Heizkosten sparen: Die 10 wichtigsten Tipps

• Lesezeit: 6 Min.

Von Christoph Henn , Konstantin Grassl

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Eine Männerhand an einem Heizungsregler
Wer die Heizung passend zum Raum einstellt, kann ordentlich Kosten sparen© Shutterstock/Frank Lambert

Heizen macht im Haushalt im Durchschnitt rund 70 Prozent des gesamten Energieverbrauchs aus. Mit diesen Tipps können Sie im Haus oder Ihrer Wohnung deutlich Heizkosten sparen.

  • Jeder Grad weniger Raumtemperatur senkt den Energieverbrauch um rund 6 Prozent

  • Heizkörper entlüften und ein hydraulischer Abgleich sparen je bis zu 15 Prozent Energie

  • Dauerhaft gekippte Fenster und eine zu hohe Vorlauftemperatur treiben die Heizkosten

Warum sind meine Heizkosten so hoch?

Die Preise für Gas, Öl, Holzpellets und Fernwärme sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen und bleiben für viele Haushalte eine finanzielle Belastung. Wenn Ihre Heizkosten zu Hause hoch sind, kann das allerdings auch folgende Ursachen haben:

  • Falsches Heiz- und Lüftungsverhalten: Dauerhaft gekippte Fenster und zu hohe Raumtemperaturen treiben den Verbrauch an Heizenergie nach oben.

  • Schlecht eingestellte Heizung: Luft im Heizkörper, eine zu hohe Vorlauftemperatur oder ein fehlender hydraulischer Abgleich kosten unnötig Energie.

  • Zustand und Lage des Gebäudes: Ungedämmte Altbauten, Wohnungen unter dem Dach oder über einem kalten Keller verlieren mehr Wärme.

  • Kalter Winter: Eine lange Heizperiode erhöht den Verbrauch und somit die Kosten, auch wenn sich am eigenen Verhalten nichts ändert.

  • Hohe Kosten trotz wenig Heizen: In Mehrfamilienhäusern entfällt ein Teil der Kosten unabhängig vom eigenen Verbrauch auf alle Mieter. Wer selbst kaum heizt, aber kalte Nachbarwohnungen oder Außenwände hat, zahlt trotzdem mit. Es lohnt sich ein Blick in die Abrechnung.

Heizkosten sparen: Die 10 besten Tipps

Die folgenden Tipps zum Heizkostensparen sind nach Aufwand sortiert, von kostenlos und sofort umsetzbar bis zur Arbeit für den Fachbetrieb.

Tipp 1: Raumtemperatur an den Raum anpassen

Nicht jeder Raum muss gleich warm sein. Jeder Grad weniger spart rund 6 Prozent Energie. Wer die Temperatur gezielt an die Nutzung anpasst und das Thermostat richtig einstellt, senkt die Heizkosten, ohne zu frieren. Das Umweltbundesamt empfiehlt Folgendes:

  • Wohnzimmer: 20 Grad

  • Küche: 18 Grad

  • Schlafzimmer: 17 Grad

  • Nachts oder bei einigen Stunden Abwesenheit: 18 Grad

  • Bei mehreren Tagen Abwesenheit: 15 Grad

Tipp 2: Stoßlüften statt Fenster kippen

Ein dauerhaft gekipptes Fenster kühlt den Raum aus, während die Heizung weiterläuft. Besser: drei- bis fünfmal täglich etwa 5 Minuten stoß- oder querlüften. Drehen Sie die Heizung vorher ab, damit sie nicht gegen die kalte Luft anheizt. So tauschen Sie die Luft aus, ohne dass Wände und Möbel auskühlen.

Tipp 3: Smarte Thermostate nutzen

Digitales Thermostat an einer Heizung
Smarte Heizkörperthermostate regeln die Temperatur automatisch© IMAGO/DeFodi Images

Programmierbare und smarte Heizkörperthermostate regeln die Temperatur automatisch und senken den Verbrauch um bis zu 10 Prozent. Programmierbare Modelle gibt es ab etwa 15 Euro, smarte Systeme ab etwa 40 Euro. Die Montage gelingt in der Regel ohne Werkzeug und ist auch in Mietwohnungen erlaubt. Worauf es ankommt:

  • Zeitschaltuhr oder App: Für die meisten Haushalte reicht eine einfache Zeitschaltuhr, die morgens und abends feste Heizzeiten vorgibt. Die App-Steuerung bietet vor allem Komfort, etwa für spontane Änderungen von unterwegs.

