Subaru Forester: Elektro-Boxer für den Förster

Seitenansicht des Subaru Forester
Nur noch mit Hybrid-Benziner: Der Subaru Forester ∙ © Subaru

Der Subaru Forester ist bei Jägern und Förstern beliebt. Den Allradkombi gibt es nicht mehr mit Dieselmotor, sondern nur noch als Benzin-Hybrid. ADAC Test, Daten, Preise

  • Den Crossover gibt es zum Grundpreis von 34.990 Euro

  • Einzig verfügbarer Motor ist ein Boxer mit Mildhybridsystem

  • Im Euro NCAP-Crashtest fährt der Forester Bestnoten ein

Es war eine Schmach. Im ADAC Test Ende des Jahres 2017 bekam der Subaru Forester ein ziemlich schlechtes Zeugnis ausgestellt. Gründe dafür waren der zu lange Bremsweg (41,2 Meter), ein zu hoher Verbrauch des getesteten Dieselboxermotors (7,2 Liter Diesel) sowie dessen hoher NOx-Ausstoß aufgrund eines fehlenden SCR-Kats.

Mit dem Forester e-Boxer, der auf einer neuen technischen Plattform steht, wollen die Japaner diese Scharten auswetzen. Der weltweit einzigartige Dieselboxer wird nicht mehr angeboten.

Die Kraft des E-Motors ist spürbar

der Subaru Forester frontal von hinten
Leichtes bis mittelschweres Gelände abseits der Straße sind kein Problem ∙ © Subaru

Einzig verfügbarer Motor ist jetzt ein Benzinboxer mit Mildhybridsystem. Der bietet eine Leistung von 110 kW/150 PS, dazu gesellt sich eine Elektromaschine mit 12,3 kW/16,7 PS und 66 Nm Drehmoment, die den Antrieb unterstützt und Sprit sparen soll. Als NEFZ-Kraftstoffverbrauch wird 6,7 Liter Super pro 100 Kilometer angegeben. Im ADAC Ecotest schaffte der Hybrid-Benziner allerdings nicht einmal eine Sieben vor dem Komma. Effizienz ist definitiv nicht das herausragende Merkmal des Antriebsstrangs: 8,2 Liter Super drückt der Direkteinspritzer alle 100 Kilometer durch seine Düsen. Das ergibt einen CO₂-Ausstoß von 224 g/km (Well-to-Wheel).

Zudem gefiel den ADAC Testingenieuren die Abgasreinigung des Aggregats nicht in allen Fahrsituationen. Bei sehr hoher Last wie beim Beschleunigen auf der Autobahn steigt der CO-Ausstoß stark an. Die Quittung für die mäßige Leistung: nur zwei von fünf möglichen Ecotest-Sternen.

Etwas unharmonisch wirkt immer noch das Lineartronic genannte Automatikgetriebe – auch wenn der Motor durch die künstlich eingebauten Schaltstufen beim starken Beschleunigen nicht so laut aufheult, wie es die stufenlosen Getriebe anderer Hersteller hervorrufen. Dafür sind die Schaltrucke stärker als bei guten konventionellen Automatikgetrieben.

Da sich Leistung und Drehmoment des Boxers erst bei sehr hohen Drehzahlen entfalten, ist es gut, dass die Kraft des Elektromotors für den gewünschten Anschub sorgt. Trotzdem ist die Beschleunigung von 11,8 Sekunden auf Tempo 100 km/h ein eher blasser Wert. Auch die maximal möglichen 188 km/h sind nicht unbedingt up to date. Aber um Tempo geht es ja am wenigsten bei Försters Liebling. Und immerhin sorgt die Kombination aus stufenloser Automatik, spontanem Ansprechen des Saugers und Elektro-Unterstützung für gutes Anfahrverhalten – lediglich 1,6 Sekunden vergehen von 15 auf 30 km/h.

Der Forester ist ein gemütlicher Typ

Seinen Charakter hat sich der bei Jägern und Förstern so beliebte Forester bewahren können. Das Gespann von Auto und Lenker fühlt sich bei ruhiger Gangart am wohlsten, besonders wenn es in schöner Natur überland geht. Im ADAC Ausweichtest macht der Forester wie viele SUV keine sonderlich gute Figur. Das sehr beherzt eingreifende ESP sorgt dafür, dass der Subaru zwar viel Geschwindigkeit abbaut, durch den harten Bremseingriff an den Vorderrädern lässt er sich aber mit großem Lenkwinkel zurück in die ursprüngliche Fahrspur dirigieren.

