Spritpreise: Benzin verbilligt sich deutlich

Ein Schild an einer Tankstelle zeigt die aktuellen Spritpreise
Rekordverdächtige Spritpreise: Beim Tanken müssen Autofahrer derzeit tief in die Tasche greifen ∙ © dpa/SVEN SIMON

Der Höhenflug der Spritpreise ist vorerst gestoppt. Super E10 verbilligt sich im Vergleich zur Vorwoche deutlich und auch Diesel ist wieder günstiger. Das ergibt die wöchentliche ADAC Auswertung der Kraftstoffpreise. Das Preisniveau ist aber nach wie vor zu hoch.

  • Super E10 nach zwölfwöchigem Anstieg wieder billiger

  • Auch Dieselpreise geben nach

  • ADAC: Spritkosten bringen viele Menschen weiter an Belastungsgrenze

Vor allem Fahrer von Benziner-Pkw tanken jetzt günstiger. Ein Liter Super E10 kostet im bundesweiten Mittel 1,671 Euro und damit 2,1 Cent weniger als in der Vorwoche. Zuvor war Benzin zwölf Wochen in Folge teurer geworden. Vom Allzeithoch am 13. September 2012 ist E10 damit nun wieder 3,8 Cent entfernt.

Der Preis für Diesel ist im Vergleich zur Vorwoche um 0,6 Cent gesunken und liegt aktuell bei 1,551 Euro je Liter.

Die Preisdifferenz zwischen beiden Kraftstoffsorten ist mit der jüngsten Entwicklung wieder geringer geworden. Diesel ist nur noch 12 Cent günstiger als Super E10. Der steuerliche Unterschied zwischen beiden Sorten liegt jedoch bei über 20 Cent je Liter.

ADAC: Preisniveau weiterhin zu hoch

Hintergrund des aktuellen Preisrückgangs ist die leichte Entspannung am Rohölmarkt. Ein Barrel der Sorte Brent kostet aktuell gut 82 US-Dollar, das sind rund vier Dollar weniger als Ende Oktober. Diese Entspannung wird in ihren Auswirkungen allerdings durch die Schwäche des Euro gegenüber dem US-Dollar etwas gedämpft.

Insgesamt gesehen sind die Kraftstoffpreise nach Einschätzung des ADAC aber immer noch zu hoch und es bieten sich Spielräume für einen weiteren Rückgang.

Preissprung zum Jahreswechsel

Für die trotz des Rückgangs hohen Kraftstoffpreise sorgen nicht nur Rohölkurse, Marktsituation und saisonale Effekte, sondern auch die CO₂-Abgabe, die bis 2025 schrittweise angehoben wird.

Die nächste Stufe tritt zum Jahreswechsel 2021/2022 in Kraft. Dann dürften Benzin und Diesel um zusätzliche rund 1,5 Cent je Liter teurer werden.

Brennstoffemissionshandelsgesetz: Darum wird Benzin zwischen 2021 und 2025 teurer

Kraftstoffpreise: Das fordert der ADAC

Angesichts der seit Jahresbeginn immens gestiegenen Kraftstoffpreise appelliert ADAC Verkehrspräsident Gerhard Hillebrand an die zukünftigen Regierungsparteien, "jegliche Gedankenspiele über ein schnelleres Ansteigen des CO₂-Preises zu unterlassen".

Das Preissignal, das mit einem höheren CO₂-Preis beabsichtigt wird, setze der Energiemarkt derzeit aus anderen Gründen schon selbst – und zwar mehr als den Verbrauchern lieb ist, so Hillebrand: "Aufgabe der zukünftigen Regierung ist es, Mobilität und Klimaschutz zu vereinbaren. Dabei muss es gelingen, dass auch Menschen mit niedrigem Einkommen mobil bleiben können. Die aktuelle Entwicklung bei den Kraftstoffpreisen führt dazu, dass die Kosten für viele Menschen bereits nahe an eine Belastungsgrenze stoßen."

Diesel und Benzin: So können Sie günstig tanken

Mit der Wahl der richtigen – und damit günstigsten – Tankstelle sowie der Wahl des richtigen Tankzeitpunkts kann jeder Einzelne nicht nur viel Geld sparen. Auch der Wettbewerb auf dem Kraftstoffmarkt wird angeheizt. Dies führt letztlich zu sinkenden Kraftstoffpreisen.

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Autofahrende sollten deshalb mehr denn je vor dem Tanken die Spritpreise vergleichen und an teuren Tankstellen vorbeifahren. Wer zum Beispiel an einer der Autobahntankstellen tankt, zahlt meist über 20 Cent je Liter mehr als an anderen Tankstationen.

Wer tankt, sollte auch die Preisunterschiede im Tagesverlauf beachten. Am günstigsten ist Kraftstoff laut einer aktuellen ADAC Studie in der Regel zwischen 18 und 19 sowie zwischen 20 und 22 Uhr.

Mehr Preistransparenz an der Tankstelle

Ab sofort müssen größere Tankstellen in Deutschland Kunden und Kundinnen einen Energiekostenvergleich bieten. Plakate oder digitale Anzeigen informieren über die Energiekosten der verschiedenen Antriebsarten.

Autofahrende können je nach Fahrzeuggröße die Kosten ablesen, die eine 100-Kilometer-Fahrt verursacht. Berücksichtigt werden sieben verschiedene Energieträger von Superbenzin über Erdgas und Strom bis zu Wasserstoff. Der Vergleich soll künftige Kaufentscheidungen erleichtern.

Deutschland setzt damit eine EU-Richtlinie um. Die Zahlen werden vierteljährlich vom Bundeswirtschaftsministerium aktualisiert.

Ausführliche Informationen zum Kraftstoffmarkt und aktuelle Preise lesen Sie hier.