  • Fenstererkennung: Smarte Modelle erkennen einen plötzlichen Temperaturabfall beim Lüften und drosseln die Heizung automatisch.

Tipp 4: Heizung entlüften

Luft im Heizkörper verhindert, dass das Heizwasser die gesamte Fläche erwärmt. Das kostet Leistung und Geld, bis zu 15 Prozent lassen sich durch Entlüften sparen. Warnzeichen sind:

  • Gluckernde Geräusche im Heizkörper

  • Der Heizkörper wird ungleichmäßig oder gar nicht warm

  • Der Verbrauch steigt unerwartet

Wenn die Heizung normal arbeitet, reicht ein Entlüften oft alle zwei bis drei Jahre, und zwar immer vor Beginn der Heizsaison.

Tipp 5: Heizkörper frei halten

Möbel, Vorhänge und Verkleidungen blockieren die Wärmeabgabe, die Wärme staut sich dann hinter dem Hindernis und erreicht den Raum kaum. Auch Staub zwischen den Lamellen mindert die Heizleistung. Halten Sie Heizkörper deshalb frei und reinigen Sie sie regelmäßig.

Tipp 6: Fenster und Türen abdichten

Durch undichte Stellen an Fenstern und Türen entweicht Wärme, oft unbemerkt. Mit diesen Maßnahmen verbessern Sie die Dämmung in Haus und Wohnung ohne großen Aufwand:

  • Türen schließen: Zwischen geheizten und ungeheizten Räumen wie Flur oder Keller

  • Rollläden und Vorhänge: Abends geschlossen, verhindern sie bis zu 20 Prozent Wärmeverlust

  • Dichtungen an Türen und Fenstern erneuern: Dichtungsbänder und Zugluftstopper sparen im besten Fall mehrere Hundert Euro im Jahr

  • Dämmplatten in Heizkörpernischen: Sie mindern den Wärmeverlust dort um bis zu 80 Prozent

Tipp 7: Warmwasser sparsamer nutzen

Neben dem Heizen verursacht auch die Warmwasserbereitung einen erheblichen Teil der Energiekosten. In vielen Haushalten ist sie nach der Raumwärme der zweitgrößte Posten.

Ein Sparduschkopf halbiert den Wasserverbrauch, ohne dass der Duschkomfort spürbar leidet. Kürzer duschen statt baden spart zusätzlich.

Bei Warmwasserspeichern ist eine Temperatur von 60 Grad der beste Kompromiss aus Hygiene und Effizienz: Sie schützt zuverlässig vor Keimen, ohne unnötig Energie zu verbrauchen.

Tipp 8: Heizkurve und Heizungsrohre optimieren

Eine zu hoch eingestellte Heizkurve verschwendet Energie. Senken Sie die Vorlauftemperatur schrittweise und prüfen Sie jeweils, ob die Räume noch ausreichend warm werden. Zusätzlich lässt sich eine Nachtabsenkung einstellen, damit die Heizung nachts weniger leistet.

Ungedämmte Heizungsrohre in Keller und Heizraum geben unnötig Wärme ab. Mit Dämmschalen aus dem Baumarkt lässt sich das günstig beheben. Ein versteckter Stromfresser ist außerdem die alte Heizungspumpe, die oft rund um die Uhr läuft. Mehr dazu im Artikel zum Stromsparen.

Tipp 9: Hydraulischer Abgleich und Wartung

Luftwärmepumpe steht vor einem Haus
Eine Wärmepumpe nutzt Umweltwärme zum Heizen und arbeitet besonders effizient in gut gedämmten Häusern© IMAGO/rheinmainfoto

Beim hydraulischen Abgleich wird die Heizungsanlage so eingestellt, dass jeder Heizkörper genau die Wärmemenge erhält, die er braucht. Das spart bis zu 15 Prozent der Heizkosten. Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus fallen etwa 925 Euro an. Sinnvoll ist ein Abgleich nach jeder baulichen Veränderung, etwa nach einem Fenstertausch oder einer Dämmung. Ergänzend sollte die Heizung regelmäßig von einem Fachbetrieb gewartet werden, damit sie dauerhaft effizient arbeitet.

