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Motorrad richtig einwintern: So machen Sie Ihr Bike winterfest

Mann pflegt sein Motorrad
Viele Biker machen ihr Motorrad gerne selbst winterfest. Pflege und Wartung handgemacht ∙ © iStock.com/mediaphotos

Stellen Sie Ihr Motorrad bei Wintereinbruch auf keinen Fall einfach so in die Garage. Für das Einwintern des Bikes gelten ein paar Grundregeln. Hier sind Tipps zu Pflege und technischer Wartung im Winter.

An einem ohne vorherige Pflege für längere Zeit abgestellten Motorrad können beträchtliche Schäden auftreten. Ein richtig konserviertes und gepflegtes Bike hingegen lässt sich sogar nach mehreren Jahren einfach und kostengünstig reaktivieren. Folgende Punkte sollten Sie daher auf alle Fälle beachten, wenn Sie Ihre Maschine einwintern wollen.

Beachten Sie unbedingt auch die Wartungs- und Pflegehinweise in der Bedienungsanleitung sowie besondere Herstellerhinweise.

Tank befüllen bzw. entleeren

Einen Motorradtank aus Blech sollten Sie bis zum oberen Rand befüllen, wenn das Motorrad auf dem Mittelständer abgestellt wird, ansonsten entsprechend den Herstellervorschriften befüllen. Kunststofftanks hingegen sollten möglichst leer sein, da Kraftstoffbestandteile durch die Tankwand diffundieren können.

Motorrad säubern

Machen Sie das Motorrad vollständig sauber und trocknen Sie es gut ab. Tun Sie das möglichst auf einem speziellen Waschplatz mit Waschwasser-Aufbereitung.

Motorrad wird gereinigt
Lackteile müssen gepflegt werden ∙ © Shutterstock/Patiwit Hongsang

Lack, Chrom, Plastikteile und Sitzbank pflegen

Selbst wenn das Bike während der Saison regelmäßig gewaschen wird, bleiben schlecht zugängliche Bereiche oft schmutzig. Bei vollverkleideten Maschinen zählen hierzu besonders die Vorderseite des Motors und die Unterseite der Auspuffanlage. Auch die Auspuffkrümmer verlieren schnell ihren ursprünglichen Glanz.

Bei Maschinen mit Kettenantrieb verteilt sich das Kettenfett gerne im Bereich des Ritzels auf dem Motorgehäuse und der Schwingenlagerung. Aber auch für diese "Spezialfälle" gibt es im Zubehörhandel passende Mittel.

Lackierte Flächen, Chromteile, Plastik-Komponenten und Sitzbank behandeln Sie gründlich mit auffrischenden oder konservierenden Pflegetinkturen – demontierte Verkleidungsteile am besten von beiden Seiten. Außerdem sollten Sie die über die Saison eingesammelten Steinchen aus dem Verkleidungsbug entfernen. Schwarze Kettenfett-Spuren an Motor und Schwinge lassen sich einfach mit Kettenreiniger wegwischen.

Vorsicht bei Auspuffreinigern: Teilweise sind diese Mittel derart aggressiv, dass Sie immer mit Handschuhen und Schutzbrille arbeiten sollten. Doch der Aufwand lohnt sich, da am Ende die Edelstahl-Auspuffanlage wie neu erstrahlt. Alternativ bieten sich Politurpasten an; das macht aber meist mehr Arbeit.

Motorrad wird mit Zahnbürste gereinigt
Eine alte Zahnbürste ist ein geeignetes Reinigungsutensil ∙ © Shutterstock/Bhakpong

Schalter und Armaturen

Besondere Pflege verdienen – gerade bei älteren Maschinen – Bowdenzüge, Schalter und Lenkerarmaturen. Fette und Öle können in diesen Bereichen verharzen oder Schmutz aufnehmen. Soweit möglich sollten Sie Reste des alten Schmierstoffs entfernen und durch neues, nicht verharzendes Schmiermittel ersetzen. Zeigen Bowdenzüge oder deren Hüllen Rostansätze, sollten sie erneuert werden.

An Kupplungs- und Bremshebeln können über längere Nutzungsdauer die Gleitlager verschleißen. Dadurch lockern sich die Hebel, und gelegentlich leidet darunter auch die Dosierbarkeit. Auch hier bietet sich ein Ersatz des Hebels und der entsprechenden Bolzen an.

Motorrad warten

Wer sich richtig auskennt, kann die Wintermonate für eine intensive Analyse des technischen Zustands seiner Maschine nutzen. Service- und Wartungsarbeiten müssen entsprechend den Herstellervorgaben in den Bedienungs- oder Reparaturanleitungen ausgeführt werden.

Bremsen am Motorrad werden überprüft
Reinigung der Bremsscheiben ∙ © Shutterstock/Redhatz69

Wenn Sie Wartungsarbeiten lieber einem Fachbetrieb überlassen, sollten Sie wissen: Motorradwerkstätten haben im Winter meist wenig zu tun und locken deshalb oft mit Sonderpreisen. Sie haben ein Saisonkennzeichen? Kein Problem: Viele Händler bieten eine Abholung der Maschine an.

Motoröl wechseln

Lassen Sie das Motoröl aus dem warmen Viertaktmotor ab, wechseln Sie den Ölfilter, und befüllen Sie den Motor mit frischem Öl. Drehen Sie den Motor mit dem Anlasser oder Kickstarter mehrmals durch, lassen Sie ihn aber nicht laufen. Entsorgen Sie das Altöl umweltgerecht bzw. geben Sie es beim Verkäufer des neuen Öls zurück.

