MPU: ADAC fordert Reform

3.8.2018

Schreckgespenst MPU: Rund 90.000 Kraftfahrer müssen jedes Jahr zur medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU) – vor allem wegen Alkohol und Drogen. Nur wer den Test besteht, bekommt die Fahrerlaubnis zurück. 

Der Verlust des Führerscheins ist für Viele eine Katastrophe – beruflich und private Folgen belasten.

Die MPU hat sich als Instrument der Verkehrssicherheit zwar bewährt, doch es gibt entscheidende Schwächen: zu späte Information der Betroffenen, fehlende Tonband-Dokumentation und mangelnde Rechtsmittel gegen die Anordnung der MPU. All dies kritisieren die ADAC Juristen seit Langem und fordern folgende Änderungen: 

Bessere Dokumentation gefordert

Die MPU besteht aus drei Teilen: einem medizinischen Check, einem Leistungstest am Computer und einem psychologischen Gespräch. Schwachpunkt: Bislang wird die etwa einstündige Unterhaltung nur durch den Gutachter schriftlich dokumentiert. Die Lösung: Tonband- und/oder Videoaufnahmen. Das fordert der ADAC seit Jahren. „Eine Dokumentation hätte nur Vorteile für den Betroffenen, da das Gespräch nachprüfbar belegt wird, und für den Psychologen, der nicht mehr mitschreiben muss und sich besser auf das Gespräch konzentrieren kann.“, so der ADAC Verkehrsrechtsexperte. 
 

Frühere Information des Betroffenen

Dass er zur MPU muss, erfährt der Betroffene erst sehr spät. Wer etwa mit mehr als 1,6 Promille angehalten wird und seinen Führerschein für zwölf Monate oder länger los ist, muss zur MPU, bevor er wieder fahren darf. Mitgeteilt wird ihm das aber erst, wenn er drei Monate vor Ablauf der Sperrfrist den Antrag auf Wiedererteilung der Fahrerlaubnis stellt. „Das ist für die Betroffenen ein Debakel“, sagen die ADAC Juristen, „denn sie haben wertvolle Zeit verloren.“ Zeit für eine seriöse (und dringend nötige) Vorbereitung auf die bis zu 750 Euro teure MPU oder für den Abstinenznachweis, der bei Alkohol- oder Drogenauffälligen oft als „Eintrittskarte“ zur MPU verlangt wird. Eine frühzeitige Information bereits durch die Gerichte im Strafverfahren wäre daher wichtig.
 

Rechtsmittel gegen die Anordnung der MPU fehlen

Da hilft der beste Anwalt nichts. Gegen die MPU gibt es keine Rechtsmittel. Der ADAC fordert, dass die Anordnung gerichtlich überprüfbar ist. Bisher lässt sich nur die Entziehung oder die Verweigerung der Fahrerlaubnis anfechten.

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Kontakt

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