechend den Vorgaben des Fahrzeugherstellers in der Bedienungsanleitung.
Montieren Sie bei unterschiedlicher Profiltiefe die besseren Reifen auf die Hinterachse, da diese durch ihr Seitenführungspotenzial die Fahrstabilität insbesondere bei Kurvenfahrt bestimmt.
Winterreifen und Ganzjahresreifen sollten ab einer Profiltiefe von weniger als 4 Millimetern zugunsten der Fahrsicherheit getauscht werden, damit Sie im Falle von Aquaplaning noch eine Sicherheitsreserve haben.
Verlassen Sie sich beim Kauf nicht auf das EU-Reifenlabel – die Tests zeigen, dass das Label nicht die Gesamtperformance auf Nässe widerspiegeln muss.
Kaufen Sie keine neuen Reifen, die älter als drei Jahre sind. Auskunft über das Herstellungsdatum der Reifen gibt Ihnen die DOT-Angabe.
Übertragbarkeit, Gewichtung, Testkriterien, Methodik
Die Testergebnisse lassen sich auf andere Reifengrößen übertragen, wenn die Breite höchstens ±10 mm und das Höhenverhältnis höchstens ±5 Prozentpunkte abweicht und Felgendurchmesser sowie Bauart identisch sind. Ergebnisse von Reifen mit Geschwindigkeitsindex V (≥ 240 km/h) oder höher sind nicht auf Reifen mit niedrigerem Index übertragbar. Zudem gilt: Reifen ohne Zusatz, Reifen mit der Kennzeichnung XL/"Reinforced" und HL gehören zu unterschiedlichen Lastklassen und sind untereinander nur bedingt vergleichbar.
Umweltschutz ist auch bei der Mobilität ein wichtiges Thema. Deshalb spielen bei den ADAC Reifentests nicht nur Fahrsicherheit und Wirtschaftlichkeit, sondern auch Nachhaltigkeits-Gesichtspunkte eine Rolle. Die Details zum Bewertungsschema werden in den Klapp-Elementen unter der folgenden Tabelle erklärt.
| Hauptkriterium | Sommerreifen | Ganzjahresreifen | Winterreifen |
|---|---|---|---|
Fahrsicherheit | 70 % | 70 % | 70 % |
Trockene Fahrbahn | 40 % | 35 % | 30 % |
Nasse Fahrbahn | 60 % | 45 % | 40 % |
Winterliche Fahrbahn | 20 % | 30 % | |
Umweltbilanz | 30 % | 30 % | 30 % |
Laufleistung | 40 % | 40 % | 40 % |
Reifenabrieb | 20 % | 20 % | 20 % |
Effizienz | 20 % | 20 % | 20 % |
Geräusch | 10 % | 10 % | 10 % |
Nachhaltigkeit | 10 % | 10 % | 10 % |
Seit 2023 bildet sich das Gesamturteil zu 70 Prozent aus der Note für die Fahrsicherheit und zu 30 Prozent aus der Note für die Umweltbilanz. Damit werden neben den bislang schon relevanten Sicherheitseigenschaften auch die Reifeneigenschaften bewertet, die die Wirtschaftlichkeit und umfassend die Umwelt betreffen – inklusive der Aspekte der Nachhaltigkeit.
