Rund ums Fahrzeug
Verkehr
Reise & Freizeit
Produkte
Mitgliedschaft
Der ADAC

Audi A1 Sportback im ADAC Test: Der Mini aus Ingolstadt

Audi A1 in Gelb
Audi A1: Der Schlitz über den vier Ringen soll an den "Ur-quattro" von 1984 erinnern ∙ © Audi

Der neue Audi A1 wurde größer und "maskuliner", aber auch teurer. Wie schlägt sich der Mini-Konkurrent im ADAC Test? Messwerte, technische Daten, Preise, Motoren, Fotos & Video

  • Der neue Audi A1 ist nur noch als Fünftürer Sportback erhältlich

  • Vier Benziner von 95 bis 200 PS, keine Dieselmotoren mehr

  • Es gibt viele Individualisierungsmöglichkeiten

  • Testverbrauch der 116-PS-Version: 6,1 l Super/100 km 

Wenn Designer von Ihren Kreationen sprechen, kommen sie schnell ins Schwärmen. Das ist auch bei Jürgen Löffler von Audi so, wenn er erläutert, was er sich beim neuen Audi A1 gedacht hat. Die "schnelle C-Säule" sei wie ein Muskel, der das Dach mit dem Heck verbindet, die leicht ausgestellten Radkästen würden für eine "Radbetonung" sorgen, das Heck wirke breit, die Schultern stämmig und überhaupt soll der neue A1 "viel maskuliner" sein als bisher.

Obwohl rund 50 Prozent der Kunden bisher Frauen waren, mache der Optik-Schwenk laut Löffler Sinn: "Auch Frauen kaufen lieber Autos mit maskulinem Design".

Der Audi A1 hat mehr Platz und immer fünf Türen

Was nicht nur der Audi-Designer sieht: Der Kleinwagen wirkt deutlich präsenter und steht selbstbewusster auf der Straße als der erste A1. Das liegt auch an den geänderten Proportionen: Mit 4,03 Metern Länge (+ 56 mm), 1,74 Metern Breite (+ 34 mm) entspricht der A1 fast exakt den Maßen von Ford Fiesta und VW Polo, ist mit 1,41 Metern Höhe (-13 mm) aber deutlich flacher.
Vorn bietet der A1 ein überraschend gutes Platzangebot: Der Fahrersitz lässt sich für Personen bis zu einer Körpergröße von fast zwei Metern zurück schieben, was gerade für einen Kleinwagen ein sehr guter Wert ist. Die Kopffreiheit fällt sogar noch ein Stück großzügiger aus, erst 2,05 Meter große Menschen würden an den Dachhimmel reichen.

Hinten hat man zwar merklich mehr Beinfreiheit als bisher und es sitzt sich im neuen Modell angenehmer als im Vorgänger. Klar, ein Kleinwagen bleibt der A1 immer noch und hält beim Platzangebot immer noch einen Respektabstand zum größeren A3. Gut: Weil es den A1 nur noch als Fünftürer gibt, verbessert sich auch der Zugang zur Rückbank.

Das Kofferraumvolumen liegt nun mit 335 Liter (+65) auf klassenüblichem Niveau und lässt sich auf 1090 Liter erweitern – sagt Audi. Doch die ADAC Messwerte bescheinigen ein deutlich geringeres Fassungsvermögen: Zwischen 250 und 965 Liter kann der A1 aufnehmen.

Das Cockpit ist bunt und modern – gegen Aufpreis

Besonders vielfältig sind die Individualisierungsmöglichkeiten. Innen stehen Dekorleisten in den "Farbwelten" gelb, mint und silber zur Wahl, und LED-Lichter tauchen den Innenraum in 30 verschiedene Farben von weiß bis violett: Allein für die optische Gestaltung gibt es nach Angaben von Audi rund zehn Millionen Kombinationen. Farbliche Akzente im Cockpit ­etwa, um das schlichte Schwarz aufzupeppen. Schon sehen die teils harten und äußerst billigen Kunststoffe nicht mehr ganz so schlicht aus – "Premium" ist das jedenfalls nicht.

Es gibt elf Außenfarben und das Dach kann in einer Kontrastfarbe bestellt werden. Das Smartphone lässt sich induktiv aufladen.

