Diebstahl im Urlaub mit Auto und Wohnmobil: So schützen Sie sich

Einbrecher bricht in ein Wohnmobil ein
Gerade Wohnmobile sind ein beliebtes Ziel für Überfälle und Einbrüche© mauritius images/Dieter Gerhard

Reifenstecher, falsche Pannen-Helfer, Einbrecher im Wohnmobil: Urlauberinnen und Urlauber werden unterwegs immer wieder zu Opfern von Kriminellen. ADAC Fachleute geben Tipps, wie Sie sich schützen können.

  • Vorsicht bei Pannen: Immer per Handy Hilfe rufen

  • Wohnmobile sichern gegen Einbruch

  • Spiegeltrick und Mitleidsmasche abwehren

Mitglieder berichten in E-Mails an den Club immer wieder, was ihnen im Urlaub passiert ist. An den Hauptreiserouten in Spanien, Frankreich und Italien arbeiten Diebe und Einbrecher ständig mit den gleichen Tricks. Hier konkrete Beispiele für die gängigsten Methoden der Gauner und die wichtigsten Tipps der ADAC Fachleute, wie Reisende vorbeugen können:

Vor der Reise: Das gehört ins Gepäck

Panne im Ausland: Immer den ADAC rufen

Die wichtigsten Tipps für den Campingurlaub

Sicherheits-Tipps für Bootsfahrer

Wohnmobil-Einbrüche vor allem an Raststätten

Pannentrick: Besonders oft in Spanien

Reifenstecher an der Raststätte oder Ampel

Diebstahl aus dem Auto

Spiegeltrick vor allem in Italien

Tricks der Diebe von Mitleid bis Vogeldreck

Vor der Reise: Das gehört ins Gepäck

Wertgegenstände bleiben am besten zu Hause. Ins Reisegepäck gehören Kopien Ihrer Fahrzeug- und Ausweispapiere sowie die Nummer Ihrer Bank, um Geld- und Kreditkarten sperren zu lassen. Geldgürtel, Brusttaschen und schwer erreichbare Sakkotaschen sind sicherer als Umhängetaschen. Lassen Sie im Auto auch keine Gegenstände offen auf Beifahrer- oder Rücksitz liegen. Das lockt Diebe geradezu an.

Ein betriebsbereites Handy mit der eingespeicherten Nummer des Pannendienstes ist wichtig. Allein schon das Zeigen des Handys kann Trickbetrüger davon abhalten, eine eventuell sogar von ihnen provozierte Panne für einen Überfall zu nutzen.

Panne im Ausland: Immer den ADAC rufen

Wenn unmittelbar nach einer Panne ein Abschleppwagen stehen bleibt und Hilfe anbietet, ist Misstrauen angebracht, ADAC Mitglieder sollten bei einer Panne grundsätzlich den ADAC Notruf im Ausland anrufen (Tel. +49 89 22 22 22). Ist eine Mobilfunkverbindung nicht möglich, empfiehlt es sich, das Auto abzuschließen und sich einige Meter zu entfernen. Häufig arbeiten Betrüger in ihren Pannenfahrzeugen mit Störsendern, die das Telefonnetz unterbrechen.

Die wichtigsten Tipps für den Campingurlaub

Nur auf gesicherten Camping- oder Wohnmobilstellplätzen übernachten, nie auf Parkplätzen oder Raststätten direkt an der Autobahn.

Wohnmobil sichern: Spanngurt oder Kette, die durch Haltegriffe, Armlehnen, etc. gezogen werden, verhindern z.B. das Öffnen der Fahrerhaustüren von außen. Im Fachhandel gibt es Türsicherungen, Diebstahlwarnanlagen und Gaswarngeräte, außerdem für die Fenster des Wohnaufbaus spezielle Fenstersicherungen, die ein Öffnen von außen erschweren.

Dokumente und Wertsachen in einem fest eingebauten Safe aufbewahren. Halten Sie die Notrufnummer der Polizei im jeweiligen Land bereit.

