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Subaru Forester: Elektro-Boxer für den Förster

Seitenansicht des Subaru Forester
Rundum neu, und doch der Alte: Subaru Forester 2020 ∙ © Subaru

Der Subaru Forester ist bei Jägern und Förstern beliebt. Ab 2020 gibt es den Allradkombi nicht mehr mit Dieselmotor, sondern nur noch als Benzinhybrid 

  • Neuauflage ab März 2020 zum Grundpreis von 34.990 Euro

  • Einzig verfügbarer Motor ist ein Boxermotor mit Mildhybridsystem

  • Kein Diesel mehr im Motorenprogramm

 Es war eine Schmach. Im ADAC Test Ende des Jahres 2017 bekam der Subaru Forester ein ziemlich schlechtes Zeugnis ausgestellt. Gründe dafür waren der zu lange Bremsweg (41,2 Meter), ein zu hoher Verbrauch des getesteten Dieselboxermotors (7,2 Liter Diesel) sowie dessen hoher NOx-Ausstoß aufgrund eines fehlenden SCR-Kats.

Nun wollen die Japaner diese Scharten auswetzen – und präsentieren den Forester e-Boxer, ein Fahrzeug auf neuer technischer Plattform. Der weltweit einzigartige Dieselboxer soll nicht mehr angeboten werden.

Die Kraft des E-Motors ist spürbar

Einzig verfügbarer Motor wird ein Benzinboxer mit Mildhybridsystem. Der Boxermotor bietet eine Leistung von 110 kW (150 PS), dazu gesellt sich eine Elektromaschine mit 12,3 kW und 66 Nm Drehmoment, die den Antrieb unterstützt und auch Sprit sparen soll. Als Kraftstoffverbrauch wird 6,7 Liter Super pro 100 Kilometer angegeben. Im Alltag wird mit einem Verbrauch zu rechnen sein, der eine sieben vor dem Komma hat. Ausgesprochen sparsam ist das nicht.

Etwas unharmonisch wirkt immer noch das Lineartronic genannte Automatikgetriebe – auch wenn durch künstlich eingebaute Schaltstufen der Motor nicht so sehr aufheult beim starken Beschleunigen, wie es die stufenlosen Getriebe anderer Hersteller tun. Da Leistung und Drehmoment des Boxers sich erst bei sehr hohen Drehzahlen entfaltet, ist es gut, dass die Kraft des Elektromotors für den gewünschten Anschub sorgt. Trotzdem ist die Beschleunigung von 11,8 Sekunden auf Tempo 100 km/h ein eher blasser Wert. Auch die maximal möglichen 188 km/h sind nicht unbedingt up to date. Aber um Tempo geht es ja am wenigsten in Försters Liebling.

Seinen Charakter hat sich der bei Jägern und Förstern so beliebte Forester bewahren können. Das Gespann von Auto und Lenker fühlt sich am wohlsten bei ruhiger Gangart, besonders wenn es überland geht in schöner Natur. Antrieb und Fahrwerk sind trotz Allrad für Expeditionen abseits jeglicher Zivilisation weder gedacht noch geeinigt. Auf schlammigen Waldwegen und einsamen Schotterpisten jedoch fühlt sich der Forester voll und ganz zuhause. Grobe Beläge oder tiefe Löcher im Asphalt steckt der Wagen locker weg.

Die Bedienung gibt keine Rätsel auf

Das Cockpit ist keine Augenweide, aber ordentlich angerichtet, und die Bedienung gibt keine Rätsel auf. Die verwendeten Materialien sind schlicht und ordentlich verarbeitet. Das Infotainment-System hat einen Acht-Zoll-Bildschirm und lässt sich über Apple Carplay und Android Auto mit dem Smartphone verbinden. Die Rundumsicht im Forester ist dank großer Fenster und schmaler Dachsäulen bemerkenswert gut. 

Selbstverständlich ist das preisgekrönte Eyesight-Sicherheitssystem an Bord des neuen Forester. Die beiden zur Erkennung des Verkehrsgeschehens notwendigen Kameras hängen mittig unter dem Dachhimmel an der Frontscheibe. Das System kombiniert verschiedene Assistenten, die dem Fahrer durch Warnhinweise helfen Unfälle zu vermeiden oder zumindest deren Folgen zu minimieren. Im Extremfall greift der Notbremsassistent ein. 

Eine Euro NCAP-Bewertung liegt für den neuen Subaru Forester noch nicht vor. Es würde jedoch wundern, wenn er keine fünf Sterne erreichen würde. 

Die Platzverhältnisse sind gut

Mit drei Zentimeter längerem Radstand soll der Forester etwas mehr Platz im Innenraum bieten. Schulter- und Ellenbogenfreiheit könnten ebenfalls zugelegt haben. Das Kofferraumvolumen wird von Subaru mit 509 Litern beziffert. Für Herr und Hund sowie das Jagdequipment ist auf jeden Fall mehr als genug Platz da.

Der Forester liegt eher straff als kommod auf der Straße und lässt sich auch in schnell gefahrenen Kurven nur schwer aus der Ruhe bringen. Die Federung aber könnte durchaus etwas Feinschliff vertragen. Subaru erklärt, dass Modifikationen an der Radaufhängung Vibrationen in der Lenkung und in den Sitzen reduziert hätten. Um diesen Unterschied wahrzunehmen, müsste man aber das alte und das neue Modell im direkten Vergleich fahren. Aufgedrängt hat sich ein solcher Eindruck jedenfalls nicht. 

Auf den Markt kommt der neue Forester e-Boxer ab März 2020, für einen Grundpreis von 34.990 Euro.

Daten Subaru Forester

Technische Daten (Herstellerangaben)2.0 ie Trend Lineartronic

Motor

Vierzylinder-Boxer, 1995 cm³, 110 kW/150 PS, 194 Nm bei 4000 U/min, ins Automatikgetriebe integrierter Elektro-Motor mit 12,3 kW und 66 Nm Drehmoment

Fahrleistungen

11,8 s auf 100 km/h, 188 km/h Spitze

Verbrauch

6,7 l Super/100 km, 185 g CO₂/km

Maße

L 4,63 / B 1,82 / H 1,72 m

Kofferraum

509 - 1779 l

Leergewicht

1727 kg

Preis

34.990 €

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