Motor warmlaufen lassen - schädlich und verboten

17.10.2019

Mit den zunehmend kälteren Temperaturen wird auch das Warmlaufenlassen des Motors am Straßenrand wieder zunehmen. Doch Autofahrer sollten gewarnt sein: Diese Methode bringt kaum etwas, ist verboten und kann am Ende sogar richtig teuer werden.

Frau sitzt mit Handschuhen im Auto und lässt Motor warm laufen
Auch wenn es bitterkalt ist: Den Motor warmlaufen zu lassen, ist keine gute Idee.

Im Stand braucht der Motor deutlich länger, um Betriebstemperatur zu erreichen. Dafür wird eine große Menge Kraftstoff verbraucht, ohne eine Leistung zum Antrieb des Fahrzeuges abzugeben. 

Unsere Tests haben außerdem gezeigt, dass das Fahrzeug durch das Laufenlassen des Motors im Stand nicht besonders warm wird. Nach vier Minuten Motor warmlaufen lassen bei einer Außentemperatur von -10 Grad hat das Motoröl gerade einmal eine Temperatur von -7 Grad erreicht und auch aus den Luftaustrittsdüsen im Wageninneren kommt lediglich ein laues Lüftchen mit etwa 13 Grad. Dafür wurden dann jedoch bereits etwa 0,1 Liter Benzin verbrannt.

Die Warmlaufphase ist für den Motor besonders schädlich. Durch das Laufenlassen im Stand verlängert sich nicht nur diese Warmlaufphase, sondern auch die Phase mit erhöhtem Verschleiß. Das Motoröl braucht länger, bis es Betriebstemperatur erreicht, wodurch sich wiederum die Reibung im Motor erhöht.

 

Bußgeld für Motor warmlaufen lassen

Laut Verkehrsrecht ist jeder Verkehrsteilnehmer dazu angehalten, jedwede unnötige Lärm- und Abgasbelästigung zu verhindern. §30 Absatz 1 der Straßenverkehrsordnung (StVO) (Umweltschutz, Sonn- und Feiertagsfahrverbot) besagt:

"Bei der Benutzung von Fahrzeugen sind unnötiger Lärm und vermeidbare Abgasbelästigungen verboten. Es ist insbesondere verboten, Fahrzeugmotoren unnötig laufen zu lassen und Fahrzeugtüren übermäßig laut zu schließen. Unnützes Hin- und Herfahren ist innerhalb geschlossener Ortschaften verboten, wenn Andere dadurch belästigt werden."

Was bedeutet das für den Autofahrer? Laut unseren Juristen beinhaltet "unnötig laufen lassen" alle Aspekte, die vermeidbar sind. Der Motor dient in erster Linie der Fortbewegung und nicht dazu, Scheiben von Beschlag oder Frost zu befreien oder gar das Wageninnere zu erwärmen. Wer dagegen verstößt, muss mit einem Verwarnungsgeld von 10 Euro rechnen. Bei Lkw dagegen ist das Warmlaufenlassen des Motors oft technisch notwendig und daher nicht vermeidbar.

Doch Theorie und Praxis stehen nicht immer im Einklang: Wenn die Sicherheit im Straßenverkehr durch eingeschränkte Sicht nicht mehr gewährleistet ist, muss der Autofahrer die Scheibe zwangsläufig frei bekommen. Sei es durch ein Trockentuch oder mit Hilfe der Lüftung. Wir empfehlen, ein sauberes Trockentuch im Auto zu deponieren, um die beschlagenen Scheiben damit reinigen zu können.

Fazit: Durch das Warmlaufenlassen des Motors im Stand steigt der Spritverbrauch, die Umwelt wird extrem belastet und auch der Motorverschleiß erhöht sich. Jeder Autofahrer sollte sich diese negativen Auswirkungen kennen und daher auf das Warmlaufenlassen des Motors verzichten, das ohnehin verboten ist.

 

Alternativen und Tricks

Eine gute Alternative für alle Autobesitzer ohne Garage ist eine Standheizung. Moderne Standheizungen lassen sich meist entweder über eine Fernbedienung starten oder auf eine bestimmte Uhrzeit vorprogrammieren. Somit kann man auch bei Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt entspannt in ein enteistes – und außerdem vorgewärmtes - Auto einsteigen und ohne Probleme sofort losfahren.

Alle Infos zur Standheizung finden Sie hier

Eine weitere Alternative zum Warmlaufenlassen des Motors sind Frostschutzfolien, die nach dem Parken über das Fahrzeug gelegt und fixiert werden. Allerdings decken diese Folien oft nur die Frontscheibe ab. Deshalb müssen meist noch Seiten- und Heckscheiben von Schnee oder Eis befreit werden.

Gegen beschlagene Scheiben hilft ein
Trockentuch im Auto. Außerdem können Sie die Feuchtigkeit im Auto mit einfachen Tricks reduzieren und das Beschlagen der Scheiben verhindern:

    • Regelmäßig Fußmatten trocknen oder im Winter gleich Gummimatten benutzen
    • Vor dem Einsteigen den Schnee ordentlich von den Schuhen abklopfen
    • Jegliche Ladung (Ski, Schlitten etc.) von Schnee befreien, bevor man sie ins Auto packt.

Lesen Sie hier, was Sie gegen Feuchtigkeit im Auto tun können

Weitere Tipps dazu gibt es in unserem Video mit JP Kraemer.

Foto: iStock.com/Vera_Petrunina

Kontakt zur Redaktion: redaktion@adac.de