Die starken Wankbewegungen und das unpräzise Fahrverhalten sorgen dafür, dass der Forester das Ausweichmanöver recht träge absolviert. Die elektromechanische Servolenkung hinterlässt insgesamt einen durchschnittlichen Eindruck. Die Mittellage ist auch bei höheren Geschwindigkeiten nicht klar definiert und fühlt sich etwas teigig an, Lenkbewegungen aus der Mittellage heraus werden zunächst in Karosserieneigung und erst dann in eine Richtungsänderung umgesetzt.

Antrieb und Fahrwerk sind trotz Allrad für Expeditionen abseits jeglicher Zivilisation weder gedacht noch geeignet. Auf schlammigen Waldwegen und einsamen Schotterpisten ist der Forester aber in seinem Element. Grobe Beläge oder tiefe Löcher im Asphalt steckt der Wagen locker weg. Der serienmäßige permanente Allradantrieb garantiert eine sehr gute Traktion.

Die Bedienung gibt keine Rätsel auf

Blick auf das Cockpit des Subaru Forester
Innenraum: Aufgeräumtes Cockpit, langer Automatikwahlhebel ∙ © Subaru

Das Cockpit ist keine Augenweide, aber ordentlich angerichtet, in die Bedienung müssen sich aber vor allem Subaru-Neulinge erst einmal einarbeiten. Dies liegt weniger am Infotainmentsystem, das weitgehend logisch aufgebaut ist und mit guter Darstellung sowie Empfindlichkeit überzeugt, als an den verstreut angeordneten Eingabemöglichkeiten und Displays. So werden Informationen des Bordcomputers teils im zentral angeordneten Display und teils im Kombiinstrument angezeigt. Die Bedienung erfolgt in beiden Fällen über verschiedene Lenkradtasten – das Multifunktionslenkrad ist mit Tasten überfrachtet und unübersichtlich.

Bei der Rundumsicht-Messung schneidet der Forester durchschnittlich ab. Verbesserungswürdig ist vor allem die Sicht nach schräg hinten, wo die breiten D-Säulen den Blick beeinträchtigen. Als Einparkhilfen stehen dem Forester-Fahrer die serienmäßige Rückfahrkamera, optionale Parksensoren vorn und hinten sowie außer in der Basisausstattung eine serienmäßige Kamera im rechten Außenspiegel zur Verfügung.

Selbstverständlich ist das preisgekrönte Eyesight-Sicherheitssystem an Bord des aktuellen Forester. Die beiden zur Erkennung des Verkehrsgeschehens notwendigen Kameras hängen mittig unter dem Dachhimmel an der Frontscheibe. Das System kombiniert verschiedene Assistenten, die dem Fahrer durch Warnhinweise helfen Unfälle zu vermeiden oder zumindest deren Folgen zu minimieren. Im Extremfall greift der Notbremsassistent ein.

Subaru Forester: Bestnoten im EuroNCAP Crashtest

Der Subaru Forester im EuroNCAP-Crashtest ∙ Dieses Video wird über YouTube abgespielt. Es gelten die Datenschutzbestimmungen von Google. Bild: © Subaru

Bei der Euro NCAP-Bewertung des neuen Subaru Forester heißt es: Daumen hoch! Er erreicht volle 5 Sterne und übertrifft die dafür nötigen Punktwerte deutlich. Das Fahrzeug ist mit Gurtkraftbegrenzern, Gurtstraffer, Kopfairbags sowie optischen und akustischen Gurtwarnern in der ersten und zweiten Sitzreihe ausgestattet. Für die vorderen Plätze sind zusätzlich Seitenairbags verbaut, der Fahrer wird zudem mit einem Knieairbag geschützt.

Der Insassenschutz ist sehr gut, das Verletzungsrisiko ist für Erwachsene und Kinder fast durchgehend gering bis sehr gering. An den äußeren hinteren Sitzplätzen sind sind ISOFIX-Halter mit i-Size-Kennzeichnung montiert. Der Forester ist mit einem umfassenden Assistenzpaket mit automatischem Notbremsassistenten und aktivem Spurhaltesystem serienmäßig ausgestattet.

