Pkw-Neuzulassungen Juli 2024: Weniger E-Autos als im Vorjahr

Eine Frau geht in ihr Haus während das Elektroauto aufgeladen wird
Dem E-Auto läuft die Kundschaft davon: Seitdem es keine Kaufprämie mehr in Deutschland gibt, schwächelt der Absatz© Shutterstock/husjur02

Der Verkauf von reinen E-Autos sinkt auch im Juli 2024 massiv, Benziner und Diesel halten ihre Marktanteile, auf Wachstumskurs sind Hybrid-Pkw. Der gesamte Autoabsatz in Deutschland stagniert.

  • 37 Prozent weniger neue E-Autos zugelassen als im Vorjahresmonat

  • Zahl der Pkw-Neuzulassungen im Vergleich zum Juli 2023 fast unverändert

  • VW, BMW und Mercedes sind im Juli die erfolgreichsten Autohersteller

Keine guten Aussichten für die Elektromobilität: Im Juli sind nur noch 30.762 neue Pkw mit batterieelektrischem Antrieb (BEV) zugelassen worden. Wie das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) meldet, waren das 36,8 Prozent weniger als im selben Monat des Vorjahres. Auch im Vergleich zum Juni ist Zahl der neu zugelassenen E-Autos massiv eingebrochen, und zwar um ca. 30 Prozent.

Elektroautos: Marktanteil stürzt ab

Der Anteil der E-Autos (BEV) an den gesamten Pkw-Neuzulassungen lag im Juli 2024 bei 12,9 Prozent. Auch das war weniger als im Vorjahreszeitraum, teilt das KBA mit. Im Juli 2023 machten die BEV noch 20 Prozent aller Neuzulassungen aus.

Der größte Anteil an den Neuzulassungen entfiel auf Benziner mit 35 Prozent. An zweiter Stelle lagen Hybridfahrzeuge (33,5 Prozent). Diese Antriebsform machte einen großen Sprung nach vorn: Ihr Absatz stieg um fast ein Fünftel auf beinahe 80.000 Neuzulassungen im Juli. Fast 15.000 davon waren Plug-in-Hybride. Dann erst folgten Pkw mit Dieselantrieb (18,1 Prozent).

Die Bundesregierung hatte im vergangenen Jahr zunächst die Kaufprämie für gewerbliche Elektroautos gestrichen und im Herbst überraschend auch die Förderung für private Käuferinnen und Käufer. Die Nachfrage brach daraufhin ein. Zwar zeichnete sich im Februar und März 2024 eine aufsteigende Tendenz ab, doch dieser Mini-Höhenflug endete schon im April wieder, und der kurze Ausreißer nach oben im Juni 2024 scheint sich nun auch als Strohfeuer zu erweisen.

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Weniger Neuzulassungen als im Vorjahr

Insgesamt kamen im vergangenen Monat laut KBA 238.263 Pkw neu auf die Straße. Vergleicht man diese Zahlen mit denen des Vorjahresmonats, ergibt das ein kleines Minus von 2,1 Prozent. Insgesamt ist der Automarkt aber (noch) auf Wachstumskurs: 2024 wurden bis Ende Juli wurden 1.71 Millionen neue Pkw zugelassen.

Der durchschnittliche CO₂-Ausstoß bei den Neuzulassungen stieg nach KBA-Angaben wie schon in den Vormonaten auch im Juli im Jahresvergleich an: Inzwischen liegt er bei 121 g/km und damit um 7,2 Prozent höher als im Juli 2023. Für die Klimabilanz des Verkehrssektors sind das keine guten Vorzeichen: 2022 war der durchschnittliche CO₂-Ausstoß zwischenzeitlich auf 110 g/km gesunken, diese positive Tendenz hatte offenbar keinen Bestand.

Die beliebtesten Marken im Juli 2024

Nicht von der Spitze der beliebtesten Autohersteller zu verdrängen ist mit 17,4 Prozent aller Neuzulassungen einmal mehr VW. Mit respektvollem Abstand folgen Mercedes und BMW. Audi und Škoda belegen die Plätze vier und fünf.

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Die beliebtesten Modelle im Juli

Die vorderen zwei Plätze bei den beliebtesten Modellen belegt VW: An die Spitze hat sich der T-Roc geschoben, gefolgt vom Dauerbrenner der Wolfsburger, dem Golf. Die Bronzemedaille eroberte ein weiteres Modell aus dem Volkswagen-Konzern, nämlich der Škoda Octavia.

Spitzenreiter Alternative Antriebe

Unter den zulassungsstärksten Modellen bei den alternativen Antriebsarten gab es gegenüber dem Vormonat drei Modellwechsel: Bei den Elektrofahrzeugen (BEV) verzeichnete der Tesla Model Y die meisten Neuzulassungen (im Vormonat war es noch der VW ID.3), bei den Hybridfahrzeugen (ohne Plug-in) war es der Toyota Yaris. Fahrzeuge mit der Kraftstoffart Gas (insgesamt) wurden vom Dacia Jogger angeführt. Bei den weiteren Antriebsarten zeigten sich die neuzulassungsstärksten Modelle des Vormonats. Bei den Plug-in Hybriden lag wieder der Ford Kuga vorn, bei den Brennstoffzellen-Pkw der Toyota Mirai (siehe Bildergalerie).

Pkw-Bestand 2023

Mit 60.680.636 registrierten Kraftfahrzeugen (Kfz) lag der Fahrzeugbestand in Deutschland am 1. Januar 2024 um 0,9 Prozent über dem Vorjahreswert. Den größten Anteil am Bestand haben die Pkw mit rund 49,1 Millionen Fahrzeugen. Gut jeder dritte Wagen war auf eine Frau zugelassen. Rund 88,3 Prozent aller Pkw waren auf private Halterinnen und Halter zugelassen.

Anteil der Elektroautos weiterhin gering

Der Anteil von E-Autos und Plug-in-Hybride an der Gesamtzahl aller in Deutschland zugelassenen Pkw ist gering. Laut Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) lag dieser am 1. Januar 2024 bei 2,9 Prozent (E-Autos) beziehungsweise bei 1,9 Prozent (Plug-in-Hybride).

Der seit 2017 deutliche Zuwachs von E-Autos am Pkw-Bestand in Deutschland hat sich 2023 durch auslaufende Förderungen etwas abgeflacht, ist aber weiterhin signifikant.

ADAC Fachleute merken hierzu an, dass neue Fahrzeuge zunehmend als Mildhybride ausgeführt werden und somit nicht mehr als reine Diesel oder Benziner, sondern als Hybride in der Statistik geführt werden.

Dies führt zu einem Rückgang der Bestandszahlen bei den Benzin- und Dieselfahrzeugen, welcher zu einem großen Teil durch die Zunahme bei den Hybridfahrzeugen kompensiert wird. Rein technisch gesehen ist ein Mildhybrid ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor, das zusätzlich von einem kleinen Elektromotor unterstützt wird.

Rein elektrisches Fahren ist mit einem Mildhybrid allenfalls eingeschränkt möglich. Um die Statistik wieder aussagekräftiger werden zu lassen, sollte künftig bei den Hybriden eine Differenzierung nach Mild- und Vollhybriden erfolgen und diese auch in Benzin- und Dieselhybride unterschieden werden.

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