Ganzjahresreifen müssen extreme Gegensätze bewältigen: Sommer mit 50 Grad heißem Asphalt, Winter mit minus 15 Grad sowie nasskalte Übergangszeiten. Welche Reifen in der Größe 185/65 R15 unter allen Umständen gut performen, hat der ADAC getestet. Test: 16 Reifen für Sommer und Winter Continental AllSeasonContact 2 bester Reifen im Test Fünf Reifen auf Schnee und Eis kaum zu gebrauchen 16 Ganzjahresreifen für Kleinwagen im Test Der Markt für Ganzjahresreifen wächst weiter, auch im Kleinwagensegment. Entsprechend groß ist die Nachfrage nach Allround-Lösungen, die Sommerhitze ebenso meistern sollen wie winterliche Straßenverhältnisse. Der ADAC hat deshalb 16 Ganzjahresreifen in der weitverbreiteten Dimension 185/65 R15 88H bzw. 92V umfassend getestet. Das Ergebnis fällt gemischt aus – mit nur einem klaren Testsieger. Manche Hersteller bieten "alte Modelle" an Auffällig ist bereits vor dem Blick auf die Testergebnisse: In dieser vergleichsweise kleinen Dimension bieten nicht alle Premiumhersteller ihre neuesten Modelle an. So ist etwa bei Bridgestone nur der Weather Control A005-Evo verfügbar, während der Nachfolger Turanza All Season 6 längst in größeren Dimensionen angeboten wird. Ein ähnliches Bild bei Michelin: Statt des aktuellen CrossClimate 3 kommt in der Kleinwagengröße noch der CrossClimate 2 zum Einsatz. Ergibt sich daraus ein konkreter Nachteil? In einem Fall ist es so, im anderen nicht: Der "alte" Bridgestone Weather Control A005-Evo entspricht mit einer Testnote von 5,3 ("mangelhaft") tatsächlich nicht mehr dem Stand der Technik. Sein miserables Abschneiden auf winterlicher Fahrbahn lässt keine bessere Bewertung zu, der ADAC rät vom Kauf ab. Anders der Pneu von Michelin. Hier taugt auch noch der Vorgänger: Der CrossClimate 2 findet sich sogar unter den besten drei Reifen im Test und kommt auf eine Gesamtnote von 2,6. Testergebnisse Ganzjahresreifen 185/65 R15 Von den 16 geprüften Reifen erreicht lediglich ein Modell die Gesamtnote "gut", sieben Reifen die Note "befriedigend". Dem gegenüber stehen acht Reifen, die maximal mit "ausreichend" oder sogar "mangelhaft" abschneiden und für die es somit keine Kaufempfehlung gibt. Klicken oder tippen Sie auf das gewünschte Modell in der Tabelle, um die Detailbewertungen zu erhalten. Haben Sie dazu Fragen? Die technische Expertenhotline des ADAC ist unter der Telefonnummer 089 558 95 90 90 exklusiv für alle ADAC Mitglieder erreichbar. Testsieger Continental mit leichten Schwächen Als einziger Reifen mit einem guten Gesamturteil setzt sich der Continental AllSeasonContact 2 an die Spitze. Er überzeugt vor allem bei der Fahrsicherheit, und das in allen Disziplinen (Teilnote 2,1), funktioniert also gut zu allen Jahreszeiten. Kleine Abstriche bei der Laufleistung (41.300 km prognostiziert) und damit bei der Umweltbilanz verhindern eine noch bessere Bewertung. Dennoch reicht es mit der Gesamtnote 2,3 für eine klare Kaufempfehlung. Knapp dahinter mit einer Gesamtnote von 2,6 folgen der Pirelli Cinturato All Season SF 3 und der Michelin CrossClimate 2. Dass sie nicht ganz an den Conti herankommen, hat individuelle Gründe: Der Pirelli bietet auf winterlicher Fahrbahn weniger Grip, der Michelin ist auf nasser Fahrbahn schlechter. In puncto Umweltbilanz, in der es unter anderem um Reifenabrieb und Laufleistung geht, können beide hingegen punkten. Der Michelin erzielt hier sogar den Bestwert im Test. Reifen mit individuellen Vor- und Nachteilen Im Mittelfeld des aktuellen Ganzjahresreifentests landen fünf Reifen: Vredestein Quatrac, Hankook Kinergy 4S 2, Goodyear Vector 4Seasons Gen-3, Nokian Tyres Seasonproof 2 und GT Radial ClimateActive. Sie alle zeigen mindestens auf einer Fahrbahnart Schwächen, etwa bei Nässe, auf trockener oder winterlicher Strecke. Während drei dieser Modelle noch gute Werte bei der Umweltbilanz erreichen, fallen die Reifen von Nokian und GT Radial, vor allem durch geringere Laufleistung, zurück. Für bestimmte Fahrprofile – Wenigfahrer zum Beispiel – können sie dennoch eine akzeptable Alternative sein. Hier lohnt es, sich die Einzelbewertungen in der Tabelle genau anzusehen und nach eigenen Prioritäten auszuwählen. Schlusslichter mit erheblichen Defiziten Drei Reifen schneiden mit "ausreichend" so schwach ab, dass der ADAC keine Kaufempfehlung ausspricht: Nexen N'Blue 4Season 2, Dunlop All Season 2 und Milever All Season Versat MC545. Alle drei zeigen deutliche Defizite auf trockener Fahrbahn und erreichen auch bei Nässe keine guten Ergebnisse. Der Dunlop kann zwar auf Schnee überzeugen und würde einen ordentlichen Winterreifen abgeben, doch ein ausgewogenes Gesamtbild fehlt. Und darum geht es schließlich, insbesondere