Pkw-Neuzulassungen: Schwächster September-Wert seit 1991

Eine Autoverkäuferin lächelt am Tisch einer Kundin beim Vertragsabschluss zu.
Die Zahl der Pkw-Neuzulassungen ist im Vergleich zum August 2021 wieder leicht gestiegen ∙ © Shutterstock/Branislav Nenin

Der Automarkt schwächelt weiterhin: Im September 2021 gab es knapp 26 Prozent weniger Pkw-Neuzulassungen als im September des Vorjahres. Die 10 Automarken mit den meisten Neuzulassungen verbuchten alle Rückgänge. Eine Antriebsart aber ist auf dem Vormarsch.

  • VW verteidigt Spitzenposition bei den Neuzulassungen

  • Elektro-Pkw legten im September um 58,8 Prozent zu

  • Durchschnittlicher CO₂-Ausstoß verringert sich um 16,9 Prozent

  • Bei den Modellen schließt Tesla Model 3 zum VW Golf auf

Im September 2021 gab es laut Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) 196.972 Pkw-Neuzulassungen. Gegenüber September 2020 ist dies ein Rückgang von 25,7 Prozent und der schwächste September-Wert seit 1991. Auch der Vergleich der ersten neun Zulassungsmonate 2021 mit dem Vorjahreszeitraum zeigt ein leichtes Minus von 1,2 Prozent. Der Grund für die rückläufigen Zahlen: Die Auslieferung vieler Neuwagen verzögert sich wegen Chip-Engpässen bei den Herstellern.

Nur zwei Gewinner unter den deutschen Marken

Bei den deutschen Automarken zeigt sich ein durchweg negatives Bild. Nur Smart erreichte mit 23,0 Prozent ein ordentliches Zulassungsplus, Porsche konnte um 3,9 Prozent zulegen.
Alle weiteren deutschen Marken verzeichneten gegenüber dem Vorjahresmonat deutliche Rückgänge, die bei Mercedes (-49,8 Prozent), Mini (-45,0 Prozent), Audi (-38,9 Prozent), VW (-23,3 Prozent) und BMW (-18,7 Prozent) am stärksten ausfielen.

Trotz Einbußen von minus 23,3 Prozent bleibt VW mit einem Marktanteil von 15,7 Prozent auch im September die am stärksten nachgefragte deutsche Automarke – deutlich vor BMW (8,4 Prozent), Mercedes (7,0 Prozent), Opel (6,7 Prozent) und Audi (5,0 Prozent).

Importmarken: Tesla und fünf weitere im Plus

Bei den Importmarken konnten Tesla (+157,8 Prozent), Polestar (+108,7 Prozent), DS (+73,8 Prozent), Suzuki (+50,0 Prozent), Lexus (+20,1 Prozent) und SsangYong (+12,7 Prozent) gegenüber September 2020 teils deutlich zulegen.

Für die weiteren Importmarken verzeichnete die Statistik rückläufige Zulassungszahlen, die bei Jaguar mit -60,7 Prozent am deutlichsten ausfielen, gefolgt von Ford (-51,3 Prozent), Peugeot (-49,2 Prozent), Alfa Romeo (-48,8 Prozent), Škoda (-47,5 Skoda), Nissan (-41,4 Prozent) und Jeep (-41,2 Prozent). Anteilsstärkste Importmarke war erneut Hyundai mit 5,3 Prozent, gefolgt von Škoda (4,8 Prozent).

Tesla Model 3 und VW Golf fast gleichauf

Bei den meistverkauften Modellen muss der Dauerführende VW Golf erstmals seit Ewigkeiten um seine Vorherrschaft bangen. Zwar ist der Golf mit 6886 neu zugelassenen Exemplaren auch im September weiter auf Platz 1. Doch mit nur 58 weniger verkauften Autos ist ihm das Model 3 von Tesla (6828) dicht auf den Fersen. Danach klafft eine größere Lücke zum Opel Corsa (4205) auf Platz 3 und Fiat 500 (3211) auf Platz 4.

E-Autos gewinnen weiter Marktanteile

Weiter auf dem Vormarsch sind alternative Antriebe: Mit 33.655 neu zugelassenen Exemplaren erreichten Elektro-Pkw einen Marktanteil von 17,1 Prozent, Plug-in-Hybride hatten mit 22.842 Fahrzeugen einen Marktanteil von 11,6 Prozent.

Die Wachstumsdynamik spricht hier deutlich zugunsten des reinen E-Antriebs. Während Elektro-Pkw bei den Neuzulassungen gegenüber September 2020 um 58,8 Prozent zulegten, betrug der Zuwachs bei den Plug-in-Hybriden nur 13,5 Prozent.

Die traditionellen Verbrenner befinden sich weiter im Sinkflug. Die Neuzulassungen von Benzinern gingen um 41,4 Prozent zurück, die bei Dieselfahrzeugen sogar um 53,9 Prozent. Der durchschnittliche CO₂-Ausstoß der neu zugelassenen Pkw verringerte sich im September 2021 im Vergleich zum Vorjahresmonat um 16,9 Prozent und lag bei 111,6 g/km.

Dr. Norbert Prack
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Katharina Dümmer
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