Fahranfänger: So gelingt der Start am Lenkrad

5.6.2019

Sobald die Führerscheinprüfung geschafft ist und man endlich den Lappen in den Händen hält soll es natürlich gleich los gehen mit dem Fahren. Aber Vorsicht: für Fahranfänger gelten in Deutschland und auch teilweise im Ausland abweichende Regelungen, die man besser kennen sollte, um keine böse Überraschung zu erleben.

Fahranfängerin fährt Auto
©iStock.com/PIKSEL
  • Alkoholverbot für Fahranfänger in Deutschland
  • Tempolimits für Fahranfänger in Frankreich, Italien und Kroatien
  • Die Probezeit dauert 2 Jahre und kann auf 4 Jahre verlängert werden
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Tempolimits für Fahranfänger

In Deutschland besteht für Fahranfänger kein gesondertes Tempolimit, d.h. es gelten für sie dieselben Geschwindigkeitsbestimmungen, wie für andere Kraftfahrzeugfahrer. Wer jedoch seine Urlaubskasse nicht unnötig mit Bußgeldern belasten will, sollte sich an die besonderen Tempolimits für Fahranfänger im Ausland halten – denn dort drohen oft hohe Strafen.

Folgende Sonderregelungen sind auch von ausländischen Fahranfängern zu beachten:

  • In Frankreich dürfen Fahranfänger in den ersten drei Jahren nach Führerscheinerwerb auf Schnellstraßen nur 100 km/h statt 110 km/h und auf Autobahnen nur 110 km/h fahren statt 130 km/h.
  • In Italien darf ein Fahranfänger in den ersten drei Jahren auf der Autobahn maximal 100 km/h und auf Landstraßen maximal 90 km/h fahren.
  • In Kroatien dürfen junge Fahrer bis zum Alter von 24 Jahren auf Autobahnen nur 120 km/h, auf Schnellstraßen 100 km/h und Außerorts 50 km/h fahren.
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Alkoholverbot für Fahranfänger

Fahranfänger unterliegen teilweise besonderen Regelungen. Wer sich alkoholisiert hinters Steuer setzt, riskiert nicht nur in Deutschland, sondern auch im Ausland empfindliche Strafen.

Absolutes Alkoholverbot in Deutschland

Wer in Deutschland unterwegs ist muss sich bewusst sein, dass alle Fahrer, die das 21. Lebensjahr noch nicht vollendet haben und alle älteren Fahranfänger, die sich noch in der Probezeit befinden, einem absoluten Alkoholverbot unterliegen. Der Fahrtantritt unter der Wirkung alkoholischer Getränke ist nicht erlaubt. In der Praxis wird ab einem Wert von 0,2 ‰ Alkohol im Blut oder 0,1 mg/l Alkohol in der Atemluft bereits angenommen, dass die Fahrtüchtigkeit eingeschränkt ist. Ein Alkohol-Verstoß wird mit einem Regelsatz von € 250,-- sanktioniert und im Flensburger Fahreignungsregister mit einem Punkt bewertet. Die Anordnung eines Aufbauseminars und Verlängerung der Probezeit von 2 auf 4 Jahre sind die Folge.

Besondere Regelungen für Fahranfänger gibt es auch im Ausland

Land Promillegrenze Bemerkung Bußgeld
Frankreich 0,2 in den ersten drei Jahren mind. 135 €
Griechenland 0,2 in den ersten zwei Jahren mind. 80 €
Italien 0,0 in den ersten drei Jahren
mind. 165 €
Kroatien 0,0 bis zum Alter von 24 Jahren mind. 90 €
Niederlande 0,2 in den ersten fünf Jahren (wurde die Fahrerlaubnis vor dem 18. Lebensjahr erworben: in den ersten sieben Jahren) mind. 300 €
Österreich 0,1 in den ersten zwei Jahren bzw. Inhaber der Fahrerlaubnisklasse AM bis 20 Jahre 36-2180 € bzw. Nachschulung
Portugal 0,2 in den ersten drei Jahren mind. 250 €
Schweiz 0,1 in den ersten drei Jahren mind. 520 €
Spanien 0,3 in den ersten zwei Jahren mind. 500 €

Stand: 03/2019

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Fahren im Ausland mit B 17 - erlaubt oder verboten?