bei Ganzjahresreifen. Ganz abgeraten wird von den fünf Modellen am Ende des Testfeldes: Note "mangelhaft" für Norauto 4 Seasons 2 (A.T.U-Eigenmarke), Bridgestone Weather Control A005-Evo, Mastersteel All Weather 2, Roadhog RGAS02 und Tomason Allseason. Diese Reifen haben allesamt vor allem erhebliche Schwächen auf winterlichen Straßen. Hier fehlt einfach der Grip, sodass ein dickes Fragezeichen hinter der Wintertauglichkeit gemacht werden muss – auch wenn sie das "Three Peak Mountain Snowflake"-Symbol auf der Flanke tragen und somit offiziell als Winterreifen deklariert sind. Wie bereits oben erwähnt, zeigt der Bridgestone ein unerwartet schwaches Ergebnis, obwohl sein Nachfolger in anderen Dimensionen deutlich besser abgeschnitten hat. Interessant: Die Schlusslichter Mastersteel All Weather 2 und Roadhog RGAS02 haben ein identisches Profil und stammen aus demselben Werk – identisch sind sie aber offenbar nicht, was die teils unterschiedlichen Resultate zeigen. Möglicherweise sind die Abweichungen im Detail auf Unterschiede bei den verwendeten Materialien und verschiedene Zulieferer zurückzuführen. Kaufen sollte man beide ohnehin nicht. Laufleistungen: Keine Dauerläufer dabei Und wie lange lassen sich die getesteten Ganzjahresreifen fahren? Rekordlaufleistungen sind im Testfeld nicht dabei. So sind die Reifen von Milever bereits nach 32.400 Kilometern runter, halten also bei einer durchschnittlichen Fahrleistung nicht ganz drei Jahre. Am längsten fährt es sich mit dem (nicht empfehlenswerten) Reifen von Norauto. Alle prognostizierten Laufleistungen im Vergleich: 185/65 R15 passt auf Kleinwagen und Kompaktwagen Die getestete Reifengröße 185/65 R15 passt auf eine Vielzahl von Modellen vornehmlich aus der Kleinwagenklasse und der unteren Mittelklasse. Das Spektrum reicht von Audi A1, Dacia Sandero und Fiat 500e über Hyundai i20, Mazda 2 und Opel Corsa bis Peugeot 208, Škoda Fabia und VW Polo. Welche Größe für Ihr Fahrzeug zugelassen ist, lässt sich aus Ihrer Zulassungsbescheinigung Teil I (ehemals Fahrzeugschein) und dem CoC-Papier ersehen. Lieber doch einen Sommer- oder Winterreifen, oder Sie benötigen eine andere Größe? Hier können Sie die aktuellen Testergebnisse nachlesen: ADAC Sommerreifentests ADAC Winterreifentests ADAC Ganzjahresreifentests ADAC Empfehlungen Achten Sie auf Ihr Fahrprofil. Fahren Sie häufig und viel auf der Autobahn und/oder bei hohen Temperaturen und hoher Beladung (z.B. Sommerurlaub, Winterurlaub), sind Sie mit klassischen Sommer- und Winterreifen in der Regel besser beraten. Fahren Sie dagegen hauptsächlich auf Bundesstraßen und nur gelegentlich Autobahn und legen nicht allergrößten Wert auf Präzision und Rückmeldung am Lenkrad, finden sich auch geeignete Ganzjahresreifen. Verwenden Sie immer vier Reifen desselben Modells und Typs. Überprüfen Sie regelmäßig den Reifendruck. Erhöhen Sie bei schwerer Ladung den Reifendruck entsprechend den Vorgaben des Fahrzeugherstellers in der Bedienungsanleitung. Montieren Sie bei unterschiedlicher Profiltiefe die besseren Reifen auf die Hinterachse, da diese durch ihr Seitenführungspotenzial die Fahrstabilität insbesondere bei Kurvenfahrt bestimmt. Winterreifen und Ganzjahresreifen sollten ab einer Profiltiefe von weniger als 4 Millimetern zugunsten der Fahrsicherheit getauscht werden, damit Sie im Falle von Aquaplaning noch eine Sicherheitsreserve haben. Verlassen Sie sich beim Kauf nicht auf das EU-Reifenlabel – die Tests zeigen, dass das Label nicht die Gesamtperformance auf Nässe widerspiegeln muss. Kaufen Sie keine neuen Reifen, die älter als drei Jahre sind. Auskunft über das Herstellungsdatum der Reifen gibt Ihnen die DOT-Angabe. Übertragbarkeit, Gewichtung, Testkriterien, Methodik Die Testergebnisse lassen sich auf andere Reifengrößen übertragen, wenn die Breite höchstens ±10 mm und das Höhenverhältnis höchstens ±5 Prozentpunkte abweicht und Felgendurchmesser sowie Bauart identisch sind. Ergebnisse von Reifen mit Geschwindigkeitsindex V (≥ 240 km/h) oder höher sind nicht auf Reifen mit niedrigerem Index übertragbar. Zudem gilt: Reifen ohne Zusatz, Reifen mit der Kennzeichnung XL/"Reinforced" und HL gehören zu unterschiedlichen Lastklassen und sind untereinander nur bedingt vergleichbar. Umweltschutz ist auch bei der Mobilität ein wichtiges Thema. Deshalb spielen bei den ADAC Reifentests nicht nur Fahrsicherheit und Wirtschaftlichkeit, sondern auch Nachhaltigkeits-Gesichtspunkte eine Rolle. Die Details zum Bewertungsschema werden in den Klapp-Elementen unter der folgenden Tabelle erklärt. Fachliche Beratung: Felix Henning, ADAC Technik Zentrum Hier finden Sie alle aktuellen Reifentests des ADAC.