Pkw-Neuzulassungen: Absatz von E-Autos im April leicht rückläufig

Ein Tesla steht an einer Supercharger Ladestation
Pkw-Neuzulassungen: Auch bei E-Autos leichter Rückgang© Tesla

Für die Autohersteller war der April ein dürftiger Monat. Selbst bei den E-Autos ging der Absatz zurück. Das zeigen die aktuellen Pkw-Zulassungszahlen. Plus: Die Hauptverlierer und wenigen Sieger des Monats April.

  • Elektroautos: Rückgang um rund sieben Prozent im Vergleich zum April 2021

  • Verbrenner brechen um fast 30 Prozent ein

  • Durchschnittlicher CO₂-Ausstoß verringert sich um 3,1 Prozent

  • VW bleibt trotz starken Rückgangs Branchenführer

Der Absatz-Zuwachs bei Elektro-Pkw ist erstmals seit längerer Zeit gestoppt. Im April 2022 wurden 6,9 Prozent weniger E-Autos als im Vergleichsmonat des Vorjahrs neu zugelassen. Die Abkühlung ist deutlich: Noch im Februar war hier eine mehr als 50-prozentige Zunahme zu verzeichnen. Der Anteil von Elektroautos an den gesamten Neuzulassungen lag bei 12,3 Prozent. Plug-in-Hybride hatten einen Marktanteil von 12 Prozent.

Anteile der Neuzulassungen im Überblick

Die Neuzulassungen von Pkw mit Benzinmotoren gingen gegenüber dem Vorjahresmonat um 27,8 Prozent zurück, ihr Anteil lag bei 36,1 Prozent. Diesel-Pkw verzeichneten einen Rückgang von 29,7 Prozent und erreichten damit einen Anteil von 19,6 Prozent.

Der durchschnittliche CO₂-Ausstoß der neu zugelassenen Pkw verringerte sich im Vergleich zum Vorjahresmonat um 3,1 Prozent und lag bei 122,5 g/km.

Pkw-Neuzulassungen: Deutlicher Einbruch

Insgesamt gab es im April 2022 in Deutschland 180.264 Pkw-Neuzulassungen. Gegenüber dem Vergleichsmonat April 2021 ist dies ein Minus von 21,5 Prozent. Nachdem der Autoabsatz in Deutschland in den ersten beiden Monaten dieses Jahres leicht über dem Vorjahr lag, ist er im März und April wieder deutlich unter das Niveau von 2021 gefallen.

In den ersten vier Monaten des Jahres wurden 806.218 Autos neu zugelassen, das sind 9,0 Prozent weniger als in den ersten vier Monaten 2021.

Überblick: Zulassungszahlen im Jahresvergleich

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Deutsche Automarken im Absatz-Minus

Einen herben Rückschlag mussten die deutschen Automarken hinnehmen. Fast alle fielen im April gegenüber dem Vorjahresmonat ins Minus, viele sogar im deutlich zweistelligen Bereich:

Bei Mini (-46,7 Prozent), Smart (-42,1 Prozent), Opel (-32,4 Prozent) und VW (-30,9 Prozent) betrugen die Rückgänge mehr als 30 Prozent. Bei Mercedes (-25,1 Prozent), BMW (-19,1 Prozent) und Audi (-15,0 Prozent) waren die Rückgänge zweistellig. Lediglich Porsche (+3,9 Prozent) erzielte ein geringes Plus.

Mit einem Marktanteil von 16,6 Prozent bleibt VW auch im April unangefochtener Branchenführer. BMW (9,2 Prozent), Mercedes (9,1 Prozent) und Audi (7,9 Prozent) folgen mit deutlichem Abstand.

Importmarken: Polestar, Tesla und Mitsubishi besonders gefragt

Bei den Importmarken zeigt sich hingegen ein gemischtes Bild: Gewinner der Monatsbilanz ist der Elektroautohersteller Polestar mit einem stattlichen Zulassungsplus von 203,2 Prozent. Steigerungen vermelden auch Tesla (+34,3 Prozent), Mitsubishi (+29,5 Prozent), Kia (+26,5 Prozent) und Toyota (+6,1 Prozent).

Die stärksten Rückgänge verzeichneten Peugeot (-43,1 Prozent), Renault (-39,3 Prozent), Mazda (-38,4 Prozent), Suzuki (-36,3 Prozent) und Škoda (-33,6 Prozent).

Die anteilstärkste Importmarke war wie bereits in den Vormonaten Škoda mit 5,0 Prozent.

Elektroautos: Aktueller Bestand in Deutschland

Insgesamt gesehen ist der Anteil von E-Autos und Plug-in-Hybriden an der Gesamtzahl aller in Deutschland zugelassenen Pkw immer noch gering. Laut Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) lag dieser am 1. Januar 2022 bei 1,3 Prozent (E-Autos) beziehungsweise bei 1,3 Prozent (Plug-in-Hybride), Tendenz allerdings stark steigend.

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Dr. Norbert Prack
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