Regelungen für Fahranfänger: Tempolimits, Alkoholverbot, Probezeit

Junge Frau am Steuer eines Autos
Der Führerschein ist geschafft. Jetzt heißt es für Fahranfänger: Erfahrungen im Straßenverkehr sammeln und besondere Regeln beachten ∙ © Shutterstock/StoryTime Studio

Mit dem Führerschein in der Hand ist die Ausbildung zwar abgeschlossen, aber erst dann sammelt der Fahranfänger wichtige Erfahrungen im Straßenverkehr. Für ihn gelten außerdem diese abweichenden Regelungen.

Insbesondere junge Fahranfänger sind in den ersten Jahren im Straßenverkehr gefordert. Fahrer zwischen 18 und 24 sind in fast ein Drittel aller Verkehrsunfälle verwickelt – und damit fast doppelt so oft wie Autofahrer ab 25 Jahre. Die Hauptgründe dafür: wenig Erfahrung im Straßenverkehr, Selbstüberschätzung und eine schlecht ausgewogene Gefahren- und Risikoeinschätzung. Der ADAC sieht daher einen besonderen Unterstützungsbedarf für junge Fahranfänger.

Tempolimits für Anfänger

In drei europäischen Staaten gelten für Fahranfänger besondere Tempolimits, die natürlich bei Fahrten in diese Länder auch von deutschen Fahranfängern zu beachten sind.

Frankreich

Außerorts dürfen Fahranfänger in den ersten drei Jahren nach Erwerb der Fahrerlaubnis mit maximal 80 km/h unterwegs sein, für Schnellstraßen gilt für sie Tempo 100 statt 110, und auf der Autobahn beträgt das maximale Tempo 110 km/h statt 130 km/h.

Italien

In Italien müssen sich alle Fahranfänger auf Autobahnen an Tempo 100 statt 130 halten. Dies gilt unabhängig vom Alter des Fahranfängers und während der ersten drei Jahre nach Erwerb der für das geführte Fahrzeug gültigen Fahrerlaubnis.

Kroatien

Für junge Fahranfänger bis 24 Jahre gelten in Kroatien diese Geschwindigkeiten: außerorts 80 statt 90 km/h, auf Schnellstraßen 100 statt 110 km/h und auf Autobahnen 120 statt 130 km/h.

Hier finden Sie weitere Informationen zum Thema "Geblitzt in der Probezeit"

Alkoholverbot für Fahranfänger

Fahranfänger unterliegen teilweise besonderen Regelungen. Wer sich alkoholisiert hinters Steuer setzt, riskiert nicht nur in Deutschland, sondern auch im Ausland empfindliche Strafen.

Absolutes Alkoholverbot für Fahranfänger in Deutschland

Alle Fahrer, die das 21. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, und alle älteren Fahranfänger, die sich noch in der Probezeit befinden, unterliegen in Deutschland einem absoluten Alkoholverbot.

Der Fahrtantritt unter der Wirkung alkoholischer Getränke ist nicht erlaubt. In der Praxis wird ab einem Wert von 0,2 ‰ Alkohol im Blut oder 0,1 mg/l Alkohol in der Atemluft bereits angenommen, dass die Fahrtüchtigkeit eingeschränkt ist. Ein Alkoholverstoß wird mit einem Regelsatz von 250 Euro sanktioniert und im Flensburger Fahreignungsregister mit einem Punkt bestraft. Die Anordnung eines Aufbauseminars und die Verlängerung der Probezeit von zwei auf vier Jahre sind die Folge.

Fahranfänger und Alkohol im Ausland

Fahren im Ausland mit B 17 – erlaubt oder verboten?

Die Frage ist schnell beantwortet: Wer begleitetes Fahren ab 17 macht, darf nur in Österreich ans Steuer. In allen anderen Ländern drohen drastische Strafen!

Die sogenannte Prüfbescheinigung, die der Fahranfänger nach bestandener praktischer Führerscheinprüfung im Rahmen des begleiteten Fahrens mit 17 erhält, ist nur ein Führerscheinersatz und gilt nur in Deutschland.

