Benzinpreis und Dieselpreis aktuell: Ende der hohen Tankstellenpreise?

Alles Super? Zumindest werden Benzin und Diesel wieder deutlich günstiger
Alles Super? Zumindest werden Benzin und Diesel wieder deutlich günstiger© dpa/Michael Probst

Benzin- und Dieselpreise sinken vorerst weiter. Trotzdem empfinden viele Autofahrende besonders den Dieselpreis weiterhin als viel zu hoch. Wie und wann Sie Sprit tanken sollten, damit Sie am Ende trotzdem Tankkosten sparen.

  • Dieselpreis sinkt um 5,6 Cent, Benzinpreis um 4,6 Cent je Liter

  • ADAC Fachleute: Vor allem Diesel müsste deutlich billiger sein

  • 20 Cent pro Liter und mehr sparen? So geht's

Dieselpreis und Benzinpreis sinken deutlich

Der Benzinpreis sinkt ebenso wie der Dieselpreis. So kostet ein Liter Super E10 im deutschlandweiten Schnitt aktuell 1,739 Euro, das ist ein Minus von 4,6 Cent im Vergleich zur Vorwoche. Noch etwas deutlicher ist der Rückgang beim Diesel: Für einen Liter müssen die Autofahrerinnen und Autofahrer derzeit 1,843 Euro bezahlen und damit 5,6 Cent weniger als in der Woche zuvor. Das ergibt eine Auswertung der ADAC Spritpreis-Fachleute vom 29. November.

Tankstellenpreise fallen: Das sind die Gründe

Dass die Spritpreise sinken, liegt einerseits an der Entspannung am Rohölmarkt. Der Preis für ein Barrel Öl der Sorte Brent pendelt sich mittlerweile um die 85 US-Dollar ein, nachdem er vor gut zwei Wochen noch bei 95 Dollar lag. Andererseits ist auch der wieder erstarkte Wettbewerb auf dem Kraftstoffmarkt für den Abwärtstrend bei den Spritpreisen mitverantwortlich.

ADAC: Trotzdem ist der Dieselpreis zu hoch

Nach Ansicht der ADAC Fachleute müssen die Preise an den Tankstellen jedoch weiter sinken, vor allem Diesel ist weiter zu teuer. Hintergrund: Für einen Liter Diesel fallen rund 20 Cent weniger Steuer an, tatsächlich liegt der Dieselpreis um rund zehn Cent über dem von Super E10.

So wird Tanken für Sie günstiger

Viele Autofahrerinnen und Autofahrer leiden trotz sinkender Spritpreise unter den insgesamt immer noch hohen Tankkosten. Neben einer spritsparenden Fahrweise lassen sich mit diesen Tipps schnell ein paar Euro sparen:

  • Abends statt morgens tanken: Wer tankt, sollte auch die Preisunterschiede im Tagesverlauf (siehe Grafik) beachten. Am günstigsten ist Kraftstoff laut einer ADAC Studie in der Regel zwischen 18 und 19 Uhr sowie zwischen 20 und 22 Uhr. Die Auswertung zeigt, dass sich zu diesen Uhrzeiten rund 12 Cent je Liter im Vergleich zur teuersten Tageszeit (7 Uhr morgens) sparen lassen.

  • Die erstbeste Tankstelle ist nicht immer die günstigste: Autofahrende sollten deshalb vor dem Tanken Spritpreise vergleichen und an teuren Anbietern vorbeifahren. Die Preisunterschiede der Tankstellen betragen bis zu sieben Cent je Liter, manchmal sogar noch mehr. So spart man nicht nur, sondern fördert auch den Wettbewerb auf dem Kraftstoffmarkt.

  • Auf teures E5 verzichten: In der Regel vertragen alle Benziner ab Produktionsdatum November 2010 Super E10. Daher sollte man auf das teurere E5 nach Möglichkeit verzichten. So lassen sich je Liter im Schnitt weitere fünf bis sechs Cent sparen.

  • Tankrabatt mit der ADAC Kreditkarte mitnehmen: Mit der ADAC Kreditkarte und dem Paket Sparen erhalten Sie weltweit zwei Prozent ADAC Tankrabatt auf Tankstellenumsätze. Aus technischen Gründen sind einzelne Tankstellen, die zu Super- oder Baumärkten gehören, ausgeschlossen.

  • ADAC Mitgliedsausweis vorzeigen: ADAC Mitglieder sparen mit der Clubkarte an allen Shell- und Agip/Eni-Tankstellen 1 Cent pro Liter.

Tankkosten 2022 so hoch wie noch nie

Die vor allem durch den Ukraine-Krieg ausgelöste Krise macht 2022 für Autofahrende zum teuersten Tankjahr aller Zeiten. Das steht bereits jetzt fest. Super E10 kostete im Durchschnitt der Monate Januar bis November 1,875 Euro je Liter, das sind 28,6 Cent mehr als 2012, das bislang das teuerste Tankjahr war. Bei Diesel lag der Durchschnittspreis der letzten elf Monate bei 1,958 Euro je Liter, das ist gegenüber 2012 sogar eine Preisdifferenz von 48,0 Cent.

Ebenfalls bemerkenswert: 2022 gab es bis einschließlich November keinen einzigen Monat, in dem Super E10 oder Diesel unter dem Durchschnittswert des bisherigen Rekordjahrs 2012 lag.

Spritpreise: Mögliche Entwicklung

Ob die Benzin- und Dieselpreise jetzt dauerhaft niedrig bleiben oder wieder ansteigen, ist schwer vorherzusagen. Das von der EU ab 5. Dezember umgesetzte Embargo für russisches Öl dürfte nach Ansicht des ADAC keine größeren Auswirkungen auf die Spritpreise in Deutschland haben, da jetzt schon kaum noch Öl aus Russland bezogen wird. Außerdem hatten die Märkte Zeit, sich darauf einzustellen. Die künftige Verknappung ist teilweise schon jetzt in hohen Preisen vorweggenommen.

Weitere positive Entwicklung für Autofahrende: Die im Rahmen der CO₂-Abgabe ursprünglich vorgesehene Erhöhung bei Benzin und Dieselkraftstoff ab 1. Januar 2023 wird um ein Jahr verschoben. Der Preis pro ausgestoßener Tonne Kohlendioxid liegt daher im Jahr 2023 weiterhin bei 30 Euro. Ab Anfang 2024 soll dann ein Preis von 35 Euro gelten, was
umgerechnet zu einem Aufschlag auf den Liter Benzin bzw. Diesel von rund 1,5 Cent führt.