Sicherheitstipps für Bootsfahrer

Boot nicht an abgelegenen Orten platzieren, sondern an frequentierten Liegestellen

Außenbordmotoren vor Dieben schützen durch Kappen- oder Schienenschlösser, die direkten Zugriff auf die Standardbefestigungen verhindern. Falls sich keine Seriennummer am Motor befindet, von der Wasserschutzpolizei in Deutschland angebotene Gravierung vornehmen lassen

Bootstrailer schützen durch Kastenschlösser aus gehärtetem Stahl, Trailerreifen mit Kette, Stahlseil oder Parkkralle. Gesamten Trailer an befestigten Einrichtungen sichern, etwa Laternenmasten. Infos über sichere Häfen, Marinas und Parkplätze: ADAC Skipper Portal

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Tipps zur Sicherheit im Urlaub
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Wohnmobil-Einbrüche vor allem an Raststätten

ADAC Mitglieder schildern zahlreiche Diebstähle nachts auf Raststätten, speziell in Südfrankreich. Camping boomt, viele sind erstmals im Wohnmobil unterwegs. "Wir machten alle Anfängerfehler", gesteht Katrin Z.: Die Familie übernachtet an einer Autobahnraststätte, die Tür nur normal verriegelt, die Handtasche liegt auf dem Sitz. Morgens ist das Bargeld weg. Die Urlauberin glaubt – wie auch andere Opfer –, dass Diebe Betäubungsgas ins Wohnmobil leiteten und so unbemerkt von den Schlafenden einbrechen konnten. Nachweisen lässt sich das allerdings nicht.

Tilo K. war vorgewarnt und hatte es immer vermieden, auf französischen Autobahnrastplätzen zu nächtigen. Doch bei der jüngsten Fahrt nach Spanien wollte er aufgrund seiner Müdigkeit doch ein Nickerchen einlegen. Auch in sein Wohnmobil wird eingebrochen, auch er vermutet das Einsprühen von Betäubungsgas und ärgert sich, dass er die Türen nicht mit Verzurrgurten von innen gesichert hat. Mitglieder berichten auch von Dieben nachts auf Rastplätzen in Kroatien, Italien, Schweden, Dänemark und Deutschland.

Auch aus Frankreich werden einzelne Einbrüche auf Campingplätzen gemeldet. Josef S. wird auf einem Stellplatz bei Biarritz bestohlen. Gauner täuschen dort eine Reparatur an ihrem Fahrzeug vor – mit lautem Motorlärm, um die Urlauber abzulenken. Derweil schleicht sich ein Dieb unbemerkt ins Touristen-Wohnmobil.

Tagsüber auf Parkplätzen haben es Ganoven ebenfalls auf Womos abgesehen: Bei Martin S. wird auf Stadtparkplätzen in Carcassonne und Valencia ein Fenster aufgebrochen. Ähnliches erleben Urlauber in Fährhafen und vor Supermärkten in Spanien und Italien.

Tipp der ADAC Touristik-Experten: Unterwegs nie auf Autobahnraststätten/-park­plätzen übernachten, nur auf ­Camping- und Stellplätzen. Beim Stopp, auch tagsüber: Fahrerhaustüren ­innen sichern, z.B. mit Spanngurt/Kette durch Haltegriffe. Zusatzschlösser, Querriegel, Kontaktsensoren zur Überwachung für Fenster und Türen gibt es als Zubehör.

Infos zu Campingplätzen an Urlaubsrouten finden Camper beim ADAC Campingportal PiNCAMP*

Pannentrick: Besonders oft in Spanien

Warndreieck steht auf der Straße vor einem Auto mit einer Panne
Manchmal täuschen Gauner eine Panne vor, um dann Urlauber auszurauben © Shutterstock/tommaso79

Vorgetäuschte Pannen erlebten viele Mitglieder an der Autobahn nahe Barcelona und Valencia. Am Rastplatz wird Heinz-Josef L. darauf hingewiesen, dass vom Hinterrad seines Wagens Rauch komme. Als der Urlauber nachsieht, drängt ihn ein Ganove zur Seite. Der Dieb greift Handtasche und Rucksack aus dem Wagen, springt zu seinen Komplizen ins Auto und rast davon.
Brigitte F. bedankt sich beim ADAC für die Warnung vor falschen Helfern im Raum Barcelona. So konnte sie diesem Trick entgehen: Zwei Männer überholen ihren Mercedes-Bus auf der A7, zeigen auf ihren Hinterreifen, bremsen ab, zwingen sie zum Anhalten. Einer reißt eine Radkappe runter, hält sie ihr vors Fenster, fordert sie zum Aussteigen auf. Frau F. lehnt ab, verriegelt die Tür. Die Männer geben auf, fahren davon.