Sommerreifen:
Hauptkriterium Fahrsicherheit trockene Fahrbahn (40 %): Fahrkomfort, Fahrverhalten im Grenzbereich (jeweils 40 %), Bremsweg (20 %). Nasse Fahrbahn (60 %): Bremsweg (30 %), Aquaplaning längs (20 %), Aquaplaning quer (10 %), Handling (30 %), Kreis/Seitenführung (10 %)
Winterreifen:
Hauptkriterium Fahrsicherheit trockene Fahrbahn (30 %): Fahrverhalten, Fahrverhalten im Grenzbereich (jeweils 40 %), Bremsweg (20 %). Nasse Fahrbahn (40 %): Bremsweg (30 %), Aquaplaning längs (20 %), Aquaplaning quer (10 %), Handling (30 %), Kreis/Seitenführung (10 %). Winterliche Fahrbahn (30 %): Schnee: Bremsen (25 %), Traktion (15 %), Handling (40 %), Eis: Bremsen (20 %)
Ganzjahresreifen:
Hauptkriterium Fahrsicherheit trockene Fahrbahn (35 %): Fahrverhalten, Fahrverhalten im Grenzbereich (jeweils 40 %), Bremsweg (20 %). Nasse Fahrbahn (45 %): Bremsweg (30 %), Aquaplaning längs (20 %), Aquaplaning quer (10 %), Handling (30 %), Kreis/Seitenführung (10 %). Winterliche Fahrbahn (20 %): Schnee: Bremsen (25 %), Traktion (15 %), Handling (40 %), Eis: Bremsen (20 %)
Sommer-, Winter- und Ganzjahresreifen:
Hauptkriterium Umweltbilanz: Laufleistung (40 %), Reifenabrieb (20 %), Effizienz 20 %: Reifengewicht, Kraftstoffverbrauch (jeweils 50 %), Geräusch (10 %): Innen- und Außengeräusch (jeweils 50 %). Die Note für Nachhaltigkeit (10 %) ergibt sich aus einem Bonus-/Malus-System für aktuell zehn Umweltaspekte (siehe "Testkriterien").
Bei Reifenmodellen, deren Noten in den einzelnen Kriterien wegen ausgeprägter Stärken und Schwächen stark unterschiedlich ausfallen, könnten sich trotz der schlechten Einzelbewertungen gute oder befriedigende Endbewertungen ergeben, wenn diese Endurteile allein aus den gewichteten Einzelnoten errechnet werden würden. Damit könnten Reifenmodelle trotz relevanter Schwächen im Ranking nach vorne gelangen. Wegen der Schwächen sind diese Reifen aus Sicht des ADAC allerdings nicht empfehlenswert.
Um diesen Effekt des Notenausgleichs zu begrenzen, hat der ADAC bei verschiedenen Kriterien sogenannte Durchschlageffekte eingeführt. Damit soll der erwähnten Ausgewogenheit Rechnung getragen werden. Erreicht ein Reifenmodell in dem jeweiligen Kriterium nicht eine festgelegte Mindestnote, so erhält dieses Kriterium eine Gewichtung von 100 Prozent, während alle anderen Kriterien in dieser Kriteriengruppe eine Gewichtung von 0 Prozent erhalten. Der Durchschlageffekt wird in einer Kriteriengruppe auf das Einzelkriterium mit der schlechtesten Bewertung angewendet.
Bei den beiden Hauptbewertungssäulen Fahrsicherheit und Umweltbilanz gilt: Ist mindestens eine der Noten in diesen Überkriterien 3,6 oder schlechter, so bildet die schlechteste Note das Endurteil.
In dem Hauptkriterium Fahrsicherheit gilt: Ist mindestens eine Note in den Kriterien "Trocken", "Nass", "Winter" (Winterreifentest) 2,6 oder schlechter, so gilt die schlechteste Note für das Überkriterium Fahrsicherheit.
In den Kriterien "Trocken", "Nass", evtl. "Winter" gilt: Ist mindestens eine Note in einem der Einzelkriterien 4,6 oder schlechter, also mangelhaft, so wird die schlechteste Note für das jeweils übergeordnete Kriterium (also "Trocken", "Nass", "Winter") übernommen. Damit schlägt dieses Urteil auch auf die Note für "Fahrsicherheit" durch.
In dem Hauptkriterium Umweltbilanz gilt für die Kriterien Laufleistung, Reifenabrieb und Effizienz: Sind eine oder mehrere Noten in diesen Kriterien 2,6 oder schlechter, also befriedigend, so gilt die schlechteste Note für das Überkriterium Umweltbilanz.