Schwimmerkammern der Vergaser entleeren

Wenn möglich schließen Sie auf der letzten Fahrt den Benzinhahn rechtzeitig vor dem Abstellen des Motors. Andernfalls können Sie die Schwimmerkammern bei stehendem Motor mittels Ablassschraube leerlaufen lassen. Das Benzin fließt dann über lange Schläuche an der Motorradunterseite ab. Fangen Sie das Benzin dort auf, und schütten Sie es in den Tank. Nicht vergessen: Ablassschrauben der Vergaser-Schwimmerkammern wieder verschließen.

Kühlflüssigkeit prüfen

Überprüfen Sie den Flüssigkeitsstand und die Konzentration des Frostschutzmittels. Erneuern Sie die Flüssigkeit gegebenenfalls entsprechend der Herstellerinformation.

Batterie ausbauen und warten

Motorradbatterie wird ausgetauscht
Ausbau und Wartung der Batterie ist ein wichtiger Punkt beim Einwintern des Motorrads ∙ © iStock.com/philipimage

Bauen Sie die Batterie aus, und bewahren Sie sie an einem trockenen, kühlen Ort frostsicher auf. Laden Sie die Batterie von Zeit zu Zeit kurzfristig oder dauerhaft an einem speziellen Ladegerät (nur, wenn vom Ladegerät-Hersteller für dauerhaften Anschluss vorgesehen). Bei herkömmlichen Batterien, deren Kammern nicht versiegelt sind, sollten Sie den Säurestand prüfen und sie gegebenenfalls bis zur oberen Füllhöhe mit destilliertem Wasser auffüllen. Alle wartungsfreien Batterien dürfen nicht geöffnet oder gar befüllt werden!

Hier finden Sie umfassende Informationen zum Thema "Batterie überwintern".

Rostanfällige Bauteile warten

Sprühen Sie rostanfällige Bauteile wie Auspuff, Felgen, Speichen etc. sparsam mit Konservierungsmittel ein, und verteilen Sie dieses mit einem Lappen. Reiben Sie blanke Metallteile mit einem ölgetränkten Lappen (es eignet sich auch dünnflüssiges Petroleum), Gummiteile mit einem entsprechenden Pflegemittel aus dem Zubehörhandel ein. Schmieren Sie gegebenenfalls die Antriebskette.

Ist die Lackierung des Stahlrahmens beschädigt, kann dieser schnell Rost ansetzen. Besonders häufig tritt dies auf der Rahmenunterseite z.B. durch Steinschlag und am Heckrahmen unter der Sitzbank auf. Auch die Bereiche, an denen Kabelbäume, Bowdenzüge oder Motorradstiefel reiben, sind gefährdet. Nach dem Reinigen der Korrosionsstellen tragen Sie eine Grundierung und den Lack auf.

Kette und Ritzel reinigen

Das Kettenfett nimmt im Lauf des Betriebs Schmutzpartikel auf, die den Rollen, O-Ringen und den Zahnflanken von Kettenrad und Kettenritzel stark zusetzen. Im Winter sollten Sie Kette und Ritzel mit einem Reinigungsset säubern. Anschließend müssen die geputzten Teile mit Kettenspray geölt werden. Kontrollieren Sie die Ritzel auf Verschleiß. Sind die Zähne spitz und haben asymmetrische Flanken, am besten Kette und Ritzel im Set erneuern. Das gelingt auch Nicht-Profis mit etwas Geschick.

Reifendruck erhöhen oder Motorrad unterbauen

Erhöhen Sie den Reifendruck um ca. 0,5 bar und/oder unterbauen Sie Ihr Motorrad, zum Beispiel mit Getränkekisten, sodass kein Rad den Boden berührt. 

So sieht der richtige Stellplatz für Ihr Motorrad aus

Stellen Sie das Motorrad in einem trockenen, gut belüfteten, nicht zu warmen Keller- oder Garagenraum ab, und decken Sie es mit einer Decke oder Stoffbahn ab. Verwenden Sie keine luftundurchlässige Plane, da sich darunter Schwitzwasser sammeln kann. Wer nicht über einen derartigen Stellplatz verfügt, sollte mit seinem Motorradhändler sprechen. Einige Firmen bieten für den Winter Abstellplätze an, teilweise sogar in Verbindung mit speziellen Pflegeprogrammen.

Mann schraubt an seinem Motorrad
Ein guter Stellplatz ist trocken und gut belüftet. Dann macht das Schrauben gleich noch mehr Freude ∙ © Shutterstock/VGstockstudio

Wem das zu teuer ist, der muss sein Motorrad notgedrungen im Freien überwintern lassen. Am besten wird es dann mit einer wasserdichten, undurchsichtigen, bis zum Boden reichenden Pelerine geschützt. Verwenden Sie gegebenenfalls eine spezielle Motorradplane, die sich mit einem kleinen Bügelschloss anschließen lässt. Weil sich darunter leicht Feuchtigkeit verstecken kann, sollten Sie an trockenen Tagen den Wetterschutz abnehmen und die Maschine gut auslüften lassen. Bei derartiger Überwinterung sind die Rostschutzmaßnahmen besonders wichtig.

Hier finden Sie umfassende Informationen zu Abdeckplanen für Motorräder.

Achtung:

Fahrzeuge mit Saisonkennzeichen dürfen außerhalb des Zulassungszeitraums nicht im öffentlichen Verkehrsraum abgestellt werden. Deswegen werden auch vermehrt Abdeckplanen angeboten, die im Bereich des Kennzeichens durchsichtig sind. Damit kann der Zulassungsstand jederzeit auf einen Blick erfasst werden, ohne an der Plane oder dem Motorrad hantieren zu müssen.

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