Bei Karin D. täuscht ein Motoroller-Fahrer in Barcelona einen Aufprall auf ihren Wagen vor. Sie steigt aus, um nachzusehen, was passiert ist. "Der Mann zeigte auf einen Punkt an der Stoßstange, und ich beugte mich runter, konnte aber keinen Schaden sehen," erzählt sie. Dann bemerkt sie die offene Beifahrertür: Ihre Tasche war geklaut worden.

Von Reparatur-Betrügern in Serbien berichten mehrere Mitglieder. Ganoven halten sie auf der Autobahn an und behaupten, vom Wagen tropfe Öl. Zum Beweis kriecht der "Helfer" unters Fahrzeug und zeigt seine ölverschmierte Hand. Er weist den Weg zu einer nahen Werkstatt, dort werden nur die alten Teile aus- und wieder eingebaut.

Tipp: Wenn man Sie während der Fahrt auf Defekte am Auto hinweist, zum Anhalten zwingen will: Handy zeigen, mit dem Sie Hilfe rufen. Vorsicht, wenn vermeintliche Helfer auftauchen. Möglichst sitzen bleiben, Auto immer absperren.

Reifenstecher an der Raststätte oder Ampel

Platter Reifen am Hinterrad
Bei einem platten Reifen am besten aus dem Auto per Handy Hilfe rufen © Shutterstock/Pair Srinrat

Manche Diebe schlitzen unbemerkt an der Raststätte oder Ampel einen Reifen auf: In Valencia klopft ein Mann bei Jochen D. an die Scheibe, zeigt aufs Hinterrad. Die Urlauber betrachten den "Platten", der Gauner redet auf sie ein – ein Komplize klaut Wertsachen aus dem Auto. Bei Karl K. leuchtet die Reifendruckanzeige nach dem Supermarktstopp bei Valencia. "Klar, Überfall!", denkt er, als ihm ein Wagen folgt. Er schafft es zu einer Tank­stelle, alarmiert den ADAC Auslandsnotruf, der schnell Hilfe organisiert: "Service top", lobt er. Die Verfolger verschwinden.

Auch Peter M. spürt in Barcelona: "Das ist eine Falle", als Mopedfahrer ihn in eine Seitenstraße drängen wollen. Er stoppt bei einer Bushaltestelle, bemerkt den Reifenschaden. Und bleibt im Auto, bis der vom ADAC alarmierte Pannendienst kommt. Von Reifenstechern wird auch aus Italien, Slowenien und Ungarn berichtet.

Tipp: Kontrollieren Sie Ihr Fahrzeug nach jedem Stopp, besonders die Reifen. Trickdiebe könnten sie manipuliert haben, beispielsweise auch am Ventil. Achtung, wenn Sie angesprochen werden. Während Sie abgelenkt sind, könnten Gauner etwas aus dem Auto klauen.

Diebstahl aus dem Auto

Schwarzgekleideter Dieb klaut Tablet durch ein Autofenster
Beim Aussteigen am besten nichts Wertvolles im Auto lassen © Shutterstock/Africa Studio

In Pisa parkt Luise T. in einem Wohngebiet und besichtigt den Schiefen Turm. Als sie danach den Mietwagen am Flughafen abgibt, ist der Kofferraum leer. Fast spurlos hatten Diebe die Fahrertür geknackt.

Rainer B. werden in Italien an der Raststätte Po Ovest mittags zwei Koffer und ein Laptop aus dem Kofferraum geklaut. Das bemerkt er erst zwei Stunden später bei der Ankunft und vermutet nun, dass das Keyless-System seines Wagens ausgelesen wurde. Auch Christine W. glaubt, dass man ihr Funkschlüsselsignal manipuliert hat: Sie macht Fotos an der Küste Portugals, Minuten später ist das Auto ausgeräumt: "Taschen weg, Handy, Geld, Pässe … Urlaub vorbei!" Auch an Aussichtspunkten auf Mallorca und Teneriffa sind Autoknacker aktiv.

Christian H. berichtet von diesem Trick im Stop-and-go-Verkehr spanischer Metropolen: Gauner halten einen Stadtplan ans Autofenster und fragen nach dem Weg. Währenddessen huscht der Komplize gebückt zur Beifahrertür und klaut die Handtasche aus dem Fußraum.