Im Ausland wird das Dokument nicht als ordnungsgemäßer Nachweis über das Bestehen einer gültigen Fahrerlaubnis anerkannt. Eine Ausnahme gilt für Österreich: Nur dort wird auch eine deutsche Prüfbescheinigung anerkannt (aber auch nur bis zum 18. Geburtstag!).

Alle Informationen rund um den Führerschein mit 17

Fahranfänger und Probezeit

Eine Gruppe junger Leute beim Autofahren
Für Fahranfänger gilt eine Probezeit ∙ © Shutterstock/ESB Professional

Beim erstmaligen Erwerb einer Fahrerlaubnis – ausgenommen sind die Klassen AM, L und T – wird der Führerschein "auf Probe" erteilt. Dabei handelt es sich um eine ganz normale Fahrberechtigung, an die jedoch besondere Folgen eines Fehlverhaltens geknüpft werden. Die Probezeit beginnt mit der Erteilung der Fahrerlaubnis, also mit der Aushändigung des Führerscheins. Wenn statt des Führerscheins ersatzweise eine befristete, nur im Inland geltende Prüfbescheinigung erteilt wird, beginnt damit die Probezeit. Das ist insbesondere beim begleiteten Fahren ab 17 (B 17) der Fall.

Alles rund um den Führerschein auf Probe

Versicherung für Fahranfänger – was ist zu beachten?

Zwei junge Frauen im Auto
Junge Fahranfänger vor der Spritztour im Auto der Eltern - Achtung, anschnallen nicht vergessen ∙ © Shutterstock/Flamingo Images

Fahranfänger sollten vor Fahrtantritt den Versicherungsschutz abklären. Eine Kfz-Haftpflichtversicherung ist für jedes Auto Pflicht. Die Kaskoversicherung hingegen ist keine Pflichtversicherung. Letztere springt dann ein, wenn der Schaden am eigenen Fahrzeug selbst verschuldet wurde.

Versicherung muss zahlen – auch wenn Kinder am Steuer sind

Die Haftpflichtversicherung kommt in jedem Fall für Schäden Dritter auf – auch dann, wenn die Kinder am Steuer des elterlichen Autos sitzen und nicht als Fahrer bei der Versicherungsgesellschaft eingetragen sind. Solange die Eltern dem Nachwuchs das Auto mit ihrer Erlaubnis überlassen, greift in den meisten Fällen auch die Vollkaskoversicherung.

Unfälle der Kinder können teuer werden

Verursachen die Kinder einen Unfall mit Sach- und/oder Personenschaden, dann kann das dennoch teuer werden. Wurden die Kinder nicht bei der Versicherungsgesellschaft als zusätzliche Fahrer eingetragen, kann die Versicherung rückwirkend die höhere Prämie unter Berücksichtigung der tatsächlichen Fahrer nachverlangen. Das ist jedoch noch nicht alles: Einige Versicherungen verhängen zusätzlich eine Vertragsstrafe, wenn bewiesen werden kann, dass der zusätzliche Fahrer bewusst nicht gemeldet wurde.

Schadenfreiheitsrabatt an Fahranfänger übertragen – geht das überhaupt?

Um günstigere Einstiegskonditionen bei der Versicherung zu erhalten, ist es bei vielen Versicherern möglich, unfallfreie Jahre der Eltern oder Großeltern auf die Kinder zu übertragen. Stimmen die Eltern bzw. Großeltern zu, dann kann deren Schadenfreiheitsrabatt teilweise übernommen werden. Das gilt allerdings nur für den Zeitraum, in dem der Fahranfänger das Fahrzeug überwiegend gefahren hat. Für einen Fahranfänger wird dies maximal der Zeitraum seit Erteilung seiner Fahrerlaubnis sein.

Das sind die besten Autos für Fahranfänger.

Redaktion
Kontakt

Wie hat Ihnen der Artikel gefallen?