Die Frage ist schnell beantwortet: Wer begleitetes Fahren ab 17 macht, darf nur in Österreich ans Steuer. In allen anderen Ländern drohen drastische Strafen!

Die sog. Prüfbescheinigung, die einem Fahranfänger nach bestandener praktischer Führerscheinprüfung im Rahmen des Begleiteten Fahrens mit 17 ausgehändigt wird, ist nur ein „Führerscheinersatz“ und gilt nur in Deutschland. Im Ausland wird das Dokument nicht als ordnungsgemäßer Nachweis über das Bestehen einer gültigen Fahrerlaubnis anerkannt. Eine Ausnahme gilt für Österreich: Nur dort wird auch eine deutsche Prüfbescheinigung anerkannt (aber auch nur bis zum 18. Geburtstag!).

Alle Informationen rund um den Führerschein mit 17

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Führerscheinneulinge und die Probezeit

Beim erstmaligen Erwerb einer Fahrerlaubnis – ausgenommen sind die Klassen AM, L und T – wird der Führerschein „auf Probe“ erteilt. Dabei handelt es sich um eine ganz normale Fahrberechtigung, bei der jedoch besondere Folgen an ein Fehlverhalten geknüpft werden.
Sie beginnt mit der Erteilung der Fahrerlaubnis. Das heißt mit der Aushändigung des Führerscheins. Wenn statt des Führerscheindokuments ersatzweise eine befristete, nur im Inland geltende, Prüfbescheinigung erteilt wird, beginnt damit die Probezeit. Das ist insbesondere beim Begleiteten Fahren ab 17 der Fall.

Alles rund um den Führerschein auf Probe

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Mit dem Auto der Eltern unterwegs – was ist zu beachten?

Vor Fahrtantritt sollte der Versicherungsschutz abgeklärt werden. Eine Kfz-Haftpflichtversicherung ist für jedes Auto Pflicht. Die Kaskoversicherung hingegen ist keine Pflichtversicherung. Letztere springt ein, wenn der Schaden am eigenen Fahrzeug selbst verschuldet wurde.

Versicherung muss zahlen – auch wenn Kinder am Steuer sind

Die Haftpflichtversicherung kommt in jedem Fall für Schäden Dritter auf – auch wenn die Kinder am Steuer sitzen und nicht als Fahrer bei der Versicherungsgesellschaft eingetragen sind. Solange die Eltern dem Nachwuchs das Auto mit ihrer Erlaubnis überlassen, greift in den meisten Fällen auch die Vollkaskoversicherung.

Unfälle der Kinder können teuer werden

Verursachen die Kinder einen Unfall mit Sach- und/oder Personenschaden, dann kann das dennoch teuer werden. Wurden die Kinder nicht bei der Versicherungsgesellschaft als zusätzliche Fahrer eingetragen, kann die Versicherung rückwirkend die höhere Prämie unter Berücksichtigung der tatsächlichen Fahrer nachverlangen. Das ist jedoch noch nicht alles: Einige Versicherungen verhängen zusätzlich eine Vertragsstrafe, wenn bewiesen werden kann, dass der zusätzliche Fahrer bewusst nicht gemeldet wurde.

Schadenfreiheitsrabatt übertragen – geht das überhaupt schon?

Um günstigere Einstiegskonditionen bei der Versicherung zu erhalten, ist es bei vielen Versicherern möglich, unfallfreie Jahre der Eltern oder Großeltern auf die Kinder zu übertragen. Stimmen die Eltern/Großeltern zu, dann kann deren Schadenfreiheitsrabatt teilweise übernommen werden. Das gilt allerdings nur für den Zeitraum, in dem der Fahranfänger das Fahrzeug überwiegend gefahren ist. Für einen Fahranfänger wird dies maximal der Zeitraum seit Erteilung seiner Fahrerlaubnis sein.