Spritpreise weiter auf Rekordkurs: Diesel mit neuem Allzeithoch

Ein Schild an einer Tankstelle zeigt die aktuellen Spritpreise
Der Liter Diesel kostete am 17. Oktober 2021 im Schnitt erstmals 1,555 Euro und war damit so teuer wie nie zuvor ∙ © dpa/Sven Simon

Diesel ist an Tankstellen in Deutschland so teuer wie noch nie. Auch Super kratzt am Allzeithoch. Die Gründe für die hohen Spritpreise und wo Autofahrende dennoch günstiger tanken können.

  • Diesel knackt Rekordmarke aus dem Jahr 2012

  • ADAC: Spritkosten stoßen für viele Menschen an Belastungsgrenze

  • Überblick: Das kosten Benzin und Diesel in den Nachbarländern

Die Spritpreise steigen erneut kräftig. In der aktuellen ADAC Auswertung übertrifft Diesel noch einmal das Allzeithoch vom Sonntag und auch Superbenzin nähert sich weiter dem höchsten jemals gemessenen Literpreis.

Diesel kostet im Bundesdurchschnitt 1,560 Euro je Liter, das sind 3,4 Cent mehr als in der Vorwoche und 0,5 Cent mehr als beim Allzeithoch am Sonntag. Für einen Liter Super E10 muss man aktuell 1,671 Euro bezahlen, das sind 2,4 Cent mehr als in der Vorwoche. Bis zum Allzeithoch, das mit 1,709 Euro je Liter am 13. September 2012 erreicht wurde, fehlen nur noch 3,8 Cent.

Spritpreis auf Rekordniveau: Das sind die Gründe

Als Grund für den Rekordpreis beim Diesel nennt ADAC Sprit-Experte Jürgen Albrecht die erneut gestiegenen Rohölpreise sowie die verstärkte Nachfrage nach Heizöl. Ein Barrel der Sorte Brent kostet derzeit rund 85 Dollar und damit so viel wie noch nie in diesem Jahr.

Für die hohen, wenn auch noch nicht auf dem Höchststand befindlichen Benzinpreise sorgt außerdem die CO₂-Abgabe von 7 Cent pro Liter Benzin.

Brennstoffemissionshandelsgesetz: Darum wird Benzin zwischen 2021 und 2025 teurer

Kraftstoffpreise: Das fordert der ADAC

Angesichts immens steigender Kraftstoffpreise appelliert ADAC Verkehrspräsident Gerhard Hillebrand an die zukünftigen Regierungsparteien, "jegliche Gedankenspiele über ein schnelleres Ansteigen des CO₂-Preises zu unterlassen".

Das Preissignal, das mit einem höheren CO₂-Preis beabsichtigt wird, setze der Energiemarkt derzeit aus anderen Gründen schon selbst – und zwar mehr als den Verbrauchern lieb ist, so Hillebrand: "Aufgabe der zukünftigen Regierung ist es, Mobilität und Klimaschutz zu vereinbaren. Dabei muss es gelingen, dass auch Menschen mit niedrigem Einkommen mobil bleiben können. Die aktuelle Entwicklung bei den Kraftstoffpreisen führt dazu, dass die Kosten für viele Menschen bereits nahe an eine Belastungsgrenze stoßen."

Diesel und Benzin: So können Sie günstig tanken

Mit der Wahl der richtigen – und damit günstigsten – Tankstelle sowie der Wahl des richtigen Tankzeitpunkts kann jeder Einzelne nicht nur viel Geld sparen. Auch der Wettbewerb auf dem Kraftstoffmarkt wird angeheizt. Dies führt letztlich zu sinkenden Kraftstoffpreisen.

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Autofahrende sollten deshalb mehr denn je vor dem Tanken die Spritpreise vergleichen und an teuren Tankstellen vorbeifahren. Wer zum Beispiel an einer der Autobahntankstellen tankt, zahlt meist über 20 Cent je Liter mehr als an anderen Tankstationen.

Wer tankt, sollte auch die Preisunterschiede im Tagesverlauf beachten. Am günstigsten ist Kraftstoff laut einer aktuellen ADAC Studie in der Regel zwischen 18 und 19 sowie zwischen 20 und 22 Uhr.

Das kostet Sprit in den Nachbarländern

Mehr Preistransparenz an der Tankstelle

Ab sofort müssen größere Tankstellen in Deutschland Kunden und Kundinnen einen Energiekostenvergleich bieten. Plakate oder digitale Anzeigen informieren über die Energiekosten der verschiedenen Antriebsarten.

Autofahrende können je nach Fahrzeuggröße die Kosten ablesen, die eine 100-Kilometer-Fahrt verursacht. Berücksichtigt werden sieben verschiedene Energieträger von Superbenzin über Erdgas und Strom bis zu Wasserstoff. Der Vergleich soll künftige Kaufentscheidungen erleichtern.

Deutschland setzt damit eine EU-Richtlinie um. Die Zahlen werden vierteljährlich vom Bundeswirtschaftsministerium aktualisiert.

Ausführliche Informationen zum Kraftstoffmarkt und aktuelle Preise lesen Sie hier.