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Test: Online-Plattformen für Neuwagen

19.04.2017

In unserem Test haben wir Online-Plattformen für den Neuwagenkauf unter die Lupe genommen. Preislich sind die Anbieter nicht zu schlagen, allerdings gibt es auch Kritik.


 


Über drei Millionen Neuzulassungen gab es im letzten Jahr. Der Weg zum neuen Auto führt heutzutage aber nicht mehr nur zum Händler, sondern immer öfter auch ins Internet. Wer online kauft, kann bares Geld sparen: Im Durchschnitt sind Fahrzeuge hier rund 18 Prozent günstiger als der ausgewiesene Listenpreis.


Aber der Autokauf über eine Vermittlungsplattform ist nicht immer ohne Tücken, wie unser neuester Test von zehn Anbietern zeigt. Für den Test wurden fünf Neuwagen verschiedener Marken und Fahrzeugklassen mit vorab detailliert festgelegter Ausstattung ausgewählt: BMW X3, Audi A4, Skoda Yeti, Opel Corsa und VW Golf Sportsvan. Die Verkaufsgespräche über exakt gleich ausgestattete Neuwagen fanden bei Vertragshändlern in zehn deutschen Städten statt. Die detaillierten Testergebnisse finden Sie hier.


Mangelnde Transparenz im Kaufprozess


Unsere Experten bewerteten zwei Online-Portale mit „gut“, eines mit „mangelhaft“. Der Rest landete im Mittelfeld. Wie in unserem Test im Jahr 2013 konnte sich auch diesmal autohaus24.de als Testsieger behaupten. Schlusslicht ist das Portal APL, das zwar mit sehr hohen Rabatten punktet, aber bei der Transparenz sehr schlecht abschneidet. Darüber hinaus ist die Website nicht benutzerfreundlich und verfügt über keinen eigenen Konfigurator.



Ergebnisse Test Neuwagenkaufportale 2017 

(Klicken Sie auf das Bild. um die Tabelle zu vergrößern)


Erfolgsgarant der Neuwagen-Onlinevermittler ist die Preispolitik. Günstiger als Händler- oder Listenpreise sind alle Anbieter im Test. Nachbessern müssen die Plattformen bei der Transparenz des Kaufprozesses und den Informationen der Kunden über ihre Rechte: Die Hälfte der getesteten Vermittler bekam hier mangelhafte Noten. So wurden Informationspflichten versäumt und Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB) nicht korrekt bereit gestellt oder fehlten völlig. Einige Anbieter behielten sich vor, diese ohne Angaben von Gründen zu ändern. Allerdings ist das von Rechts wegen verboten.  


Kaum Chancen auf Rabatt bei lokalen Händlern


Positiv für den Verbraucher: Auch wenn die meisten Online-Anbieter beim Thema Transparenz und Informationspolitik dringend nachbessern müssen, ändert sich am Recht der Autokäufer nichts. Wird der Kunde nicht richtig über seine Rechte (wie zum Beispiel das Widerrufsrecht) belehrt, stehen ihm diese trotzdem zu. Teilweise sogar deutlich länger als mit Belehrung. 


Auch bei der Nutzerfreundlichkeit gibt es bei den meisten Plattformen noch Verbesserungsbedarf. Hier konnten unsere Tester nur drei Anbietern eine "gute" Bewertung geben. Im Mittelpunkt der Kritik standen die Neuwagen-Konfiguratoren, die nicht das von Hersteller-Websites gewohnte Niveau erreichten. So wurden zum Beispiel nur bei vier Portalen die Nutzer während der Konfiguration deutlich auf Fehler hingewiesen, etwa bei der Dateneingabe. Eine lange Fehlersuche in der Eingabemaske ist für Kunden nicht nur lästig und zeitaufwendig, sondern kann die Lust am Kauf zunichtemachen. 


Neuwagenkaufportale: Vergleichen lohnt sich 

(Klicken Sie auf das Bild, um die Tabelle zu vergrößern)


Service, Beratung, einen Ansprechpartner vor Ort und natürlich die Möglichkeit einer Probefahrt erwarten und bekommen die Autokäufer beim Händler Da diese nach wie vor die erste Adresse beim Kauf von Neufahrzeugen sind, wurden bei 50 Händlern in zehn deutschen Großstädten die Preise für die Test-Fahrzeuge erfragt. 


Ergebnis: Die Händler waren im Durchschnitt sechs Prozent teurer als die Internetangebote. 30 der 50 befragten Händler boten keinen weiteren Rabatt, nachdem unsere Tester auf den günstigeren Online-Preis hingewiesen hatten. Die übrigen 20 stellten daraufhin einen Rabatt von knapp unter 1000 Euro (Durchschnittswert) in Aussicht, blieben damit aber immer noch über den Online-Preisen.


Tipps zum Online-Autokauf finden Sie hier.


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