Fahrsicherheit
Trockene Fahrbahn
Fahrkomfort: allgemeines Fahrverhalten der Reifen unterhalb des kritischen Grenzbereichs wie z.B. Geradeauslauf, Lenkansprechverhalten, Seitenführung.
Fahrverhalten im Grenzbereich: Fahrverhalten im Grenzbereich wie z.B. Fahrspurwechsel, Kurvenstabilität.
Bremsweg: Bewertung des Bremswegs mit ABS aus 100 km/h.
Nasse Fahrbahn
Bremsweg: Bewertung des Bremswegs mit ABS aus 80 km/h auf Asphalt- und Betonfahrbahn.
Aquaplaning längs und quer: Beurteilung der Aufschwimmgeschwindigkeit bzw. des Seitenkraftaufbaus beim Auftreten von Aquaplaning. Wassertiefe: 7 bzw. 5 Millimeter.
Handling: schnellstmögliches Befahren (im Grenzbereich) eines dauerberegneten, kurvenreichen Handlingkurses durch zwei Testfahrer bzw. Testfahrerinnen. Messgröße: Rundenzeit und subjektive Beurteilung des Fahrverhaltens.
Kreisfahrt: schnellstmögliches Befahren einer dauerberegneten Kreisbahn auf Zeit.
Winterliche Fahrbahn (ausgenommen Sommerreifen)
Bremsweg Schnee: Bewertung des Bremswegs mit ABS aus 30 km/h auf festgefahrenem Schnee.
Beschleunigung: Bewertung der Traktionskraft bei niedrigen Geschwindigkeiten auf festgefahrenem Schnee.
Handling: schnellstmögliches Befahren (im Grenzbereich) eines schneebedeckten Handlingkurses durch zwei Testfahrer bzw. Testfahrerinnen. Messgröße: Rundenzeit und subjektive Beurteilung des Fahrverhaltens.
Bremsweg Eis: Bewertung des Bremswegs mit ABS aus 20 km/h auf einer polierten Eisbahn.
Umweltbilanz
Laufleistung
Konvoifahrten: Mit identischen Fahrzeugen über eine Strecke von ca. 15.000 Kilometer pro Reifen. Alle 2500 Kilometer Durchführung einer lasergestützten Vermessung der Profiltiefe über den gesamten Umfang des Reifens.
Prüfstandmessungen: Simulation der Konvoifahrt über eine Strecke von 5000 Kilometer. Laservermessung der Restprofiltiefe alle 1250 Kilometer.
Auswertung: Hochrechnung der verbleibenden Laufleistung bis zum Erreichen der gesetzlichen Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimeter.
Reifenabrieb
Gravimetrische Bestimmung der Menge des Gummiabriebs in mg/km/to (Milligramm pro Kilometer pro Fahrzeuggewicht in Tonnen) als Mittel eines Reifensatzes.
Effizienz
Reifengewicht: Fahrdynamischer Einfluss des Reifengewichtes im Sinne des Trägheitsmomentes der Räder beim Beschleunigen.
Kraftstoffverbrauch: Bestimmung der tatsächlichen Kraftstoffzuführung bei Fahrt mit konstanter Geschwindigkeit von 100 km/h (CAN-Bus-Abgriff).
Geräusche
Innengeräusch: Subjektive Beurteilung durch zwei Personen bei Ausrollversuchen eines Fahrzeugs zwischen 130 und 30 km/h auf Asphalt und Betonfahrbahn.
Außengeräusch: Geräuschmessung nach ISO 362 auf Asphalt gemäß ISO 10844 beim Vorbeirollen mit 80 km/h mit abgeschaltetem Motor.
