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Fußgänger wird Führerschein entzogen

Man kann seinen Führerschein auch verlieren, ohne überhaupt am Straßenverkehr teilgenommen zu haben. Das zeigt ein aktueller Fall aus Rheinland-Pfalz. 


Ein stark alkoholisierter Mann randaliert auf einem Volksfest, bis schließlich die Polizei eingreift und den Störenfried in Gewahrsam nimmt. Ein Alkoholtest im Krankenhaus bestätigt die Vermutung: Er hat deutlich über den Durst getrunken. Die Blutalkoholkonzentration des Festgenommenen liegt bei 3,0 Promille, sein Zustand ist entsprechend.


Nur mithilfe von Polizeibeamten gelingt es den Ärzten, den aggressiven Randalierer medizinisch zu versorgen und ihn in Schach zu halten. Auch im nüchternen Zustand zeigt der Mann kein kooperatives Verhalten: Er ist nicht bereit, der Bitte der Verkehrsbehörde nachzukommen, ein medizinisch-psychologisches Gutachten vorzulegen. 


Die Konsequenz: Die Behörde entzieht ihm den Führerschein — und das zu Recht, wie nun das Verwaltungsgericht Mainz urteilte. 


Dr. Markus Schäpe, Leiter der Abteilung Verkehrsrecht beim ADAC, erklärt das Mainzer Urteil: "Wer sich auf 3,0 Promille trinkt und ausrastet, hat vermutlich ein ausgeprägtes Alkoholproblem. Auch unabhängig von einer Teilnahme am Straßenverkehr wird in solchen Fällen eine medizinisch-psychologische Begutachtung angeordnet. Wird kein positives Gutachten vorgelegt, muss die Behörde davon ausgehen, dass der Betroffene nicht geeignet ist, führerscheinpflichtige Kraftfahrzeuge zu führen und entzieht deshalb die Fahrerlaubnis." 


(Az. 3 L 823/12)


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