LED-Rücklichter (250 €) und die sportlicheren Schürzen der S-Line-Ausstattung (2300 €) an Front und Heck (siehe Fotos) machen durchaus etwas her. Doch erst durch das fleißige Ankreuzen solcher kostenpflichtigen Extras mutiert der A1 vom profanen Kleinwagen zum individuellen Stadftflitzer.

Umsonst gibt es das nicht. Wie beim Hauptkonkurrenten Mini kostet alles, was schön und edel wirkt, Aufpreis. Auch der schicke Touchscreen im Armaturenbrett, der aus A8 und A6 bekannt ist und sich genauso intuitiv bedienen lässt. Bei der Basisversion befindet sich an der Stelle ein Ablagefach – das (serienmäßige) Radio ist dann ausschließlich über Lenkradtasten zu bedienen. Der Beifahrer kann dann also nicht einmal den Sender wechseln.

Man geht aber davon aus, dass fast alle ein Kreuzchen beim Touchscreen machen – und bei Audi die Kasse klingelt. Das Layout des Armaturenbretts mit zum Fahrer geneigten Bildschirm und die Bedienbarkeit sind indes gelungen.

Dieses Video wird über YouTube abgespielt. Es gelten die Datenschutzbestimmungen von Google. Bild: © ADAC

Dieselmotoren gibt es keine mehr

Gegen Aufpreis lassen sich Online-Dienste nutzen, etwa der Zugang zu Twitter, Mails und die Navigation mit Google Earth. Die Smartphone-Anbindung via Apple CarPlay und Android Auto ist ebenfalls vorgesehen, aber auch nur als Extra zu haben.
Serie ist immerhin "Audi Pre Sense Front", also ein Radarsystem, das kritische Situationen mit Fußgängern, Autos und Fahrradfahrern selbst bei schlechten Sichtverhältnissen erfassen und Unfälle vermeiden können soll. Auch eine Spurverlassenswarnung hat der A1 immer an Bord.

Auf Dieselmotoren verzichtet Audi beim A1. Das Einstiegsmodell stellt der 25 TFSI (95 PS), für 20.300 €. Darüber liegen die stärkeren Versionen 30, 35 und 40 TFSI (116, 150 und 200 PS).

Der ADAC hat den 30 TFSI mit 116 PS getestet. Der Turbobenziner hat genügend Mumm, um Fahrspaß aufkommen zu lassen, und outet sich nur im Stand und unter 2000 Touren leicht vibrierend als Dreizylinder. Ansonsten passt er gut zum A1, arbeitet leise und unaufgeregt. Die Fahrleistungen können sich sehen lassen und sind für alle Lebenslagen völlig ausreichend: In 9,4 Sekunden sprintet der 30 TFSI mit S tronic auf Tempo 100, die Spitze liegt bei 203 km/h. Die Beschleunigung von 60 auf 100 km/ ist in 5,5 Sekunden erledigt.

Testverbrauch: 6,1 l Super/100 km

Beim Verbrauch kann der 30 TFSI sich nicht von der Konkurrenz abheben: 6,1 Liter im ADAC Ecotest sind nur zufriedenstellend. Gut hingegen: Die Abgase werden sehr wirkungsvoll gereinigt, so dass der A1 gute vier von fünf Sternen im ADAC Ecotest erhält.

Wünschenswert wären eine weniger spröde Federung und eine bessere Geräuschdämmung. Anders als der Konzernbruder VW Polo hat der A1 beispielsweise keine beflockten hinteren Radhausschalen. Vielleicht auch deswegen sind die Fahrgeräusche im Innenraum gut warnehmbar, liegen aber noch auf akzeptablem Niveau.

Hier können Sie den ausführlichen Testbericht zum Audi A1 Sportback 30 TFSI nachlesen.

