Führerschein aus Drittstaaten - außerhalb der EU und des EWR

13.7.2018

Gültige Fahrerlaubnisse aus Staaten, die nicht zur Europäischen Union oder dem Europäischen Wirtschaftsraum (Island, Liechtenstein und Norwegen) gehören, müssen bei längerfristigem Aufenthalt in Deutschland grundsätzlich in einen deutschen Führerschein umgeschrieben werden. Die Einzelheiten richten sich dabei nach den jeweiligen gegenseitigen Abkommen zwischen Deutschland und dem Ausstellerstaat.

6 Monate gilt eine Fahrerlaubnis in Deutschland

Nach Begründung des ordentlichen Wohnsitzes in Deutschland gilt ein Führerschein, der in einem Staat erteilt wurde, der nicht zur Europäischen Union oder dem Europäischen Wirtschaftraum (Island, Liechtenstein und Norwegen) gehört, grundsätzlich für die Dauer von sechs Monaten. Danach wird der Führerschein nicht mehr anerkannt. 

Um in Deutschland auch nach dieser Zeit ein Kraftfahrzeug fahren zu dürfen, benötigt man eine deutsche Fahrerlaubnis. Der ausländische Führerschein muss daher in einen deutschen Führerschein umgetauscht werden. Die Voraussetzungen für den Erwerb der deutschen Fahrerlaubnis hängen davon ab, in welchem Land der Führerschein erworben wurde.

Eine Verlängerung obiger 6-Monatsfrist ist möglich, wenn der Führerscheininhaber nachweisen kann, dass er den „ordentlichen Wohnsitz" nicht länger als 12 Monate im Inland haben wird.


Minderjähriger Führerscheininhaber 
Minderjährige Führerscheininhaber dürfen in Deutschland nicht fahren bzw. müssen die Umschreibung in eine deutsche Fahrerlaubnis (B17) beantragen. Auch Führerscheininhaber, die das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben und sich nur vorübergehend als Touristen in Deutschland aufhalten, dürfen keine Kraftfahrzeuge mehr fahren.


Umschreibungserleichterungen

Grundsätzlich sind die theoretische und praktische Prüfung (ohne Ausbildung) in Deutschland zu absolvieren. Davon gibt es aber länderabhängige Ausnahmen. 

Von der Ablegung einer Führerscheinprüfung in Deutschland sind Führerscheininhaber aus Nicht-EU-Mitgliedsstaaten dann befreit, wenn im Ausstellerland die EU-einheitlichen Mindeststandards für die Prüfung sichergestellt sind. Es muss sichergestellt sein, dass der Inhaber auch unter den in Deutschland bestehenden Verkehrsverhältnissen in der Lage ist, ein Fahrzeug sicher zu führen. Die vorgelegten Dokumente müssen zudem zuverlässig und in geeigneter Weise nachprüfbar sein.

Das diese Voraussetzungen erfüllt sind, ist daran erkennbar, dass ein gegenseitiges  Anerkennungsabkommen zwischen Deutschland und dem ausländischen Staat  geschlossen wurde. Dieses führt zu Umschreibungserleichterungen für bestimmte Fahrerlaubnisklassen. Ob mit dem Land, in welchem Sie Ihren Führerschein erworben haben ein solches Abkommen besteht, können Sie der nachfolgenden Staatenliste entnehmen.


Staatenliste

Eine Auflistung an derzeit bestehenden Abkommen haben Ihre ADAC Juristen zusammen gestellt:

Länder ohne Umschreibungserleichterung

Für Führerscheininhaber aus Nicht-EU-Ländern, die nicht in der Staatenliste aufgeführt sind gilt, dass die deutsche Fahrerlaubnis nur aufgrund einer vollständigen theoretischen und praktischen Prüfung erteilt wird. Verzichtet wird jedoch auf eine Fahrschulausbildung nach der deutschen Fahrschüler-Ausbildungsordnung.

Der Bewerber entscheidet somit selbst, ob und wann er prüfungsreif ist. Er muss aber bei der Prüfung von einem Fahrlehrer begleitet werden. Mit diesem Verzicht wird dem Umstand Rechnung getragen, dass die Bewerber bereits im Besitz einer ausländischen Fahrerlaubnis sind, die sie zum vorübergehenden (6 Monate) Führen eines Kfz in Deutschland berechtigt.


Wie läuft die Umschreibung in der Praxis ab?

Der Antrag auf Erteilung der deutschen Fahrerlaubnis ist stets bei dem für den Wohnsitz des Kraftfahrzeugführers zuständigen Straßenverkehrsamt zu stellen (Fahrerlaubnisbehörde). Eine Frist für den Antrag besteht nicht. 

In dem deutschen Führerschein wird ein Vermerk aufgenommen, aus dem die Vorlage einer ausländischen Fahrerlaubnis ersichtlich ist. Der ausländische Führerschein wird von der deutschen Behörde an die Ausstellungsbehörde zurückgesandt oder in Verwahrung genommen. Ein Rücktausch ist nur bei Rückgabe der deutschen Fahrerlaubnis möglich.
 
Soweit die Behörde vor der Ausstellung eines deutschen Führerscheins eine Klassifizierung der ausländischen Fahrerlaubnis verlangt, kann diese vom ADAC Regionalclub vorgenommen werden.