Nachhaltigkeit
Ausgehend von einer Basisnote von 4,5 werden überwiegend Boni vergeben für folgende Kriterien:
Herstellungsland der Testreifen: Dies hat Auswirkungen auf die Länge der Lieferwege, Unterscheidung nach Europa und außerhalb von Europa
Zertifiziertes Umweltmanagement gemäß ISO 14001
Zertifizierte Ökobilanz gemäß ISO 14025 und ISO 14040/44
Beteiligung an UN Global Compact
Mehrstufige Nachhaltigkeitszertifizierung entsprechend Ecovadis
Produktionsrückstände am Neureifen, die mit Beginn der Nutzung unkontrolliert in die Umwelt gelangen
Reifengewicht im Sinn des Materialeinsatzes
Testreifen wurde runderneuert
Hersteller bietet für Testreifen Rücknahmesystem an
Testreifen ermöglicht eine moderne berührungslose Identifikation (Bsp. RFID)
Über die Auswahl der Produkte entscheidet das Testkonsortium. Die Reifenhersteller haben hierauf keinen Einfluss. Die zu testenden Reifendimensionen werden gemeinsam ausgewählt und festgelegt. Dabei spielen Kriterien wie Marktstärke oder Aktualität früherer Tests eine wichtige Rolle. Die Entscheidung basiert auf Mehrheitsbeschluss aller Testpartner.
Auch die Auswahl der Reifenmodelle richtet sich nach den Verhältnissen am Markt. Ziel ist es, die gesamte Preisspanne von der Premiummarke bis zum günstigen Preissegment abzubilden. Da der Reifenmarkt zwischenzeitlich viele, teilweise wenig bekannte Marken umfasst, wird auch versucht, diese "neuen" Marken zu berücksichtigen. Bei begrenzten Testkapazitäten ergibt dies den Wegfall anderer, meist bekannterer Marken.
Bei der Produktauswahl werden nur Reifenmodelle berücksichtigt, deren EU-Reifenlabel in dem Kriterium "Nasshaftung" die Klasse "C" oder besser trägt. Damit soll vermieden werden, dass Reifen an dem Vergleichstest teilnehmen, die dem Anschein nach die Mindestanforderung in diesem wichtigen Kriterium nicht erfüllen.
Der ADAC führt seine Reifentests seit jeher vollständig unabhängig, neutral und ohne jegliche Einflussnahme durch Reifenhersteller oder sonstige Interessengruppen durch. Unsere oberste Priorität ist der Schutz der Verbraucherinnen und Verbraucher durch objektive, transparente und verlässliche Testverfahren.
Sämtliche Reifen werden anonym und ausschließlich im freien Handel beschafft. Hersteller erfahren erst nach Abschluss des Produkteinkaufs im Rahmen einer Herstellervorinformation, dass ihre Produkte untersucht werden.
Der ADAC unterhält keinerlei organisatorische Verbindung zu Reifenherstellern oder zur Kautschuk-Wirtschaftsförderungs-Gesellschaft mbH (KWF). Die KWF erwirbt nach Abschluss und Veröffentlichung unserer unabhängigen Testreihen ausgewählte Messdaten, ohne dass hiermit irgendein Einfluss auf Testmethoden, Bewertungen oder Ergebnisse verbunden ist.
Durch den Einkaufsprozess wird sichergestellt, dass die getesteten Reifen dem Serienstand entsprechen. Es werden insgesamt 28 Reifen je Modell im freien Handel in kleineren Mengen bei bis zu fünf verschiedenen Händlern eingekauft. Durch die Verwendung mehrerer Reifensätze für dasselbe Testkriterium (z.B. Nassbremsen), die bei unterschiedlichen Händlern und teilweise zu unterschiedlichen Zeitpunkten gekauft wurden, kann überprüft werden, ob die Qualität einheitlich der Serie entspricht. Bestehen nur geringste Zweifel an einer einheitlichen Qualität einzelner Reifenmodelle, werden weitere Reifen verdeckt gekauft und Zusatztests durchgeführt.