Testbericht zum Audi A1 Sportback 30 TFSI
PDF, 832 KB
PDF ansehen
Technische Daten (Herstellerangaben)Audi A1 Sportback 30 TFSI advanced S tronic

Motor

Dreizylinder-Turbobenziner, 999 cm³, 85 kW/116 PS, 200 Nm bei 1500 U/min

Fahrleistungen

9,4 s auf 100 km/h, 203 km/h Spitze

Verbrauch (nach WLTP)

5,9 l Super/100 km, 110 g CO₂/km

Maße

L 4,03 / B 1,74 / H 1,41 m

Kofferraumvolumen

335 – 1090 l

Preis

ab 24.400 Euro

ADAC Messwerte (Auszug)Audi A1 Sportback 30 TFSI advanced S tronic

Überholvorgang 60-100 km/h

5,5 s

Bremsweg aus 100 km/h

35,3 m

Wendekreis

10,9 m

Verbrauch / CO₂-Ausstoß ADAC Ecotest

6,1 l Super/100 km , 168 g CO₂/km (well-to-wheel)

Bewertung ADAC Ecotest (max. 5 Sterne)

****

Reichweite

655 km

Innengeräusch bei 130 km/h

69,9 dB (A)

Leergewicht / Zuladung

1190 / 490 kg

Kofferraumvolumen normal / geklappt / dachhoch

250 / 595 / 965 l

ADAC TestergebnisAudi A1 Sportback 30 TFSI advanced S tronic

Karosserie/Kofferraum

2,9

Innenraum

2,5

Komfort

3,0

Motor/Antrieb

2,0

Fahreigenschaften

2,3

Sicherheit

2,1

Umwelt/Ecotest

2,2

Gesamtnote

2,4

Die Kapitel Sicherheit und Umwelt werden doppelt gewertet

Das hat uns gefallen: Sauberer Abgase. Dynamisches Fahrverhalten. Gutes DSG-Getriebe

Das hat uns nicht gefallen: Sehr hoher Preis. Kein Totwinkelassistent zu haben. 

Dieses Video wird über YouTube abgespielt. Es gelten die Datenschutzbestimmungen von Google. Bild: © Euro NCAP

5 Sterne für den Audi A1

Der Audi A1 erreicht volle 5 Sterne und geht mit den Punktzahlen weit über die dafür erforderlichen Schwellwerte hinaus. Das Fahrzeug ist mit Gurtkraftbegrenzern, Gurtstraffern, Kopfairbags sowie optischen und akustischen Gurtwarnern in der ersten und zweiten Sitzreihe ausgestattet. Für die vorderen Plätze sind zusätzlich Seitenairbags verbaut.

Der Insassenschutz ist sehr gut, das Verletzungsrisiko ist für Erwachsene und Kinder überwiegend gering bis sehr gering. Es sind ISOFIX-Halter an den äußeren hinteren Sitzplätzen wie auch am Beifahrersitz montiert mit i-Size-Kennzeichnung. Der mittlere Sitz hinten ist für gegurtete Kindersitze ungeeignet, die gegurtete Montage auf dem Beifahrersitz ist unkritisch. Der Frontairbag auf der Beifahrerseite ist deaktivierbar.

Der A1 ist mit einem umfassenden Assistenzpaket mit automatischem Notbremsassistenten und aktivem Spurhaltesystem serienmäßig ausgestattet.

Audi A1 Citycarver: Kleinwagen im Offroad-Look

Audi stellt dem viertürigen Kleinwagen A1 Sportback eine hochgelegte Variante zur Seite: Der A1 Citycarver kommt im rustikalen SUV-Look daher, ohne wirklich einer zu sein. Allradantrieb wird nicht angeboten. Preislich liegt der Ableger 1800 Euro über dem normalen A1. Der 4,04 Meter lange A1 Citycarver hat 3,5 Zentimeter mehr Bodenfreiheit als sein Schwestermodell. Das Plus kommt durch ein anderes Fahrwerk sowie größere Räder zustande. Das Räderangebot reicht von 16 bis 18 Zoll.

Auch die Optik unterscheidet sich leicht vom normalen A1 Sportback, zum Beispiel gibt es einen Kühlergrill im Stil der Q-Modelle, Unterfahrschutz, breite Seitenschweller und schwarz beplankte Radläufe.

Die Motorenalette übernimmt der Citycarver nicht komplett vom A1, es fehlt der stärkste Benziner. Die Bandbreite der Motoren reicht daher von 95 bis 150 PS.

Schon gefahren und bewertet

Ford Fiesta Active: Ein Kleinwagen macht auf SUV

Neuer VW Polo: VWs Bestseller spielt Mini-Golf

Neuer BMW 1er: Jetzt mit Frontantrieb

Hier finden Sie viele weitere Fahrberichte und Autotests