Führerschein verloren – was tun?

21.03.2019

Wenn Sie Ihren Führerschein verloren haben oder wenn er gestohlen wurde, sollten Sie schnell handeln. Denn das Fahrerlaubnis-Dokument muss während jeder Fahrt mitgeführt werden. Andernfalls droht Ihnen ein Verwarnungsgeld von zehn Euro. Wir erklären, was Sie jetzt tun müssen.

Frau sucht in ihrer Tasche
©iStock.com/Leonardo Patrizi

Haben Sie Ihren Führerschein verloren, müssen Sie einen neuen in der Führerscheinstelle Ihres Wohnorts beantragen. Dort müssen Sie diese Dokumente vorlegen:

  • Einen gültigen Reisepass oder Personalausweis
  • Ein aktuelles biometrisches Lichtbild
  • Möglicherweise verlangt die Behörde eine eidesstattliche Versicherung über den Verlust Ihres Führerscheins.
  • Wenn der verlorene Führerschein an einem früheren Wohnort ausgestellt wurde, benötigen Sie möglicherweise eine sogenannte Karteidatenabschrift. Das ist eine Bescheinigung über die Führerscheindaten, die bei Ihrer früheren Fahrerlaubnisbehörde über Sie eingetragen sind.

Ein Ersatzführerschein kostet (ohne Kosten für das Passbild) mit der eidesstattlichen Versicherung rund 72 Euro.

Worauf muss ich achten, bis der Führerschein da ist?

Für die Zeit, in der Sie auf Ihren neuen Führerschein warten, können Sie für Fahrten im Inland eine kostenpflichtige Bescheinigung über die Befreiung von der Führerscheinmitführpflicht bekommen. Auch diese Bescheinigung müssen Sie bei sich haben, wenn Sie fahren. Sie ist nur in Kombination mit dem Personalausweis gültig. Wer schneller Ersatz benötigt, zum Beispiel für Fahrten ins Ausland, kann gegen Aufpreis die Expressausstellung des neuen Führerscheins beantragen.

Taucht der verloren geglaubte Führerschein doch wieder auf, müssen Sie unverzüglich die Führerscheinstelle informieren.

Im Ausland verloren – der Weg führt zur Polizei

Wurde Ihnen Ihr Führerschein im Ausland gestohlen, sollten Sie das bei der dortigen Polizei anzeigen. Die Diebstahlsanzeige ist für die Rückfahrt notwendig, um bei Kontrollen eventuelle Missverständnisse auszuräumen und Bußgelder zu vermeiden. Wer ohne Führerschein und Verlustnachweis auf dem Heimweg nach Deutschland mehrere Grenzen zu überqueren hat, muss im jeweiligen Transitland mit einem Bußgeld rechnen. Dies beträgt

  • in Österreich 36 Euro,
  • in der Schweiz 20 Franken,
  • in Italien ab 86 Euro.

Wenn Sie wieder zurück in Deutschland sind, beantragen Sie einen Ersatzführerschein bei der Fahrerlaubnisbehörde Ihres Wohnorts.

Wohnsitz im Ausland

Wenn Sie Ihren Wohnsitz im Ausland haben und den deutschen Führerschein im Ausland verlieren, gibt es zwei Möglichkeiten:

Wohnsitz in der EU
Wohnen Sie in der EU oder in einem EWR-Mitgliedstaat, stellt die Straßenverkehrsbehörde an Ihrem aktuellen Wohnsitz den neuen Führerschein aus. Sie benötigt dazu einen Nachweis über den Umfang Ihrer bisherigen deutschen Fahrerlaubnis. Diesen gibt es bei der Fahrerlaubnisbehörde, die den verloren gegangenen Führerschein ausgestellt hatte, bzw. bei der zuständigen Fahrerlaubnisbehörde Ihres letzten ordentlichen Wohnsitzes in Deutschland.

Wohnsitz außerhalb der EU
Wohnen Sie in einem Land, das nicht zur EU gehört oder kein EWR-Mitgliedstaat ist, können Sie sich mit dem Problem an jede Fahrerlaubnisbehörde in Deutschland wenden. In der Praxis ist es jedoch empfehlenswert, die Führerscheinstelle zu kontaktieren, die den verlorenen Führerschein ausgestellt hat oder die Fahrerlaubnisbehörde ihres letzten Wohnsitzes in Deutschland.

Der Führerschein gestohlen – ein Fall für die Polizei

Wurde Ihr Führerschein gestohlen, müssen Sie das bei einer Polizeidienststelle anzeigen. Die Beamten stellen dann eine sogenannte Diebstahlbescheinigung aus. Damit können Sie einen neuen Führerschein bei der Fahrerlaubnisbehörde beantragen. Die Gebühr dafür beträgt etwa 35 Euro.

Es kann bis zu sechs Wochen dauern, ehe Sie das neue Dokument persönlich bei der Führerscheinstelle abholen können. Gegen einen Gebührenzuschlag ist auch eine Eilausstellung möglich.