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Der ADAC

MPU: ADAC fordert Reform

ADAC Zentrale in München
Der Verlust des Führerscheins ist für viele eine Katastrophe – beruflich und private Folgen belasten ∙ © ADAC

Schreckgespenst MPU: Rund 90.000 Kraftfahrer müssen jedes Jahr zur medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU) – vor allem wegen Alkohol und Drogen. Nur wer den Test besteht, bekommt die Fahrerlaubnis zurück.

  • Betroffene müssen frühzeitig und umfassend informiert werden

  • Anordnung der MPU muss gerichtlich überprüfbar sein

  • Für Anbieter von Vorbereitungskursen müssen nötige Qualifikationen rechtlich festgeschrieben sein

Die MPU hat sich als Instrument der Verkehrssicherheit zwar bewährt, doch es gibt entscheidende Schwächen: zu späte Information der Betroffenen, mangelnde Rechtsmittel gegen die Anordnung der MPU, bessere Dokumentation der MPU und Schutz der Betroffenen vor unqualifizierter und unseriöser Vorbereitung. All dies kritisiert der ADAC seit Langem und fordert folgende Änderungen:

Frühere Information des Betroffenen

Dass er zur MPU muss, erfährt der Betroffene erst sehr spät. Wer etwa mit mehr als 1,6 Promille angehalten wird und seinen Führerschein für zwölf Monate oder länger los ist, muss zur MPU, bevor er wieder fahren darf. Mitgeteilt wird ihm das aber erst, wenn er drei Monate vor Ablauf der Sperrfrist den Antrag auf Wiedererteilung der Fahrerlaubnis stellt.

"Das ist für die Betroffenen ein Debakel", sagen die ADAC Juristen, "denn sie haben wertvolle Zeit verloren." Zeit für eine seriöse (und dringend nötige) Vorbereitung auf die MPU oder für den Abstinenznachweis, der bei Alkohol- oder Drogenauffälligen oft als "Eintrittskarte" zur MPU verlangt wird. Eine frühzeitige Information bereits durch die Gerichte im Strafverfahren wäre daher wichtig.

Bessere Dokumentation gefordert

Die MPU besteht aus drei Teilen: einem medizinischen Check, einem Leistungstest am Computer und einem psychologischen Gespräch. Schwachpunkt: Bislang wird die etwa einstündige Unterhaltung in der Regel nur durch den Gutachter schriftlich dokumentiert. Die Lösung: verpflichtende Tonband- und/oder Videoaufnahmen. Das fordert der ADAC seit Jahren.

"Eine Dokumentation hätte nur Vorteile für den Betroffenen, da das Gespräch nachprüfbar belegt wird, und für den Psychologen, der nicht mehr mitschreiben muss und sich besser auf das Gespräch konzentrieren kann.", so die ADAC Juristen.

Rechtsmittel gegen die Anordnung der MPU fehlen

Da hilft der beste Anwalt nichts. Gegen die Anordnung der MPU gibt es keine Rechtsmittel. Der ADAC fordert, dass schon die Anordnung gerichtlich überprüfbar ist. Bisher lässt sich nur die Entziehung oder die Verweigerung der Wiedererteilung der Fahrerlaubnis anfechten.