Tipp: Lassen Sie keine Wertsachen sichtbar im Auto liegen, sperren Sie auch während der Fahrt alle Türen ab.
Infos zur Diebstahlgefahr bei Keyless-Komfort-Schließsystemen

Hilfe im Ausland vom ADAC

ADAC Auslandsnotruf: +49 89 22 22 22. Hier erreichen Sie immer ADAC Mitarbeiter, die Hilfe vermitteln – in der Auslandsnotrufstation vor Ort oder in der Zentrale.

Spiegeltrick vor allem in Italien

Zerbrochener Außenspiegel eines Autos
Sie haben angeblich einen Spiegel beschädigt: Rufen Sie besser die Polizei © Shutterstock/Guitar Studio

Viele Mitglieder berichten vor allem aus Italien über den immer gleichen Spiegeltrick: Auf einem Bergsträßchen am Gargano in Apulien bemerkt Rainer G. einen Schlag am Wohnmobil. Ein Autofahrer stoppt ihn, behauptet, er hätte seinen Außenspiegel beschädigt. Das zeige ein schwarzer Streifen am Camper – aufgemalt vom Betrüger, der nun fordert: "200 Euro oder Polizei." Der Urlauber zahlt, wie auch viele andere. Oft suchen sich die Betrüger für diesen Trick Wohnmobile und Gespanne aus – auch auf der Autobahn zur Fähre nach Elba: Petra N. berichtet von drei Nachbarn auf dem Campingplatz, die bei der Anreise mit dem Wohnmobil dem Spiegeltrick zum Opfer gefallen sind.

Diethard B. begegnet dem gleichen Betrügerpaar auf der Autobahn in der Nähe von Florenz. Er besteht jedoch darauf, die Polizei zu rufen und zahlt nichts für den angeblich von ihm beschädigten Spiegel. Die Gauner ziehen ab. Auch Robert H. war auf Sizilien vorgewarnt: "Das Zeigen des Handys mit dem Hinweis, jetzt die Polizei zu rufen, hat die Täter in die Flucht geschlagen", schreibt er. Viele Camper-Kollegen hätten den Spiegeltrick schon erlebt. Aus der Region um den Gardasee berichten Mitglieder ebenfalls von ähnlichen Fällen, auch Pkw-Fahrer sind betroffen.

Tipp: Wenn Sie angeblich einen Spiegel an einem anderen Fahrzeug beschädigt haben sollen, bestehen Sie darauf, die Polizei zu rufen, dann ziehen die Betrüger meist ab

Achtung vor falschen Pannenhelfern: Das ist bei einer Panne zu tun

Tricks der Diebe von Mitleid bis Vogeldreck

Bestohlen werden viele Urlauber an Sehenswürdigkeiten und auf Flaniermeilen. Oft wenden die Langfinger Tricks an: In Barcelona spaziert Peter T. durch eine Laube, als ihn vermeintlicher Vogeldreck trifft. Nette Passanten helfen ihm beim Säubern. Dann fehlen 120 Euro in seinem Geldbeutel. Rolf D. fällt auf der Strandpromenade im andalusischen Torrox auf den gleichen Trick herein: Ein Passant hilft ihm beim Reinigen der Garderobe und fingert dabei unbemerkt Geldscheine und Karten aus dem Portemonnaie des Touristen.

Häufig ist auch der Mitleidstrick: Gauner behaupten, sie hätten all ihr Geld verloren – z.B. durch einen Überfall – und könnten nun nicht mehr tanken, ihre Fähre nicht erreichen etc. Als "Sicherheit“ bieten sie manchmal wertlosen Schmuck an.

Tipp: Wertsachen statt in Umhängetaschen lieber im Brustbeutel, Geldgürtel oder Sakko mitnehmen. Nur kleinere Beträge ins Portemonnaie, Bargeld verteilen. Wertvollen Schmuck am besten zu Hause lassen. Nehmen Sie eine Kopie Ihrer Fahrzeug- und Ausweispapiere mit. Bei Verlust helfen Ihnen die Kopien, schneller Ersatzpapiere zu bekommen. Oder Sie scannen die Papiere ein und speichern sie im E-Mail Postfach ab.

Pass verloren? Das sollten Sie jetzt tun.

Hier finden Sie Tipps gegen Abzocke.

Haben auch Sie Diebstahl oder Einbruch im Urlaub ­erlebt? Schreiben Sie an urlaubskrimi@adac.de

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