Tipp 10: Energiepreise vergleichen

Wer mit Gas heizt, sollte den Tarif regelmäßig prüfen und gegebenenfalls den Anbieter wechseln. Heizöl und Holzpellets kaufen Sie am besten in Phasen niedriger Preise. Ein Vergleich spart oft mehrere Hundert Euro im Jahr.

Hinweis für Mieter: Bei einer Zentralheizung können Sie den Versorger nicht selbst wählen, das entscheidet der Vermieter.

Maßnahmen im Überblick: So viel Heizkosten können Sie sparen

MaßnahmeKostenEinsparung (bis zu)Für Mieter

Raumtemperatur 1 Grad senken

0 €

bis zu 6 % pro Grad

Ja

Stoßlüften statt Kippen

0 €

bis zu 15 %

Ja

Heizkörper entlüften

0 bis 5 €

bis zu 15 %

Ja

Programmierbare/smarte Thermostate

ab 15 bzw. 40 €

bis zu 10 %

Ja

Rollläden/Vorhänge schließen

0 €

bis zu 20 % weniger Wärmeverlust am Fenster

Ja

Sparduschkopf

ab 10 €

bis zu 50 % Wasser

Ja

Heizungsrohre dämmen

2 bis 9 € pro Meter, je nach Dämmmaterial

bis zu 26 € pro Meter und Jahr

Nein

Hydraulischer Abgleich

ca. 925 € (EFH)

bis zu 15 %

Nein

Tarif-/Anbieterwechsel

0 €

mehrere 100 €/Jahr

Teilweise

Messund eines Hauses mit einer Wärmebildkamera
Wo ist das Haus schlecht gedämmt? Spezielle Wärmebildkameras zeigen Schwachstellen, die viel Geld kosten können© iStock.com/Suljo
Größere Maßnahme: Energetische Sanierung

Wer langfristig am meisten Heizkosten sparen will, kommt an der energetischen Sanierung des Gebäudes kaum vorbei. Dämmung, neue Fenster oder ein moderner Wärmeerzeuger senken den Energiebedarf dauerhaft. Alle Informationen dazu finden Sie in unserem Ratgeber zur energetischen Sanierung.

Stimmen diese Mythen zum Heizen?

Rund ums Heizen halten sich viele Aussagen hartnäckig. Fünf davon im Faktencheck:

  • Mythos 1: Bei Abwesenheit die Heizung ganz ausschalten spart am meisten.

    Ausgekühlte Wände brauchen viel Energie zum Aufheizen und erhöhen das Schimmelrisiko. Besser ist es, die Temperatur auf 15 bis 18 Grad abzusenken.

  • Mythos 2: Thermostat auf Stufe 5 heizt schneller.

    Die Stufe legt nur die Zieltemperatur fest, nicht die Geschwindigkeit, mit der der Raum warm wird. Stufe 3 entspricht etwa 20 Grad. Dieser Artikel erklärt, wie Sie das Heizungsthermostat richtig einstellen.

  • Mythos 3: Kalte Räume lassen sich mit der Wärme aus Nachbarräumen heizen.

    Dieser Mythos stimmt nicht. Warme, feuchte Luft schlägt sich an kalten Wänden nieder und fördert Schimmel. Halten Sie Türen zu kühleren Räumen deshalb geschlossen.

  • Mythos 4: Reflexionsfolie hinter dem Heizkörper spart viel.

    Der Effekt von Alufolie oder speziellen Reflexionsfolien mit Schaumstoffdämmung und Aluminiumschicht ist gering: Höchstens 4 Prozent sind möglich, und das nur in schlecht gedämmten Häusern.

  • Mythos 5: Nachtabsenkung lohnt sich nicht.

    In den meisten Gebäuden spart sie Energie. Ausnahmen gibt es bei Fußbodenheizungen und Wärmepumpen in gut gedämmten Häusern, dort lohnt sich die Absenkung kaum.