In einem dritten Einkaufsschritt können kurz vor Veröffentlichung zusätzlich stichprobenweise Reifen gekauft und in den entscheidenden aussagekräftigen Kriterien nachgetestet werden. Wären Reifen für den Test gesondert gefertigt worden, würde dies auch durch diese Maßnahme sichtbar werden. Spätestens dann würden diese Reifenmodelle aus dem Test genommen werden.
Es werden grundsätzlich nur Reifenmodelle getestet, die zum Einkaufszeitpunkt flächendeckend und allgemein erhältlich sind. Neue Reifenmodelle, die während der laufenden Tests am Markt eingeführt werden, können nicht berücksichtigt werden.
Zu Beginn werden die Reifen einer Eingangsprüfung unterzogen. Hierbei werden die genauen Modellspezifikationen, die DOT- und/oder Produktionsnummern sowie die EU-Reifenlabeldaten erfasst. Den verschiedenen Reifenmodellen werden per Zufallsverfahren Produktzahlen zugeordnet, über die sie bis zum Testende identifiziert werden. Damit treten die Marken und Modellbezeichnungen für die weiteren Beurteilungen in den Hintergrund. Die Testreifen werden vor den eigentlichen Tests über Strecken von jeweils ca. 400 Kilometern eingefahren, um die endgültigen Produkteigenschaften zu gewährleisten. Dabei werden die Radpositionen der Reifen gewechselt.
Die Reifeneigenschaften auf trockenem Untergrund werden auf einem Testgelände der Firma Bridgestone in Italien und auf dem ADAC Prüfgelände in Penzing/Bayern durchgeführt.
Die Reifeneigenschaften auf nassen Untergründen sowie der Kraftstoffverbrauch und das Geräuschverhalten (beide auf trockenem Untergrund) werden derzeit auf einem Testgelände der Firma Continental in Deutschland durchgeführt.
Das Verschleißverhalten der Reifen wird mittels Straßenkonvoifahrten mit mehreren identischen Fahrzeugen in der Umgebung von Landsberg am Lech durchgeführt. Zudem erfolgen Tests auf einem Verschleißprüfstand der Firma Bridgestone. Diese Tests werden durch Quervergleiche in Straßenkonvoifahrten abgesichert.
Die Schneeprüfungen des Winter- und Ganzjahresreifentests werden auf einem herstellerunabhängigen Testgelände der Firma Testworld in Finnland durchgeführt.
Die Eisprüfungen des Winter- und Ganzjahresreifentests werden auf einer Eisteststrecke des Herstellers Continental durchgeführt.
Der ADAC unterstützt als eine der ersten Organisationen die Selbstverpflichtung "Gutes Testen" des Bundesministeriums der Justiz.
Umfassende Transparenz und Nachvollziehbarkeit sind bei den Testaktivitäten des Automobilclubs weiterhin von oberster Priorität. Deswegen gehört der ADAC zu den ersten Organisationen, die sich an einer neuen Initiative des Bundesministeriums der Justiz (BMJ) für mehr Transparenz bei Produkttests beteiligen. Der ADAC hat sich per Unterschrift verpflichtet, die vom damals noch als BMJV bezeichneten Justizministerium vorgelegten Regeln der guten fachlichen Praxis des Testens einzuhalten.
Testaktivitäten werden auch künftig unabhängig durchgeführt, die angewandte Methodik unter Bezug auf wissenschaftliche und rechtliche Grundlagen werden öffentlich gemacht. Den Anbietern der getesteten Produkte wird die Veröffentlichung vorab angekündigt. Schon heute informiert der ADAC als anerkannte Verbraucherschutzorganisation interessierte Bürgerinnen und Bürger zu jedem seiner unabhängigen Tests umfänglich und nachvollziehbar. Neben der Methodik werden beispielsweise Institute aufgeführt, mit denen der jeweilige Test durchgeführt wurde – ebenso wie Informationen zur doppelten externen Qualitätssicherung.
