Neuzulassungen weiter schwach – aber E-Autos boomen

Zwei Elektroautos stehen an einer Ladesäule
Der Höhenflug geht weiter: 23.816 Elektroautos wurden im April neu zugelassen ∙ © imago images/Action Pictures

Der Automarkt erholt sich nur schleppend: Das Vor-Corona-Niveau wird weiterhin nicht erreicht. Deutlich über dem Durchschnitt liegen allerdings die Neuzulassungen von Elektroautos.

  • VW verteidigt Favoritenrolle als stärkste Automarke

  • Hybridfahrzeuge erreichen Marktanteil von 27,9 Prozent

  • Durchschnittlicher CO₂-Ausstoß verringerte sich um 16,3 Prozent

Im April 2021 gab es laut Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) 229.650 Pkw-Neuzulassungen: Das ist zwar ein Plus von 90 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, der April 2020 war aber durch den ersten Lockdown gekennzeichnet von geschlossenen Autohäusern und Zulassungsstellen.

Im Zwei-Jahres-Vergleich ist der April 2021 dagegen schwach: So hatte es im Jahr 2019 noch 310.715 April-Neuzulassungen gegeben, was ein Minus von rund 26 Prozent bedeutet.

Insgesamt haben die Deutschen in den ersten vier Monaten dieses Jahres 886.102 Autos gekauft, 7,8 Prozent mehr als zwischen Januar und April 2020.

Elektroautos weiter stark nachgefragt

Ungebrochen bleibt der Trend zum Elektroauto: Mit 23.816 Exemplaren im April ist inzwischen rund jeder zehnte neu zugelassene Pkw (10,3%) elektrisch angetrieben. Auch Hybridfahrzeuge konnten wieder deutlich zulegen und erreichen mittlerweile einen Marktanteil von 27,9 Prozent (Plug-in-Hybride: 11,8%).

Spitzenreiter bei den Antriebsarten sind aber weiterhin Pkw mit Benzinmotoren mit 39,2 Prozent. Nur noch einen Marktanteil von 21,9 Prozent erreichen hingegen dieselbetriebene Fahrzeuge.

Der durchschnittliche CO₂-Ausstoß der neu zugelassenen Pkw verringerte sich im Vergleich zum Vorjahresmonat um 16,3 Prozent und lag im April bei 126,4 g/km.

Alle deutsche Marken mit Zuwächsen

Alle deutschen Autobauer konnten ihre Zulassungszahlen im Vergleich zum außergewöhnlich schlechten April 2020 massiv steigern, bei Opel (+174,6%), Mercedes (+158,5%) und VW (+108,4%) fielen diese sogar dreistellig aus. Nachgefragt waren auch Audi (+87,4%) und BMW (+64,7%) mit hohen zweistelligen Zuwächsen.

Mit einem Marktanteil von 18,8 Prozent aller Neuzulassungen bleibt der bisherige Branchenprimus VW auch im April die mit Abstand am stärksten nachgefragte Marke – deutlich vor Mercedes (9,6%), BMW (8,9%) und Audi (7,3%).

Importmarken: Gewinner und Verlierer

Mit Ausnahme von Tesla (-23,8%) konnten auch alle Importmarken ihre Verkaufszahlen im Vergleich zum schwachen Vorjahresmonat steigern. Die höchsten Zulassungssteigerungen in der Monatsbilanz hatten Mazda (+147,2%), Nissan (+146,1%), Jeep (+141,8%), Hyundai (+135,0%), Peugeot (+123,4%), Citroën (+115,2%) und Ssangyong (+106,9%).

Škoda war mit einem Neuzulassungsanteil von 5,9 Prozent die anteilsstärkste Importmarke, gefolgt von Seat und Renault mit je 3,9 Prozent aller Neuzulassungen.

Dr. Norbert Prack
Redakteur
Kontakt
Katharina Dümmer
Redakteurin
Kontakt

Wie hat Ihnen der Artikel gefallen?