Die Platzverhältnisse sind gut

vier große Koffer im Kofferraum des Subaru Forester
Der Kofferraum fasst normal 400 Liter, umgeklappt bis zu 1565 Liter ∙ © Subaru

Dank drei Zentimeter längerem Radstand bietet der Forester etwas mehr Platz im Innenraum als das Vorgängermodell. Schulter- und Ellenbogenfreiheit haben ebenfalls etwas zugelegt. Vorne dürfte die Beinfreiheit etwas großzügiger ausfallen, sie reicht zumindest für gut 1,90 Meter große Insassen. Hinten ist die Kopffreiheit ist für 1,85 Meter große Passagiere ausreichend bemessen, die Beinfreiheit reicht auch für größere Personen.

Das Kofferraumvolumen wird von Subaru mit 509 Litern beziffert. Laut ADAC Messung lassen sich 400 Liter unter der Hutablage verstauen, bis unters Dach beladen passen 725 Liter oder ein Dutzend Getränkekisten rein. Belädt man hinter den Vordersitzen das komplette Auto bis unter das Dach, stehen 1565 Liter zur Verfügung. Für Herr und Hund sowie das Jagdequipment ist auf jeden Fall mehr als genug Platz vorhanden.

Und wie hat der Forester beim Bremstest abgeschnitten, bei dem sein Vorgänger ziemlich gepatzt hatte? Auch nicht gerade rühmlich: Mit durchschnittlich 38,9 Metern braucht der SUV deutlich zu lange, um aus Tempo 100 zum Stehen zu kommen.

Der Forester e-Boxer wird zu einem Grundpreis von 34.990 Euro angeboten. In der feinsten Version namens Platinum kostet er ab 43.490 Euro. Sie zeichnet sich unter anderem durch ein Audiosystem von Harman/Kardon, ein 8-Zoll-Display mit CD-Player, DAB+, zwei USB-Anschlüsse, die Koppelung per Apple CarPlay und Android Auto und die Wi-Fi-Updatefunktion aus. Ein elektrisch betätigtes Panorama-Glasschiebedach gehört dann auch noch zum Lieferumfang.

Lesen Sie hier den ausführlichen Testbericht des Subaru Forester 2.0ie Platinum Lineartronic als PDF
PDF, 929 KB
PDF ansehen

Technische Daten Subaru Forester

Technische Daten (Herstellerangaben)

Subaru Forester 2.0ie Platinum Lineartronic

Motor

Vierzylinder-Boxer, 1995 cm³, 110 kW/150 PS, 194 Nm bei 4000 U/min, ins Automatikgetriebe integrierter Elektro-Motor mit 12,3 kW und 66 Nm Drehmoment

Fahrleistungen

11,8 s auf 100 km/h, 188 km/h Spitze

Verbrauch (WLTP)

8,1 l Super/100 km, 185 g CO₂/km

Maße

L 4,63 / B 1,82 / H 1,73 m

Kofferraum

509 - 1779 l

Leergewicht

1692 kg

Preis

ab 43.490 €, Baureihe ab 34.990 €

ADAC Messwerte

ADAC Messwerte (Auszug)

Subaru Forester 2.0ie Platinum Lineartronic

Überholvorgang 60 – 100 km/h

7,4 s

Bremsweg aus 100 km/h

38,9 m

Wendekreis

11,6 m

Verbrauch/CO₂-Ausstoß ADAC Ecotest

8,2 l Super/100 km, 224 g CO₂/km (Well-to-Wheel)

Bewertung ADAC Ecotest (max. 5 Sterne)

**

Reichweite

585 km

Innengeräusch bei 130 km/h

69,2 dB(A)

Leergewicht / Zuladung

1690 / 495 kg

Kofferraumvolumen normal / geklappt / dachhoch

400 / 815 / 1565 l

ADAC Testurteil

ADAC Testergebnis

Subaru Forester 2.0ie Platinum Lineartronic

Karosserie/Kofferraum

2,4

Innenraum

2,4

Komfort

2,8

Motor/Antrieb

2,2

Fahreigenschaften

3,5

Sicherheit

1,7

Umwelt/Ecotest

3,8

Gesamtnote

2,7

Sicherheit und Umwelt werden doppelt gewertet; Notengrenzen: 0,6 – 1,5 sehr gut; 1,6 – 2,5 gut; 2,6 – 3,5 befriedigend; 3,6 – 4,5 ausreichend; 4,6 – 5,5 mangelhaft

Hier finden Sie viele weitere Fahrberichte und Autotests.