Das Testkonsortium entscheidet über die Produkte und die Testmethodik. Dieses Konsortium besteht aus vielen europäischen Automobilclubs und Verbraucherschutzorganisationen. Die Reifenhersteller sind nicht in diesem Konsortium. Die zu testenden Reifendimensionen werden im Konsortium diskutiert und festgelegt. Dabei spielen Kriterien wie Marktstärke oder Aktualität eines früheren Tests eine wichtige Rolle. Die Entscheidung fällt mit Mehrheitsbeschluss aller anwesenden Testpartner.
Die Testmethoden basieren auf jahrelangem Fach-Know-how des ADAC im Dienst der Sicherheit. Für Änderungen in der Testmethodik gibt es eine langfristige Zeitplanung, die ebenfalls bei jedem Meeting vorgestellt und besprochen wird. Auch hier entscheiden alle anwesenden Testpartner gemeinsam. Durch den Einkaufsprozess an verschiedenen Orten und ein Qualitätsmanagement wird sichergestellt, dass die getesteten Reifen dem Serienstand entsprechen. Es werden insgesamt 28 Reifen je Modell im öffentlichen Handel eingekauft.
Für den Reifentest gibt es einen Fachbeirat, in dem neben Expertinnen und Experten aus Universitäten, Forschungseinrichtungen und weiteren Organisationen auch Hersteller anwesend sind. Hier werden auch Testdesign und Kriterien vorgestellt. Ziel ist es, sich zum aktuellen Stand der Technik (Produktentwicklungen) und zu aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen auszutauschen.
Zur Qualitätssicherung werden sowohl Subjektiv- als auch Objektivbewertungen mehrfach und unabhängig voneinander durch unterschiedliche Testfahrer und -fahrerinnen durchgeführt. Diese stimmen sich regelmäßig in diversen Trainings untereinander und mit anderen Experten und Expertinnen ab. Sämtliche Bewertungsmaßstäbe und Prüfmethoden werden durch Diskussionen mit weiteren Testpartnern (z.B. ICRT, ÖAMTC, TCS) abgesichert. Zusätzlich wird die Messmethodik durch jährliche Fachbeiräte mit Vertretern aus der Reifenindustrie besprochen.
Vor Veröffentlichung des Tests wird jeder teilnehmende Reifenhersteller im Rahmen der Herstellervorabinformation über die Ergebnisse seiner Produkte in Relation zum verwendeten und benannten Kontrollreifen informiert.
Übersicht der Prüf- und Qualitätssicherungsverfahren im Rahmen des Tests
Schnelllaufprüfung nach DIN 78 051
Anonymisierung der Testmuster
Lasermessungen der Profiltiefe
Mehrfachbewertungen durch unabhängige Testfahrer
Korrektur der temperaturbedingten Streckeneinflüsse durch Referenzreifen
Mathematische Fehlerbetrachtungen
Plausibilitätsprüfung von Mehrfachtests
Fahrversuche auf zertifiziertem Asphalt (ECE-R 117)
Geräuschmessung nach ISO 362
Vorgehensweise und Angemessenheit der Testverfahren wurden durch den vereidigten Sachverständigen Prof. Dr.-Ing. Günter Willmerding im Jahr 2011 bestätigt.
Der angegebene Preis zeigt einen typischen Marktpreis für den reinen Reifen ohne Montage. Dafür vergleicht der ADAC die Preise bei acht großen, für Verbraucher relevanten Anbietern – sowohl bei werkstattnahen Ketten als auch bei reinen Onlinehändlern.
Aus diesen Angeboten wird der Median gebildet und kaufmännisch gerundet. Dadurch haben einzelne besonders günstige oder besonders teure Angebote keinen übermäßigen Einfluss. Reicht die Datenlage für diese Art der Ermittlung nicht aus, wird das Ergebnis als nicht repräsentativ gekennzeichnet.
Fachliche Beratung: Felix Henning, ADAC Technik Zentrum
Hier finden Sie alle aktuellen Reifentests des ADAC.















